Cardinal Health: Nachzügler-Chance mit 4% Dividende und Kurspotenzial

von |
In diesem Artikel

Cardinal Health
ISIN: US14149Y1082
|
Ticker: CAH --- %

---
USD
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Cardinal Health Aktie

Cardinal Health ist durch die Opioid-Klagen in den USA massiv unter die Räder gekommen. Vielleicht zu sehr? Wie sieht die Prognose für die Aktie aus?

Ein Gigant

Cardinal Health ist eines der führenden Pharmazieunternehmen in den USA. Der Gigant vertreibt so gut wie alle medizinischen Produkte, die man sich vorstellen kann, viele davon stellt man selbst her.
Dementsprechend gehört der Großteil aller Unternehmen in der Branche zu den Kunden von Cardinal Health (CAH), darunter beispielsweise mehr als drei Viertel aller US-Krankenhäuser.

Gemeinsam mit McKesson und AmerisourceBergen beherrscht man faktisch den gesamten Medikamenten-Großhandel in Nordamerika.
Aufstrebende Konkurrenz hätte es entsprechend schwer, daher gibt es auch keine.

Cardinal kam zeitweise aber trotzdem massiv unter Druck, da man unter anderen das Ziel der Opioid-Klagewellen wurde. Am Ende wurde Cardinal zur Zahlung von 6,4 Mrd. USD verurteilt.
Den allergrößten Teil davon wird man über einen Zeitraum von 18 Jahren zahlen. In den Büchern des Konzerns ist die Sache längst abgehakt.

Das kostet Milliarden

Am Ende kehren wir an der Börse immer wieder zu einem Punkte zurück: Verhältnismäßigkeit.

Eine Strafe von 6,4 Mrd. USD ist schmerzhaft, selbst für einen Großkonzern. Allerdings wird die Inflation in den kommenden anderthalb Jahrzehnten ihren Beitrag leisten.
Es gibt schließlich einen guten Grund, warum man bei vielen Bewertungsmodellen wie dem Discounted Cashflow die zukünftigen Cashflows abzinst.
Genau das gleiche müsste man hier auch machen.

Der abgezinste Schaden ist geringer als 6,4 Mrd. USD. Hinzu kommt, dass die Zahlungen natürlich vom gemeldeten Gewinn abgehen und somit die Steuerlast senken.
Das mindert den realen Schaden noch weiter.

Der Knackpunkt an der Geschichte ist, dass durch den Skandal und die selbstverstärkende Wirkung von Aktienverkäufen am Ende aber mehr als 11 Mrd. USD an Börsenwert vernichtet wurden.
Das dürfte realistisch betrachtet ein bisschen viel sein.

Zu viel

Daraus ergibt sich eine entsprechende Chance, denn die Lücke sollte sich mittelfristig schließen.

Cardinal Health kommt derzeit nur auf eine forward P/E von 8,7. Das ist nicht gerade viel, vor allem im aktuellen Umfeld.
Das gilt umso mehr, wenn man den Prognosen Glauben schenken darf. Demnach werden in den kommenden beiden Geschäftsjahren Gewinnsteigerungen von 10% p.a. erwartet.

In den letzten fünf Jahren lag die P/E bei 11,0. Aus dieser Warte wäre also auch noch ausreichend Platz vorhanden.

Nehmen wir an, die Prognosen werden erfüllt und die P/E steigt wieder auf das Normalniveau, ergibt sich daraus auf Sicht von 12 Monaten ein Kursziel von 68,75 USD.

Wir werden sehen, ob es dazu kommt. Zwischenzeitlich würde man für die Wartezeit mit einer Dividendenrendite von 3,94% entlohnt.

Chart vom 22.12.2021 Kurs: 49,72 Kürzel: CAH - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.12.2021 Kurs: 49,72 Kürzel: CAH – Wochenkerzen

Der mehrjährige Abwärtstrend wurde überwunden und eine langfristige Bodenbildung zeichnet sich ab.
Aus technischer Sicht ist es durchaus möglich, dass unser Kursziel auch schon früher erreicht wird.

Für antizyklische Investoren ist das aktuelle Niveau interessant. Unter 47,50 USD sollte die Aktie aber möglichst nicht mehr fallen, denn das könnte einen erneuten Rücksetzer in Richtung 42,50 USD provozieren.
Wirklich problematisch wird es aber erst unter dieser Marke.

Steigt Cardinal Health hingegen über 51,50 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 54 sowie 55,50.
Das eigentliche Ziel ist aber 60 USD.

Bricht Cardinal Health über 62 USD aus, könnte das eine langlaufende Aufwärtsbewegung einleiten.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Alle Märkte und Produkte aus einer Hand? Mein Broker ist LYNX.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Cardinal Health ist einer der führenden US-Großhändler für Medikamente. Das Unternehmen beliefert mehr als 3,0 Millionen Patienten, 10.000 Ärzte und Kliniken, 26.000 Apotheken sowie 6.700 Labore. In den USA sind 85% aller Krankenhäuser Kunden von Cardinal Health.

Oligopol

Wer meine Artikel bereits länger verfolgt, der weiß, dass ich eine Vorliebe für Oligopole habe. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Cardinal Health, AmerisourceBergen und McKesson dominieren ihre Branche vollständig und erwirtschaften gemeinsam einen Umsatz von mehr als 500 Mrd. USD. Drei große Anbieter beherrschen also 95% des Medikamenten-Großhandels in den USA. Es ist also nahezu unmöglich, dass neue Konkurrenten auftauchen, denn dafür müsste man den drei Platzhirschen Marktanteile abjagen. Doch wie soll das funktionieren? Der vierte Player müsste günstiger sein, was in Anbetracht der Skaleneffekte dieser Giganten und den hauchdünnen Margen unmöglich erscheint. Darüber hinaus wäre auch niemand willens, die enormen Investitionen zu stemmen, um einen Konkurrenten aufzubauen. Der Kampf wäre wohl erbittert und die Margen würden noch weiter sinken. Man könnte die Kapitalkosten schlichtweg nicht decken. Selbst das Bündnis aus Berkshire, Amazon und JP Morgan, die gemeinsam den Healthcare-Sektor aufmischen wollen, winken ab. Wenn selbst die kombinierte Finanzkraft dieser drei Akteure nicht ausreicht… Die Eintrittshürden für Konkurrenten sind also enorm. Die langfristige Entwicklung von Cardinal Health hingegen sehr erfreulich. In den letzten zehn Jahren legte der Umsatz von 99,5 auf 136,8 Mrd. USD zu. Gestützt durch Buybacks kletterte das Ergebnis im selben Zeitraum von 3,48 auf 5,00 USD je Aktie. Der freie Cashflow stieg von 2,86 auf 7,57 USD je Aktie.

Rückenwind durch Megatrends

Darüber hinaus profitiert die Branche von der alternden US-Gesellschaft und der steigenden Lebenserwartung. Der Bedarf an Medikamenten dürfte auch in Zukunft überdurchschnittlich steigen. Weitere Faktoren sind schlechte Ernährung, Fettleibigkeit und die zuletzt stark gestiegene Umweltverschmutzung. Die derzeitige US-Regierung hat eine beispiellose Deregulierung in den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz durchgeführt. Viele der Probleme, die heute dadurch geschaffen werden, sind leider irreversibel. Noch mehr Erkrankungen sind die Folge.

Wie läuft es aktuell?

Der gemeldete Gewinn ist im zurückliegenden Jahr um mehr als 90% eingebrochen und das hat Anleger verschreckt. Die Probleme waren aber zu einem Großteil nicht hausgemacht und betrafen die gesamte Branche. Der Gewinn von AmerisourceBergen und McKesson ist im Vorjahr ebenfalls eingebrochen. Darüber hinaus kam es zu einer Wertminderung immaterieller Vermögenswerte in Höhe von 1,4 Mrd. USD. Zu Deutsch: Es hatte keine finanziellen Auswirkungen. Der operative Gewinn und der Cashflow wurden dadurch nicht beeinträchtigt. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres legte der Umsatz um 7% auf 108,2 Mrd. USD zu und der Gewinn kletterte um 5% auf 4,17 USD je Aktie. Der Konsens sieht für das Gesamtjahr allerdings einen Rückgang des Gewinns von 5,40 auf 5,00 USD vor. Das liegt unter der Prognose des Unternehmens (5,02 – 5,19 USD je Aktie). Es besteht also die Chance auf eine positive Überraschung. Cardinal Health kommt derzeit auf eine P/E von 8,6 und eine forward P/E von 9,3. Auf Cashflow -Basis ist die Bewertung mit einem EV/FCF von 7 sogar noch niedriger. Die Dividendenrendite liegt bei 4,16%. Zusammenfassend muss man zu dem Schluss kommen, dass Cardinal Health attraktiv bewertet ist. Das gilt auch für die beiden Rivalen. Cardinal Health – Fastgraphs* Chart Cardinal Health - Fastgraphs Chart | LYNX Online Broker

Woran liegt das?

Die niedrige Bewertung ist meines Erachtens vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Der gesamte Healthcare -Sektor steht unter Druck, da eine mögliche Reform in den USA viele Unternehmen in der Branche hart treffen würde. Die Kritik an den ausufernden Gesundheitskosten ist absolut richtig. Teile der Branche haben sich durch Lobbyismus die passenden Rahmenbedingungen erkauft und stopfen sich regelrecht die Taschen voll. Doch wenn es einen Teil des US- Healthcare-Sektors gibt, auf den das nicht zutrifft, ist es der Medikamenten-Großhandel. Die operative Marge von Cardinal Health und den beiden Konkurrenten bewegt sich bei knapp über 1%. Eine Gesundheitsreform würde daher vor allem die Hersteller überteuerter Medikamente treffen und nicht die Händler. Der zweite Faktor ist rein technischer oder emotionaler Natur. Die Aktie steht seit etlichen Monaten unter anhaltendem Abgabedruck. Anleger haben schlichtweg kapituliert und das führt natürlich dazu, dass sich dieser Prozess immer weiter selbst befeuert. Inzwischen ist die Bewertung aber so niedrig, dass man kaum mehr Abwärtsrisiken ausmachen kann.

Charttechnik

Cardinal Health hat massive Kursverluste hinter sich und grundsätzlich ist der Abwärtstrend weiter intakt. Die Aktie ist allerdings auch am unteren Ende des Trendkanals angekommen und dementsprechend viel Raum hätte eine Erholung. Das kürzlich ausgebildete Paniktief sowie der Doppelboden liefern den Bullen weitere Argumente. Die nächsten Kursziele liegen bei 48 und 50 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung 55 USD frei. Mehr als 5.400 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Chart vom 28.06.2019 Kurs: 46,50 Kürzel: CAH - Wochenkerzen | LYNX Online Broker