Die besten Internet-Aktien 2018

Die neuen Shooting-Stars unter den Internet-Aktien

Seit der Erstempfehlung Anfang 2018 entwickelten sich unsere Internet-Tipps für 2018 allesamt glänzend. In der Spitze legten die Aktien von Twitter um +100%, Match Group um +50% und Grubhub um +70% zu. Langfristig versprechen alle drei Werte weiteres Kurspotenzial.

Die FANG-Aktien beherrschen das Internet

Seit den späten 90iger Jahren hat keine Branche so viele herausragende Gewinneraktien hervorgebracht wie der Internetsektor. Vor allem die US-Internetkonzerne Facebook, Amazon, Netflix und Google (jetzt Alphabet) sind in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass sich an der Wallstreet der Begriff „FANG-Aktien“ für sie etabliert hat*. Das Akronym aus den Anfangsbuchstaben bedeutet im Englischen wörtlich Reißzahn – eine durchaus treffende Bezeichnung.

Zusammen beherrscht das Quartett inzwischen große Bereiche des Internets und übt so einen wachsenden Einfluss auf unser tägliches Leben aus. An der Börse war der kometenhafte Kursanstieg der vier Aktien in den letzten Jahren die treibende Kraft hinter den Anstiegen der US-Indizes. Mittlerweile kommen die FANGs gemeinsam auf eine Marktkapitalisierung von 2 Billionen USD (!)

*Einige zählen mittlerweile auch Apple dazu und sprechen von den „FAANG-Aktien“.

Gravierende Unterschiede zur Dotcom-Blase

Viele Anleger erinnert die Kursrallye bei den Internet- und Technologieaktien der vergangenen Jahre bereits an die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede im Vergleich zu damals. Beispielsweise bot das damalige Zinsniveau mit Anleiherenditen von mehr als 5% attraktive Alternativen zu Aktien und auch die Bewertungen sind nicht mehr vergleichbar.

So kommen die FANG-Aktien auf ein durchschnittliches 2018er-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von über 40. Das ist zwar alles andere als niedrig, von Blasenniveaus mit den dreistelligen oder gar negativen KGVs aus dem Jahr 2000 jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Angesichts der führenden Marktstellungen, den beeindruckenden Wachstumsraten sowie den außerordentlich hohen Cashbeständen der Unternehmen erscheinen die heutigen Bewertungen zwar äußerst ambitioniert, aber durchaus vertretbar.

Internet 2.0: The Winner takes it all

Nirgendwo gilt das Prinzip „The winner takes it all“ (Der Gewinner bekommt alles) so sehr wie im Internet. Während es beispielsweise zahlreiche Automobilhersteller, Airlines, Versicherungen oder Banken mit vergleichbaren Produkten und Leistungen gibt, setzt sich im Internet in den allermeisten Fällen nur ein einziges Unternehmen als beherrschender Marktführer durch. Denn in der virtuellen Welt ist die Konkurrenz immer nur einen Klick entfernt.

Verständlicherweise interessiert sich kaum jemand für das zweitbeste Angebot, egal ob dafür nun Preis, Auswahl, Reichweite oder Mitgliederzahl ausschlaggebend sind. Amazon steht für Einkaufen, Ebay für Auktionen, Youtube für Videos, Facebook für Soziales Netzwerk, Netflix für Onlinevideothek, Google für Suchen u.s.w. Wettbewerber geraten gegenüber dem jeweiligen Platzhirsch unweigerlich in arge Bedrängnis und bleiben in punkto Kostenskalierung, Profitabilität und Wachstum auf der Strecke. Dies schlägt sich natürlich auch entsprechend negativ auf den Unternehmenswert nieder.

Monopole bieten die Lizenz zum Gelddrucken

Dienste wie Facebook, Amazon, und Google hingegen haben fast eine Lizenz zum Gelddrucken. Sie verfügen in Ihren jeweiligen Marktsegmenten quasi über eine unangefochtene Monopolstellung. Zu deren Sicherung können die Internet-Giganten auf gigantische Datenmengen zugreifen die mittels künstlicher Intelligenz in Echtzeit ausgewertet und verwendet werden.

Da die führenden Konzerne nicht nur die höchsten Umsätze erzielen, sondern im Verhältnis dazu auch die niedrigsten Kosten erzeugen, liegen Margen und Gewinne weit über dem Branchenschnitt. Junge aufstrebende Unternehmen, die mit innovativen Ideen oder Technologien eine potenzielle Gefahr darstellen, werden in der Regel aufgekauft, so dass Wettbewerb fast schon ein Fremdwort ist.

Ganz ähnliche Marktstrukturen haben sich übrigens auch auf dem chinesischen Internetmarkt gebildet, zu dem die großen US-Player wie Facebook oder Alphabet keinen Zutritt haben. Die dominierenden Schwergewichte und Pendants zu den US-Riesen heißen im Reich der Mitte Alibaba, Tencent und Baidu.

Die Bracket-Order: Intelligent Aktienposition absichern

Die Bracket-Order verbindet auf intelligente Art und Weise eine Limit-Order mit einer Stop-Order. Sie können Gewinnziel sowie maximalen Verlust festlegen – und wenn der Aktienpreis eine der festgelegten Schwellen erreicht, wird die entsprechende Order ausgeführt, während die andere automatisch gelöscht wird.

Die besten Internet Aktien 2018

Keine Frage, auch in Zukunft wird das Internet zahlreiche große Gewinner-Aktien hervorbringen, denn in keiner anderen Branche können Unternehmen ihre Angebote direkt an einen Großteil der Weltbevölkerung d.h. an Milliarden potenzielle Nutzer oder Kunden adressieren.

Um von den Kursanstiegen der „nächsten FANG Aktien“ zu profitieren, müssen diese natürlich erst einmal identifiziert werden. Naturgemäß ist dies der schwierigste Part. Es gilt dabei nicht nur auf starkes Wachstum zu achten, sondern vor allem auch darauf, dass es sich bei den jeweiligen Unternehmen um unangefochtene Marktführer mit einzigartigem Wettbewerbsvorteil und -vorsprung handelt.

Diese Konzerne sind jedoch immer auch potenzielle Übernahmeziele der großen „Datenkraken“ wie einige der großen Internetmultis mittlerweile bezeichnet werden. Diese im Folgenden vorgestellten drei Internet-Unternehmen haben das Potential auch über das Jahr 2018 hinaus zu den großen Gewinneraktien zu gehören.

Match Group: Online Dating 2.0

Die Match Group Inc. (ISIN: US57665R1068 – Symbol: MTCH – Währung: USD) ist ein US-Internetunternehmen, das mehrere führende Online-Dating-Plattformen betreibt, darunter Tinder, OkCupid, PlentyOfFish, Meetic, Friendscout24 und Match.com. Zuletzt kam die stark wachsende Dating-App Hinge hinzu. Das an der Nasdaq mit rund 11 Mrd. USD bewertete Unternehmen ist erst seit dem Jahr 2015 börsennotiert.

Mit insgesamt 45 unterschiedlichen Portalen in 42 Sprachen bietet die Match Group Kennenlern-Plattformen für unterschiedliche Interessen und Bevölkerungsgruppen. Laut eigenen Angaben kommen die Internet- und Smartphone-Angebote des Konzerns monatlich auf mehr als 60 Mio. aktive Nutzer, davon sind rund 7 Mio. zahlende Mitglieder – mit stark steigender Tendenz.

Wachstumsmotor Tinder:  Umsatz der Dating-App wächst um +150%

Tinder ist das mit Abstand spannendste Produkt des Unternehmens. Allein im ersten Quartal 2018 konnten 0,4 Mio. zahlende Mitglieder hinzugewonnen werden. Insgesamt hat die Dating-Plattform damit nun bereits 3,5 Mio. Bezahl-Mitgliedschaften, so dass die Zahl der kostenpflichtigen Premium-Abos in nur einem Jahr um +84% zulegte. Der Umsatz der mit Tinder erzielt wurde, konnte im selben Zeitraum sogar um stolze +150% zulegen.

Wer Tinder noch nicht kennt: Die App (Anwendung) für das Smartphone hat einen neuen Dating-Markt erschlossen. Das Smartphone zeigt Fotos von anderen Singles in der Nähe – ein Wisch auf dem Bildschirm nach links bedeutet „gefällt mir nicht“, ein Wisch nach rechts bedeutet „gefällt mir“. Haben beide nach rechts gewischt, so spricht man von einem „Match“. Die Mitglieder können nun miteinander in Kontakt treten und sich gegebenenfalls verabreden. Was anfangs vor allem von jungen Leuten für Flirts, Bekanntschaften und One-Night-Stands genutzt wurde, hat sich inzwischen mehr und mehr auch zur Suche nach langfristigen Beziehungen etabliert.

Zusätzliche Funktionen gegen Aufpreis

Kostenfrei ist die App nur eingeschränkt nutzbar d.h. es lässt sich pro Tag nur eine begrenzte Zahl an Nutzerprofilen anschauen. Mit „Tinder Plus“ gibt es gegen Zahlung einer monatlichen Gebühr Zugang zu einer uneingeschränkten Anzahl an Nutzerprofilen, außerdem besteht die Möglichkeit, eine getroffene Wahl zurückzunehmen oder den Standort manuell festzulegen (z.B. um Dates in einer anderen Stadt zu verabreden). Mit der Funktionserweiterung „Tinder Gold“ sieht der Nutzer, welche Mitglieder ihn bereits „mögen“ und kann so eigene Matches schneller beeinflussen. Neben Mitgliedsgebühren soll zukünftig auch Werbung zu einer wichtigen Einnahmequelle werden. Die nebenstehende Grafik zeigt die Zahl der Downloads von Tinder im Vergleich zu den wichtigsten Konkurrenten, bezogen auf den jeweiligen Markteintritt. Die App der Match Group ist der Konkurrenz offenbar meilenweit überlegen.

Tinder erschafft neues Marktsegment des Online-Datings

Der wachsende Online-Dating-Markt hat weltweit ein Marktvolumen von etlichen Mrd. USD. Zwar gilt die Match Group mit ihren diversen Angeboten bereits seit längerem als internationaler Marktführer, eine dominierende Plattform konnte sich unter den einzelnen Kennenlern-Portalen bislang aber noch nicht herauskristallisieren. Das könnte sich nun ändern, denn die Match Group ist dabei mit Tinder den Online-Dating Markt aufzurollen und nebenbei einen ganz neuen Markt zu schaffen. Denn auf einmal sind auch junge Leute, die bislang nicht unbedingt die Zielgruppe von Partnervermittlungen waren, bereit Geld für neue Bekanntschaften auszugeben. In den kommenden Jahren dürfte die innovative Dating-App deshalb zum Wachstumstreiber des Unternehmens werden.

Wachstumsbeschleunigung: +71% Gewinnsteigerung für 2018 erwartet

In den vergangenen Jahren war die Geschäftsentwicklung zwar ansehnlich, aber auch nicht außergewöhnlich. In den letzten drei Jahren erzielte die Match Group ein durchschnittliches Umsatzwachstum von +14% und ein Gewinnwachstum von +9%. Ab dem dritten Quartal 2017 setzte zuletzt jedoch eine deutliche Beschleunigung ein: Die Match Group meldete Umsatzsteigerungen von +19% im dritten Quartal und +28% im vierten Quartal 2017. Im ersten Quartal 2018 lag das Umsatzwachstum bereits bei +36%. Auch beim Gewinn wird eine Wachstumsbeschleunigung erwartet. Nach 0,78 USD im Jahr 2017 soll Analysten zufolge im laufenden Geschäftsjahr bereits ein Ergebnis von 1,33 USD je Aktie erzielt werden, also rund +71% mehr als im Vorjahr. Im Jahr darauf wird bislang nur von einer kleinen weiteren Steigerung auf 1,57 USD pro Aktie ausgegangen. Umso besser falls das Unternehmen diese vorsichtige Schätzung übertreffen kann.

Korrektur bietet Einstiegsgelegenheit


Die Entwicklung der Match Group Aktie verlief seit dem Börsengang Ende 2015 zu 12 USD sehr positiv, der Kurs konnte sich seitdem im Hoch bereits vervierfachen. Nach einem Allzeithoch von 48,65 USD im Frühjahr 2018 befindet sich die Aktie derzeit in einer Korrekturbewegung. Die Kurse um 40 USD bieten langfristig orientierten Anlegern ein interessantes Einstiegsniveau, denn der langfristige Aufwärtstrend könnte sich in den kommenden Jahren durchaus fortsetzen. Falls es der Match Group gelingt, Tinder als weltweit führende Partnerschafts- und Dating-Plattform zu etablieren, sollte die Aktie auch über das Jahr 2018 hinaus zu den großen Gewinnern gehören. Auch als mögliches Übernahmeziel für Facebook oder Alphabet kommt das texanische Unternehmen in Frage.

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GrubHub: US-Marktführer für Online-Essenslieferungen

GrubHub (ISIN: US4001101025 – Symbol: GRUB – Währung: USD) betreibt die in den USA führende Plattformen für Essenslieferungen via Internet und Mobiltelefon. Dazu zählen GrubHub.com, Seamless, Allmenus, Menupages und das kürzlich von Yelp übernommene Portal Eat24. GrubHub führt den US-Markt mit einem Anteil von geschätzten 18 Prozent (Quelle: Datanyze) an. Die Aktie wird erst seit 2014 in New York an der Börse gehandelt und kommt bei einem aktuellen Kurs von ca. 108 USD auf eine Marktkapitalisierung von knapp 10 Mrd. USD.

80.000 Restaurants in 1.600 Städten angeschlossen

An das beliebte Portal sind bereits rund 80.000 Restaurants in über 1.600 Städten angeschlossen. Darüber hinaus hat das Unternehmen auch in Europa mit einer Präsenz in London bereits einen Fuß in der Tür. Vergleichbar ist das Unternehmen mit deutschsprachigen Angeboten wie Lieferando oder Lieferheld (Delivery Hero).

Auch GrubHub vermittelt über das Internet Restaurants aus allen kulinarischen Richtungen an Menschen, die lieber daheim speisen als beim Italiener um die Ecke. Dafür behalten die Plattformen einen in der Regel zweistelligen prozentualen Anteil an den Umsätzen der Restaurants und Lieferdienste.

Im ersten Quartal 2018 haben so rund 15 Mio. Kunden mindestens eine Bestellung über GrubHub aufgegeben. Insgesamt werden pro Tag ca. 437.000 Essenslieferungen vermittelt.

Beeindruckendes Wachstum trotz Konkurrenz

Allen Kritikern zum Trotz gelingt es GrubHub sich der zunehmenden Konkurrenz durch neue Dienste von Uber und Facebook zu erwehren und den beeindruckenden Wachstumskurs beizubehalten: Fürs erste Quartal 2018 meldete GrubHub eine Umsatzsteigerung von +49% im Vergleich zum Vorjahr auf 233 Mio. USD. Die Gewinne wuchsen dabei um +88% auf 0,52 USD je Aktie. Analysten hatten nur 229 Mio. USD Umsatz und 0,39 USD Gewinn pro Aktie erwartet. In den letzten drei Jahren erzielte das Unternehmen im Schnitt ein starkes Umsatzwachstum von +38% und Gewinnsteigerungen von +33%. Für 2018 wird insgesamt ein sattes Gewinnwachstum von +47% erwartet, im kommenden Jahr 2019 soll der Zuwachs immerhin noch bei +27 % liegen.

Übernahmefantasie: Schlägt Amazon zu?


Unternehmen, wie Facebook, Uber und Amazon tun sich offenbar schwer, im lukrativen Markt für Essenslieferungen Fuß zu fassen. Für die großen Internetplayer wäre GrubHub ein kleiner Happen, selbst wenn man für eine Übernahme sicher einen ordentlichen Aufschlag auf den aktuellen Kurs bezahlen müsste.

Von Analysten wurde zuletzt vor allem Amazon als möglicher Interessent genannt, denn der Shopping-Riese möchte auch den Markt für Essenslieferungen dominieren. Nachdem Amazon die Bio-Supermarkt-Kette Whole Foods im vergangene Jahr für 14 Mrd. USD übernahm, könnte das Unternehmen durchaus auch Appetit auf den Food-Delivery-Konzern Grubhub bekommen.

Eher für spekulative Anleger

Immer mehr Menschen geben Ihre Essensbestellungen via Internet oder Smartphones auf. In diesem Wachstumsmarkt konnte GrubHub seine marktführende Stellung zuletzt trotz zunehmender Konkurrenz in bemerkenswerter Weise ausbauen. Dennoch ist die Aktie bei einem erwarteten 2018er Ergebnis je Aktie von 1,76 USD nach den jüngsten Kursanstiegen mittlerweile alles andere als günstig bewertet. Deshalb eignet sich die charttechnisch sehr starke Aktie zumindest auf dem aktuellen Kursniveau nur für spekulative Anleger. Gelingt es GrubHub die führende Marktstellung auch in 2018 und darüber hinaus zu behaupten, so könnte sich der Unternehmenswert von aktuell 10 Mrd. USD mittel- bis langfristig durchaus auch in Bereiche von 15 Mrd. bis 20 Mrd. USD bewegen.

Twitter: Beeindruckendes Comeback

Twitter (ISIN: US90184L1026 – Symbol – TWTR – Währung: USD) mit Sitz in San Francisco ist ein sog. Mikroblogging-Dienst. Die aktuell ca. 336 Mio. aktiven Nutzer konnten bislang 140 Zeichen lange Kurznachrichten sog „Tweets“ verfassen und mit anderen Usern teilen. Seit Ende 2017 wurde die Zeichenzahl nun auf 280 erhöht. Auch US-Präsident Donald Trump, dessen Kurznachrichten auf Twitter immer wieder Schlagzeilen machen, ist ein fleißiger Nutzer.

Haupteinnahmequelle Werbung

Twitter Inc. erlöst Umsätze fast ausschließlich durch Werbung. Für werbende Firmen geht es um die Möglichkeit eigene Beiträge in den Nachrichtenstrom der Nutzer einfließen zu lassen. Dabei können, ähnlich wie bei Facebook bestimmte Regionen oder Nutzer-Gruppen nach Interessen und Themen adressiert werden. Unternehmen können somit recht effizient Nutzer erreichen und ansprechen, die als Zielgruppe interessant sind, aber ihren Beiträgen bei Twitter (noch) nicht direkt folgen.

Mit Video und Live Streaming aus der Krise

Der Aktienkurs hat in letzten Jahren extrem volatile Zeiten erlebt. Nach einem furiosen Börsengang im Jahr 2013 war die Aktie von einem Ausgabepreis von 26 USD bis auf 74 USD explodiert. Da die Geschäftsentwicklung in Folge relativ enttäuschend verlief, fiel die Aktie dann bis 2016 sogar unter den Ausgabepreis, im Tief bis auf ca. 14 USD.

Das Management fokussierte das Unternehmen dann wieder stärker auf sein Kernprodukt und verbesserte die Nutzererfahrung. Das zahlt sich nun offensichtlich aus, denn die Zahl der aktiven User steigt nach einer Phase der Stagnation wieder. Außerdem zeigen sich die User mittlerweile wieder weitaus engagierter und werfen öfter am Tag einen Blick auf die Plattform.

Nach der Verdopplung der maximalen Zeichenzahl soll die Produktpalette von Twitter durch Video- und Live Streaming weiter verbessert und ausgebaut werden. Vorbild hierfür sind offenbar ausnahmsweise einmal die chinesischen Vertreter unter den Kurznachrichtendiensten. Jedenfalls feiern Weibo und Momo, die Twitter-Pendants aus dem Reich der Mitte, bereits große Erfolge mit Video & Streaming Diensten.

Twitter überrascht bei Umsatz und Gewinn

Twitter hat für das erste Quartal 2018 einen Umsatz von 665 Mio. USD vorgelegt. Analysten waren durchschnittlich von knapp 608 Mio. Umsatz ausgegangen. Noch besser schlug sich Twitter beim Ergebnis: Der Gewinn je Aktie im ersten Quartal belief sich auf 0,16 USD. Die Analystenschätzungen lagen im Durchschnitt bei nur 0,12 USD pro Aktie.

Die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer steigerte Twitter im Vergleich zum vierten Quartal 2017 um immerhin sechs Mio. auf insgesamt 336 Mio. Ein wachsender Nutzerkreis macht den Dienst für Werbekunden attraktiver, denn je höher die Reichweite, desto effektivere und effizienter ist auch die Werbung. Unterm Strich wird für 2018 ein Gewinnwachstum von +83% auf 0,75 USD je Aktie erwartet.

Positive Gewinn-Überraschungen könnten für weiter steigende Kurse sorgen


Zuletzt waren die Analysten mit ihren Schätzungen bislang offensichtlich noch sehr zurückhaltend, denn Twitter übertraf die Erwartungen zuletzt jedes einzelne Mal mehr als deutlich. Bei der durchschnittlichen Schätzung von 0,75 USD Gewinn je Aktie für 2018 liegen die einzelnen Schätzungen relativ weit auseinander und reichen von 0,56 USD bis 0,99 USD.

Gelingt es Twitter mit neuen Diensten wie Video- und Streaming-Angeboten den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen und die Erwartungen auch in den kommenden Quartalen erheblich zu übertreffen, dann winkt der Aktie trotz Kursverdopplung weiteres Potenzial. Rechnen Sie bei der spekulativen Aktie nach dem starken Kursanstieg jedoch mit hohen Kursschwankungen und investieren Sie nur einen geringen Depotanteil. Wenn es Twitter auch über 2018 hinaus gelingt, an frühere Zeiten mit hohen Wachstumsraten anzuknüpfen, könnte die Aktie weiterhin zu den großen Internet-Gewinnern zählen.

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