Lufthansa Aktie aktuell Lufthansa: Heute mehr Wert als vor der Krise. Wie bitte?

News: Aktuelle Analyse der Lufthansa Aktie

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Lufthansa
ISIN: DE0008232125
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Zur Lufthansa Aktie

Lufthansa hat Quartalszahlen vorgelegt und die waren so schlecht wie erwartet. Sollte man jetzt einsteigen, bevor sich die Lage entspannt und die Zahlen besser werden?

Ende ohne Schrecken

Vor wenigen Stunden hat die Lufthansa Quartalszahlen vorgelegt. Die Lage ist nach wie vor desaströs.

Der Umsatz ist um 60% auf 2,56 Mrd. Euro eingebrochen und das, obwohl das Vorjahresquartals auch schon schlecht war. Damals verzeichnete man einen Rückgang um 18%.

Bei 86% weniger Fluggästen aber alles kein Wunder.

Die operativen Aufwendungen liegen mit 3,98 Mrd. Euro weit über den Einnahmen. Im Endeffekt verbrennt man knapp 500 Mio. Euro im Monat.
Bei nur noch 2,05 Mrd. Euro an Eigenkapital ist bald Schluss.

Als Ergebnis bleibt ein Verlust von 1,05 Mrd. Euro, was -1,75 Euro je Aktie entspricht.

Ganz schlechte Bilanz

Es ist zwar nicht so, dass die Lufthansa Schuld an der Misere hätte, man hat aber auch zuvor schon nicht gut gehaushaltet.
Das Wachstum nach der Finanzkrise war schwach, die Margen niedrig.

Kommt es dann zur nächsten Krise, steht man schnell mit dem Rücken zur Wand.

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Genau aus diesem Grund läuft die Aktie auch seit mehr als zwei Jahrzehnten seitwärts. Für Anleger war nichts zu holen.

Das ist einer der eindeutigsten Hinweise auf ganz grundlegende Probleme, auch abseits von Krisen.

Chart vom 29.04.2021 Kurs: 10,65 Kürzel: LHA – Wochenkerzen

Investoren sollten sich von solchen Aktien grundsätzlich fernhalten. Bestenfalls schafft eine von hundert irgendwann den Turnaround. Irgendwann kann aber auch erst in 10 Jahren sein.
Solange bringt ihr Investment kein Geld.

Erstaunlich

Betrachtet man die aktuelle Lage, ist es aber vor allem erstaunlich, dass die Aktie noch so hoch notiert und nicht weit unter das Niveau von 2016, 2012 oder 2009 gefallen ist.

In all diesen Jahren notierte die Lufthansa ebenfalls zeitweise bei 10-12 Euro.

Rechnet man die ganze Sache mal durch, ist die Lufthansa heute mehr Wert als vor der Krise. Sie haben richtig gehört.

Rechnen und Nachdenken

Ende 2018 kam die Lufthansa auf einen Unternehmenswert von 12,76 Mrd., zusammengesetzt aus 9,27 Mrd. Börsenwert und 3,49 Mrd. Euro an Nettoschulden.

Ende 2019, unmittelbar vor der Krise, lag der Börsenwert bei 7,77 Mrd. Euro. Inklusive der Nettoschulden von 6,66 Mrd. Euro lag der Unternehmenswert also bei 14,43 Mrd. Euro.

Heute, nach all den Hilfskrediten und einer massiven Kapitalerhöhung liegt der Unternehmenswert bei 17,46 Mrd. Euro (Börsenwert 6,53 Mrd. + 10,92 Mrd. Nettoschulden).

Es ist vollkommen absurd

Die Unternehmensbewertung ist trotz all der Probleme heute höher, als in den Jahren zuvor.

Wir haben es hier mit einer toxischen Situation zu tun und die Lufthansa wird mittel- und sogar langfristig nicht mehr den Gewinn je Aktie erzielen können, wie vor der Krise.
Selbst wenn sich der Tourismus vollkommen erholt.

Das hat drei einfache Gründe:
Für die ausufernden Schulden fallen natürlich Zinsen an, das drückt den Gewinn.

Man hat die Flotte verkleinert, das drückt den potenziellen Umsatz und Gewinn.

Die Zahl der ausstehenden Aktien ist gestiegen, das drückt den Gewinn je Aktie.

Summa summarum

In Summe wirkt sich das massiv aus.
Nehmen wir an, dass die Lufthansa zeitnah wieder an die operativen Margen von 2019 anknüpfen kann.
Damals lag das Ergebnis bei 2,55 Euro je Aktie.

Bevor Sie weiterlesen, schätzen Sie, wie sehr das damalige Ergebnis durch die drei zuvor genannten Punkte sinken würde.

Vielleicht um 30%, 50% oder etwa noch mehr?

Die Lufthansa könnte wohl froh sein, wenn man ein Ergebnis von 0,50 Euro je Aktie erzielen würde.

Und das auch nur unter den Voraussetzungen, dass man zeitnah zum Normalbetrieb zurückkehren kann (was nicht der Fall ist), und dass man nicht nochmal Kapital benötigt.
Bei dem gegebenen Cashburn und dem auf 2,05 Mrd. Euro zusammengeschmolzenen Eigenkapital ist das fraglich.

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Lufthansa Aktie

Dass eine Aktie derart weit über das durchschnittliche Analysten-Kursziel hinausschießt, wie dies bei der Lufthansa-Aktie der Fall ist, sieht man selten. So etwas geht selten gut … und es scheint, als bekämen die Bullen jetzt die Rechnung präsentiert.

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In gut einer Woche, am 29. April, wird die Bilanz zum ersten Quartal erwartet. Aber dass die imstande wäre, dass klar negative Votum der zahlreichen, die Lufthansa beobachtenden Analysten auf den Kopf zu stellen, ist unwahrscheinlich. Wie sich die Lage der Airlines insgesamt und die der Lufthansa im Besonderen darstellen, kann jeder problemlos nachverfolgen. Es tut sich in Europa in Sachen Tourismus nahezu nichts … und ob das zur diesjährigen Urlaubssaison spürbar besser wird, ist fraglich. Dass andere Regionen etwas besser dastehen, mag zwar sein, aber die Basis der Kranich-Airline liegt eben in Europa.

Natürlich ist das kein Zustand für die Ewigkeit. Die durchschnittliche Prognose der Experten für das Jahr 2022 sieht eine schwarze Null in der Bilanz, für das laufende Jahr immerhin eine Reduzierung der Verluste. Aber wenn es um die Frage geht, auf welchem Niveau die Aktie korrekt bewertet wäre, kann man nicht einfach so lange in eine letztlich ja unsichere Zukunft vorausblicken, bis die für den aktuellen Kurslevel opportune Gewinne erzielt wären.

Anfang des Jahres hatten die Bullen versucht, den Kurs in den Bereich der Handelsspanne der Jahre 2015/2016 zwischen 9 und 15,50 Euro zurückzutragen … aber da gehört sie nicht hin. 2015/2016 lag der Gewinn pro Aktie bei 3,67 bzw. 3,81 Euro. Das sehen die Analysten momentan nicht einmal im Jahr 2025 wieder erreicht. Kein Wunder also, dass aktuell drei Viertel der Analysten die Aktie entweder mit „Untergewichten“ oder mit „Verkaufen“ einstufen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Lufthansa Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Momentan liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten bei 7,40 Euro. Anfang März hatte die Aktie 12,96 Euro erreicht … damit lag der Kurs sagenhafte 75 Prozent über dem Kursziel. Dass so etwas ohne eine Verbesserung der Rahmenbedingungen auf Dauer nicht gutgeht, war klar. Aber wann die wilde Hatz enden würde, nicht. Daher blieben viele dabei und kauften sogar zu, solange der Aufwärtstrend hielt. Jetzt ist er gebrochen.

Damit sind die bullischen Akteure jetzt klar in der Defensive. Auffällig war, dass der Versuch, den Ende März vollzogenen Bruch des Aufwärtstrends zu eliminieren, genau an dieser alten Aufwärtstrendlinie scheiterte. Das indiziert, dass Short-Seller gezielt an Widerständen Druck aufbauen. Und das war am Dienstag von Erfolg gekrönt, indem die Aktie deutlich unter die Tiefs der Monate Februar und März rutschte.

Ein erstes Kursziel wäre jetzt die aktuell bei 9,58 Euro verlaufende 200-Tage-Linie, darunter würde der Bereich 9,11/9,28 Euro eine Auffangbasis bieten. Ob diese Bereiche angelaufen werden und ob sie dann halten oder nicht, lässt sich im Voraus nicht absehen. Aber letztlich muss man auch nicht im Vorfeld wissen, wie weit die Bewegung reicht, entscheidender ist zu wissen, wo sie beendet wäre. Und das ist im Chartbild gut definiert: Die Abwärtsbewegung wird von einem doppelten Leitstrahl in Form der kurzfristigen Abwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie im Bereich 10,97/11,25 Euro geführt. Sollte es gelingen, den Kurs über diese Zone hinaus zu heben, bekämen die Bullen ihre zweite Chance.

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Bereits Anfang Februar hatten wir unsere Prognose auf die Lufthansa-Aktie nach oben geschraubt. Zu diesem Zeitpunkt verharrten die Kurse noch in einer überaus konstruktiven Zwischenkonsolidierung knapp unter der eingezeichneten Widerstandslinie.

Expertenmeinung: Angekommen am Zwischenhoch von Juni des vorigen Jahres könnte die Aufwärtsbewegung nun etwas zäher werden. Sollte dennoch der aktuelle Bereich nach oben verlassen werden, könnten sich neue Kursziele bilden. Hierbei blicken wir auf den Wochenchart. Hier findet sich das nächste Widerstandsniveau erst bei rund 18 EUR. Durchaus möglich, dass das Wertpapier die Reise bis zu diesem Punkt weiter fortsetzen könnte. Nach unten hin ist vor allem darauf zu achten, dass der Support-Bereich über der Marke von 11 EUR nicht mehr nach unten verlassen wird. Alles oberhalb bleibt vorerst bullisch und auch unserer Aussichten bleiben vorerst im positiven Terrain.

Aussicht: BULLISCH

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die allgemeine Erholung der Luftfahrtbranche schreitet voran. Hiervon profitiert auch der Kurs der Lufthansa-Aktie, welche die jüngst stattgefundene Zwischenkorrektur überaus positiv hinter sich gebracht hat. Mit dem Pivot-Tief bei 9.45 EUR wurde eine neue Unterstützung und gleichzeitig auch ein frisches höheres Tief geschaffen. Dies ist für den intakten Aufwärtstrend nicht unwichtig. Die Bullen übernahmen rasch das Ruder und drückten die Kurse in den letzten Wochen wieder in Richtung des Zwischenhochs, welches bei 11.29 EUR gebildet wurde. Es bleibt abzuwarten, ob dem Wertpapier der ganz große Ausbruch gelingt.

Expertenmeinung: Sollte der Widerstandsbereich tatsächlich gebrochen werden, könnte es rasch eine weitere Etage nach oben gehen. Aus technischer Sicht dürfte in Folge ein Anstieg auf 12 bis 12.50 EUR möglich sein. Hier bildete sich im vorigen Jahr ein Zwischenhoch, welches vorerst wohl nicht so leicht zu knacken sein wird. Kurzfristig scheinen Anleger jedoch eher die jüngsten Kursgewinne zu nutzen, um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Warum auch nicht. Der Widerstand ist deutlich erkennbar und knapp davor ein paar Gewinne zu realisieren, macht Sinn. Sollte der Titel wirklich den Breakout über den Bereich bei 11.30 EUR schaffen, kann jederzeit wieder nachgelegt werden. Wir bleiben vorerst bullisch auf das Papier.


Aussicht: BULLISCH

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Durch die Impfstoff-Rallye kletterten die Aktien der weltweiten Luftfahrtunternehmen ordentlich nach oben. Auch die Kurse der Lufthansa-Aktie konnte sich seit November etablieren und zeigen seither einen stabilen, wenngleich überaus volatilen Aufwärtstrend. Die Folge von höheren Hochs und höheren Tiefs konnte aber beibehalten werden. Dennoch lief der Start ins neue Jahr nicht ganz rund und so verlor der Titel doch stetig an Wert. Ist der Höhenflug gar schon wieder vorbei? Derzeit wird gerade die 50-Tage-Linie getestet. Gleichzeitig steht auch das bisherige Tief des Monats Januar auf dem Prüfstand. Es bleibt abzuwarten, ob diese Unterstützungsebenen gehalten werden können.

Expertenmeinung: Sollte der Bereich bei 9.85 EUR gehalten werden, dürfte sich in den kommenden Tagen vielleicht wieder eine gute Kaufgelegenheit ergeben. Anders sieht die Lage jedoch aus, wenn diese Marke gebrochen wird. Dann dürfte wohl das Pivot-Tief von Dezember ins Visier der Bären geraten. Dieses befindet sich bei 8.79 EUR und ist ein gutes Stück vom aktuellen Niveau entfernt. Die Risiken sind also nicht zu unterschätzen. Besser wäre es, wenn der Titel den Boden halten und aus der Zwischenkorrektur, welche Anfang Januar begann, wieder nach oben ausbrechen würde. Hierzu braucht es jedoch Kurse oberhalb der Marke von 10.65 EUR. Vorerst halten wir an unseren positiven Aussichten auf den Titel fest.

Aussicht: BULLISCH

Eigentlich ist der Umstand, dass eine Aktie wie die der Deutschen Lufthansa überhaupt immer wieder Hoffnungsrallyes zeigt, überraschender als die Tatsache, dass der Kurs danach wieder zurückfällt. So explodierte die zuvor massiv weggebrochene Aktie im Mai und Juni nahezu, als der Milliarden-Kredit durchging, der die Kranich-Airline vor dem Zusammenbruch retten sollte. Und das, obwohl jeder wissen konnte, dass jemand nicht als gesund gelten kann, nur, weil man ihn an den Tropf gehängt hat. Und nachdem es danach wieder an die alten Tiefs vom April und Mai zurückging, kam es im August und Oktober erneut zu Versuchen, hier so etwas wie eine Trendwende zu erzwingen. Vergebens. Und jetzt steht die nächste Hoffnungs-Rallye, ausgelöst durch die Impfstoff-Meldung des 9. November (BioNTech/Pfizer), zur Disposition.

Die Meldung über eine Mutation des SARS COV2-Virus und die rasante Abschottung der Britischen Inseln führte dazu, dass die Aktie, die zuvor an der Widerstandszone 10,60/11,07 Euro hängengeblieben und daraufhin oberhalb der Supportzone 9,11/9,26 Euro in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt war, am Montagmorgen aus dieser Zone nach unten herausfiel wie durch eine Falltür. Doch zum Handelsende lag die Lufthansa-Aktie wieder über dieser Zone, aufgefangen und gedreht durch einen wichtigen gleitenden Durchschnitt, der knapp unter diesem Supportbereich wie ein Sprungtuch fungierte: die 200-Tage-Linie. Ist die Gefahr für die Bullen damit vorüber?

Expertenmeinung: Das ist zwar nicht ausgeschlossen, aber verlassen sollte man sich darauf wohl besser nicht. Welche Auswirkung diese Virus-Mutation auf den Flugverkehr haben wird, ist noch nicht absehbar, eine Entwarnung gibt es zumindest bislang nicht. Und selbst ohne die neue Virus-Variante hatte sich ja die Dimension der Pandemie-Gegenmaßnahmen zuletzt so vergrößert, dass man nicht damit rechnen kann, dass der Passagierverkehr der Airlines in absehbarer Zeit wieder in die Nähe früherer Levels kommen könnte.

Wenn es bei der Lufthansa mit dem Kurs nach oben geht, dann ist das immer nur eine Reaktion auf mögliche Lichtblicke, die die Lage für die Kranich-Airline vielleicht ein wenig früher aufhellen könnte als befürchtet. Aber wenn es um die Rückkehr zum Status Quo geht, dann redet man von Jahren, das ist selbst den größten Optimisten klar. Daher ist das Rückschlagpotenzial immer groß. Und eine Gemengelage wie diese wäre allemal ein Umfeld, in dem die Bullen wieder nervös werden. Daher: Wenn diese gestrige Rettungsaktion nicht verfängt, weil der Kurs doch wieder unter die Auffangzone 9,11/9,26 Euro zurückfällt und dann auch noch mit Closings unter 8,50 Euro die 200-Tage-Linie nebst der nächstgelegenen Unterstützungslinie (Monatshoch des Oktobers) durchbricht, wäre es das für die Bullen wohl gewesen. Dann wäre der nächste Aufsetzer im Bereich 6,85/7,22 Euro, der Zone des bisherigen Bodens der Aktie, in den kommenden Wochen keine Überraschung.