Capri kennt keiner. Aber jeder Versace, Michael Kors und Jimmy Choo

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Capri Holdings
ISIN: VGG1890L1076
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Zur Capri Holdings Aktie

Capri fliegt seit einer gefühlten Ewigkeit unter dem Radar, ist allerdings die Muttergesellschaft von Versace, Jimmy Choo und Michael Kors.

Dazu führt nicht nur der Umstand, dass die bekannten (Luxus-) Modemarken unter der Flagge von Capri segeln, sondern auch die über Jahre hinweg schwache Kursentwicklung.
Laufen Aktien über solche Zeiträume seitwärts, sollte man vorsichtig sein. Viele Anleger machen sich zurecht gar nicht mehr die Mühe, sich anzuschauen, was sich unter der Oberfläche befindet.

In diesem Fall könnte das allerdings eine lohnende Angelegenheit sein. Capri hat die richtigen Schritte unternommen, um die drei Kernmarken endlich zu beflügeln.

Am wichtigsten ist sicherlich die Abkehr von Discounts bei Michael Kors. Es bestand die Sorge, dass man die Ware ohne Preisreduzierungen nicht an die Frau/Mann bekommen würde.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Wahrnehmung der Marke hat sich dadurch verbessert. Umsatz und Margen sind gestiegen.

Blickwinkel

Womöglich lief es bei Capri auch besser, als manch der Aktienkurs reflektieren würde. In den letzten zehn Jahren konnte der Umsatz immerhin von 1,30 auf 4,06 Mrd. USD gesteigert werden.

Da der Kapitalbedarf branchentypisch gering ist, konnte man die Zahl der ausstehenden Aktien im selben Zeitraum von 189 auf 150 Millionen Stück reduzieren.

Dadurch legte der Gewinn zwischenzeitlich von 0,78 auf über 4,00 USD je Aktie zu. In den drei Jahren vor der Pandemie stagnierte der Gewinn allerdings weitgehend, in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 war er sogar rückläufig.

Erfreulich ist das nicht, die Probleme durch Corona sind aber nicht hausgemacht. Was noch wichtiger ist, ist der Umstand, dass man die Zeit genutzt hat und dass es zu einer nachhaltigen Veränderung der Geschäftszahlen gekommen ist.

Endlich

Wir haben also gesehen, dass Capri trotz anhaltenden Wachstums Probleme hatte, das auch in steigende Gewinne zu übersetzen.
Das scheint sich gerade zu ändern.

Capri hat eine Verschlankung vollzogen, was die Margen entsprechend beflügelt. Darüber hinaus sind Luxusgüter hoch im Kurs, was vor allem bei Versace zu einem enormen Wachstum geführt hat.

Im letzten Quartal konnte man den Umsatz um 43% auf 282 Mio. USD steigern. Damit hat man das Vorkrisenniveau deutlich überschritten.
Das operative Ergebnis hat sich von 20 auf 55 Mio. USD nahezu verdreifacht.

Der Großteil des Geschäfts entfällt auf Michael Kors. Hier wurde zuletzt ein Quartalsumsatz von 881 Mio. USD erzielt, ein Plus von 11% zum Vorjahr.
Das operative Ergebnis legte von 190 auf 220 Mio. USD zu.

Wenig zur Entwicklung kann nach wie vor Jimmy Choo beitragen. Der Umsatz legte auf Jahressicht zwar um 12% auf 137 Mio. USD zu. Das operative Ergebnis lag allerdings bei 1 Mio. USD, was für den Capri Konzern faktisch keine Rolle spielt.

Ausblick und Bewertung

Inzwischen hat Capri fünf Quartale in Folge die Erwartungen übertroffen, mehrfach die Prognose erhöht und Buybacks mit einem Volumen von 1,0 Mrd. USD beschlossen.
Derzeit würde das ausreichen, um jede zehnte Aktie einzuziehen.

Im laufenden Geschäftsjahr, welches im März endet, erwartet man ein Ergebnis von 5,30 USD je Aktie (rund 795 Mio. USD).
Capri kommt demnach auf eine forward P/E von 12,4. In den beiden Folgejahren werden jeweils Gewinnsteigerungen von 14-15% erwartet.

Kann man diese Prognosen erfüllen, ist die Aktie unterbewertet. Das zeigt auch der Branchenvergleich. Es gibt keine börsennotierten Luxus-Marken mit einer P/E von 12,4.
Selbstverständlich kann man die einzelnen Unternehmen nur schwer vergleichen, aber die üblichen Verdächtigen wie LVMH, Hermès oder Kering kommen auf Multiples zwischen 25 und 70.

Chart vom 09.12.2021 Kurs: 65,81 Kürzel: CPRI - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 09.12.2021 Kurs: 65,81 Kürzel: CPRI – Tageskerzen

Der Kurssprung Anfang November wurde durch die starken Quartalszahlen und die Erhöhung der Prognose ausgelöst.
Seitdem konsolidiert die Aktie.

Gelingt ein Wochenschlusskurs über 66 USD, kommt es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 70 sowie 75 USD.

Antizyklische Einstiegsmöglichkeiten ergeben sich hingegen zwischen 57,50 und 60,00 USD.
Noch besser wäre das Chance-Risiko-Verhältnis im Bereich 50,00 – 52,50 USD. Aus heutigen Sicht ist es allerdings unwahrscheinlich, dass diese Zone zeitnah angesteuert wird.

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