Covestro Aktie aktuell Die Party ist für die Covestro Aktie vorbei – Bärenalarm!

News: Aktuelle Analyse der Covestro Aktie

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Covestro
ISIN: DE0006062144
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zur Covestro Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die goldenen Zeiten der Aktie des deutschen Werkstoffherstellers scheinen seit voriger Woche vorerst vorbei zu sein. Glänzte die Covestro-Aktie noch zu Beginn des Jahres durch einem beständigen Aufwärtstrend, müssen sich Anleger aktuell mit deutlich bärischen Tendenzen herumschlagen.

Die Rallye wurde bereits im März beendet, als das Pivot-Tief von Februar bei 57.82 EUR nach unten durchbrochen wurde. Danach ging das Wertpapier in eine Seitwärtsphase über und es bildete sich ein Dreieck. Lange Zeit war nicht klar, wohin dieses gebrochen werden würde. Die Antwort hierauf wurde allerdings vorige Woche geliefert. Die Bären übernahmen das Ruder und leiteten ein recht deutliches Verkaufssignal ein.  

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Covestro Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Unsere Erwartungen an die Aktie geben wir vorerst auf die bärische Seite. Gut möglich, dass es in den kommenden Tagen noch zu einem Test der gebrochenen Formation kommt, doch der Weg nach unten scheint vorerst geebnet zu sein. Wohin könnte die Reise gehen? 2019 und 2020 wurden zwei Pivot-Hochs gebildet, welche sich bei rund 48 bis 49 EUR befinden. Dies könnte ein mögliches Kursziel nach unten sein. Danach wird sich zeigen, ob wir hier lediglich eine Korrektur der Anstiege aus dem vorigen Jahr sehen, oder ob es der Covestro-Aktie auch längerfristig an den Kragen geht. Vorerst ist hier jedenfalls höchste Vorsicht geboten.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 14.06.2021 Kurs: 53.62 Kürzel: COV1 | Online Broker LYNX

 

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Vorherige Analysen der Covestro Aktie

Starke Schwankungen, am Ende aber nur ein kleines Plus bei der Covestro-Aktie: Das klingt nach viel Rauch um nichts. Aber das war die Reaktion auf eine markante Erhöhung der Gewinnprognose, daher muss man jetzt genau hinschauen!

Am späten Dienstagabend kam die Überraschung: Der Polymerspezialist Covestro hebt die Gewinnprognose für 2021 an. Und das nicht nur leicht, sondern gewaltig. Statt der bislang als Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) gesehenen Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro erwartet Covestro jetzt 2,2 bis 2,7 Milliarden. Wobei diese massiv verbesserte Gewinnerwartung offenbar vor allem auf einer deutlich stärker gesehenen Gewinnmarge basiert, denn das Wachstum des mengenbezogenen Volumens im Kerngeschäft sieht Covestro unverändert im Bereich von 10 bis 15 Prozent.

Covestro-Aktie: Tages-Chart vom 14.04.2021, Kurs 57,90 Euro, Kürzel 1COV | Online Broker LYNX

Nichtsdestotrotz eine beeindruckende Meldung, die auch noch auf eine aussichtsreiche charttechnische Konstellation traf. Aber am Ende wurde der Ausbruchsversuch abverkauft. Und die Anleger dürften sich zu Recht fragen: Wenn es den Bullen schon bei derartigen „good news“ nicht gelingt, sich durchzusetzen, wann dann?

Interessant war nicht nur, dass ein zeitweiliger Anstieg um knapp 3,5 Prozent großenteils wieder abverkauft wurde, sondern auch die ersten Reaktionen der Analysten. Zwar reagierten vier Experten sofort am Mittwoch und hoben alle ihre Kursziele an. Aber nur zwei Analysten verbanden die Kursziel-Erhöhung mit einem „Kaufen“-Rating. Ein anderer sieht die Covestro-Aktie als Halteposition, der vierte Analyst sogar als Verkauf – wieso? Es fällt auf, dass die Mehrzahl der Analysten Covestro zwar aktuell als kaufenswert sieht, die Spanne der Analysten-Kursziele aber von 50 bis 76 Euro reicht. Das ist ein weites Feld, das die Problematik widerspiegelt, mit der man sich hier konfrontiert sieht.

Die neue Gewinnprognose würde bei Erreichen des oberen Endes der Spanne, d.h. 2,7 Milliarden Euro, ein EBITDA bedeuten, das knapp 70 Prozent über dem des Prä-Corona-Jahres 2019 läge. Das klingt aber nur so lange herausragend, bis man sich ansieht, dass 2019 für Covestro bereits ein sehr schlechtes Jahr war. Die wirklich starken Jahre waren 2017 und 2018. Und diese jetzt als möglich erachteten 2,7 Milliarden Euro im EBITDA wären nur etwa die Hälfte dessen, was Covestro in den Jahren 2017/18 erreicht hatte. Wenn man sich dann ansieht, dass die Aktie damals ihr Rekordhoch bei 95,78 Euro erreichte, käme man zu dem Schluss, dass die Aktie bei der Hälfte des damaligen Gewinns mit einem Kurs korrekt bewertet wäre, der halb so hoch liegt wie das damalige Hoch. Und das wären eben Kurse um 50 Euro.

Derart skeptische Gedanken wären schnell vom Tisch, wenn Covestro den charttechnischen Matchball, den der Kursverlauf den Bullen geliefert hatte, doch noch umsetzt. Sie sehen, dass die Aktie aus der Anfang März begonnenen Korrektur schnell in eine Bodenbildung überging, die man mit etwas Phantasie als leicht hängende, umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation ansehen könnte. Die entscheidende Zone, deren Überwinden den Weg an das bisherige Jahreshoch bei 63,24 Euro und, bei entsprechendem Schwung, auch darüber hinaus freigeben würde, liegt bei 58,50/59,25 Euro. Aber genau dort blieb die Aktie am Mittwoch hängen, hatte am Tagestief sogar im Minus gelegen.

Covestro-Aktie: Wochen-Chart vom 14.04.2021, Kurs 57,90 Euro, Kürzel 1COV | Online Broker LYNX

Der Kurs müsste die umgehend über diesen Bereich 58,50/59,25 Euro hinaus, ansonsten wäre der Effekt der Prognoseanhebung verpufft und das Risiko groß, dass sich die skeptische Sichtweise durchsetzt. Auf der Unterseite muss sich das gestrige Tagestief nebst der gestern verteidigten 20-Tage-Linie im Bereich 56,50/56,78 Euro halten, sonst würde dieser Ausbruchsversuch zum Bumerang.

Bei Covestro ist die Erholung in vollem Gange. Für das laufenden Geschäftsjahr stellt man sogar einen Gewinnsprung über das Vor-Krisen-Niveau in Aussicht.

Krisenjahr

Der Umsatz ist 2020 um 13% auf 4,60 Mrd. Euro gesunken, das Ergebnis ist um 18% auf 2,48 Euro je Aktie gesunken.
Der Umsatzrückgang ist je zur Hälfte auf niedrigere Preise und eine geringere Absatzmenge zurückzuführen (Link).

Beide Faktoren belasten natürlich die Profitabilität. In Anbetracht der Pandemie hat sich Covestro aber wacker geschlagen.

Darüber hinaus hat sich in der zweiten Jahreshälfte eine spürbare Erholung abgezeichnet – im vierten Quartal lag der Absatz sogar über dem Vorjahresniveau.
Gleichzeitig haben sich die Preise für Werk- und Kunststoffe wieder erholt.

Aktuelle Lage und Ausblick

Die positiven Entwicklungen zeichneten sich bereits seit geraumer Zeit ab. Daher hatte Covestro im Dezember die Prognose erhöht und aus diesem Grund hatte ich mich auch positiv zur Aktie geäußert:
Covestro erhöht Prognose und bricht aus

Seitdem ist der Kurs von knapp unter 50 auf über 60 Euro gestiegen. Das muss aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Das kann sich sehen lassen

Nach den Worten von CEO Steilemann hat sich die starke Entwicklung auch im neuen Jahr fortsetzt und dementsprechend hat man einen Ausblick vorgelegt, der sich sehen lassen kann (Link).

Demnach stellt Covestro für 2021 einen Gewinn über dem „Vor-Pandemie-Niveau“ von 2019 in Aussicht.

Das organische Mengenwachstum soll bei 4-9% liegen. Inklusive der neuen Tochter RFM dürfte man sogar ein Plus von 10-15% erreichen.

Beim FOCF erwartet man zwischen 0,9 und 1,4 Mrd. Euro, beim EBITDA zwischen 1,7 und 2,2 Mrd. Euro.
Hier ein Überblick (Link).

Bisher hat die Aktie noch nicht auf die guten Nachrichten reagiert. Liefert Covestro in den kommenden Quartalen ab, dürfte sich das ändern.

Neue Dividendenpolitik

Für einige Anleger dürfte es auch interessant sein, dass Covestro seine Dividendenpolitik angepasst hat.

Zukünftig soll die Ausschüttungsquote flexibler gehandhabt werden, wodurch in guten Jahren eine höhere Dividende möglich sein wird.

Für 2020 hat man eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie vorgeschlagen, was einer Ausschüttungsquote von 55 % entspricht.
Die Dividendenrendite läge somit bei 2,15%.

Chart

Aus technischer Sicht hat die Aktie in den Wochen seit der letzten Analyse mehrere wichtige Hürden überwunden und das damals genannte Kursziel (Link) bei 60 Euro erreicht.

Da inzwischen auch der langfristige Abwärtstrend durchbrochen wurde, wäre jetzt Platz bis 62,75 Euro. Darüber kommt es zu einem Kaufsignal mit Kurszielen bei 67,50 und 70 Euro.

Antizyklische Anleger müssen hingegen darauf hoffe, dass die Aktie zuvor nochmal korrigiert. Für sie wären die Unterstützungen bei 55 sowie 52,50 Euro interessant.

Chart vom 23.02.2021 Kurs: 60,24 Kürzel: 1COV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.02.2021 Kurs: 60,24 Kürzel: 1COV – Wochenkerzen

Covestro hat die Prognose erhöht und die Aktie bricht aus. Wie wahrscheinlich eine Rallye ist, wo mögliche Kursziele liegen und ob die Covestro-Aktie auch etwas für langfristige Investoren ist, diese Fragen versuchen wir zu beantworten.

Gemischtes Bild

Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 von Bayer abgespalten und unter dem neuen Namen Covestro eigenständig an die Börse gebracht.

Es liegen rückwirkend ab 2012 Zahlen vor, in der jüngeren Vergangenheit sind sie aber eher durchwachsen.
Bis 2018 verzeichnete man steigende Umsätze, seitdem geht es bergab. Beim Gewinn hatte man das Top bereits ein Jahr zuvor erreicht.

Covestro hatte also schon vor Corona Probleme und die Aktie die Hälfte an Wert verloren.

Übernahme im doppelten Sinn

Im September kamen dann Gerüchte auf, wonach der Finanzinvestor Apollo Interesse an Covestro haben könnte.

Darauf reagiert die Aktie natürlich mit einem Kurssprung. Ich mahnte trotzdem zur Vorsicht (hier geht’s zur damaligen Analyse).

Es erschien mir wahrscheinlich, dass man die Aktie nochmal günstiger bekommen könnte.
Damals hatte ich mögliche Korrekturziele zwischen 37,50 und 42 Euro genannt.
Anschließend markierte die Aktie bei 39,50 Euro ihr Tief.

Die Übernahme durch Apollo scheint im Sand verlaufen zu sein, oder es war nur ein Gerücht. Es gab jedenfalls keine weiteren oder handfesten Meldungen zur Sache.

Statt selbst übernommen zu werden, gab Covestro kurze Zeit später bekannt, dass man zukaufen würde.
Man hatte sich mit dem niederländischen Chemiekonzern Royal DSM darauf geeinigt für 1,61 Mrd. Euro deren Sparte für harzbasierte Farben (RFM) zu erwerben.

Keine Kleinigkeit

Für Covestro ist das kein gigantischer Brocken aber auch keine Kleinigkeit. Der Kaufpreis entspricht rund einem Sechstel des eigenen Börsenwerts.

Ob sich RFM als gutes Investment herausstellen wird, liegt vor allem daran, wie gut die Integration klappt.
Nach Angaben von Covestro zahlt man für die neue Tochter etwas mehr als das Zehnfache des EBITDA von 2021.

Man erhofft sich bis 2025 allerdings Synergieeffekte von jährlich 120 Mio. Euro, wodurch das EV/EBITDA von 10,3 auf 5,7 sinken würde.

Gelingt das, ist es wahrscheinlich ein gutes Geschäft. Die Ziele sind aber auch ziemlich hoch gegriffen.
Implizit müsste man die Profitabilität der neuen Tochter nahezu verdoppeln.
In Wirklichkeit fallen die Synergieeffekte aber natürlich nicht nur bei RFM an, sondern auch zu Teilen im bestehenden Geschäft von Covestro.

Unnötige Kapitalerhöhung

Man hat es sich ein wenig schön gerechnet. Grundsätzlich ist der Zukauf aber in Ordnung.
Minuspunkte gibt es für die Struktur des Deals.

Bei der geringen Verschuldung von Covestro und den erheblichen Barmittel-Reserven wäre es aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen auch noch eine Kapitalerhöhung durchzuführen.

Covestro will sich über diesen Weg dennoch 450 Mio. Euro beschaffen. Das entspricht rund 5% des Börsenwerts. Die Aktionäre werden also in diesem Umfang verwässert.

Das führt leider dazu, dass sich die Übernahme nicht so positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirkt, wie möglich gewesen wäre.
Vielleicht ist das auch meckern auf hohem Niveau: Immerhin steigt der Gewinn je Anteilsschein durch den Zukauf.

Prognose erhöht

Nach einem schwierigen Jahresauftakt hat sich die Lage inzwischen wieder entspannt.

In den ersten sechs Monaten lag das Umsatzminus bei 22,7% und das Ergebnis war von 2,01 auf -0,17 Euro je Aktie eingebrochen.

Im dritten Quartal betrugen die Umsatzeinbußen noch 12,7%. Dank entsprechender Sparmaßnahmen war man aber wieder profitabel. Das Ergebnis lag mit 0,98 Euro sogar über dem Vorjahreswert von 0,80 Euro je Aktie.

Seitdem scheint sich die positive Entwicklung fortgesetzt zu haben. Vor wenigen Stunden hat Covestro die Prognose für das Gesamtjahr erhöht.

Demnach erwartet man ein EBITDA von 1,47 Mrd. Euro. Bisher war man von 1,2 Mrd. Euro ausgegangen.
Die Erwartungen für den freien operativen Cashflow wurden von 300 auf 475 Mio. Euro erhöht.

Covestro kommt also selbst in diesem Krisenjahr auf ein EV/EBITDA von 6,4. Das ist nicht hochgegriffen. Im derzeitigen Finanzierungsumfeld ist man damit sogar ein Übernahmekandidat, denn mittelfristig wird man auch wieder mehr verdienen können.

Chart

Covestro hat in den letzten Wochen zwei Abwärtstrend überwunden und einen Aufwärtstrend ausgebildet. Mit dem heutigen Ausbruch über 47 Euro ist es zu einem prozyklischen Kaufsignal gekommen.

Über 50 Euro wäre jetzt der Weg in Richtung 52 und 55 Euro frei. Möglicherweise wird auch der langfristige Abwärtstrend nahe 60 Euro angesteuert.

Für antizyklische Anleger wäre der Bereich zwischen 40 und 47 Euro interessant.

Chart vom 09.12.2020 Kurs: 49,87 Kürzel: 1COV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 09.12.2020 Kurs: 49,87 Kürzel: 1COV – Wochenkerzen

Der Polymerspezialist Covestro legte am Dienstagmorgen die Bilanz des dritten Quartals vor. Die Aktie reagierte kaum, weil das Unternehmen bereits am 9. Oktober die vorläufigen Ergebnisse präsentiert hatte und bereits da die Gewinnprognose angehoben bzw. konkretisiert hatte. Interessant wird die Aktie aber, wenn man sich die damalige Reaktion und das Chartbild ansieht.

Dabei sollte man sich den plötzlichen Sprung der Aktie am 18. September am besten wegdenken, denn der hat mit der Geschäftsentwicklung nichts zu tun. Ausgerechnet unmittelbar zum großen Abrechnungstermin an der Terminbörse am 18. September wurde das Gerücht gestreut, der große Private Equity-Investor Apollo Global Management sei an einer Übernahme interessiert. Ein praktisches Gerücht für große Adressen, die auslaufende Call-Optionen auf die Aktie hielten, aber eben nur ein Gerücht. Eines, das unmittelbar danach auch von Covestro dementiert wurde, nicht mehr auftauchte und damit keine Rolle spielt. Anders sieht es aber die Reaktion auf die vorläufige Bilanz am 9. Oktober aus, denn:

Expertenmeinung: Obwohl Covestro diese Vorab-Daten mit dem Hinweis versah, dass man damit weit besser abgeschnitten habe als seitens der Analysten im Schnitt erwartet und zugleich die vorherige EBITDA-Prognose (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von 0,7 – 1,2 Milliarden Euro auf etwa 1,2 Milliarden präzisierte und somit ans obere Ende der Range setzte, blieb eine positive Reaktion aus. Die Aktie schloss nach leichten, anfänglichen Gewinnen an diesem 9. Oktober sogar leicht im Minus. Dabei fällt auf, dass dieser Abverkauf anfänglicher, zögerlicher Käufe dazu führte, dass der Kurs auf Höhe der oberen Begrenzung des im Frühjahr etablierten Aufwärtstrendkanals abgewiesen wurde, der zuvor nur einmal kurz am 18./21.9. durch dieses Übernahmegerücht überboten wurde.

Jetzt bröckelt die Aktie sukzessiv ab, von einem Aufbäumen keine Spur. Und damit wird das Chartbild für die Short-Seller, die Bären, langsam interessant. Denn dadurch nähert sich die Aktie einer markanten Unterstützung, die man als Nackenlinie einer Toppbildung sehen darf: dem Bereich um 42 Euro. Dort bilden das August-Hoch sowie die Tiefs vom September und Oktober eine auffällige Supportlinie. Würde sie eindeutig und auf Schlusskursbasis fallen, wäre das Topp vollendet; die nächsten Kursziele wären dann die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals, die zusammen mit den Verlaufshochs vom Juni und Juli im Bereich 38/38,50 Euro eine Kreuzunterstützung bildet und darunter dann die derzeit bei 36,10 Euro verlaufende 200-Tage-Linie. Eine lukrative Konstellation, die den Bären zweifellos nicht entgeht.

Chart vom 27.10.2020, Kurs 42,76 Euro, Kürzel 1COV | Online Broker LYNX

Covestro ist ein führender Anbieter von Hightech-Polymerwerkstoffen.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 von Bayer abgespalten und unter dem neuen Namen Covestro eigenständig an die Börse gebracht.

Das sollten Sie wissen

Es liegen also rückwirkend ab 2012 Zahlen vor, doch leider sind die eher durchwachsen.
Der Umsatz kletterte zwischenzeitlich von 11,61 auf 14,62 Mrd. Euro, brach dann aber wieder auf 12,41 Mrd. Euro ein.

Beim Gewinn sieht es ähnlich aus. Zwischenzeitlich konnte man fast 10 Euro Gewinn je Aktie erzielen, im Vorjahr waren es nur noch 3,02 Euro.

Covestro hatte also schon vor Corona mit Problemen zu kämpfen und es ist sehr schwer abzuschätzen wie profitabel das Unternehmen mittelfristig sein wird.

Die Margen sind jedenfalls ordentlich unter Druck gekommen und das schlägt natürlich auf Gewinn und Cashflow durch.

Daher hatte ich in der letzten Analyse auch vor der Aktie gewarnt. Anschließend ging es von 41,20 auf 23,80 Euro im Tief.

Die Kernfrage

Davon hat sich die Aktie inzwischen wieder erholt, nicht zuletzt dank der Übernahmegerüchte durch Apollo, doch dazu später mehr.

Die eigentliche Kernfrage für Anleger, ist, ob die Aktie auch ohne eine mögliche Übernahme attraktiv bewertet ist.

Pluspunkte sammelt Covestro mit der sauberen Bilanz, denn nennenswerte Schulden hat man nicht.

Davon abgesehen läuft es schon seit geraumer Zeit eher mittelprächtig. Aktuell hat man dank Corona aber noch sehr viel größere Probleme.

So läuft es derzeit

Im ersten Halbjahr ist der Umsatz um 13,6% auf 4,94 Mrd. Euro gesunken, im zweiten Quartal lag das Minus sogar bei 22,7%.

Das Ergebnis brach von +2,01 auf -0,17 Euro je Aktie ein. Die Verluste sind nicht bedrohlich, erfreulich ist es aber auch nicht.

Es ist auch fragwürdig, ob man in Anbetracht dieser Entwicklung noch eine Dividende zahlen sollte. Es wäre also durchaus möglich, dass Anleger in diesem Jahr leer ausgehen werden.

Mittelfristig sollte Covestro aber in der Lage sein, einen Gewinn von 4-6 Euro je Aktie zu erzielen.
Auf dieser Basis läge das KGV gemittelt bei 9,5. Das wäre vertretbar. Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass man bei Covestro noch günstiger zum Zug kommt.
Der Kurs hat sich bereits verdoppelt und operativ hat man noch immer massive Probleme.

Übernahme / Dementi

Presseberichten zufolge hat Apollo Global dennoch Interesse angemeldet und angeblich 10 Mrd. USD geboten.
Der Dax-Konzern dementierte allerdings. Einem Unternehmenssprecher zufolge befinde man sich nicht in Übernahmeverhandlungen.

Man wird sehen, ob es dennoch zu einem Deal kommt. Der könnte für Apollo auch ungleich attraktiver sein als für Sie als Privatanleger.
Appollo hätte nach einem Kauf schließlich Möglichkeiten, die Ihnen nicht zur Verfügung stehen.

Ich kann mir ungefähr vorstellen, wie der Finanzinvestor vorgehen würde.
Vermutlich würde man einige Töchter verkaufen, die Organisation „straffen“ und währenddessen ordentlich Kapital abziehen.
Anschließend würde man Covestro weiterverkaufen oder wieder an die Börse bringen. Neu ist das alles nicht.

Noch was zu holen?

Ihnen als Privatanleger stehen diese Optionen aber nicht zur Verfügung, sie können keine Kontrolle ausüben.
Kauft man die Aktie jetzt, ist es aus meiner Sicht eine Spekulation darauf, dass doch ein Deal Zustande kommt und Covestro von der Börse genommen wird.

Doch auch das hat einen Haken. Der Kurs liegt jetzt schon über dem, was Apollo angeblich bietet, denn 10 Mrd. USD entsprechen rund 46 Euro je Aktie.

Chart

Das Chartbild ist übergeordnet angeschlagen, wenn sich seit dem Corona-Tief auch ein Aufwärtstrend ausgebildet hat.

Darüber hinaus ist die Aktie nach den Kursgewinnen der letzten Wochen klar überkauft.
Aus Sicht der Bullen darf die Unterstützung bei 47 Euro nicht unterschritten werden, nur dann sind Kursgewinne in Richtung 52 Euro möglich.

Fällt das Papier jedoch unter 47 Euro, droht eine Korrektur. Mögliche Kursziele liegen bei 42 sowie 40 und 37,50 Euro.
Für die Bullen wäre das aber kein Weltuntergang, der Aufwärtstrend wäre noch intakt.

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Chart vom 18.09.2020 Kurs: 47,80 Kürzel: 1COV - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 18.09.2020 Kurs: 47,80 Kürzel: 1COV – Tageskerzen
Chart vom 18.09.2020 Kurs: 47,80 Kürzel: 1COV - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 18.09.2020 Kurs: 47,80 Kürzel: 1COV – Tageskerzen