StoneCo Aktie Prognose StoneCo: Noch so eine Totalkatastrophe

News: Aktuelle Analyse der StoneCo Aktie

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StoneCo
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Zur StoneCo Aktie

StoneCo ist eine der vielen Totalkatastrophen, die es derzeit zu geben scheint. Die Aktie ist bereits seit 12 Monaten im Crash-Modus.
Insgesamt ging es von 95,12 auf derzeit 14,46 USD abwärts.

Das ist harter Tobak und wie immer stellt man sich die Frage, ob das nicht ein wenig viel des Guten ist.

Wer oder was ist StoneCo?

In unseren Gefilden dürfte das Unternehmen weitgehend unbekannt sein, in Brasilien gehört man allerdings zu den führenden Zahlungsdienstleistern.

Binnen weniger Jahre (seit 2016) ist es gelungen, den Marktanteil von 1% auf knapp 10% zu steigern. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen ist StoneCo zum Payment-Partner der Wahl geworden.

Dadurch konnte man den Umsatz in den letzten fünf Geschäftsjahren von 423 auf 3,18 Mrd. BRL steigern.
Der Gewinn legte zwischenzeitlich von -120 auf +854 BRL zu.

Da das Geschäft gut skalierbar ist, sind zukünftig weitere Margensteigerungen zu erwarten.

Geld verdient man mit der typischen Abwicklung von Kreditkartenzahlungen und der zeitlichen Verzögerung zwischen Buchung und Settlement sowie Zinsen.
Man bietet den Geschäftskunden aber auch eine sofortige Auszahlung an, natürlich gegen Gebühr.
Darüber hinaus vermietet man Kreditkarten-Terminals.

Weiterer Impulse dürften sich durch eine Vielzahl noch zu erschließender und angrenzender Geschäftsfelder ergeben.
Darunter Kredite für Working Capital, digitales Banking, die Ausgabe eigener Kreditkarten sowie Versicherungsdienstleistungen.

All diese Punkte wurden bereits angestoßen, spielen heute wirtschaftlich noch keine große Rolle, könnten es aber in Zukunft.

Was trägt zum Erfolg bei?

Wenn man es runterbricht, hat StoneCo schlichtweg und ergreifend das beste Produkt. Man ist mit großem Abstand der Low-Cost-Provider.

Darüber hinaus scheint die Plattform technologisch überlegen zu sein und bietet die meisten Möglichkeiten für eine Individualisierung, die tatsächlich auch mehr als ein Viertel der Kunden nutzen.
Bei der Konkurrenz sind es nur rund 3%.

Darüber hinaus ist man sehr dezentral aufgestellt. Unzählige kleine Teams, meistens mit 5-15 Personen pro Standort, verteilen sich auf das ganze Land.
Dadurch kann ein unmittelbarer Support gewährleistet werden, was nicht nur den Absatz fördert, sondern auch die Kundenbindung.

Daher ist die Kundenzufriedenheit in Brasilien die höchste der Branche, über 80% der Kunden würden StoneCo weiterempfehlen.

Daher scheint es wahrscheinlich, dass man sich in dieser ohnehin stark wachsenden Branche weitere Marktanteile schnappen wird.

Zurück auf Los

Daher ist es auch kein Wunder, dass die Aktie zeitweise zu einem Anlegerliebling aufgestiegen war. Doch wie gewonnen, so zerronnen.
Umso besser für diejenigen, die jetzt erst über einen Einstieg nachdenken.

Es ist einer der vielen Fälle, in denen das Pendel zurückschwingt. Man muss aber auch ganz klar konstatieren, dass StoneCo auch Fehler gemacht haben, die den Kurs zusätzlich unter Druck gebracht haben.

Darunter höhere Kosten als erwartet, sowie mehr Investitionen. Der Hauptgrund dürfte aber das sehr unglückliche Timing der Einführung von Working-Capital-Krediten Ende 2019 sein.
Sie können sicherlich erahnen, was passiert ist.

Teilweise konnten die Kunden die Kredite nicht begleichen. Um die Sache noch problematischer zu machen, gab es in Brasilien auch noch ein regulatorisches Schlupfloch.
Um es einfach auszudrücken: Händler konnten ihre zukünftigen Umsätze bei mehreren Anbietern gleichzeitig als Sicherheit hinterlegen und sich dadurch mehrfach Kredite beschaffen.

Diskrepanz

Natürlich hätte StoneCo als erster Kreditgeber den ersten Anspruch. Das Problem war nur, dass es gar keine zentrale Stelle gab, die darüber hätte Auskunft geben können.
Inzwischen wurde das System reformiert und das Schlupfloch geschlossen. Kredite müssen registriert werden und sind für Kreditgeber sichtbar.

Unter dem Strich komme ich zu dem Schluss, dass der dadurch angerichtete Schaden im Vergleich zu den Verlusten des Börsenwerts, gerade eine Kleinigkeit ist.

Vorsichtshalber hat man die notleidenden Kredite aber abgeschrieben, wodurch man einen Verlust gemeldet hat.
Selbst wenn all diese Kredite wirklich verfallen würden, würde das StoneCo 300 Mio. USD kosten. Als Reaktion darauf hat man mehr als 20 Mrd. USD an Börsenwert verloren. Man könnte von einer gewissen Diskrepanz sprechen.

Ausblick und Bewertung

Unterdessen läuft die Expansion einfach weiter. Wer sich von Stolpersteinen aufhalten lässt, sollte es gleich bleiben lassen.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte die Zahl der Kunden um 43,1% auf 846.800 gesteigert werden.
Das Geschäft mit sogenannten Micro Merchants, also sehr kleine Händler, hat sich mehr als versiebenfacht.

Der Umsatz konnte um 27,3% auf 2,32 Mrd. BRL gesteigert werden, wobei im Jahresverlauf eine zunehmende Beschleunigung des Wachstums stattgefunden hat. Im dritten Quartal lag das Umsatzplus bei 57,3%.

Ohne die Probleme im Kreditgeschäft, hätte man 608,4 Mio. BRL verdient. Lässt man die Sondereffekte außen vor, läge die P/E derzeit bei rund 30.

Viel wichtiger ist aber die Erkenntnis, dass StoneCo die enorme Expansion aus den laufenden Mitteln finanzieren kann und trotzdem noch einen Überschuss generiert.
Darüber hinaus dürften sich die Probleme im Kreditgeschäft zukünftig verflüchtigen.

Hinzu kommen erwartete Wachstumsraten von 30-40% per annum, die den Kurs, sobald sich der Rauch verflüchtigt hat, wieder befeuern können.

Chart vom 24.01.2022 Kurs: 13,96 Kürzel: STNE - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 24.01.2022 Kurs: 13,96 Kürzel: STNE – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht hat sich die Chance auf eine Bodenbildung in den letzten Tagen zerschlagen. Der Marktdruck war einfach zu groß. Ich wollte die Aktie dennoch vorstellen, damit wir sie gemeinsam im Blick behalten können.

Gelingt zeitnah eine Rückkehr über 15 USD, sind die Bullen wieder im Spiel. In diesem Szenario könnte eine Erholung in Richtung 18 USD einsetzen. Darüber würde sich das Chartbild erheblich aufhellen.

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