Money Management: Die wichtigste Disziplin für Trader

Ohne Geld ist ein Engagement an der Börse nicht möglich – das ist logisch. Aber will man Chancen nutzen und Risiken beherrschen, reicht es doch aus, zuzusehen, dass man sein Portfolio im Griff hat, dass dort Ordnung herrscht und das Risiko immer beherrschbar bleibt … oder nicht?

Was bedeutet „Money Management“?

Nein, das genügt nicht. Money-Management spielt zwar in das eigene Portfolio mit hinein, hat also einen fließenden Übergang ins Portfolio-Management. Aber es beginnt früher, es beginnt, wie der Name es suggeriert, beim Geld selbst. Hier geht es darum, das Kapital klug, besonnen und verantwortungsbewusst einzusetzen. Und das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Money-Management ist für jeden, der mit seinem Geld mehr tun will, als es auf dem Girokonto versauern zu lassen, der erste, entscheidende Schritt. Was tue ich mit meinem Geld? Welches Geld kann und darf ich in welchem Bereich einsetzen? Und, am wichtigsten: Was darf ich auf gar keinen Fall tun? Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Aspekte:

1. Der finanzielle Rahmen muss stimmen

Nur wer seine Finanzen auf solide Füße stellt, hat die nötige Zeit und Ruhe, erfolgreich an den Börsen zu investieren. Börsengewinne können Ihr Vermögen beträchtlich vermehren – aber Ihr finanzielles Fundament darf nie auf solche Gewinne angewiesen sein, denn sie sind nicht zeitlich vorhersehbar.

Nicht einmal bei Anleihen ist das der Fall. Bei denen verspricht ein fester Zinssatz, dass man dort feste Einnahmen verplanen kann und am Ende der Laufzeit sein ursprünglich eingesetztes Geld wiederbekommt. Das stimmt schon – am Ende der Laufzeit. Aber was passiert, wenn Sie vor dem Laufzeitende der Anleihen an ihr Geld heran müssen? Dann müssten Sie die Anleihen an der Börse verkaufen. Und dann werden Sie feststellen: Die Kurse von Anleihen schwanken … und können auch fallen. Betrachten Sie dazu den vorstehenden Chart. Und meist ist es doch so:

Immer, wenn man plötzlich an Geld heran muss, das an der Börse investiert ist, sind auch für andere eher schlechte Zeiten – und die Kurse ungünstig. Daher beachten Sie unbedingt folgende Grundregeln:

  • Legen Sie vorher fest, wie groß der Anteil Ihres Vermögens sein soll, der für Investments an der Börse eingesetzt wird.
  • Stellen Sie sicher, dass dieses Kapital frei verfügbar ist und bleibt. Sie dürfen nicht unter Zeitdruck geraten. Denn wer unter Zeitdruck gerät, weil er das Geld zu einem bestimmten Termin für etwas anderes benötigt, macht meist fatale Fehler!
  • Kapital, das für Investments an der Börse eingesetzt wird, kann dafür gedacht sein, Ihnen im Alter ein zusätzliches „Zubrot“ zu generieren. Aber es darf nicht der Kern ihrer Altersvorsorge sein. Denn an der Börse gibt es keine Garantien. Und Ihre Kern-Altersvorsorge muss garantiert sein!

2. Das Kredit-Tabu

Nehmen Sie niemals und unter keinen noch so verlockenden Bedingungen bei einer Bank einen Kredit für Ihre Investments auf! Egal, wie niedrig der Zins ist, den Sie für einen Kredit bezahlen müssten: Wenn Ihre auf Kredit gekauften Aktien, Anleihen oder gar Derivate ins Minus rutschen, können Sie, wenn Sie dazu aufgefordert werden, nicht mehr die Summe aufbringen, um den Kredit zurückzuzahlen. Und immer dann, wenn die Kurse einbrechen, kommen solche Rückzahlungsforderungen gemeinhin. Aus einer scheinbar cleveren Idee würden dann nichts als Schulden – für nichts und wieder nichts.

Dieser obige Chart zeigt, wie sich das Volumen der Börsenkredite in den USA entwickelt hat. Immer dann, wenn an den Aktienmärkten die Luft herausgelassen wurde, sank das Volumen dieser Kredite schnell und dramatisch. Weil sie geplatzt sind wie Seifenblasen! Aber Sie sehen: Man lernt nichts daraus. Nach jeder kalten Dusche wurde das Volumen der auf Pump gekauften Positionen nur immer größer und liegt jetzt bei unglaublichen 650 Milliarden US-Dollar!

Niemals mit Geld zu hantieren, das einem eigentlich gar nicht gehört, ist die wichtigste Regel des Money-Managements überhaupt. Und eine, die trotzdem zu oft missachtet wird. Mit fatalen Folgen. Schließen Sie in jedem Fall aus, dass Sie beten müssen, dass die Kurse bei einem Rücksetzer wieder steigen, weil Sie auf Kredit spekuliert haben. Denn gerade dann, wenn die blanke Angst einen erfasst, macht man die größten Fehler!

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3. Streuen Sie Ihre Investments!

Setzen Sie niemals alles auf eine Karte, egal, wie „sicher“ diese Ihnen erscheint. Es gibt an der Börse immer unvorhersehbare Elemente, die es erforderlich machen, dass Sie auf mehreren „Beinen“ stehen!

Orientieren Sie sich an Ihren persönlichen finanziellen Verhältnissen und Planungen, wenn Sie Ihre Streuung der Positionen vornehmen. Diversifizieren Sie unbedingt auf zwei Ebenen:

  • Insgesamt zwischen Immobilien, Anleihen, Gold, Bar-/Festgeld und Aktien.
  • Innerhalb des Aktienbereichs nach Ländern ebenso wie nach Branchen und Risiken.

Zu dieser Thematik finden Sie auch wichtige Informationen in unserem Beitrag zum Thema Portfolio-Management.

4. Gehen Sie immer planvoll vor!

  • Sie müssen zu jeder Zeit Herr Ihres Handelns und Ihrer Positionen bleiben. Das bedingt:
  • Legen Sie vorher fest, welchen Anteil Ihres Kapitals Sie für eine neue Position einsetzen werden.
  • Legen Sie bereits vor dem Einstieg fest, wo Sie im Fall des Misslingens eines Trades aussteigen werden und halten Sie sich stur daran!
  • Überlegen Sie genau, wie groß der Risikofaktor einer neuen Position sein soll bzw. wie hoch der Verlust maximal sein darf, den Sie zuzulassen bereit sind!
  • Achten Sie stets darauf, dass der verbleibende Barbestand es Ihnen erlaubt, Gewinnpositionen sukzessive auszubauen oder neue Gelegenheiten zu nutzen. Man braucht immer eine Barreserve als Investor!
  • Überfrachten Sie Ihr Depot nicht. Halten Sie nie mehr Positionen, als Sie regelmäßig und engmaschig überwachen können!

5. Geld und Emotionen sind fatale Partner

Was haben Geld und Emotionen miteinander zu tun? Investieren ist eine sehr „trockene“ Angelegenheit, könnte man denken. Stimmt … wenn man Außenstehender ist. Wer aber erst einmal begonnen hat, aktiv zu investieren, der weiß sehr wohl: Wenn es um Gewinne und Verluste geht, sind Emotionen immer mit von der Partie. Aber sie erweisen sich immer als schlechte Ratgeber:

Gier, Hoffnung, Angst, Verunsicherung, Panik sind die größten Verlustbringer an den Börsen. Verbannen Sie solche Emotionen und bleiben Sie immer besonnen! Ein paar grundlegende Tipps:

  1. Handeln Sie nie übereilt, indem Sie auf einen plötzlich entdeckten, gerade „anfahrenden Zug“ aufspringen. Glauben Sie nie, dass Sie sonst den Trendimpuls verpassen. Überall und immer wieder gibt es Chancen. Bevor Sie nicht in Ruhe abwägen konnten, wie die Chancen und Risiken einzuschätzen sind, ist der Einstieg verboten!Denn zu oft erweisen sich plötzliche Bewegungen als Falle, wie z.B. hier beim scheinbar gelungenen, plötzlichen Ausbruch der ISRA Vision-Aktie Ende August. Hier sprangen viele auf einen Zug auf, der plötzlich in die Gegenrichtung fuhr. Also: Zwingen Sie sich zur Ruhe und Besonnenheit. Ein echter Trend ist nicht, wie in diesem Fall, nach einem Tag vorbei. Warum also die Furcht, zu spät zu kommen?
  2. Wenn Sie nicht absehen können, wie sich ein Trade entwickeln müsste, bleiben Sie davon weg! Die Angst, etwas zu verpassen, ist ein fataler Ratgeber. Lieber außen vor sein, als planlos irgendwelche Trades zu starten!
  3. Werden Sie nicht zu gierig! Wer in einen Gewinnrausch gerät, neigt dazu, zu große Risiken einzugehen. Und dann droht blitzschnell der Kontrollverlust!
  4. Schotten Sie sich von den Meinungen anderer ab. Zu jedem Aspekt gibt es zahllose Meinungen. Je lauter das „Rauschen“ wird, das Sie um sich herum zulassen, desto größer wird Ihre Verunsicherung. Suchen Sie gezielt nach Fakten, nicht nach Meinungen anderer! Sie alleine entscheiden – denn es ist IHR Geld!
  5. Wenn Angst an der Börse angebracht ist, dann die Angst vor Verlusten! Viel zu viele Anleger werden „mutig“, wenn Sie Verluste erleiden. Sie begrenzen sie nicht, sondern „stehen das durch“. Im Gegenteil sollten Sie nur mutig werden, wenn Sie im Gewinn liegen. Verluste pflegen sich selten von alleine zu eliminieren, bleiben Sie daher emotionslos und besonnen, indem Sie Ihre Stoppkurse eisern umsetzen. Es gibt immer Gründe, die man sich suchen kann, um da oder dort eine Ausnahme zu machen. Aber das sind Ausreden. Bleiben Sie bei der Verlustbegrenzung konsequent!
  6. Denken Sie immer daran, dass Sie selten objektiv sein können. Meist steuert Ihr Depotbestand auch unbemerkt Ihre Einschätzung zur Lage. Lösen Sie sich davon, versuchen Sie, die Lage immer so zu beurteilen, als hätten Sie keinerlei Position und wären ein unbeteiligter Beobachter!

Fazit: Bleiben Sie demütig!

Und zu guter Letzt: Tun Sie immer so, als wäre ein neuer Trade Ihr erster! Widerstehen Sie den Versuchungen …

  • Verluste schneller wieder aufholen zu wollen, indem Sie das Risiko erhöhen oder neues Kapital hinzufügen
  • Verluste optisch zu verringern, indem Sie in fallende Kurse zukaufen
  • Bei der Abwägung der Lage im Vorfeld eines Trades schlampig zu werden, weil Ihre Erfolge Ihnen einflüstern, dass Sie wüssten, wie es läuft!

Kurz: Bleiben Sie gegenüber sich selbst und der Börse immer demütig und vorsichtig! Dann haben Sie Ihr Geld im Griff. Dann betreiben Sie effektives Money-Management, etwas, das keineswegs viele Investoren beherrschen!

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Das müssen Sie als Trader wissen!

  1. Die sechs wichtigsten Kaufsignale – Da muss man dabei sein
  2. Die fünf wichtigsten Verkaufssignale
  3. Money Management: Die wichtigste Disziplin für Trader
  4. Portfoliomanagement: So verwalten Sie Ihr Depot

Artikelserie: Die Technische Analyse – Lassen Sie Charts für sich arbeiten!

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  2. Trendwende- und Konsolidierungsformationen: Die wichtigsten Chartmuster in Trends
  3. Markttechnik: Mit diesen Indikatoren sind Sie komplett ausgerüstet
  4. Absicherung: Stoppkurse richtig setzen
  5. Candlestick-Charts: Was diese Charts alles können
Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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