Lufthansa: Ist das der ganz große Coup?

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Lufthansa
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Zur Lufthansa Aktie

Die Katze ist aus dem Sack. Am Sonntag gab die Lufthansa die Details zu der bereits angekündigten Kapitalerhöhung bekannt.

Insgesamt will man 2,14 Mrd. Euro einsammeln, um Staatshilfen zurückzuzahlen. Weiteren Auftrieb erhielt man aus den USA. Ab November soll die Einreise für Geimpfte wieder erlaubt sein.
An der Börse hat das ein Kursfeuerwerk ausgelöst.
In kürzester Zeit ist die Lufthansa -Aktie von 8,00 auf 9,00 Euro geschossen.

Die Details

Zunächst ist es natürlich gut, wenn Staatshilfen zurückgezahlt werden und die Lufthansa ihre Schuldenlast durch eine Kapitalerhöhung reduzieren kann.

Das steigert mit Sicherheit die Überlebensfähigkeit der Kranich-Airline, keine Frage. Genau das scheint die Börse auch zu feiern.

Darüber hinaus scheint der Erfolg der Kapitalerhöhung garantiert zu sein, ein Konsortium aus 14 Banken sorgt dafür.
Darüber hinaus haben mehrere von BlackRock verwaltete Investmentfonds einen Sub-Underwriting-Vertrag über insgesamt 300 Mio. EUR abgeschlossen und sich verpflichtet, ihre Bezugsrechte in vollem Umfang auszuüben.
Ebenso haben sich alle Vorstandsmitglieder der Gesellschaft bereit erklärt, an der Kapitalerhöhung teilzunehmen und Bezugsrechte für die jeweils gehaltenen Aktien vollständig auszuüben.

Alles in Butter.

Easy

Wenn die Sache so einfach ist, warum führen dann nicht alle börsennotierten Unternehmen Kapitalerhöhungen durch, um ihre Schulden zu tilgen?

Warum führt die Lufthansa keine noch größere Kapitalerhöhung durch?
Zuletzt beliefen sich die Nettoschulden der Airline auf 8,9 Mrd. Euro. Nach der Rückzahlung der Staatshilfen bleiben also noch 6,4 Mrd. Euro.

Warum nicht noch mehr Aktien ausgeben, um diese Schulden auch noch zu tilgen?
Ganz einfach: Die Sache hat natürlich ihren Preis.

Anleger dürfen sich auf eine erhebliche Verwässerung einstellen. Durch die jetzt beschlossene Kapitalmaßnahme wird sich die Zahl der Aktien auf einen Schlag verdoppeln.

Hat Ihnen als Aktionär gerade noch ein ganzer Jumbo-Jet gehört, dann ist es jetzt nur noch ein halber. Es sei denn Sie rücken Kohle raus.

Erzielt die Lufthansa irgendwann wieder einen Gewinn, verteilt er sich auf mehr Anteile. Das Ergebnis je Aktie hat sich soeben halbiert.
Wann das der Fall sein wird, kann aber ohnehin niemand sagen.

Drei Euro Achtundfünfzig

Dass der Ausgabepreis bei 3,58 Euro liegt, spricht unterdessen Bände. Einen höheren Preis konnte man wohl nicht realisieren und womöglich ist das auch sehr viel näher am fairen Wert als der derzeitige Kurs von 9,00 Euro.

Chart vom 21.09.2021 Kurs: 9,00 Kürzel: LHA - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.09.2021 Kurs: 9,00 Kürzel: LHA – Wochenkerzen

Ich kann meinem Kollegen bei der Credit Suisse an dieser Stelle nur beipflichten. Dort hat man das Kursziel als Reaktion auf die Kapitalerhöhung auf 3,91 Euro gesenkt und die Prognose für einen möglichen Gewinn ab 2022 halbiert.

Das muss man sich mal vorstellen

Aber es ist ja nicht die erste Verwässerung. Seit Ende 2019 ist die Zahl de ausstehenden Aktien bereits von 476 auf 597 Millionen Stück geklettert.
Bald werden es fast 1,2 Milliarden sein.

Ein Anstieg um den Faktor 2,5.

Die Lufthansa -Aktie ist beim aktuellen Kurs von 9,00 Euro also nur scheinbar optisch günstig.
Bereinigt um die Kapitalmaßnahmen entspricht das einem Vor-Krisen-Kurs von 22,50 Euro.
Würde auf diesem Niveau noch jemand kaufen?

Heute ist die Lufthansa mehr Wert als vor der Krise. Ende 2019 stand die Aktie bei 16,42 Euro.

Bezieht man noch den Anstieg der Schulden in die Rechnung mit ein, sieht es noch schlechter aus.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Den letzten Lichtblick sahen Anleger des Lufttransportunternehmens zu Beginn der Impfstoffrallye im November des vorigen Jahres. Die Kurse der Lufthansa-Aktie gingen stark nach oben und konnten innerhalb kürzester Zeit mehr als +80% an Wert zulegen – was für eine Show. Doch mit der leicht parabolischen Bewegung von Anfang März übertrieben es die Bullen ein wenig und es setzte eine heftige Korrektur. Von diesem Rückschlag konnte sich das Papier bislang nicht mehr erholen und die Angst der Anleger ist regelrecht zu spüren. Jedes noch so kleine Zwischenhoch wurde sofort genutzt, um sich von dem Titel zu trennen. Die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs setzt sich schon seit Monaten fort.  

Expertenmeinung: Derzeit können wir noch keine Entwarnung geben. Unsere Warnung und Abstufung hin zur bärischen Ebene kam im Juni zum richtigen Zeitpunkt. Dies war gerade die Zeit, als die Aktie die psychologisch wichtige Marke bei 10 EUR erstmals wieder verloren hatte. Seither zeigen die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 unaufhörlich in Richtung Süden und unterstreichen den bärischen Tenor. Auf der Suche nach möglichen Unterstützungen werden wir erst wieder im Bereich von rund 7 EUR fündig. Anleger müssen daher wohl noch mit weiter fallenden Kursen rechnen, bis sich eventuell eine nachhaltige Trendwende oder zumindest eine Stabilisierung des Kursverlaufs ergeben kann.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 10.09.2021 Kurs: 8.039 Kürzel: LHA | Online Broker LYNX

Airlines und die gesamte Reisebranche leiden massiv unter der Pandemie und selbst kerngesunde Unternehmen standen plötzlich mit dem Rücken zur Wand.

Wenn man, wie die Lufthansa, bereits zuvor schon schwach auf der Brust ist, wird es schnell existenzbedrohend.

Die Kraniche konnten bereits vor Corona kaum Wachstum erzielen und bleiben hinter der eigenen Branche zurück. Auch die Margen waren im Vergleich zu vielen Konkurrenten mager.
Dementsprechend hart wurde man von der Krise getroffen. Die Schulden sind explodiert, tausende Mitarbeiter mussten gehen, die Flotte wurde verkleinert.

Erdrückende Schulden

Milliarden an neuen Schulden, massive Kapitalerhöhungen durchführen und trotzdem reichte es nicht annähernd. Zusätzlich benötigte man weitere Milliarden an Staatshilfen.

Erst vor wenigen Tagen benötigte man abermals Staatshilfen.

All die angesprochenen Faktoren schwächen die Ertragskraft des Konzerns auch weit über die Pandemie hinaus.
Bei einer operativen Marge von 4,2% vor der Krise ist es fraglich, ob man zukünftig überhaupt die Kapitalkosten für die neuen Schulden zahlen kann.

Die Lufthansa wäre demnach strukturell unprofitabel.

Droht der Ausverkauf?

Das scheint man auch bei der Lufthansa verstanden zu haben. CEO Spohr betonte immer wieder, dass man alles unternehme, um die Schulden loszuwerden.

Zwischenzeitlich war sogar ein Verkauf von Teilen der Wartungssparte im Gespräch.

Aus meiner Sicht wäre das für Lufthansa-Aktionäre eine Hiobsbotschaft. Man hätte das beste Pferd im Stall versilbert, nur um Löcher zu stopfen.
Damit hätte man die Ertragskraft des Konzerns nur noch weiter gesenkt.

Das zeigt aber auch, welche schwierigen Entscheidungen man bei der Lufthansa treffen muss.
Es gibt keine einfache Lösung für die aktuelle Situation.

Der Bund flüchtet

Der Bund, also der Steuerzahler, hatte die Lufthansa mit neun Milliarden Euro gerettet.
Ob das ein gutes Geschäft für uns alle sein wird, ist fraglich.

Aktuell ist die Airline an der Börse nur noch 5,54 Mrd. Euro Wert. Es drängt sich ein mulmiges Gefühl auf.

Es fließen zwar Zinsens, wann und wir unser Geld allerdings zurückbekommen, ist fraglich.

Die Beteiligung von 20% an der Lufthansa wird die Rechnung jedenfalls nicht begleichen. Das Aktienpaket ist derzeit knapp 1,1 Mrd. Euro Wert.

Der Bund will die Beteiligung dennoch reduzieren. Womöglich die richtige Entscheidung, bevor der Wert noch weiter sinkt.

Chart vom 16.08.2021 Kurs: 8,95 Kürzel: LHA - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 16.08.2021 Kurs: 8,95 Kürzel: LHA – Tageskerzen

Das wird die Kurse zusätzlich belasten, der Verkaufsdruck nimmt schließlich zu.

Aus technischer Sicht ist die Aktie übergeordnet bärisch. Unter 9,00 Euro drohen weitere Kursverluste in Richtung 8,50 Euro. Darunter wäre der Weg in Richtung Vorjahrestief frei.

Gelingt hingegen eine schnelle Rückkehr über 9,00 Euro, könnte das eine Erholung in Richtung 9,50 Euro einleiten.
Dort verläuft der Abwärtstrend und es dürfte schwer werden, diesen zu überwinden.

Klar bullische Signale ergeben sich erst im Falle eines Ausbruchs über diese Trendlinie und über 10,00 Euro.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Knapp zwei Wochen müssen sich Anleger noch gedulden. Dann wird das deutsche Lufttransportunternehmen am 05. August seine Ergebnisse zum zweiten Quartal abliefern. Bis dahin sieht die technische Lage der Lufthansa-Aktie alles andere als gut aus.

Seit März dieses Jahres befindet sich das Wertpapier unter Dauerbeschuss und kann sich dem Druck der Bären kaum erwehren. Die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs ist deutlich erkennbar. Selbst der Versuch, den Abverkauf im Mai zu stabilisieren, scheiterte. Die nächste größere Unterstützung ist erst wieder bei 8.79 EUR zu finden. Durchaus möglich, dass sich der Kurs der Aktie hin zu den Quartalsergebnissen noch bis auf dieses Niveau abschwächt. Dann liegt es am Unternehmen selbst, eventuell für eine positive Überraschung zu sorgen.  

Expertenmeinung: Anleger haben derzeit nur wenige Möglichkeiten, um vom Kursverlauf der Aktie zu profitieren. Entweder man shortet Stärke in Richtung der fallenden gleitenden Durchschnitte, um an fallenden Kursen zu profitieren oder man nutzt überverkaufte Niveaus, um einzusteigen.

Diese sind leicht auszumachen und bilden sich gerade dann, wenn der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt zu hoch wird. Hohe Abstände lagen bislang im Bereich von 1.00 EUR und je höher dieser wird, umso eher besteht die Möglichkeit, mit sehr kurzfristigen Rallyes ein wenig abzustauben. Ansonsten bleiben die Ampeln für längere Veranlagungen auf Rot und somit auch unser Ausblick auf die Aktie.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 20.07.2021 Kurs: 9.665 Kürzel: LHA | Online Broker LYNX

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Lufthansa wieder schwarze Zahlen schreibt. Aber wie lange wird es dauern, bis die frühere Ertragsstärke zurück ist? Da scheiden sich die Geister. Die Trader versuchen den Befreiungsschlag, die Analysten sind bärisch. Wer bekommt Recht?

Kaum eine deutsche Aktie dürfte derzeit seitens der Analysten so negativ eingeschätzt werden wie die der Deutschen Lufthansa. Kein einziger Experte sieht die Lufthansa-Aktie aktuell als einen Kauf an, die meisten bewerten mit einem glatten „Verkaufen“. Und das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt momentan mit 7,90 Euro weit unter dem derzeitigen Kurs. Diejenigen, die hier aktiv zugreifen, sehen die Sache also anders – zumindest wirkt es so.

Denn in Wahrheit ist diese Divergenz zwischen Experten und Anlegern nur eine Frage des Zeithorizonts. Dass die Kranich-Airline in ein paar Jahren zumindest die Chance hätte, zur alten Ertragskraft zurückzufinden, dürfte in Reihen der Experten kaum jemand anzweifeln. Nur geht es bei deren Einschätzungen nicht um ein „Irgendwann“, sondern um die vermutete Situation in einem oder zwei Jahren. Und da bleibt die Lage eben vorerst kritisch.

Erst gestern meldete die Lufthansa, dass wieder deutlich mehr Nachfrage nach Dienstreisen ab September bestünde. Dabei wurde geschätzt, dass sich das Volumen der Dienstreisen nach der Corona-Phase wieder in Richtung 90 Prozent des Vorkrisen-Niveaus bewegen werde. Für bullische Anleger war das ein Grund, schon einmal zuzugreifen, wodurch sich die Aktie am Montag immerhin auf Platz 2 der MDAX-Gewinner schob. Aber es ist offen, ob das die Experten-Einschätzungen verändern wird, denn damit war grundsätzlich ja zu rechnen.

Erst vergangene Woche gab es eine deutliche Absenkung des Kursziels beim Bankhaus Metzler. Die hatten zuvor mit 15 Euro das höchste aller Analysten-Kursziele ausgeblobt und korrigierten dieses deutlich auf 10,50 Euro nach unten. Die Experten sehen eben auch, dass es lange dauern wird, bis die Airline ihre über die Corona-Zeit gestiegenen Schulden reduzieren kann, bis die Auslastung bei den Flügen ebenso wie deren Zahl an sich wieder eine positive Marge ermöglichen. Selbst für 2023 rechnen die Analysten nicht einmal ansatzweise mit Gewinnen auf dem Level der noch guten Jahre 2017 und 2018. Wer heute kauft, brauch also einen langen Atem. Die Frage ist, ob das allen Käufern auch klar ist.

Da das nicht zu ermitteln ist, sollte man die Aktie, wenn man sie denn Long traden wollte, am besten ganz pragmatisch rein aus charttechnischer Sicht beurteilen. Und da ist noch alles offen. Soll der aktuell laufende Versuch gelingen, die Aktie über ihre März-Abwärtstrendlinie zu ziehen um, wenn dies mit Schlusskursen über 10,75 Euro gelingen würde, erst einmal wieder charttechnisch basierten Spielraum in die Region um 12,50/13,00 Euro zu erlangen, müsste die Zahl derer, die sich bewusst für ein Investment entscheiden, das Geduld erfordert, noch zulegen. Das ist momentan zumindest fraglich genug, um einem solchen Ausbruch nicht vorzugreifen, zumal die Aktie erst einmal den aktuell erreichten Kreuzwiderstand aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie überwinden müsste, um an die Abwärtstrendlinie heranzukommen.

Es ist auch deshalb Vorsicht angesagt, weil der Kurs leicht doch in Richtung der bärischen Analysten-Kursziele rutschen könnte, sollte der Anstieg nicht durchgezogen werden, sprich die Aktie abdrehen. Würde die gerade verteidigte Unterstützungszone 9,10/9,30 Euro brechen, wäre der Weg nach unten frei … und der „Aufstand der ungeduldigen Geduldigen“ gescheitert.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die global positive Phase für Aktien von Fluglinien hielt von November des vorigen Jahres bis März an. Danach fand der Anstieg zahlreicher Titel der Branche jedoch ein vorläufiges Ende und die nicht unspektakuläre Zwischenrallye war vorbei. Auch der Lufthansa-Aktie fehlt es seither an Momentum und die Bullen scheinen sich vorerst auf andere Sektoren einzuschießen.

Dass es weltweit wieder einige Schritte in Sachen Reisen und Touristik vorangeht, war bereits in den Erwartungen des letzten Kursanstieges eingepreist worden. Nun ist eher die Frage, bis wann wir wieder wirtschaftlich die alten Niveaus von Anfang 2020 erreichen werden. Der Weg dorthin ist nach wie vor kein leichter, besonders nicht für die Luftfahrtindustrie. Nun aber zurück zum Chart. Zu Beginn der Woche sahen wir wieder ein klares Verkaufssignal im Chart und der Abwärtstrend geht somit vorerst weiter

Expertenmeinung: Der nächste mögliche Boden ist zum Greifen nah. Es ist das Pivot-Tief von Januar, welches sich bei 9.45 EUR bildete. Die Kurse nähern sich diesem Niveau derzeit recht steil, was bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für eine technische Gegenreaktion nach oben sehr hoch ist. Ob der Boden jedoch nachhaltig halten wird, bleibt abzuwarten. Solange die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs anhält, sollten sich Anleger mit neuen Investitionen noch in Geduld üben. Vorerst sehen wir hier noch kein Licht am Ende des Tunnels.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 23.06.2021 Kurs: 9.805 Kürzel: LHA | Online Broker LYNX