Lufthansa Aktie Prognose Lufthansa: Starke Vorab-Zahlen – reicht das für die Wende?

News: Aktuelle Analyse der Lufthansa Aktie

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Am Freitagnachmittag präsentierte die Deutsche Lufthansa vorläufige Ergebnisse zum zweiten Quartal, die die Erwartungen der Analysten solide übertrafen. Die Aktie stieg daraufhin um knapp sieben Prozent. Kann das die Initialzündung für eine nachhaltige Aufwärtswende sein?

Licht am Ende eines Tunnels, der vielen, nachdem sich die Corona-Phase immer weiter hinzog, schon als endlos erschienen war, das ist ja schon mal gut. Und das Licht ist gar nicht mal so schwach. Die durchschnittliche Umsatzprognose der Analysten lag für das Frühjahrsquartal bei 7,5 Milliarden Euro, gemeldet wurde jetzt mit 8,5 Milliarden deutlich mehr. Und es wurde vor Steuern und Zinsen (EBIT) ein um Sondereinflüsse bereinigter Gewinn erzielt, der laut der Vorab-Berechnungen der Airline zwischen 350 und 400 Millionen Euro liegen wird. Aber ist das jetzt gut oder nicht?

Dazu sollte man diese Zahlen am besten mit dem letzten 2. Quartal vor der Corona-Phase vergleichen, also mit dem Frühjahrsquartal 2019. Damals lagen der Umsatz bei 9,63 Milliarden Euro und das EBIT bei 754 Millionen. Also: Dafür, dass die Spritpreise höher sind, die Verbraucher durch die Inflation unter Druck stehen und man noch allerhand an Belastungen durch Corona abarbeiten muss, sind diese Zahlen in der Tat ermutigend. Genaueres wird man erst am 4. August erfahren, wenn die vollständige Bilanz ansteht, aber:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Lufthansa Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Auf Basis dieses Ergebnisses ließe sich zumindest mal eines festhalten: Hier noch neu Short zu gehen, wäre ein ziemlich riskanter Gedanke. Aber was ist mit der Long-Seite? Waren diese Vorab-Zahlen ein Aufruf zum Einstieg?

Die Reaktion auf die Daten war zwar kräftig, hat aber außer der 20-Tage-Linie noch keine relevante, charttechnische Hürde genommen, wie wir im Chart sehen. Natürlich könnten ab heute durch Anschlusskäufe weitere Widerstände überboten werden, aber man wäre auf einem solideren Terrain unterwegs, wenn nicht nur die beiden mittelfristigen Abwärtstrendlinien bei 6,20 Euro (an der die Aktie am Freitag nicht vorbei kam) und 7,05 Euro überwunden wären, sondern auch mehr Informationen vorliegen.

Denn was bislang noch fehlt, letztlich aber für die Einschätzung der mittelfristigen Perspektive unerlässlich wäre, ist ein Ausblick auf die aktuelle Situation bzw. auf den Rest des Jahres. Solange nur dieser vorläufige Blick zurück vorliegt und keiner voraus, wären Long-Trades erst einmal noch „tricky“ … und damit nur für risikofreudige, erfahrene Trader zu überlegen, die kein Problem damit haben, dass der sinnvolle Level für einen Stop Loss, i.e. eine Absicherung knapp unter den bisherigen Rekordtiefs, über einen Euro entfernt läge…

Lufthansa-Aktie: Chart vom 15.07.2022, Kurs 6,126 Euro, Kürzel LHA | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Lufthansa Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Anfang Februar konnte die Lufthansa-Aktie eine wichtige Zwischenkonsolidierung nach oben durchbrechen und lieferte klare Kaufsignale. Im Anschluss schossen die Kurse Richtung Norden, um wenig später das Ausbruchsniveau bei 7.00 EUR abermals zu testen.

Die Ebene wurde damit zu einer wichtigen Unterstützung und die Bullen konnten die zweite Impulswelle starten. Aktuell befindet sich das Wertpapier inmitten dieser Bewegung und das Anfang Februar ausgerufene Kursziel im Beriech von 8.50 EUR bleibt somit weiter aktiv.

Expertenmeinung: Zum Ende der vorigen Woche hat hauptsächlich das Säbelrassen in der Ukraine weitere Anstiege verhindert. Der Konflikt kann sich natürlich weiter zuspitzen, doch der Boden im Chart der Lufthansa Aktie ist klar zu erkennen. Solange sich die Kurse über der Marke von 7.00 EUR halten können, bleibt der bullische Tenor erhalten.

Gleichzeitig könnte eine Deeskalation dazu führen, dass unser Kursziel schnell erreicht wirde. Weiterhin sehen wir hier mehr Chancen als Risiken und bleiben bei unserer bullischen Bewertung. Achten könnten Anleger auch auf die 20-Tage-Linie. Diese wurde seit Anfang Februar nicht mehr per Schlusskurs nach unten verletzt.    

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 18.02.2022 Kurs: 7.543 Kürzel: LHA | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Lufthansa-Aktie befand sich in den letzten Wochen bereits auf der Startbahn und nun ist sie endgültig abgehoben. Mit dem Breakout aus der eingezeichneten Formation konnte zu Wochenbeginn ein klares Kaufsignal erzeugt werden.

Kurz zuvor nahm die Volatilität der Aktie immer weiter ab und es staute sich viel Energie, welche sich in einem heftigen Impuls nach oben entlud. Die gute Nachricht hierbei ist, dass die Aktie somit auch erstmals seit langer Zeit wieder in einen Aufwärtstrend übergeht. Die Folge von höheren Hochs und höheren Tiefs könnte dem Titel weiteren Rückenwind für nachhaltige Anstiege liefern.

Expertenmeinung: Auch das nächste Kursziel ist bereits mehr als offensichtlich. Es ist dies das aufgerissene Gap von Ende September. Die aktuell gestartete Impulswelle dürfte sich in den kommenden Tagen und Wochen bis zu diesem Niveau hin erstrecken.

Danach könnte es wieder etwas knifflig werden, denn viele Anleger, welche die Aktie noch im Portfolio haben, werden froh sein, die alten Kurse wieder zu erreichen. Somit dürfte ein ganz normaler Effekt entstehen, der Drang seine Aktien zum alten Niveau zu verkaufen. Somit dürfte der Bereich bei 8.50 EUR recht lange in heißes Pflaster in der langfristigen Kursentwicklung bleiben und die Rallye könnte hier ins Stocken geraten.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 09.02.2022 Kurs: 7.556 Kürzel: LHA | Online Broker LYNX

Am vergangenen Freitag versetzte eine neue Corona-Variante, die inzwischen den Namen Omikron trägt, die Märkte in Angst und Schrecken.
Weltweit stürzten die Börsen ab.

Die ersten Einschätzungen zu den vorliegenden Mutationen waren besorgniserregend, das sind die Worte der WHO und zahlreicher Wissenschaftler.

Die nächste Mutante

Die Mutationen auf dem Spike-Protein ließen vermuten, dass Omikron noch weitaus ansteckender ist als die bisherigen Mutationen. Die Befürchtung war groß, dass die Impfstoffe eine schlechtere Wirkung gegen Omikron haben könnten.

Die Vermutung lag auch nahe, dass es Omikron besser gelingt, die Immunreaktion zu umgehen. Das hätte wiederum dafür gesprochen, dass schwere Verläufe wahrscheinlicher sind.

All diese Fragen sind noch nicht abschließend geklärt. Eine höhere Übertragbarkeit scheint aber so gut wie sicher. Die Wahrscheinlichkeit für eine verminderte Effektivität der Impfstoffe ist hoch.

Alles halb so wild?

Der dritte Punkt ist aber am wichtigsten und hier scheint es erste positive Meldungen zu geben. Erste Befunde aus Südafrika zeigen, dass Omikron wohl keine oder kaum schwere Verläufe verursacht (Ärzte sehen bislang milde Symptome bei Omicron-Patienten in Südafrika).
Löst die Variante keine schweren Verläufe aus und verdrängt gleichzeitig die bisherigen, würde das das Gesundheitssystem paradoxerweise sogar entlasten und dementsprechend die Notwendigkeit von Maßnahmen verringern.
Ich denke damit wären alle d’accord.  

Auf jeden Fall würde das bedeuten, dass es doch „nicht so schlimm“ ist, wie noch am Freitag befürchtet.

Man sollte an der Börse nicht zu viele Vermutungen anstellen, aber das dürfte die heutige Erholung am Aktienmarkt eingeleitet haben.

Erholen sich Lufthansa und TUI jetzt endlich?

Daher geben Corona-Gewinner wie Hellofresh oder Shop Apotheke heute auch wieder etwas nach.
Im Gegenzug erholen sich die Pandemie-Verlierer wie Lufthansa und TUI wieder. Ist die charttechnische Kuh bei den beiden Aktien vom Eis?

Auf die fundamentale Lage muss man nicht mehr ausführlich eingehen, dass habe ich in beiden Fällen schon mehrfach getan und immer wieder gewarnt, auch schon vor Corona.
Durch die Pandemie wurden Lufthansa und TUI, wie viele andere Unternehmen auch, noch zusätzlich angeschlagen.

Bei beiden türmen sich die Schulden auf, beide mussten erhebliche Kapitalerhöhungen durchführen und trotzdem auch noch vom Staat gestützt werden. Das spricht Bände.

TUI: Nach Jahren des Abverkaufs endlich eine Wende?

Das Chartbild von TUI reflektiert diese Tatsachen. Im Endeffekt befindet sich die Aktie seit Mitte 2018 in einem übergeordneten Abwärtstrend (hier rot).
Selbst ein kürzlich erfolgter Ausbruch wurde unmittelbar wieder abverkauft.

An meiner grundsätzlich bärischen Einschätzung von TUI hat sich nichts geändert, die Wahrscheinlichkeit ist aber gar nicht schlecht, dass der Abwärtstrend in den kommenden Monaten überwunden wird.
Die Trendline notiert schließlich jeden Tag etwas tiefer. Selbst wenn TUI vorerst seitwärts tendiert, wird das bald ausreichen.

Chart vom 29.11.2021 Kurs: 2,42 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.11.2021 Kurs: 2,42 Kürzel: TUI1 – Tageskerzen

Etwas proaktiver könnte es sich gestalten, wenn ein Anstieg über 2,50 Euro gelingt. Dann wäre der Weg in Richtung 2,60 – 2,65 Euro frei.
Prozyklische Kaufsignale würden sich mit Überschreiten des Abwärtstrends ergeben. Über 2,95 Euro würde sich das Chartbild spürbar aufhellen.

Falls das nicht gelingen wird, wird eben doch noch mein Kursziel erreicht (Link).

Lufthansa: Ist das das Tief?

Bei der Lufthansa sieht es nicht viel besser aus. Die Aktie ist, bereinigt um Kapitalmaßnahmen, sogar auf das Niveau der Crash-Tiefs von 2020 zurückgekommen.

Zwischen April und November vergangenen Jahres markierte die Aktie ein halbes Dutzend Tiefs zwischen 4,90 und 5,10 Euro.
Es wäre gut möglich, dass das wieder gelingt.

Chart vom 29.11.2021 Kurs: 5,64 Kürzel: LHA - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.11.2021 Kurs: 5,64 Kürzel: LHA – Tageskerzen

Trader könnten daher auf eine Erholung spekulieren. Steigt der Kurs über 5,65 Euro, wäre ein Gap-Close in Richtung 6,00 Euro denkbar.
Über 6,00 Euro würde sich das Chartbild wieder spürbar aufhellen.

Da der hier vorliegende Chart nicht um Kapitalmaßnahmen bereinigt ist, wirkt der Abverkauf der letzten Monate dramatischer, als er tatsächlich ist. Das relevante Hoch vom März 2021 liegt bei 9,25 Euro und nicht bei 12,96 Euro.

Fällt die Aktie allerdings unter 5,40 Euro, droht ein erneuter Abverkauf in Richtung 5,10 oder 4,90 Euro.
Unter 4,90 Euro würde sich das Chartbild massiv eintrüben.