Neurocrine Biosciences Aktie aktuell Neurocrine: Explosive Mischung

News: Aktuelle Analyse der Neurocrine Biosciences Aktie

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Neurocrine Biosciences
ISIN: US64125C1099
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Zur Neurocrine Biosciences Aktie

Neurocrine ist ein im Bereich Neurowissenschaften tätiger Biotech-Konzern.

Massives Wachstum

Neurocrine hat 2017 die Zulassung für sein erstes Medikament erhalten. Seitdem ist der Umsatz von 162 auf 676 Mio. USD gestiegen.
Im Vorjahr war man erstmals profitabel und erzielte einen Gewinn von 0,22 USD je Aktie.

Das Unternehmen befindet sich also auf Wachstumskurs und hat im Gegensatz zu den allermeisten Biotech-Unternehmen den Sprung in die Profitabilität geschafft. Was soll jetzt noch schiefgehen?

Das scheint zumindest die Einschätzung der meisten Anleger zu sein. Leider werden dabei einige Probleme übersehen.

One Trick Pony

Zu allererst die hohe Bewertung. In den letzten vier Quartalen hat Neurocrine einen Umsatz von 676 Mio. USD erzielt.
Bei einem Börsenwert von 9,44 Mrd. USD ergibt sich daraus ein KUV von 14.

Das ist extrem viel und solche Werte gesteht der Markt nur Unternehmen zu, die sehr schnell wachsen und/oder hochprofitabel sind.
Neurocrine wächst zwar schnell, beim Gewinn hapert es aber ganz gewaltig und man macht auch keine Fortschritte.

In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres legte der Umsatz um 70% auf 544,1 Mio. USD zu. Der Gewinn stagnierte allerdings bei 0,03 USD je Aktie.
Im letzten Quartal war die Lage ähnlich.

Hauptgrund dafür sind die enorm gestiegenen Ausgaben im Bereich „selling, general and administrative“. Gräbt man etwas weiter wird klar, dass man sehr viel Geld ausgibt, um Ärzte davon zu „überzeugen“ Ingrezza zu verschreiben.

Neurocrine ist vollkommen von diesem einen Medikament abhängig, denn man erzielt nahezu den kompletten Umsatz damit.
Das führt uns zum nächsten Punkt.

Grenzwertige Preispolitik

Neurocrine könnte also durchaus Probleme mit der FDA bekommen. Angeblich sind bereits Beschwerden bei der US-Überwachungsbehörde eingegangen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Preispolitik von Neurocrine. Die Preisempfehlung für Ingrezza lag bei einem Jahrespreis von 25.000 USD.
Tatsächlich ist man mit 63.000 USD an den Markt gegangen und hat den Preis kürzlich auf nahezu 90.000 USD angehoben.
Auch damit könnte sich die FDA beschäftigen.
Inzwischen gibt es auch nennenswerten Widerstand bei den Versicherungen.

Darüber hinaus macht das Institute for Clinical and Economic Review (ICER) Probleme. Die gemeinnützige Organisation hat eine mehrmonatige Studie durchgeführt, in der Kosten und Nutzen – also die Verbesserung der Lebensqualität – von Ingrezza gegenübergestellt werden.
Das Ergebnis: Der Nutzen ist gering und der Preis des Medikaments absolut nicht gerechtfertigt. Nach Ansicht von ICER sollte der Preis von Ingrezza um mindestens 85% gesenkt werden.
Ich konnte keinen anderen Fall finden, in dem ICER eine ähnlich hohe Preissenkung gefordert hat.

Marktanteile

Die Patienten scheinen zu demselben Schluss zu kommen. Die positiven Effekte sind gering und fast ein Viertel aller Patienten leidet unter Nebenwirkungen.
Ein bedeutender Teil stellt die Einnahme nach einigen Monaten wieder ein oder wandert ab.

Eine nachhaltige Basis ist das nicht. Genau aus diesem Grund leistet Neurocrine bei den Ärzten auch so viel „Überzeugungsarbeit“.

Thema Abwanderung: Es ist ohnehin problematisch, dass Neurocrine von einem Medikament abhängig ist. Umso mehr, wenn es eine günstigere Alternative gibt.

Daher verliert man auch ständig Marktanteile an das von Teva Pharma hergestellte Austedo. Der Marktanteil von Austedo ist binnen weniger Monate von 0 auf über 40% gestiegen. Jedes Quartal wird die Lücke kleiner.
Für Neurocrine ist das alles andere als eine gute Nachricht.

Abwanderung 2.0

Zu diesem Schluss scheinen auch die Insider zu kommen. Seit Monaten verkauft die gesamte Führungsriege Aktien.
Egal ob CEO, CFO, Chief Medical Officer, Chief Research Officer, Chief Legal Officer, Chief Regulatory Officer, Chief Human Resources Officer, Chief Business Development Officer oder Direktor – alle sind sich einig.

Sie finden im Vorstand keine einzige Person, die in den letzten 12 Monaten keine Aktien verkauft hat und niemanden, der gekauft hätte. Ist es nicht erfreulich, wenn im Vorstand Einigkeit herrscht?

Charttechnik

Nach einem parabolischen Anstieg im Vorjahr, kam es bereits zu einer Panik. Innerhalb von wenigen Wochen stürzte die Aktie von 125 auf 65 USD an.
Das damalige Hoch konnte seitdem nicht mehr überwunden werden.

Unter 100 USD wäre der Weg in Richtung 90 USD frei. Wird der Aufwärtstrend durchbrochen, trübt sich das Chartbild weiter ein. Mögliche Kursziele lägen dann bei 75 und 68 USD.

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Chart vom 31.01.2020 Kurs: 101,60 Kürzel: NBIX - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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