Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Newell Brands: Keine Aktie ist stärker eingebrochen

Von Zeit zu Zeit lohnt ein Blick auf die Aktien, die es am härtesten getroffen hat. Im Normalfall gibt es handfeste Gründe für den Abverkauf, doch die Börse neigt eben auch zu Übertreibungen. Daraus können sich natürlich Chancen ergeben.

Ganz oben auf der Liste steht derzeit Newell Brands. Kein Wert aus dem S&P 500 ist in den letzten 12 Monaten stärker eingebrochen. Die Kurse haben sich binnen eines Jahres mehr als halbiert.

Newell Brands ist einer der weltweit größten Hersteller von Marken-Konsumgütern, dazu zählen Haushaltswaren ebenso wie Büromaterialien, Wohnzubehör und Küchenartikel. In Deutschland dürfte wohl die Marke „NUK“ am bekanntesten sein.

Warum ist die Aktie eingebrochen?

Vor rund zwei Jahren hat das Unternehmen für rund 15 Mrd. USD Jarden Corp übernommen.
Der Zukauf war im Verhältnis sehr groß und überstieg den eigenen Börsenwert. Dennoch wurde die Transaktion an der Börse zunächst positiv aufgenommen, denn sie schien strategisch Sinn zu ergeben und entsprechende Synergieeffekte zu ermöglichen.

Am Ende wurden die Erwartungen allerdings nicht erfüllt. Die Integration stellte sich als schwieriger heraus als angenommen und die erhofften Resultate blieben aus.

Darüber hinaus wurden Schulden aufgenommen und die Aktienbasis verwässert. Denn ein bedeutender Teil der Übernahme wurde durch eine Kapitalerhöhung finanziert.

Hinzu kamen Probleme im US-Einzelhandel, wodurch alle Aktien des Sektors unter Druck standen.

Die Übernahme wurde also zu einem ungünstigen Zeitpunkt durchgeführt. Die Unsicherheit bei Newell war umso größer und dementsprechend kam die Aktie unter die Räder. Der Vorstand wurde scharf kritisiert und teilweise ausgetauscht. Auch der CEO wird Ende des Jahres seinen Posten räumen.

Was spricht gegen die Aktie?

Neben den bereits angesprochenen Problemen, belasten wohl vor allem zwei Punkte die Aktie. Der Ausblick ist schlichtweg schwach und man erwartet bis 2019 einen weitgehend stagnierenden Gewinn.
Darüber hinaus hat Newell zuletzt Tochtergesellschaften verkauft, um die Schulden zu reduzieren. Ob das derzeitige Umfeld vorteilhaft für Veräußerungen ist, darf durchaus infrage gestellt werden.

Die Karten sind also auf dem Tisch und es gibt zahlreiche Baustellen.

Was spricht für einen Kauf?

Die Stimmung ist also wieder einmal am Boden, die Verunsicherung bei den Anlegern groß. Doch wie sehen die Zahlen aus?

Im ersten Jahr nach der Fusion 2017 legte der Umsatz um 11% zu, durch die anhaltend hohen Kosten der Integration stagnierte das operative Ergebnis allerdings.

Im laufenden Geschäftsjahr sieht es etwas besser aus. Newell hat in den ersten beiden Quartalen jeweils die Gewinnerwartungen übertroffen. Dennoch ist die Aktie weiter auf dem Rückzug.

Unter der Oberfläche macht man aber handfeste Fortschritte. Die langfristigen Schulden wurden seit der Übernahme von 11,3 auf 9,3 Mrd. USD reduziert. Insgesamt wurden rund 3,4 Mrd. USD zurückbezahlt. Newell unternimmt also große Anstrengungen, um die Verpflichtungen zu reduzieren.

Durch den Verkauf zweier Töchter hat man obendrein rund 2,3 Mrd. USD an Barmitteln in der Bilanz.

Diese Fakten ignoriert der Markt derzeit und man darf die Frage stellen, ob der Kurssturz nicht zu weit geht.

Das sollte die Kurse stützen

Der Vorstand kommt zum selben Schluss und hat Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 2,5 Mrd. USD beschlossen, fast 25% des Börsenwerts.

Auch die Insider kaufen seit einigen Monaten vermehrt auf eigene Rechnung und gleich mehrere Großinvestoren sind eingestiegen.

Der berühmt-berüchtigte Carl Icahn hat in den vergangenen Monaten fast 7% der ausstehenden Aktien von Newell erworben. Mit Starboard Value ist ein weiterer aktivistischer Investor an Board. Es stehen also Veränderungen an und beide Parteien haben bereits Direktoren entsandt.

Bewertung und Ausblick

Newell kommt derzeit auf eine forward P/E von 9. Das kann man nicht gerade als teuer bezeichnen und liegt weit unter der historisch normalen Bewertung von 14, doch die Probleme sind eben groß. Die Dividendenrendite liegt indes bei 4,2% und scheint weiterhin gut finanziert zu sein.

Kommen wir zu der initialen Überlegung zurück. Es lohnt sich hin und wieder einen Blick auf die Liste der abgestürzten Aktien zu werfen, doch nicht annähernd jeder Wert ist deshalb auch gleich ein attraktives Investment.

Meistens ist recht schnell klar, dass ein Wert nicht infrage kommt. Bei Newell Brands gab es jedoch einige Hinweise, dass sich eine tiefergehende Analyse lohnen könnte und sollte der Turnaround gelingen, könnten die Kurse mittel- bis langfristig wieder deutlich höher stehen.

Aus charttechnischer Sicht sollte die Bodenbildung abgewartet werden. Gelingt dieser, besteht oberhalb von 22,50 USD die Chance auf einen Anstieg in Richtung 25 USD. Darüber hellt sich das Chartbild zunehmend auf.

Fällt die Aktie hingegen unter 20 USD, kommt es zu einem weiteren Verkaufssignal mit einem Kursziel bei 17 USD.

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