Die besten Platin Aktien 2019

Die besten Aktien, mit denen Sie 2019 von steigenden Platin-Preisen profitieren

Das Edelmetall Platin galt lange Zeit als Luxusvariante oder Steigerung von Gold. Die fest in unseren Köpfen verankerte Reihenfolge bei Auszeichnungen und Standards lautet Silber – Gold – Platin. In den vergangenen Jahren stimmte diese Reihenfolge jedoch zumindest preislich nicht mehr, denn Platin wurde immer weniger nachgefragt und verlor so erheblich an Bedeutung. Doch die Situation könnte sich gerade wieder ändern und Anlegern einmalige Investmentchancen bieten.

Was Sie über Platin wissen müssen!

Platin Preisentwicklung: Schlusslicht der Edelmetalle

Nach Zahlen des World Platinum Investment Council (WPIC) ist die Nachfrage von 8,5 Mio. Unzen im Jahr 2013 auf 7,5 Mio. Unzen im Jahr 2018 zurückgegangen. Im Gegensatz zu Palladium, das in den vergangenen 11 Jahren unglaubliche +900% auf neue Allzeithochs zulegen konnte, stieg Platin seit den Tiefs im Jahr 2008 gerade mal um +20% an Wert auf aktuell ca. 950 USD. Von den vorherigen Höchstpreisen bei über 2.300 USD pro Unze Anfang 2008 gerechnet ging es sogar enorm bergab, in der Spitze gab Platin bis zu zwei Drittel seines damaligen Werts ab. Das preislich Schwächste der Edelmetalle fand mehrfach einen Boden im Bereich von 750 USD bis 800 USD, zuletzt Mitte 2019. Historisch gilt im Vergleich zu Gold ein Preisverhältnis von 1:1 als Norm, aktuell ist Platin weniger als zwei Drittel des Goldpreises wert.

Neuer Platin Aufwärtstrend seit Mitte 2019: Strohfeuer oder nachhaltige Trendwende?

Doch nun hat sich das charttechnische Bild aufgehellt, denn im zweiten Halbjahr 2019 setzte eine starke Kursrallye ein. Der Platinpreis kratzte erstmals seit Anfang 2018 wieder an der 1.000 USD-Marke und bildete dabei einen neuen Aufwärtstrend aus höheren Tiefs und höheren Hochs. Schauen wir uns heute an, ob dies nun die nachhaltige Trendwende oder vielleicht doch nur ein Strohfeuer ist. Mit welchen starken Platin-Aktien können Sie als Anleger von einem längerfristigen Aufwärtstrend des Platinpreises profitieren?

Fakten zum Rohstoff Platin

Das Edelmetall Platin (chemisches Symbol Pt) ist ein grauweißes metallisches Element der Platinmetallgruppe zu der neben Platin auch die Edelmetalle Palladium, Iridium, Osmium, Rhodium und Ruthenium angehören. Platin besitzt als relativ schweres Metall katalytische Eigenschaften und eine hohe Korrosionsbeständigkeit, es ist schmiedbar und sehr selten. Schmelz- und Siedepunkt liegen mit 1.768 bzw. 3.827 Grad Celsius deutlich höher als bei Silber und Gold.

Geringe jährliche Platin-Fördermengen

Aufgrund seiner Seltenheit wird Platin mit einer jährlichen Produktionsmenge von weniger als 200 Tonnen also in einer vergleichsweise geringen Menge gefördert. Zum Vergleich: Die jährliche Goldproduktion beträgt in etwa 3.000 Tonnen. Zumeist wird Platin in seiner elementaren, metallischen Form vorgefunden, denn es ist kaum reaktiv. Das bedeutendste Förderland des Edelmetalls ist heute Südafrika wo im sogenannten Bushveld Komplex mehr als 70% des weltweiten Platin-Outputs erzeugt wird. Gefolgt wird Südafrika von Russland mit 15% sowie Kanada und Simbabwe mit je ca. 5% Förderanteil. Kleinere Mengen werden auch in den USA produziert. Reine Platinminen gibt es nur in Südafrika und Simbabwe, meist fällt Platin als Nebenprodukt bei der Buntmetallerzeugung an z.B. bei der Kupfer- und Nickel-Produktion.

Lange Zeit als wertloses, unnützes Metall verkannt

Erstmals verwendet wurde das Metall wahrscheinlich um 3.000 v. Chr. von den alten Ägyptern, denn es wurde zu kleinen Anteilen in altägyptischem Schmuck nachgewiesen. Später, im 17. Jahrhundert, stießen die Spanier beim Goldabbau in Südamerika auf Platin, das beim Goldabbau als Nebenprodukt, sogenanntes „Waschgold“ anfiel. Da dem Metall damals keinerlei Wert zugemessen wurde, wurde es abwertend als „platina“, übersetzt „kleines Silber“ bezeichnet und zurück in die Flüsse geworfen. Mit Gold überzogene Platin-Kupfer-Legierungen wurden jedoch bald in großem Stil zum Fälschen von Goldmünzen verwendet, denn es ließ sich fast deren exakte Dichte erzeugen.

Platin beginnt zu glänzen und stellt seinen Wert in der Industrialisierung unter Beweis

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhundert breitete sich ausgehend von Frankreich nach und nach Schmuck aus Platin aus, denn zwischenzeitlich war nachgewiesen, dass es sich um ein Edelmetall handelt. In Russland wurden später sogar die ersten Münzen aus dem Metall gefertigt, der sogenannte „Platinrubel“. Nur wenig später kam das Edelmetall auch in der gerade entstehenden Industrie zum Einsatz, beispielsweise als Kontaktmetall für Telegrafen. Thomas Edison benutzte einen Platindraht als Glühfaden für seine Glühlampen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird Platin als Katalysator verwendet, da es in aktiviertem Zustand Wasserstoff, Sauerstoff und andere Gase in großen Mengen absorbieren kann. Autoabgase werden mittels platinbeschichtetem Keramik beschleunigt in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt.

Unzählige Verwendungsformen für Schmuck, Industrie und Medizintechnik

Aufgrund seiner Seltenheit und Haltbarkeit wird Platin zwar auch heute noch zur Herstellung von Schmuck u.a. in Weißgold-Legierungen verwendet, gilt jedoch mittlerweile in erster Linie als Industriemetall. Als solches kommt es in einer fast unüberschaubaren Anzahl von Bereichen in Reinform oder als Legierung zum Einsatz. So findet Platin beispielsweise bei Fahrzeugkatalysatoren, Heizungen, Flugzeugturbinen, Laserdruckern, Elektronik- und Laborgeräten, Düngemitteln sowie technischen Werkstoffen, Chemie und Petrochemie Anwendung. Da es die größte Organ- und Körperverträglichkeit aller Edelmetalle aufweist wird Platin auch in großem Stil in der Medizintechnik, beispielsweise in Herzschrittmachern und Zahnimplantaten oder in Komplexen z.B. als Cisplatin in Chemotherapien verwendet. Rund 40% des Platinbedarfs entfallen auf Autokatalysatoren, 34% auf Schmuck und 22% auf Industrie und Medizintechnik. Nur rund 4% werden für Anlagezwecke verwendet.

Automobilindustrie: Palladium ersetzt Platin in Katalysatoren

Die Hauptnachfrage nach Platin kommt aus der Automobilindustrie. Hier konkurriert Platin mit Palladium und war lange Zeit das teurere und gefragtere der beiden Metalle. Pro Fahrzeug werden im Schnitt 5 Gramm Platin oder Palladium benötigt. Die Automobilhersteller stellten jedoch in den vergangenen zehn Jahren fest, dass für Benzinmotoren die deutlich höhere Temperaturstabilität von Platin gar nicht benötigt wird. Deshalb wurde verstärkt auf das damals mit 200 USD je Unze bis zu 80% kostengünstigere und dabei auch noch deutlich leichtere Palladium gesetzt. So entfällt heute bereits 75% der Palladiumnachfrage auf die Autoindustrie. Mittlerweile hat Palladium Platin den Rang abgelaufen und die steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass Palladium mit aktuell 1.550 USD gegenüber Platin sogar eine deutliche Prämie in Höhe von 600 USD aufweist. Platin hingegen wird heute fast nur noch bei Dieselmotoren angewendet, da das Metall hier bei der Schadstoffreinigung gegenüber Palladium eine deutlich bessere Leistung erzielt.

Dieselskandal führt zu Nachfrageeinbruch bei Platin

Und so erklärt sich dann auch die in den vergangenen Jahren entstandene Preisdiskrepanz. Denn die im Dieselskandal der letzten Jahre aufgedeckten Manipulationen bei der Messung von Diesel-Fahrzeugemissionen führten zu immer stärkeren Beschränkungen für Dieselfahrzeuge in Europa und Japan. Aufgrund dessen ist der Marktanteil von Dieselfahrzeugen in den letzten fünf Jahren enorm zurückgegangen und mit ihm die Nachfrage nach Platin. Allein zwischen 2016 und 2018 wurde von der Automobilindustrie rund -9 Prozent weniger Platin nachgefragt, der Bedarf fiel von 3,34 Mio. Unzen auf 3,05 Mio. Unzen. Während die Schmucknachfrage um 0,5 Mio. Unzen zulegte, kollabierte die Investmentnachfrage mit den schwächelnden Preisen von 0,86 Mio. Unzen im Jahr 2016 auf gerade mal 90.000 Unzen im Jahr 2018.

Automobilindustrie könnte teilweise wieder auf Platin umschwenken

Katalysatoren Hersteller könnten bei einer anhaltenden Preisdiskrepanz Palladium wieder durch Platin ersetzen. Bei durchschnittlich 5 Gramm des Edelmetalls liegt der Preisunterschied aktuell immerhin bei 100 USD je Auto. Die Preissensibilität der Autohersteller ist allerdings gar nicht mal so hoch. Das liegt vor allem daran, dass Umstellungsprozesse in der Produktion teuer sind und viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb macht ein solcher Schritt für die Automobilindustrie vor allem dann Sinn, wenn sich zeigt, dass der Preisaufschlag dauerhaft bestehen bleibt oder sich sogar noch ausweitet. Am wichtigsten gilt in der Branche jedoch eine langfristige Versorgungssicherheit und die schien bei Palladium zuletzt weniger gewährleistet als bei Platin. Deshalb ist denkbar, dass einige Fahrzeughersteller bei neuen Modellen zu Platin wechseln. Erste Tendenzen sind laut Branchenexperten bereits zu erkennen, insbesondere in Indien und China, wo zuletzt vor allem für den Schwerlastverkehr strengere Abgasnormen beschlossen wurden. Mehr zum Thema Palladium lesen Sie in unserem Artikel Die besten Palladium Aktien 2019.

Hochleistungsglas und Brennstoffzellenautos als Nachfragetreiber für Platin

Zukunftspotenzial und Preisfantasie bietet beispielsweise die Anwendung in Brennstoffzellen sowie bei Hochleistungsglas. Allein der Glassektor macht bereits rund 17% der industriellen Nutzung von Platin aus und trägt stark dazu bei, dass die industrielle Nachfrage weiterhin wächst. So wird das Edelmetall z.B. für Fernsehgeräte, Smartphones, Glasfasern und anderen Smart Glas Verwendungsformen benötigt. In Brennstoffzellen-Autos sorgt Platin im Rahmen einer „kalten Verbrennung“ für eine optimale Umwandlung von Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser. Dabei liegt der Platin-Bedarf pro Wasserstoff-Fahrzeug in etwa beim Siebenfachen von PKWs mit Verbrennungsmotor. Da es sich allein China zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 rund 1 Mio. Brennstoffzellenfahrzeuge auf die Straße zu bringen, entspricht dies derselben Nachfrage wie für 7 Mio. herkömmliche Katalysatoren.

Investmentnachfrage zieht an: Angebotsüberhang wird ab 2019 zum Defizit

Laut Johnson Matthey, dem weltweit größten Raffineur und Recycler von Platin und Palladium, wird der Platinmarkt 2019 voraussichtlich erstmals seit mehreren Jahren wieder ein kleines Angebotsdefizit aufweisen, nachdem es in den vergangenen Jahren einen Überschuss gab. Ein Grund dafür ist die anziehende Investmentnachfrage, die laut Daten des World Platinum Investment Council, nur durch Käufe von Platin-ETFs, von 90.000 Unzen im Gesamtjahr 2018 allein im ersten Quartal 2019 auf sage und schreibe 690.000 Unzen nach oben schnellte. Insgesamt soll die Platin-Nachfrage daher im laufenden Jahr um mindestens +5% auf ca. 7,74 Mio. Unzen ansteigen. Damit könnte die Trendwende eingeläutet sein. Denn es gibt einen weiteren Grund der in den kommenden Jahren für Zusatznachfrage sorgen dürfte: Platin wird gemäß den Basel III Richtlinien ab dem Jahr 2022 erstmals auch zur Eigenkapitalausstattung und damit zur Bilanzabsicherung von Zentralbanken zugelassen. Damit bekommt Platin wieder einen höheren Stellenwert als Geldmetall und wird infolgedessen auch für Investoren interessanter.

Nach der Dieselkrise und den Palladium-Preisanstiegen sollten in den kommenden Jahren wieder die nachfrageseitigen Argumente dominieren und für einen wieder erstarkenden Platinpreis sprechen. Schauen wir uns nun an, wie Sie als Anleger davon profitieren können.

Platin-Investments: Platin-Barren und Platin-Münzen als Geldanlage ungeeigent

An der Börse wird Platin unter dem Kürzel XPT und der ISIN XC0009665545 gehandelt. Als Anlageprodukt kann man das Metall z.B. in Form von Platin-Barren oder Platin-Münzen erwerben. Hierzulande fällt auch beim Kauf von physischem Platin zu Anlagezwecken allerdings der volle Mehrwertsteuersatz von 19% an. Hinzu kommt in der Regel ein relativ hoher Spread d.h. eine große Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis. Deshalb muss der Metallpreis nach einem Kauf allein schon deshalb erheblich steigen, um ohne Verlust wieder aussteigen zu können. Bei diesen Rahmenbedingungen macht ein Investment in physisches Platin natürlich wenig Sinn. Auch der steuerfreie Kauf über ein Zollfreilager ist unterm Strich alles andere als kostengünstig.

Investieren in Platin ETFs bzw. Platin ETCs

Nicht uninteressant sind jedoch Platin-ETFs bzw. Platin-ETCs (Exchange Traded Commodities) auch wenn diese ein weitaus geringeres Volumen aufweisen als beispielsweise Gold und Silber ETCs. Anleger können sich hier beispielsweise die ETCs ETFS Physical Platinum (ISIN: DE000A0N62D7 – Symbol Frankfurt VZLA – Währung: USD) oder iShares Physical Platinum ETC (ISIN: IE00B4LHWP62 – Symbol Frankfurt: PPFC – Währung: USD) ansehen. Mit dem Xtrackers Physical Platinum EUR Hedged ETC (ISIN: DE000A1EK0H1 – Symbol Frankfurt XAD3 – Währung EUR) gibt es auch ein in Euro notiertes ETC. Doch am Interessantesten sind für viele Anleger ohnehin direkte Investments in Platin Aktien

Die besten Platin Aktien 2019

Im Folgenden werden wir Ihnen drei erstklassige Platin-Aktien vorstellen, mit denen Sie von steigenden Preisen des Rohstoffs Platins profitieren können.

Anglo American Platinum: Die Nummer 1

Anglo American Platinum (ISIN: ZAE000013181 – Symbol (Johannesburger Börse): AMS – Währung: ZAR) ist mit ca. 38% Weltmarktanteil und 2,5 Mio. geförderten Unzen Platin der weltgrößte Produzent des Edelmetalls. Aber auch Palladium produziert das in Johannesburg ansässige Unternehmen in seinen südafrikanischen Minen. Mit einer Förderung von 1,6 Mio. Unzen Palladium, ist Anglo American Platinum auch der weltweit zweitgrößte Palladium-Produzent. Neben geförderten Metallen beliefert der Konzern seine zahlreichen Kunden auch mit recycelten Metallprodukten. Rund 38% des Konzerns gehören der Muttergesellschaft, dem Rohstoffgiganten Anglo American.

Produktion für die kommenden Jahre gesichert

Anglo American Platinum verfügt in Südafrika über mehrere produzierende Minen sowie Schmelzhütten und Raffinerien. Dabei kann es auf die größte bekannte Platinlagerstätte, das Merensky Reef im Bushveld-Komplex in Südafrika, zurückgreifen. Zusätzlich stehen einige hochkarätige Platinvorkommen als Reserve zu Verfügung, die auch in den kommenden Jahren eine wirtschaftliche Förderung von Platin und Palladium sicherstellen sollten. Nebenprodukte des an der Börse umgerechnet mit gut 14 Mrd. Euro bewerteten Unternehmens sind Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium.

Starkes Gewinnwachstum, Kostenführerschaft und Dividendenerklärung

Nach dem Verkauf von weniger profitablen Minen werden Fokus und Kapitaleinsatz nun auf die stärksten Projekte gerichtet. Anglo American Platinum hat laut eigenen Angaben im Vergleich mit seinen wichtigsten Wettbewerbern die niedrigsten durchschnittlichen Produktionskosten. Die Fördermengen konnten im Jahr 2018 immerhin um 4% gesteigert werden, während die Umsätze um +14% auf 74,6 Mrd. Rand (ca. 5,1 Mrd. USD) stiegen. Die höheren Metallpreise wirkten dabei wie ein Gewinnhebel. Statt der in Aussicht gestellten Gewinnverdopplung gab es sogar eine Gewinnverdreifachung von 7,41 Rand (ca. 0,50 USD) je Aktie auf 25,6 Rand (ca. 1,74 USD) je Aktie. Auch Kostensenkungen und verbesserte Produktionsabläufe hätten dazu beitragen. Im Jahr 2019 hielt die glänzende Entwicklung des operativen Geschäfts an. So meldete Anglo American Platinum mit den Halbjahreszahlen erneut ein starkes Umsatzwachstum von +28% von 33,5 Mrd. Rand (ca. 2,3 Mrd. USD) auf 42,9 Mrd. Rand (2,9 Mrd. USD), sowie ein Gewinnwachstum von +236% auf 28 Rand oder 1,90 USD je Aktie.

Die positive Geschäftsentwicklung sowie der erfolgreiche komplette Schuldenabbau ermöglicht es dem Management wieder eine starke Dividende auszuschütten. Fürs erste Halbjahr 2019 wurden pro Aktie immerhin 11 Rand (ca. 0,75 USD) an die Aktionär gezahlt, zukünftig soll dividendenpolitisch eine Ausschüttungsquote von ca. 40 Prozent beibehalten werden.

Rücksetzer abwarten: Langfristiges Investment zur Depotbeimischung

Mitte 2018 gelang es der Aktie aus einer charttechnischen Seitwärtsbewegung auszubrechen und auf neue Höchststände zu klettern. Durch die verbesserte Kostenstruktur und die Fokussierung auf besonders profitable Konzernteile gab es in den vergangenen beiden Jahren eine enorme Gewinndynamik, die dem Aktienkurs Auftrieb verlieh. Auch für das zweite Halbjahr 2019 sind die Aussichten auf hohe Profite gut. Nachdem nach dem Palladium-Preis auch der Platin-Preis in die Gänge kam, ist dies ein Gewinn-Turbo für Anglo American Platinum. Die Firma ist zwar nicht gerade günstig bewertet, die guten Aussichten und die erfreuliche Geschäftsentwicklung jedoch rechtfertigen einen Aufschlag gegenüber Konkurrenten. Der Wert eignet sich nach den Anstiegen vor allem bei einem Rücksetzer für langfristig orientierte Anleger als Depotbeimischung bzw. Diversifizierung

Impala Platinum: Hoher Gewinnhebel

Die in Illovo, Südafrika ansässige Bergbaugesellschaft Impala Platinum (ISIN: ZAE000083648 – Symbol (Johannesburger Börse): IMP – Währung: ZAR) gehört zu den größten Platin-Produzenten auf der Welt. Impala Platinum (Abkürzung Implats) betreibt wie Anglo American Platinum Bergbau rund um den Bushveld Komplex in Südafrika, wo insgesamt drei Minen betrieben werden sowie zwei Minen in der Great Dyke Region in Simbabwe. Der Konzern ist darüber hinaus an Explorationsprojekten in Botswana, Mosambik, Madagaskar, Russland und Kanada beteiligt. Im S&P Africa 40 Index ist Implats das Unternehmen mit der dritthöchsten Gewichtung.

Platin wichtigstes Förderprodukt

Operativ aktiv ist Impala mit etlichen Tochterfirmen wie Impala, Zimplats, Marula, Mimosa und Two Rivers. Die Konzerntochter Impala Refining Services veredelt die in den eigenen Minen gewonnenen Edelmetalle. Aktuell produziert das Unternehmen in etwa 1,3 Mio. Unzen Platin, 0,9 Mio. Unzen Palladium und 0,2 Mio. Unzen Rhodium pro Jahr. Im Edelmetallbereich entfallen auf Platin damit ca. 51% der Umsätze, auf Palladium 30% und auf Rhodium 11%. Der Rest teilt sich auf Gold, Iridium und Ruthenium auf. Im Basismetallbereich steht eine Nickelproduktion von 16.000 Tonnen für rund zwei Drittel der Umsätze, geringere Mengen entfallen auf Kupfer und Chrom.

Im Fokus: Arbeitssicherheit in den Minen

Doch beim Unternehmen ist nicht alles Platin was glänzt. Ein wichtiger Aspekt ist die Arbeitssicherheit, die in der Vergangenheit oft zu Recht öffentlich kritisiert wurde. Das Unternehmen hat daraufhin jedoch entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet und einen wichtigen Fokus auf das Thema Sicherheit gelegt. Ansonsten wäre das Unternehmen an dieser Stelle übrigens auch nicht für eine Empfehlung in Frage gekommen. Die Zahl der sehr bedauerlichen tödlichen Unfälle in den Minen hat sich in den letzten vier Jahren bereits stetig verringert und lag im letzten Geschäftsjahr bei 5. Es gibt also weiterhin etwas zu verbessern bei Implats.

Zurück in der Gewinnzone

Die Umsätze wurden im Jahr 2018/19 von 35,9 Mrd. Rand (ca. 2,4 Mrd. USD) um +36% auf 48,6 Mrd. Rand (ca. 3.3 Mrd. USD) gesteigert. Nach einem abschreibungsbedingten Verlust in Höhe von 10,8 Mrd. Rand (ca. 700 Mio. USD) im Vorjahr, wurde ein Gewinn von immerhin 1,2 Mrd. Rand (ca. 80 Mio. USD) erzielt, pro Aktie entspricht das etwa 2 Rand oder 0,14 USD. Mit einer Eigenkapitalquote von 63% und einem Cashbestand in Höhe von 8,2 Mrd. Rand (ca. 560 Mio. USD) ist auch die Finanzierung der Minenproduktion längerfristig gesichert. 2019 betrachtet das Management als Übergangsjahr in die Profitabilität. Nun da auch der Platinpreis anzieht, sollte 2019/20 eine deutliche Gewinnsteigerung drin sein.

Implats-Aktie im Aufwind: Aktienkurs seit Herbst 2018 verfünffacht

Die Impala-Aktie konnte von der erfreulichen Geschäftsentwicklung und den steigenden Edelmetallpreisen bereits deutlich profitieren. Notierte die Aktie im Herbst 2018 noch unter einem Euro, so liegt der Kurs heute mit 5,30 Euro bereits wieder beim Fünffachen und markierte ein neues 5 Jahres-Hoch. Doch aufgrund der starken Preisentwicklung bei Platin muss dies längst noch nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. Der charttechnische Ausbruch über das Zwischenhoch des Jahres 2016 ist ein positives Signal das den Boden für weitere Kursanstiege ebnen könnte. Die Marktkapitalisierung von 4,2 Mrd. Euro macht die Aktie zwar nicht zu einem Schnäppchen, aber übermäßig teuer ist der Wert damit auch noch nicht. Jetzt kommt es vor allem darauf an, dass Implats die gestiegenen Platinpreise ausnutzen kann, um 2019/20 erhebliche Gewinnsteigerungen zu generieren.

Platin-Aktie mit hohem Gewinnhebel

Die Implats-Aktie ist ein hochinteressantes Investment im Platinbereich. Die Höchststände aus dem Jahr 2008 bei über 30 Euro dürften zwar außer Reichweite liegen, aber mittel- oder langfristig könnten Kurse von mehr als 7 oder 8 Euro durchaus wieder drin sein. Bei weiterhin steigenden Platin-Preisen dürfte Impala Platinum zu den größten Gewinnern unter den Platin-Aktien gehören, denn der Gewinnhebel ist enorm. Rechnen Sie jedoch wie bei allen Rohstoffaktien mit sehr starken Kursschwankungen. Kurshalbierungen oder -verdopplungen sind nicht außergewöhnlich. Investieren Sie entsprechend nur einen sehr kleinen Depotanteil.

Sibanye Gold: Die Nummer 2 der Platinförderung

Das in Westonaria, Südafrika ansässige Unternehmen Sibanye Gold (ISIN: ZAE000173951 – Symbol (Johannesburger Börse): SGL – Währung: ZAR) ist mit 36,6 geförderten Tonnen Gold der größte südafrikanische Goldproduzent (vor AngloGold Ashanti, Harmony Gold und Gold Fields). Nach den Übernahmen von Stillwater Mining 2016 und Lonmin im Juni 2019 ist das Unternehmen auch der zweitgrößte Platin- und Palladiumhersteller der Welt.

Nach der Übernahme des US-amerikanischen Platin- und Palladium Produzenten Stillwater Mining im Jahr 2016 tritt das Unternehmen nach außen als Sibanye-Stillwater auf. Der Bergbaukonzern betreibt in Südafrika insgesamt fünf Goldbergwerke. Platin baut das Unternehmen in Rustenburg, Südafrika sowie zusammen mit Palladium in Stillwater in den USA ab. In den USA wird ferner auch eine große Recyclinganlage zur Wiedergewinnung von PGM-Metallen (PGM = Platin Group Metals) unterhalten. Des Weiteren besitzt das Unternehmen in Südafrika auch Uranvorkommen, die bei den derzeit niedrigen Uranpreisen jedoch nicht abgebaut werden.

Platinmetalle stehen im Jahr 2018 für 84% des Jahresergebnisses

Im Jahr 2018 lag die Platinproduktion bei 685.000 Unzen und die Palladiumproduktion bei 364.000 Unzen. Noch nicht berücksichtigt sind dabei die jährliche Produktion des Mitte 2019 übernommenen Lonmin-Konzerns in Höhe von jährlich ca. 700.000 Unzen Platin und ca. 300.000 Unzen Palladium, sowie die Recyclingmengen von ca. 700.000 Unzen PGM-Metallen aus der Anlage in Stillwater. Bei einer Umsatzsteigerung von +10% auf 50,7 Mrd. Rand (ca. 3,45 Mrd. USD) lieferten die Platinmetalle im Jahr 2018 satte 84% des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen (EBITDA) von 8,4 Mrd. Rand (ca. 571 Mio. USD). Pro Aktie wurde 2018 unterm Strich noch ein kleiner Verlust von 1,10 Rand (ca. 0,07 USD) erzielt.

Streik in Goldminen belastet Halbjahresergebnisse

Im ersten Halbjahr 2019 legte ein fünfmonatiger Streik der Minenarbeiter Gewerkschaft und der Konstrukteurs Gewerkschaft die Goldminen lahm, was entsprechend stark auf Umsatz und Ergebnis drückte. Insgesamt wurde bei einem im Vergleich zum Vorjahr etwa 2% niedrigeren Umsatz von 23,5 Mrd. Rand (ca. 1,6 Mrd. USD) ein Verlust von 2,2 Mrd. Rand (ca. 150 Mio. USD) verzeichnet, nachdem noch im Vorjahr ein Gewinn von 267 Mio. Rand (ca. 18 Mio. USD) erzielt wurde. Der Lohn-Disput konnte im April schließlich erfolgreich beigelegt werden, so dass nach dem erfolgreichen Wiederanlaufen der Produktion im zweiten Halbjahr keine Auswirkungen mehr zu spüren sein sollten. Das Management zeigt sich daher optimistisch, die Ergebnisse im zweiten Halbjahr 2019 drastisch zu verbessern. Gerechnet wird mit einem EBITDA von mindestens 2,1 Mrd. Rand (ca. 146 Mio. USD)

Dividendenzahlung bei erfolgreichem Schuldenabbau geplant

Der Schuldenabbau der durch den Streik ins Stocken geriet soll nun wieder vorangetrieben werden, um den Schuldenstand mittelfristig von aktuell 27 Mrd. Rand (ca. 1,8 Mrd. USD) auf 15 Mrd. Rand (ca. 1 Mrd. USD) zu drücken. Der Finanzvorstand (CFO) Charl Keyter kündigte an, wieder eine Dividende zu zahlen, sobald das Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA, das derzeit bei 2,5 liegt einen Wert von 1,5 erreicht. Sollten die Edelmetallpreise im Jahresverlauf das aktuell hohe Niveau verteidigen, so wird für das Jahresende bereits ein Verhältnis von 1,8 prognostiziert. Im kommenden Jahr 2020 könnten dann erstmals seit 2016 wieder Dividenden gezahlt werden.

Spannende Aktie für spekulative Anleger

Die Sibanye Gold-Aktie ist seit Mitte 2018 wieder im Vorwärtsgang. Ausgehend von Tiefstkursen bei 0,45 Euro hat sich die Aktie mittlerweile wieder +144% auf 1,10 Euro hochgekämpft. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 3 Mrd. Euro ist das Unternehmen damit nicht sehr teuer bewertet. Ohne Streiks und durch die Übernahmen von Lonmin und Stillwater könnte Sibanye über kurz oder lang sogar zum weltgrößten Platinproduzenten aufsteigen. Je nachdem, ob auch recyceltes Platin dazugerechnet wird, könnte dieses Ziel sogar in unmittelbarer Reichweite liegen. Risikofreudige Anleger kaufen die Aktie im Bereich von 1,00 Euro und spekulieren darauf, dass nach dem Ende der Streiks dank der gestiegenen Edelmetallpreise nun glänzende Geschäftsergebnisse eingefahren werden. Die Aktie hat von den drei vorgestellten Werten zwar das höchste Risiko, aber dafür auch das größte Kurspotenzial.

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