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Aktienanalyse:
MorphoSys: Gibt es das? Eine Zombie-Hürde führt zum Selloff!

Aktuelle Analyse der MorphoSys Aktie

Wenn man sich den Chart der deutschen Biotech-Aktie MorphoSys ansieht, fühlt man sich 20 Jahre zurückversetzt: Ins Jahr 2000, damals war MorphoSys im Zuge der Dot.Com-Blase steil gestiegen und noch viel steiler gefallen. Ganz so wild wie damals war die Rekordjagd zuletzt zwar nicht, aber der Absturz hatte eine Qualität, die an das Platzen der Blase vor knapp 20 Jahren erinnerte. Doch was wirklich verblüfft, ist: Es war offenbar auch eine Chartmarke von damals involviert. Ein Widerstand, der 20 Jahre alt und sozusagen „wiederauferstanden“ ist: das damals, am 21. Februar 2000, markierte Rekord-Verlaufshoch der Aktie bei 148,13 Euro.

Was war passiert? MorphoSys meldete am Montag vor Handelsbeginn, dass ein Kooperations- und Lizenzvertrag mit dem US-Biotechunternehmen Incyte unterzeichnet wird, mit dem die gemeinsame Vermarktung von Tafasitamab, einem in der klinischen Entwicklung befindlichen, auf dem MorphoSys-Antikörper MOR 208 basierenden Medikament im Bereich der Krebsbehandlung, vereinbart wird. Das Unternehmen erhält dafür von Incyte eine Vorauszahlung von 750 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus kann MorphoSys Meilensteinzahlungen von bis zu 1,1 Milliarden US-Dollar erhalten. Das war keine Nachricht, die einen Absturz der Aktie hätte auslösen dürfen. Und das tat sie zunächst ja auch nicht, wie der Chart zeigt:

Expertenmeinung: Die Aktie eröffnete mit einem gewaltigen Aufwärts-Gap von über sieben Prozent. Doch mit der Eröffnung setzten sofort Abgaben ein. Wieso? Lag es wirklich an diesem uralten Verlaufsrekord vom 21. Februar 2000 bei 148,13 Euro, der dadurch fast erreicht wurde? Auszuschließen wäre es nicht. Wenn man bedenkt, dass die MorphoSys-Aktie nach diesem Hoch derart brutal wegbrach, dass sie Ende 2002 zeitweise unter zwei Euro kostete, kann man sich durchaus vorstellen, dass einige, die damals gekauft hatten, Verkaufsorders im Markt liegen hatten, um ihr Geld endlich wiederzusehen. Damals, am Tag des Rekordhochs, lagen die Umsätze äußerst hoch, derartig hohe Umsätze sah man danach selten. Und am Montag war es nicht anders: Ein höheres Umsatzvolumen hatte man bei MorphoSys zuletzt im Frühjahr 2015 gesehen. Aber das war es sicher nicht allein, denn:

„Selling on good news“ dürfte ebenso zum Abriss der Aktie am Montag geführt haben, als sie am Handelsende nicht sieben Prozent höher, sondern gut neun Prozent schwächer aus dem Handel ging, gefolgt von erneuten Abgaben am Dienstag, die den Kurs um weitere knapp drei Prozent drückten. Immerhin hatte der Kurs binnen acht Wochen über 50 Prozent zugelegt, als MorphoSys am Montag zur Eröffnung bei gut 146 Euro notierte. Aber hieße das nicht, dass man hier ein Schnäppchen vorfindet, das nur „aus Versehen“ massiv unter Druck geriet?

Da wäre Vorsicht angebracht. Auch, wenn die Vereinbarung mit Incyte immense Summen in die Kassen spülen wird, operativ agiert das Unternehmen noch in der Verlustzone. Und dafür war das „Abklatschen“ des Rekordhochs aus der Zeit der Dot.Com-Blase schon ein Wort. Zwar findet man im Chart zwischen 105 und 115 Euro solide wirkende Unterstützungslinien. Aber die müssen nicht halten. Besser wäre abzuwarten, ob es gelingt, Widerstandslinien zurück zu erobern, das wäre ein verlässlicheres Indiz dafür, dass das bullische Lager imstande wäre, die Aktie wieder in die Spur zu bekommen. Hierfür wäre die 20-Tage-Linie eine mögliche Orientierung, die aktuell bei 127,50 Euro verläuft. Kann die zurückerobert werden, wäre in der Tat eine Chance da, dass es sich bei diesem Selloff an der uralten “Zombie-Hürde“ nur um einen Ausrutscher handelte.

Chart vom 14.01.2020, Kurs 120,20 Euro, Kürzel MOR | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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