Börsenblick

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Aktienanalyse:
Qiagen: Corona-Schnelltest und ein Rosenkavalier

Aktuelle Analyse der Qiagen Aktie

Die Aktie des niederländischen, im MDAX und TecDAX notierten Labortechnik-Spezialisten Qiagen steuert langsam in Richtung des im Herbst 2019 markierten, höchsten Kurses seit 2001. Der Grund für diese auffällige relative Stärke der Aktie zum Gesamtmarkt ist, dass Qiagen über einen Schnelltest verfügt, der imstande ist, binnen nur einer Stunde den Corona-Virus nachzuweisen. Diese Tests liefert Qiagen nicht nur in Europa aus, auch die USA nutzen mittlerweile diesen Schnelltest. Man kann also vermuten, dass es um die Umsatz- und Gewinnentwicklung des Unternehmens momentan bestens bestellt ist. Und der Bedarf an solchen Schnelltests dürfte vorerst auch anhalten, so dass die Zahlen auch im zweiten Quartal gut ausfallen sollten. In einem Umfeld, in dem Umsatz und Gewinn bei den meisten Unternehmen wegbrechen und die Dauer dieser Drucksituation nicht absehbar ist, kann es nicht überraschen, dass Qiagen bei den Investoren derzeit gesucht ist.

Aber es gibt noch eine andere Ebene, die die Aktie in den letzten Monaten entscheidend beeinflusste: das Thema einer Übernahme durch ein anderes Unternehmen. Und diese Ebene ist von einem ziemlichen Hin und Her geprägt. Im November teilte Qiagen mit, dass man von verschiedenen Seiten das Interesse an einer Übernahme mitgeteilt bekam und man nunmehr prüfen werde, wie man damit umzugehen gedenkt. Das trieb die Aktie Mitte November senkrecht nach oben, über die vorherige Widerstandszone 36,70/37,00 Euro hinaus. Aber das war nur der erste Akt, der Seegang für die Anleger sollte noch höher werden:

Expertenmeinung: Ende Dezember verkündete Qiagen, dass man zu dem Schluss gekommen sei, „dass die Eigenständigkeit die beste Möglichkeit zur Steigerung des künftigen Wertpotenzials bietet.“ Damit war das Thema Übernahme plötzlich vom Tisch, die Aktie brach ein. Der bislang letzte Akt dieses Schauspiels folgte am 3. März. Auf einmal gab es doch ein Übernahmeangebot des US-Laborausrüsters Thermo Fisher, der 39 Euro je Aktie bezahlen will. Und Vorstand und Aufsichtsrat von Qiagen, zehn Wochen vorher noch definitiv zur Eigenständigkeit entschlossen, unterstützten dieses Angebot des plötzlich aufgetauchten „Rosenkavaliers“. Als die Nachricht am 3. März auf den Tisch kam, kam es zum nächsten Kurssprung, der die Aktie, wen wundert es, an die Marke von 39 Euro trug.

Der Kurs bröckelte danach wieder ab, wohl vor allem durch den Sog des durch die Corona-Ausbreitung wegsackenden Gesamtmarkts. Als Qiagens Corona-Schnelltests bekannt wurden, drehte die Aktie auf Höhe der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie wieder nach oben und hat sich derzeit in der alten Widerstandszone 36,70/37,00 Euro festgesetzt. Aber was ist mit den 39 Euro, die Thermo Fisher geboten hat? Momentan sieht da kaum jemand hin. Aber natürlich könnte der Gedanke aufkommen, dass Qiagen mit dem Schnelltest-Blockbuster im Rücken, jetzt doch ein wenig mehr als „Ablöse“ pro Aktie wollen könnte. Darauf zu setzen oder auch nur darauf, dass dieser Schnelltest die Aktie nach oben ausbrechen lassen könnte, wäre indes gewagt, denn eigentlich hätte es dazu längst kommen müssen. Es dürfte sicherlich sinnvoll sein, die Aktie zu halten und mit einem Stop Loss um 32/32,50 Euro, knapp unterhalb der 200-Tage-Linie und des März-Tiefs, abzusichern. Aber hier noch beherzt zuzugreifen, dürfte angesichts der sehr „beweglichen“ Rahmenbedingungen momentan relativ riskant sein.

Qiagen Aktie: Chart vom 08.04.2020, Kurs 36,50 Euro, Kürzel QIA | LYNX Online Broker

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