Börsenblick

Zurück November Weiter
Zurück 2018 Weiter

Aktuelle Analyse:
ProSiebenSat.1: Schock auf allen Ebenen, Dividende hinfällig

ProSiebenSat.1 zählt zu den größten unabhängigen Medienunternehmen in Europa. Zum Portfolio gehören die Senderfamilien um SAT.1, ProSieben, kabel eins sowie sixx. Der Konzern gliedert sich in die drei Geschäftsbereiche Entertainment, Commerce sowie Content Production & Global Sales.

Der nächste Kurssturz

Dass es mit der Aktie von ProSiebenSat.1 bereits seit geraumer Zeit abwärtsgeht, ist bekannt. Doch beginnen wir mit dem aktuellen Thema. Die Zahlen selbst waren bereits unerfreulich, doch der Kinnhaken kam mit dem Ausblick.

In den ersten neun Monaten des Jahres konnte die Senderkette ihre Marktanteile in Deutschland von 26,7 auf 27,5% ausbauen.

Dennoch sank der Umsatz von 2,76 auf 2,69 Mrd. Euro. Das Ergebnis war ebenfalls rückläufig und gab von 1,32 auf 1,21 Euro je Aktie nach.

Ausblick

Darüber hinaus senkt der Konzern die Umsatzprognose auf 4,0 Mrd. Euro, was einem Rückgang im „niedrigen einstelligen Prozentbereich“ entspricht.
Bisher war man von einem Anstieg im „niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich“ ausgegangen.

Der Konzern wies aber gleichzeitig auch daraufhin, dass das Wachstum durch die Entkonsolidierungen von maxdome, 7NXT und des Reiseveranstalters Tropo belastet wurden.

Die Gewinnerwartungen blieben daher unverändert. Darüber hinaus wolle man ab 2019 zusätzlich in lokale Programminhalte, den Ausbau digitaler Plattformen und eine verbesserte Monetarisierung der Reichweite investieren.

Das bedeutet gleichzeitig aber auch, dass das EBITDA im Entertainment-Segment 2019 rückläufig sein wird. Das sind natürlich wenig erfreuliche Aussichten, schließlich ist dieser Bereich für mehr als die Hälfte des Umsatzes und einen Großteil des Konzerngewinns verantwortlich.

Stirbt das Fernsehen aus?

Die negative Kursreaktion ist also keineswegs verwunderlich.

Langfristig ist die Entwicklung aber erstaunlich positiv. Seit 2010 kletterte der Umsatz von 3,00 auf 4,08 Mrd. Euro.
Der Gewinn stieg im selben Zeitraum von 1,44 auf zuletzt 2,04 Euro je Aktie.

Die übergeordneten Trends machen dem Unternehmen dennoch Probleme. Das Fernsehgeschäft ist rückläufig. Junge Menschen bewegen sich eher auf Youtube, Netflix & Co. Dieser Trend dürfte wohl anhalten und ProSiebenSat.1 das Leben schwer machen.

An dieser Stelle sollte man wahrscheinlich auch noch gleich eine Warnung an die Aktionäre von RTL aussprechen. Denn während ProSiebenSat.1 seine Marktanteile ausbauen konnte, waren sie bei RTL im wichtigen deutschen Markt rückläufig.

Die Entkonsolidierung von Maxdome zeigt darüber hinaus, dass man im digitalen Bereich durchaus Probleme hat.

Man sollte sich aber auch nicht täuschen. ProSiebenSat.1 hat die Zeichen der Zeit erkannt und betreibt eine klare Diversifizierungsstrategie.
Inzwischen wird ungefähr die Hälfte des Umsatzes außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts erzielt.

Der Konzern steht also vor großen Herausforderungen, hat diese aber erkannt und die notwendigen Maßnahmen ergriffen. Gleichzeitig wurde die Aktie zuletzt massiv abgestraft und hat alle Kursgewinne seit Ende 2010 wieder zunichtegemacht.

Das ist durchaus bemerkenswert. Denn wie wir zuvor gesehen haben, ist seitdem durchaus Einiges passiert. Umsatz und Gewinn sind jeweils um circa ein Drittel gestiegen. Der Wert ist heute also zweifelsohne günstiger als damals, doch man traut ProSiebenSat.1 eben auch nicht mehr viel zu.

Was ist mit der Dividende?

Das bislang erwartete Jahresergebnis von 2,29 Euro je Aktie dürfte aber kaum mehr zu erreichen sein und wohl eher unter 2,00 Euro liegen.

Das größere Problem wird für viele Aktionäre allerdings die Anpassung der Dividendenpolitik darstellen. Gerade die sehr hohe Dividende wurde von vielen Anlegern als Argument für die Papiere angeführt.

So beabsichtigt der Konzern, erstmals für das Geschäftsjahr 2018 (zahlbar im Jahr 2019), nur noch 50% des bereinigten Konzernjahresüberschusses als Dividende auszuschütten. Zuvor waren es stets 80-90%.

Im Gegenzug sollen für 250 Mio. Euro Aktien zurückgekauft werden. Rechnerisch ist der Unterschied nicht groß, psychologisch aber durchaus. Denn die Dividende fließt den Aktionären direkt zu, Buybacks nur sehr indirekt.

Bisher wurde vom Markt eine Dividende von 1,80 Euro je Aktie erwartet, jetzt muss man sich wohl eher auf 1,00 Euro einstellen.

Dadurch sinkt die Dividendenrendite schlagartig von 8,6% auf 5,6%. Das ist noch immer ordentlich, aber eine andere Hausnummer.

Im laufenden Geschäftsjahr kommt ProSiebenSat.1 also auf ein KGV von 8,4. Im Folgejahr könnte der Wert etwas schlechter ausfallen.

Das Unternehmen ist also keineswegs teuer und auch die Dividende stattlich. Doch sollten Gewinn und dementsprechend auch die Ausschüttung weiter rückläufig sein, werden nachhaltige Kursgewinne dennoch schwierig. Ohne positive Entwicklungen gibt es schlichtweg keinen Grund für Käufe.

Charttechnik und Trading

Die Aktie befindet sich in einem mehrjährigen Abwärtstrend und ist wieder einmal am unteren Ende der Spanne angelangt.

Die Chancen für eine Gegenbewegung stehen also gar nicht schlecht, auch wenn die übergeordnete Marschrichtung weiter abwärts ist.

Gelingt eine Rückkehr über 18,15 Euro, muss eine Erholung in Richtung 18,75 Euro eingeplant werden. Darüber wäre Platz bis 19,25 und 20,00 Euro.

Scheitert die Aktie allerdings am Abwärtstrend oder bei 18,15 Euro, könnte der Abverkauf munter weitergehen. Die nächsten Kursziele lägen dann bei 17 und 16 Euro.

20181108-prosiebensat-1-schock-auf-allen-ebenen-dividende-hinfaellig-langfristig20181108-prosiebensat-1-schock-auf-allen-ebenen-dividende-hinfaellig-wochenchart20181108-prosiebensat-1-schock-auf-allen-ebenen-dividende-hinfaellig

Handeln über LYNX Broker: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN