Covestro: „Langweilige“ Aktien lassen sich oft sehr gut traden

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Covestro
ISIN: DE0006062144
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Zur Covestro Aktie

Der DAX zeigt sich in diesem Jahr dynamisch und volatil, doch die im DAX notierte Covestro-Aktie läuft seit Jahresbeginn seitwärts. Das ist für mittel- und langfristig orientierte Anleger frustrierend, aber für flexible Trader sind solche Aktien für das „Range-Trading“ interessant.

Der Polymerwerkstoff-Spezialist Covestro ist ein Unternehmen, bei dem mancher Anleger womöglich nicht so recht weiß, was man da herstellt und wie sich das gesamtwirtschaftlich einordnen lässt. Daher fokussieren sich vor allem wenig erfahrene Trader bei spekulativem Trading auf die bekannten Aktien wie Daimler oder SAP, die „Mauerblümchen“ laufen dann in weit ruhigeren Bahnen. Das führte bei Covestro dazu, dass die Aktie die zwischen November 2020 und März 2021 die durch den Beginn der Corona-Impfungen losgetretene Hoffnungsrallye konform mit dem DAX mitmachte, dann aber nach einer Korrektur in einer Seitwärtsspanne hängen blieb.

Die Analysten sind hier zwar mehrheitlich bullisch und sehen als Kursziel im Durchschnitt 70 Euro. Aber von diesem Level ist die Aktie noch weit entfernt … und bislang kann sie nichts dazu bewegen, sich in Richtung dieser 70 Euro in Marsch zu setzen. Viele Marktteilnehmer haken solch ein Kursbild dann einfach ab … aber muss man das? Das muss man nicht.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Covestro Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Denn mit Seitwärtstrends lässt sich durchaus einiges anfangen und gewinnen. Man könnte beispielsweise Inline-Produkte nutzen, die dann einen Gewinn erzielen, wenn eine Aktie bis zu einem bestimmten Stichtag innerhalb einer bestimmten Handelsspanne verbleibt. Oder einfach die „Range traden“, indem man nahe der unteren Begrenzung einen Long-Trade eingeht, der knapp unterhalb der unteren Supportzone der Aktie im Bereich 51,38 zu 52,70 Euro mit einem Stoppkurs versehen wird. Sollte diese Unterstützungszone fallen, wäre der Seitwärtstrend vom Tisch und damit ein Switch auf die dann trendkonforme Short-Seite angezeigt.

Sobald sich die Covestro-Aktie der oberen Begrenzung der Handelsspanne nähert, idealerweise bei zugleich überkauften, schnell reagierenden markttechnischen Indikatoren wie z.B. der hier mit einer „schnellen“ Einstellung abgebildete Stochastik-Oszillator, wäre eine spekulative Short-Position möglich. Die würde man wiederum gegen einen Ausbruch aus der Handelsspanne absichern, indem man einen Stoppkurs knapp über deren obere Begrenzung bei 59,56 zu 60,25 Euro legt und in dem Fall, dass Covestro aus dieser Range nach oben hinaus läuft, trendkonform auf die Long-Seite wechselt.

Ewig hält zwar keine Seitwärtsspanne, aber sobald man beobachtet, dass eine Aktie scheinbar „gefangen“ ist, ließe sich ein solches „Range Trading“ durchaus versuchen, denn durch die immer relativ eng platzierbaren Stoppkurse ist das Risiko gut eingrenzbar.

Covestro-Aktie: Chart vom 18.10.2021, Kurs 56,50 Euro, Kürzel 1COV | Online Broker LYNX
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Covestro dürfte in diesem Jahr 1,8 Mrd. Euro verdienen, kommt aber nur auf einen Börsenwert von 11,2 Mrd. Euro. Wie kann das sein? Ist die nächste Rallye nur eine Frage der Zeit?

Nur eine Momentaufnahme?

Nach dem schwierigen Vorjahr, in dem sowohl eine rückläufige Absatzmenge wie auch sinkende Preise das Geschäft belastet haben, geht es mit der Kunststoff- und Chemiebranche zuletzt wieder spürbar aufwärts.

Bereits im vierten Quartal des letzten Jahres lag die Absatzmenge über dem Vorkrisen-Niveau. Darüber hinaus haben sich die Preise für Werk- und Kunststoffe wieder erholt.

In Summe hat das dazu geführt, dass Covestro mehrfach die Erwartungen übertroffen hat.

Daher hat man im Juli die Jahresprognose erhöht und einen freien Cashflow von 1,6 – 2,0 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Im Verhältnis dazu erscheint der Börsenwert von Covestro mit 11,2 Mrd. Euro erstaunlich gering zu sein.

Die derzeitige Lage und Profitabilität sind allerdings auch nur eine Momentaufnahme.

Komplett ausverkauft und trotzdem Stellenabbau

Covestro hat zwei zentrale Probleme. Einerseits ist das Geschäft stark zyklisch und dementsprechend ist Anlegern klar, dass man zukünftig auch wieder deutlich weniger verdienen wird.

Daher lässt sich die Börse selbst von einem P/FCF von 6,2 nicht überzeugen, auch wenn das außerordentlich wenig ist.
Verdient Covestro in zwei Jahren wieder knapp 500 Mio. Euro, wie es beispielsweise 2019 der Fall war, liegt der P/FCF plötzlich bei über 20.

Das ist das realistische Spannungsfeld, in dem man sich bewegt. Ein noch größeres Problem ist aber wohl der Umstand, dass Covestro in den letzten Jahren nicht nachhaltig wachsen konnte und es perspektivisch wohl auch nicht wird.

Davon scheint der Vorstand jedenfalls auszugehen, sonst würde man keine 1.700 Stellen streichen.

Darüber hinaus könnte man auch das Timing kritisieren. War die Ankündigung gerade jetzt notwendig, wenn das Geschäft brummt und man sich „vor Aufträgen kaum retten kann“? So die Worte des Vorstands.

Nur eine Momentaufnahme

Doch genug der Schelte. Es wäre gut möglich, dass Anleger etwas übersehen. Es ist zwar richtig, dass Covestro nicht auf ewig derartige Gewinne einfahren wird und man kein großartiges organisches Wachstum erwarten kann, das ist aber auch nicht notwendig.

Im Mittel würde Covestro in der derzeitigen Konzernstruktur rund 1,0 Mrd. im Jahr verdienen.
Durch den Stellenabbau, der ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen soll, wird man zusätzlich 150 – 200 Mio. Euro einsparen.

Ein bedeutender Teil des Gewinns dürfte als Dividende ausgeschüttet werden. Daher kann man auch perspektivisch eine Dividendenrendite von 4-5% erwarten. Aktuell sind es 4,71%.

Die übrigen Mittel kann man zur Tilgung der ohnehin nicht ausufernden Nettoschulden von 1,60 Mrd. Euro nutzen, die weitgehend auf die kürzlich erfolgte Übernahme von RFM zurückzuführen sind.

Was möglich ist

Da wären wir schon beim Thema. Das organische Wachstum von Covestro wird sich wohl in Grenzen halten, man hat allerdings ausreichend Kapital, um immer wieder „kleinere“ Übernahmen wie die von RFM durchzuführen.

Den Hersteller von Beschichtungsharzen hat man sich 1,61 Mrd. Euro kosten lassen. Die neue Tochter steuert rund 1,0 Mrd. Euro an Umsatz und in diesem Jahr ein EBITDA von fast 300 Mio. Euro bei.

Kann man das angestrebte Synergiepotenzial von rund 120 Mio. Euro erreichen, wäre es ein lohnender Zukauf.

In Summe bringen mich all diese Punkte zu einem positiven Fazit. Covestro kommt derzeit auf einen normalisierten P/FCF von etwa 10 und hat Potenzial zur Oberseite.
Gleichzeitig bietet man eine stattliche Dividendenrendite von 4,71%.

Chart vom 07.09.2021 Kurs: 58 Kürzel: 1COV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 07.09.2021 Kurs: 58 Kürzel: 1COV – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht sieht es auch nicht schlecht aus. Covestro hat die mehrjährigen Abwärtstrends überwunden und ist ausgebrochen.

Für antizyklische Investoren wäre ein Rücksetzer zum Aufwärtstrend nahe 54 Euro interessant.

Gelingt ein Wochenschluss über 59 Euro, kommt es zu einem Kaufsignal mit einem Kursziel bei 63 Euro.
Darüber wäre der Weg in Richtung 67 und 70 Euro frei.

Fällt die Aktie hingegen unter 47 Euro, haben die Bullen ihre Chance vertan.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die goldenen Zeiten der Aktie des deutschen Werkstoffherstellers scheinen seit voriger Woche vorerst vorbei zu sein. Glänzte die Covestro-Aktie noch zu Beginn des Jahres durch einem beständigen Aufwärtstrend, müssen sich Anleger aktuell mit deutlich bärischen Tendenzen herumschlagen.

Die Rallye wurde bereits im März beendet, als das Pivot-Tief von Februar bei 57.82 EUR nach unten durchbrochen wurde. Danach ging das Wertpapier in eine Seitwärtsphase über und es bildete sich ein Dreieck. Lange Zeit war nicht klar, wohin dieses gebrochen werden würde. Die Antwort hierauf wurde allerdings vorige Woche geliefert. Die Bären übernahmen das Ruder und leiteten ein recht deutliches Verkaufssignal ein.  

Expertenmeinung: Unsere Erwartungen an die Aktie geben wir vorerst auf die bärische Seite. Gut möglich, dass es in den kommenden Tagen noch zu einem Test der gebrochenen Formation kommt, doch der Weg nach unten scheint vorerst geebnet zu sein. Wohin könnte die Reise gehen? 2019 und 2020 wurden zwei Pivot-Hochs gebildet, welche sich bei rund 48 bis 49 EUR befinden. Dies könnte ein mögliches Kursziel nach unten sein. Danach wird sich zeigen, ob wir hier lediglich eine Korrektur der Anstiege aus dem vorigen Jahr sehen, oder ob es der Covestro-Aktie auch längerfristig an den Kragen geht. Vorerst ist hier jedenfalls höchste Vorsicht geboten.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 14.06.2021 Kurs: 53.62 Kürzel: COV1 | Online Broker LYNX

Starke Schwankungen, am Ende aber nur ein kleines Plus bei der Covestro-Aktie: Das klingt nach viel Rauch um nichts. Aber das war die Reaktion auf eine markante Erhöhung der Gewinnprognose, daher muss man jetzt genau hinschauen!

Am späten Dienstagabend kam die Überraschung: Der Polymerspezialist Covestro hebt die Gewinnprognose für 2021 an. Und das nicht nur leicht, sondern gewaltig. Statt der bislang als Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) gesehenen Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro erwartet Covestro jetzt 2,2 bis 2,7 Milliarden. Wobei diese massiv verbesserte Gewinnerwartung offenbar vor allem auf einer deutlich stärker gesehenen Gewinnmarge basiert, denn das Wachstum des mengenbezogenen Volumens im Kerngeschäft sieht Covestro unverändert im Bereich von 10 bis 15 Prozent.

Covestro-Aktie: Tages-Chart vom 14.04.2021, Kurs 57,90 Euro, Kürzel 1COV | Online Broker LYNX

Nichtsdestotrotz eine beeindruckende Meldung, die auch noch auf eine aussichtsreiche charttechnische Konstellation traf. Aber am Ende wurde der Ausbruchsversuch abverkauft. Und die Anleger dürften sich zu Recht fragen: Wenn es den Bullen schon bei derartigen „good news“ nicht gelingt, sich durchzusetzen, wann dann?

Interessant war nicht nur, dass ein zeitweiliger Anstieg um knapp 3,5 Prozent großenteils wieder abverkauft wurde, sondern auch die ersten Reaktionen der Analysten. Zwar reagierten vier Experten sofort am Mittwoch und hoben alle ihre Kursziele an. Aber nur zwei Analysten verbanden die Kursziel-Erhöhung mit einem „Kaufen“-Rating. Ein anderer sieht die Covestro-Aktie als Halteposition, der vierte Analyst sogar als Verkauf – wieso? Es fällt auf, dass die Mehrzahl der Analysten Covestro zwar aktuell als kaufenswert sieht, die Spanne der Analysten-Kursziele aber von 50 bis 76 Euro reicht. Das ist ein weites Feld, das die Problematik widerspiegelt, mit der man sich hier konfrontiert sieht.

Die neue Gewinnprognose würde bei Erreichen des oberen Endes der Spanne, d.h. 2,7 Milliarden Euro, ein EBITDA bedeuten, das knapp 70 Prozent über dem des Prä-Corona-Jahres 2019 läge. Das klingt aber nur so lange herausragend, bis man sich ansieht, dass 2019 für Covestro bereits ein sehr schlechtes Jahr war. Die wirklich starken Jahre waren 2017 und 2018. Und diese jetzt als möglich erachteten 2,7 Milliarden Euro im EBITDA wären nur etwa die Hälfte dessen, was Covestro in den Jahren 2017/18 erreicht hatte. Wenn man sich dann ansieht, dass die Aktie damals ihr Rekordhoch bei 95,78 Euro erreichte, käme man zu dem Schluss, dass die Aktie bei der Hälfte des damaligen Gewinns mit einem Kurs korrekt bewertet wäre, der halb so hoch liegt wie das damalige Hoch. Und das wären eben Kurse um 50 Euro.

Derart skeptische Gedanken wären schnell vom Tisch, wenn Covestro den charttechnischen Matchball, den der Kursverlauf den Bullen geliefert hatte, doch noch umsetzt. Sie sehen, dass die Aktie aus der Anfang März begonnenen Korrektur schnell in eine Bodenbildung überging, die man mit etwas Phantasie als leicht hängende, umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation ansehen könnte. Die entscheidende Zone, deren Überwinden den Weg an das bisherige Jahreshoch bei 63,24 Euro und, bei entsprechendem Schwung, auch darüber hinaus freigeben würde, liegt bei 58,50/59,25 Euro. Aber genau dort blieb die Aktie am Mittwoch hängen, hatte am Tagestief sogar im Minus gelegen.

Covestro-Aktie: Wochen-Chart vom 14.04.2021, Kurs 57,90 Euro, Kürzel 1COV | Online Broker LYNX

Der Kurs müsste die umgehend über diesen Bereich 58,50/59,25 Euro hinaus, ansonsten wäre der Effekt der Prognoseanhebung verpufft und das Risiko groß, dass sich die skeptische Sichtweise durchsetzt. Auf der Unterseite muss sich das gestrige Tagestief nebst der gestern verteidigten 20-Tage-Linie im Bereich 56,50/56,78 Euro halten, sonst würde dieser Ausbruchsversuch zum Bumerang.

Bei Covestro ist die Erholung in vollem Gange. Für das laufenden Geschäftsjahr stellt man sogar einen Gewinnsprung über das Vor-Krisen-Niveau in Aussicht.

Krisenjahr

Der Umsatz ist 2020 um 13,7% auf 10,71 Mrd. Euro gesunken, das Ergebnis um 18% auf 2,48 Euro je Aktie.
Der Umsatzrückgang ist je zur Hälfte auf niedrigere Preise und eine geringere Absatzmenge zurückzuführen (Link).

Beide Faktoren belasten natürlich die Profitabilität. In Anbetracht der Pandemie hat sich Covestro aber wacker geschlagen.

Darüber hinaus hat sich in der zweiten Jahreshälfte eine spürbare Erholung abgezeichnet – im vierten Quartal lag der Absatz sogar über dem Vorjahresniveau.
Gleichzeitig haben sich die Preise für Werk- und Kunststoffe wieder erholt.

Aktuelle Lage und Ausblick

Die positiven Entwicklungen zeichneten sich bereits seit geraumer Zeit ab. Daher hatte Covestro im Dezember die Prognose erhöht und aus diesem Grund hatte ich mich auch positiv zur Aktie geäußert:
Covestro erhöht Prognose und bricht aus

Seitdem ist der Kurs von knapp unter 50 auf über 60 Euro gestiegen. Das muss aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Das kann sich sehen lassen

Nach den Worten von CEO Steilemann hat sich die starke Entwicklung auch im neuen Jahr fortsetzt und dementsprechend hat man einen Ausblick vorgelegt, der sich sehen lassen kann (Link).

Demnach stellt Covestro für 2021 einen Gewinn über dem „Vor-Pandemie-Niveau“ von 2019 in Aussicht.

Das organische Mengenwachstum soll bei 4-9% liegen. Inklusive der neuen Tochter RFM dürfte man sogar ein Plus von 10-15% erreichen.

Beim FOCF erwartet man zwischen 0,9 und 1,4 Mrd. Euro, beim EBITDA zwischen 1,7 und 2,2 Mrd. Euro.
Hier ein Überblick (Link).

Bisher hat die Aktie noch nicht auf die guten Nachrichten reagiert. Liefert Covestro in den kommenden Quartalen ab, dürfte sich das ändern.

Neue Dividendenpolitik

Für einige Anleger dürfte es auch interessant sein, dass Covestro seine Dividendenpolitik angepasst hat.

Zukünftig soll die Ausschüttungsquote flexibler gehandhabt werden, wodurch in guten Jahren eine höhere Dividende möglich sein wird.

Für 2020 hat man eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie vorgeschlagen, was einer Ausschüttungsquote von 55 % entspricht.
Die Dividendenrendite läge somit bei 2,15%.

Chart

Aus technischer Sicht hat die Aktie in den Wochen seit der letzten Analyse mehrere wichtige Hürden überwunden und das damals genannte Kursziel (Link) bei 60 Euro erreicht.

Da inzwischen auch der langfristige Abwärtstrend durchbrochen wurde, wäre jetzt Platz bis 62,75 Euro. Darüber kommt es zu einem Kaufsignal mit Kurszielen bei 67,50 und 70 Euro.

Antizyklische Anleger müssen hingegen darauf hoffe, dass die Aktie zuvor nochmal korrigiert. Für sie wären die Unterstützungen bei 55 sowie 52,50 Euro interessant.

Chart vom 23.02.2021 Kurs: 60,24 Kürzel: 1COV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.02.2021 Kurs: 60,24 Kürzel: 1COV – Wochenkerzen

Covestro hat die Prognose erhöht und die Aktie bricht aus. Wie wahrscheinlich eine Rallye ist, wo mögliche Kursziele liegen und ob die Covestro-Aktie auch etwas für langfristige Investoren ist, diese Fragen versuchen wir zu beantworten.

Gemischtes Bild

Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 von Bayer abgespalten und unter dem neuen Namen Covestro eigenständig an die Börse gebracht.

Es liegen rückwirkend ab 2012 Zahlen vor, in der jüngeren Vergangenheit sind sie aber eher durchwachsen.
Bis 2018 verzeichnete man steigende Umsätze, seitdem geht es bergab. Beim Gewinn hatte man das Top bereits ein Jahr zuvor erreicht.

Covestro hatte also schon vor Corona Probleme und die Aktie die Hälfte an Wert verloren.

Übernahme im doppelten Sinn

Im September kamen dann Gerüchte auf, wonach der Finanzinvestor Apollo Interesse an Covestro haben könnte.

Darauf reagiert die Aktie natürlich mit einem Kurssprung. Ich mahnte trotzdem zur Vorsicht (hier geht’s zur damaligen Analyse).

Es erschien mir wahrscheinlich, dass man die Aktie nochmal günstiger bekommen könnte.
Damals hatte ich mögliche Korrekturziele zwischen 37,50 und 42 Euro genannt.
Anschließend markierte die Aktie bei 39,50 Euro ihr Tief.

Die Übernahme durch Apollo scheint im Sand verlaufen zu sein, oder es war nur ein Gerücht. Es gab jedenfalls keine weiteren oder handfesten Meldungen zur Sache.

Statt selbst übernommen zu werden, gab Covestro kurze Zeit später bekannt, dass man zukaufen würde.
Man hatte sich mit dem niederländischen Chemiekonzern Royal DSM darauf geeinigt für 1,61 Mrd. Euro deren Sparte für harzbasierte Farben (RFM) zu erwerben.

Keine Kleinigkeit

Für Covestro ist das kein gigantischer Brocken aber auch keine Kleinigkeit. Der Kaufpreis entspricht rund einem Sechstel des eigenen Börsenwerts.

Ob sich RFM als gutes Investment herausstellen wird, liegt vor allem daran, wie gut die Integration klappt.
Nach Angaben von Covestro zahlt man für die neue Tochter etwas mehr als das Zehnfache des EBITDA von 2021.

Man erhofft sich bis 2025 allerdings Synergieeffekte von jährlich 120 Mio. Euro, wodurch das EV/EBITDA von 10,3 auf 5,7 sinken würde.

Gelingt das, ist es wahrscheinlich ein gutes Geschäft. Die Ziele sind aber auch ziemlich hoch gegriffen.
Implizit müsste man die Profitabilität der neuen Tochter nahezu verdoppeln.
In Wirklichkeit fallen die Synergieeffekte aber natürlich nicht nur bei RFM an, sondern auch zu Teilen im bestehenden Geschäft von Covestro.

Unnötige Kapitalerhöhung

Man hat es sich ein wenig schön gerechnet. Grundsätzlich ist der Zukauf aber in Ordnung.
Minuspunkte gibt es für die Struktur des Deals.

Bei der geringen Verschuldung von Covestro und den erheblichen Barmittel-Reserven wäre es aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen auch noch eine Kapitalerhöhung durchzuführen.

Covestro will sich über diesen Weg dennoch 450 Mio. Euro beschaffen. Das entspricht rund 5% des Börsenwerts. Die Aktionäre werden also in diesem Umfang verwässert.

Das führt leider dazu, dass sich die Übernahme nicht so positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirkt, wie möglich gewesen wäre.
Vielleicht ist das auch meckern auf hohem Niveau: Immerhin steigt der Gewinn je Anteilsschein durch den Zukauf.

Prognose erhöht

Nach einem schwierigen Jahresauftakt hat sich die Lage inzwischen wieder entspannt.

In den ersten sechs Monaten lag das Umsatzminus bei 22,7% und das Ergebnis war von 2,01 auf -0,17 Euro je Aktie eingebrochen.

Im dritten Quartal betrugen die Umsatzeinbußen noch 12,7%. Dank entsprechender Sparmaßnahmen war man aber wieder profitabel. Das Ergebnis lag mit 0,98 Euro sogar über dem Vorjahreswert von 0,80 Euro je Aktie.

Seitdem scheint sich die positive Entwicklung fortgesetzt zu haben. Vor wenigen Stunden hat Covestro die Prognose für das Gesamtjahr erhöht.

Demnach erwartet man ein EBITDA von 1,47 Mrd. Euro. Bisher war man von 1,2 Mrd. Euro ausgegangen.
Die Erwartungen für den freien operativen Cashflow wurden von 300 auf 475 Mio. Euro erhöht.

Covestro kommt also selbst in diesem Krisenjahr auf ein EV/EBITDA von 6,4. Das ist nicht hochgegriffen. Im derzeitigen Finanzierungsumfeld ist man damit sogar ein Übernahmekandidat, denn mittelfristig wird man auch wieder mehr verdienen können.

Chart

Covestro hat in den letzten Wochen zwei Abwärtstrend überwunden und einen Aufwärtstrend ausgebildet. Mit dem heutigen Ausbruch über 47 Euro ist es zu einem prozyklischen Kaufsignal gekommen.

Über 50 Euro wäre jetzt der Weg in Richtung 52 und 55 Euro frei. Möglicherweise wird auch der langfristige Abwärtstrend nahe 60 Euro angesteuert.

Für antizyklische Anleger wäre der Bereich zwischen 40 und 47 Euro interessant.

Chart vom 09.12.2020 Kurs: 49,87 Kürzel: 1COV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 09.12.2020 Kurs: 49,87 Kürzel: 1COV – Wochenkerzen