Die besten Internet-Aktien 2019

Die neuen Shooting-Stars unter den Internet-Aktien

Seit der Erstempfehlung Anfang 2018 entwickelten sich unsere Internet-Tipps allesamt glänzend. In der Spitze legten die Aktien bis Sommer 2018 von Twitter um +189%, Match Group um +90% und Grubhub um +100% zu. Nach der Börsenkorrektur ab Herbst 2018 versprechen alle drei Werte wieder langfristiges Kurspotenzial.

Die FANG-Aktien beherrschen das Internet

Seit den späten 90iger Jahren hat keine Branche so viele herausragende Gewinneraktien hervorgebracht wie der Internetsektor. Vor allem die US-Internetkonzerne Facebook, Amazon, Netflix und Google (jetzt Alphabet) sind in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass sich an der Wallstreet der Begriff „FANG-Aktien“ für sie etabliert hat*. Das Akronym aus den Anfangsbuchstaben bedeutet im Englischen wörtlich Reißzahn – eine durchaus treffende Bezeichnung.

Zusammen beherrscht das Quartett inzwischen große Bereiche des Internets und übt so einen wachsenden Einfluss auf unser tägliches Leben aus. An der Börse war der kometenhafte Kursanstieg der vier Aktien in den letzten Jahren die treibende Kraft hinter den Anstiegen der US-Indizes. Zwischenzeitlich kamen die FANGs gemeinsam auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 2 Billionen USD (!)

*Einige zählen mittlerweile auch Apple dazu und sprechen von den „FAANG-Aktien“.

Gravierende Unterschiede zur Dotcom-Blase

Viele Anleger erinnert die Kursrallye bei den Internet- und Technologieaktien der vergangenen Jahre bereits an die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede im Vergleich zu damals. Beispielsweise bot das damalige Zinsniveau mit Anleiherenditen von mehr als 5% attraktive Alternativen zu Aktien und auch die Bewertungen sind nicht mehr vergleichbar.

So kommen die FANG-Aktien nach der Korrektur auf ein durchschnittliches 2019er-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von über 35. Das ist zwar alles andere als niedrig, von Blasenniveaus mit den dreistelligen oder gar negativen KGVs aus dem Jahr 2000 jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Angesichts der führenden Marktstellungen, den beeindruckenden Wachstumsraten sowie den außerordentlich hohen Cashbeständen der Unternehmen erscheinen die heutigen Bewertungen zwar äußerst ambitioniert, aber durchaus vertretbar.

Internet 2.0: The Winner takes it all

Nirgendwo gilt das Prinzip „The winner takes it all“ (Der Gewinner bekommt alles) so sehr wie im Internet. Während es beispielsweise zahlreiche Automobilhersteller, Airlines, Versicherungen oder Banken mit vergleichbaren Produkten und Leistungen gibt, setzt sich im Internet in den allermeisten Fällen nur ein einziges Unternehmen als beherrschender Marktführer durch. Denn in der virtuellen Welt ist die Konkurrenz immer nur einen Klick entfernt.

Verständlicherweise interessiert sich kaum jemand für das zweitbeste Angebot, egal ob dafür nun Preis, Auswahl, Reichweite oder Mitgliederzahl ausschlaggebend sind. Amazon steht für Einkaufen, Ebay für Auktionen, Youtube für Videos, Facebook für Soziales Netzwerk, Netflix für Onlinevideothek, Google für Suchen u.s.w. Wettbewerber geraten gegenüber dem jeweiligen Platzhirsch unweigerlich in arge Bedrängnis und bleiben in punkto Kostenskalierung, Profitabilität und Wachstum auf der Strecke. Dies schlägt sich natürlich auch entsprechend negativ auf den Unternehmenswert nieder.

Monopole bieten die Lizenz zum Gelddrucken

Dienste wie Facebook, Amazon, und Google hingegen haben fast eine Lizenz zum Gelddrucken. Sie verfügen in Ihren jeweiligen Marktsegmenten quasi über eine unangefochtene Monopolstellung. Zu deren Sicherung können die Internet-Giganten auf gigantische Datenmengen zugreifen die mittels künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) in Echtzeit ausgewertet und verwendet werden.

Da die führenden Konzerne nicht nur die höchsten Umsätze erzielen, sondern im Verhältnis dazu auch die niedrigsten Kosten erzeugen, liegen Margen und Gewinne weit über dem Branchenschnitt. Junge aufstrebende Unternehmen, die mit innovativen Ideen oder Technologien eine potenzielle Gefahr darstellen, werden in der Regel aufgekauft, so dass Wettbewerb fast schon ein Fremdwort ist.

Ganz ähnliche Marktstrukturen haben sich übrigens auch auf dem chinesischen Internetmarkt gebildet, zu dem die großen US-Player wie Facebook oder Alphabet keinen Zutritt haben. Die dominierenden Schwergewichte und Pendants zu den US-Riesen heißen im Reich der Mitte Alibaba, Tencent und Baidu.

Die Bracket-Order: Intelligent Aktienposition absichern

Die Bracket-Order verbindet auf intelligente Art und Weise eine Limit-Order mit einer Stop-Order. Sie können Gewinnziel sowie maximalen Verlust festlegen – und wenn der Aktienpreis eine der festgelegten Schwellen erreicht, wird die entsprechende Order ausgeführt, während die andere automatisch gelöscht wird.

Die besten Internet Aktien 2018

Keine Frage, auch in Zukunft wird das Internet zahlreiche große Gewinner-Aktien hervorbringen, denn in keiner anderen Branche können Unternehmen ihre Angebote direkt an einen Großteil der Weltbevölkerung d.h. an Milliarden potenzielle Nutzer oder Kunden adressieren.

Um von den Kursanstiegen der „nächsten FANG Aktien“ zu profitieren, müssen diese natürlich erst einmal identifiziert werden. Naturgemäß ist dies der schwierigste Part. Es gilt dabei nicht nur auf starkes Wachstum zu achten, sondern vor allem auch darauf, dass es sich bei den jeweiligen Unternehmen um unangefochtene Marktführer mit einzigartigem Wettbewerbsvorteil und -vorsprung handelt.

Diese Konzerne sind jedoch immer auch potenzielle Übernahmeziele der großen „Datenkraken“ wie einige der großen Internetmultis mittlerweile bezeichnet werden. Diese im Folgenden vorgestellten drei Internet-Unternehmen haben das Potential im Jahr 2019 und darüber hinaus zu den großen Gewinneraktien zu gehören.

Match Group: Online Dating 2.0

Die Match Group Inc. (ISIN: US57665R1068 – Symbol: MTCH – Währung: USD) ist ein US-Internetunternehmen, das mehrere führende Online-Dating-Plattformen betreibt, darunter Tinder, OkCupid, PlentyOfFish, Meetic, Friendscout24 und Match.com. Zuletzt kam die stark wachsende Dating-App Hinge hinzu. Das an der Nasdaq mit rund 11 Mrd. USD bewertete Unternehmen ist erst seit dem Jahr 2015 börsennotiert.

Mit insgesamt 45 unterschiedlichen Portalen in 42 Sprachen bietet die Match Group Kennenlern-Plattformen für unterschiedliche Interessen und Bevölkerungsgruppen. Laut eigenen Angaben kommen die Internet- und Smartphone-Angebote des Konzerns monatlich auf mehr als 60 Mio. aktive Nutzer, davon sind mehr als 8 Mio. zahlende Mitglieder – mit stark steigender Tendenz. Das Unternehmen wirbt damit, dass 64% der Beziehungen, die über das Internet oder per App entstehen, mit einem Match-Group Produkt zustande kommen.

Wachstumsmotor Tinder:  Umsatz der Dating-App wächst um +150%

Tinder ist das mit Abstand spannendste Produkt des Unternehmens. Im dritten Quartal 2018 stieg die Anzahl der zahlenden Mitglieder von ca. 2,6 Mio. im Vorjahr auf 4,1 Mio., so dass die Zahl der kostenpflichtigen Premium-Abos in nur einem Jahr um +61% zulegte. Der Umsatz der mit Tinder erzielt wurde, konnte im selben Zeitraum sogar um mehr als +100% zulegen.

Wer Tinder noch nicht kennt: Die App (Anwendung) für das Smartphone hat einen neuen Dating-Markt erschlossen. Das Smartphone zeigt Fotos von anderen Singles in der Nähe – ein Wisch auf dem Bildschirm nach links bedeutet „gefällt mir nicht“, ein Wisch nach rechts bedeutet „gefällt mir“. Haben beide nach rechts gewischt, so spricht man von einem „Match“. Die Mitglieder können nun miteinander in Kontakt treten und sich gegebenenfalls verabreden. Was anfangs vor allem von jungen Leuten für Flirts, Bekanntschaften und One-Night-Stands genutzt wurde, hat sich inzwischen mehr und mehr auch zur Suche nach langfristigen Beziehungen etabliert.

Zusätzliche Funktionen gegen Aufpreis

Kostenfrei ist die App nur eingeschränkt nutzbar d.h. es lässt sich pro Tag nur eine begrenzte Zahl an Nutzerprofilen anschauen. Mit „Tinder Plus“ gibt es gegen Zahlung einer monatlichen Gebühr Zugang zu einer uneingeschränkten Anzahl an Nutzerprofilen, außerdem besteht die Möglichkeit, eine getroffene Wahl zurückzunehmen oder den Standort manuell festzulegen (z.B. um Dates in einer anderen Stadt zu verabreden). Mit der Funktionserweiterung „Tinder Gold“ sieht der Nutzer, welche Mitglieder ihn bereits „mögen“ und kann so eigene Matches schneller beeinflussen. Neben Mitgliedsgebühren soll zukünftig auch Werbung zu einer wichtigen Einnahmequelle werden. Die nebenstehende Grafik zeigt die Zahl der Downloads von Tinder im Vergleich zu den wichtigsten Konkurrenten, bezogen auf den jeweiligen Markteintritt. Die App der Match Group ist der Konkurrenz offenbar meilenweit überlegen.

Tinder erschafft neues Marktsegment des Online-Datings

Der wachsende Online-Dating-Markt hat weltweit ein Marktvolumen von etlichen Mrd. USD. Zwar gilt die Match Group mit ihren diversen Angeboten bereits seit längerem als internationaler Marktführer, eine dominierende Plattform konnte sich unter den einzelnen Kennenlern-Portalen bislang aber noch nicht herauskristallisieren. Das könnte sich nun ändern, denn die Match Group ist dabei mit Tinder den Online-Dating Markt aufzurollen und nebenbei einen ganz neuen Markt zu schaffen. Denn auf einmal sind auch junge Leute, die bislang nicht unbedingt die Zielgruppe von Partnervermittlungen waren, bereit Geld für neue Bekanntschaften auszugeben. In den kommenden Jahren dürfte die innovative Dating-App deshalb zum Wachstumstreiber des Unternehmens werden.

Wachstumsbeschleunigung: +122% Gewinnsteigerung für 2018 erwartet

In den vergangenen Jahren war die Geschäftsentwicklung zwar ansehnlich, aber auch nicht außergewöhnlich. In den letzten drei Jahren erzielte die Match Group ein durchschnittliches Umsatzwachstum von +18% und ein Gewinnwachstum von +17%. Ab dem vierten Quartal 2017 setzte eine deutliche Beschleunigung ein: Die Match Group meldete Umsatzsteigerungen von +28% im vierten Quartal 2017 und +36% im ersten und zweiten Quartal 2018. Im dritten Quartal 2018 lag das Umsatzwachstum bei +29%. Auch beim Gewinn wird eine Wachstumsbeschleunigung erwartet. Nach 0,78 USD im Jahr 2017 soll Analysten zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 bereits ein Ergebnis von 1,44 USD je Aktie erzielt worden sein, also rund +85% mehr als im Vorjahr. Im Jahr darauf wird bislang nur von einer kleinen weiteren Steigerung auf 1,63 USD pro Aktie ausgegangen. Umso besser falls das Unternehmen diese vorsichtige Schätzung übertreffen kann.

Korrektur bietet Einstiegsgelegenheit

Die Entwicklung der Match Group Aktie verlief seit dem Börsengang Ende 2015 zu 12 USD sehr positiv, der Kurs konnte sich seitdem im Hoch bereits vervierfachen. Nach einem Allzeithoch von 58 USD im Frühjahr 2018 befindet sich die Aktie derzeit in einer Korrekturbewegung. Die Kurse um 45 USD bieten langfristig orientierten Anlegern ein interessantes Einstiegsniveau, denn der langfristige Aufwärtstrend könnte sich in den kommenden Jahren durchaus fortsetzen. Falls es der Match Group gelingt, Tinder als weltweit führende Partnerschafts- und Dating-Plattform zu etablieren, sollte die Aktie auch über das Jahr 2019 hinaus zu den großen Gewinnern gehören. Auch als mögliches Übernahmeziel für Facebook oder Alphabet kommt das texanische Unternehmen in Frage.

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GrubHub: US-Marktführer für Online-Essenslieferungen

GrubHub (ISIN: US4001101025 – Symbol: GRUB – Währung: USD) betreibt in den USA führenden Plattformen für Essenslieferungen via Internet und Mobiltelefon. Dazu zählen GrubHub.com, Seamless, LevelUp, Allmenus, Menupages, das von Yelp übernommene Portal Eat24, sowie ganz neu der Lieferdienst für Unis und Hochschulen, Tapingo. GrubHub führt den US-Markt mit einem Anteil von geschätzten 34 Prozent (Quelle: Edison Trends) an, vor Uber Eats mit 28%. Die Aktie wird erst seit 2014 in New York an der Börse gehandelt und kommt bei einem aktuellen Kurs von ca. 81 USD auf eine Marktkapitalisierung von rund 7 Mrd. USD.

95.000 Restaurants in 1.700 Städten angeschlossen

An das beliebte Portal sind bereits rund 95.000 Restaurants in über 1.700 Städten angeschlossen. Darüber hinaus hat das Unternehmen auch in Europa mit einer Präsenz in London bereits einen Fuß in der Tür. Vergleichbar ist das Unternehmen mit deutschsprachigen Angeboten wie Lieferando oder Lieferheld (Delivery Hero).

Auch GrubHub vermittelt über das Internet Restaurants aus allen kulinarischen Richtungen an Menschen, die lieber daheim speisen als beim Italiener um die Ecke. Dafür behalten die Plattformen einen in der Regel zweistelligen prozentualen Anteil an den Umsätzen der Restaurants und Lieferdienste.

Im dritten Quartal 2018 haben so ca. 16,4 Mio. Kunden mindestens eine Bestellung über GrubHub aufgegeben. Insgesamt werden pro Tag ca. 416.000 Essenslieferungen vermittelt.

Beeindruckendes Wachstum trotz Konkurrenz

Allen Kritikern zum Trotz gelingt es GrubHub sich der zunehmenden Konkurrenz durch neue Dienste von Uber Eats und DoorDash zu erwehren und den beeindruckenden Wachstumskurs beizubehalten: Fürs dritte Quartal 2018 meldete GrubHub eine Umsatzsteigerung von +52% im Vergleich zum Vorjahr auf 247 Mio. USD. Die Gewinne wuchsen dabei um +72% auf 0,45 USD je Aktie. Analysten hatten nur 239 Mio. USD Umsatz und 0,41 USD Gewinn pro Aktie erwartet. In den letzten drei Jahren erzielte das Unternehmen im Schnitt ein starkes Umsatzwachstum von +40% und Gewinnsteigerungen von +41%. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 wird insgesamt ein sattes Gewinnwachstum von +46% erwartet, im kommenden Jahr 2019 soll der Zuwachs immerhin noch bei +13% liegen.

Übernahmefantasie: Schlägt Amazon zu?

Unternehmen, wie Facebook und Amazon tun sich offenbar schwer, im lukrativen Markt für Essenslieferungen Fuß zu fassen. Für die großen Internetplayer wäre GrubHub ein kleiner Happen, selbst wenn man für eine Übernahme sicher einen ordentlichen Aufschlag auf den aktuellen Kurs bezahlen müsste.

Von Analysten wurde zuletzt vor allem Amazon als möglicher Interessent genannt, denn der Shopping-Riese möchte auch den Markt für Essenslieferungen dominieren. Nachdem Amazon im Jahr 2017 die Bio-Supermarkt-Kette Whole Foods für 14 Mrd. USD übernahm, könnte das Unternehmen durchaus auch Appetit auf den erfolgreichen Food-Delivery-Konzern Grubhub bekommen.

Eher für spekulative Anleger

Immer mehr Menschen geben Ihre Essensbestellungen via Internet oder Smartphones auf. In diesem Wachstumsmarkt konnte GrubHub seine marktführende Stellung zuletzt trotz zunehmender Konkurrenz in bemerkenswerter Weise ausbauen. Dennoch ist die Aktie bei einem erwarteten 2019er Ergebnis je Aktie von 1,98 USD trotz der Korrektur noch immer sehr ambitioniert bewertet. Deshalb eignet sich die charttechnisch sehr starke Aktie zumindest auf dem aktuellen Kursniveau nur für spekulative Anleger. Gelingt es GrubHub die führende Marktstellung auch in 2019 und darüber hinaus zu behaupten, so könnte sich der Unternehmenswert von aktuell 7 Mrd. USD mittel- bis langfristig durchaus auch in Bereiche von 12 Mrd. bis 15 Mrd. USD bewegen.

Twitter: Beeindruckendes Comeback

Twitter (ISIN: US90184L1026 – Symbol – TWTR – Währung: USD) mit Sitz in San Francisco ist ein sog. Mikroblogging-Dienst. Die aktuell ca. 326 Mio. aktiven Nutzer können 280 Zeichen lange Kurznachrichten sog „Tweets“ verfassen und mit anderen Usern teilen. Auch US-Präsident Donald Trump, dessen Kurznachrichten auf Twitter immer wieder Schlagzeilen machen, ist ein fleißiger Nutzer, der dem Netzwerk zu großer Aufmerksamkeit verhilft.

Haupteinnahmequelle Werbung

Twitter Inc. erlöst Umsätze fast ausschließlich durch Werbung. Für werbende Firmen geht es um die Möglichkeit eigene Beiträge in den Nachrichtenstrom der Nutzer einfließen zu lassen. Dabei können, ähnlich wie bei Facebook bestimmte Regionen oder Nutzer-Gruppen nach Interessen und Themen adressiert werden. Unternehmen können somit recht effizient Nutzer erreichen und ansprechen, die als Zielgruppe interessant sind, aber ihren Beiträgen bei Twitter (noch) nicht direkt folgen.

Mit Video und Live Streaming aus der Krise

Der Aktienkurs hat in letzten Jahren extrem volatile Zeiten erlebt. Nach einem furiosen Börsengang im Jahr 2013 war die Aktie von einem Ausgabepreis von 26 USD bis auf 74 USD explodiert. Da die Geschäftsentwicklung in Folge relativ enttäuschend verlief, fiel die Aktie dann bis 2016 sogar unter den Ausgabepreis, im Tief bis auf ca. 14 USD.

Das Management fokussierte das Unternehmen dann wieder stärker auf sein Kernprodukt und verbesserte die Nutzererfahrung. Das zahlt sich nun offensichtlich aus, denn die Zahl der aktiven User steigt nach einer Phase der Stagnation wieder. Außerdem zeigen sich die User mittlerweile wieder weitaus engagierter und werfen öfter am Tag einen Blick auf die Plattform.

Nach der Verdopplung der maximalen Zeichenzahl von 140 auf 280 Zeichen bieten Video- und Live Streaming weitere Verbesserungen. Vorbild hierfür waren offenbar ausnahmsweise einmal die chinesischen Vertreter unter den Kurznachrichtendiensten. Jedenfalls feiern Weibo und Momo, die Twitter-Pendants aus dem Reich der Mitte, bereits große Erfolge mit Video & Streaming Diensten.

Twitter überrascht bei Umsatz und Gewinn

Twitter hat für das dritte Quartal 2018 einen Umsatz von 758 Mio. USD vorgelegt. Analysten waren durchschnittlich von knapp 701 Mio. Umsatz ausgegangen. Noch besser schlug sich Twitter beim Ergebnis: Der Gewinn je Aktie im dritten Quartal belief sich auf 0,21 USD. Die Analystenschätzungen lagen im Durchschnitt bei nur 0,14 USD pro Aktie.

Die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer ging im Vergleich zum Vorquartal um 9 Mio. zurück, da Twitter aufgrund des öffentlichen Drucks verstärkt gegen gefälschte und dubiose Profile vorgeht, die etwa Hassbotschaften und politische Propaganda verbreiten.

Unterm Strich wird für 2018 ein Gewinnwachstum von +93% auf 0,79 USD je Aktie erwartet. Im kommenden Jahr soll das Ergebnis dann bei 0,89 USD je Aktie liegen.

Positive Gewinn-Überraschungen könnten für weiter steigende Kurse sorgen

Zuletzt waren die Analysten mit ihren Schätzungen bislang offensichtlich noch sehr zurückhaltend, denn Twitter übertraf die Erwartungen zuletzt jedes einzelne Mal mehr als deutlich. Bei der durchschnittlichen Schätzung von 0,89 USD Gewinn je Aktie für 2019 liegen die einzelnen Schätzungen relativ weit auseinander und reichen von 0,69 USD bis 1,12 USD.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

Gelingt es Twitter mit neuen Diensten wie Video- und Streaming-Angeboten den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen und die Erwartungen auch in den kommenden Quartalen erheblich zu übertreffen, dann winkt der Aktie trotz der Kursanstiege der letzten Jahre weiteres Potenzial. Rechnen Sie bei der spekulativen Aktie jedoch weiterhin mit hohen Kursschwankungen und investieren Sie nur einen geringen Depotanteil. Wenn es Twitter auch über 2019 hinaus gelingt, an frühere Zeiten mit hohen Wachstumsraten anzuknüpfen, könnte die Aktie weiterhin zu den großen Internet-Gewinnern zählen.

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