Während die Bullen bei so mancher mit dem Halbleiter-Hype verbundenen Aktie immer wieder verbissen Widerstand leisten, wirkt es bei der Aixtron-Aktie, als habe man bereits aufgegeben. Was wäre hier nötig, um die Aktie wieder als bullisch einstufen zu können?
Um es kurz zu machen: Neue Argumente dafür, dass Aixtron relativ bald dergestalt durchstartet, dass der zu erwartende Gewinn pro Aktie Kurse über dem bisherigen Jahreshoch, das vor etwa einem Monat bei 62,44 Euro markiert wurde, rechtfertigt. Und ein Chartbild, das andeutet, dass die Verkäufer sich „ausgetobt“ haben und es daher gelungen ist, erste Widerstandslinien zurückzuerobern. Beides wäre derzeit aber keine einfache Sache.
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Expertenmeinung: Zum Wochenstart meldete der taiwanesische Chipgigant TSMC Vorab-Ergebnisse zum zweiten Quartal, die die hohen Erwartungen der Trader erfüllten. Aber sie lagen eben nicht so deutlich über den ambitionierten Wachstumsprognosen, dass sie imstande gewesen wären, dem Chipsektor und den mit ihm nach oben gelaufenen Zulieferern wie dem Anlagenbauer Aixtron neue Argumente zu liefern, warum diese Hausse umgehend die zweite Luft bekommen müsste.
In den USA standen die Zugpferde der Halbleiter-Hausse daraufhin am Montag kräftig unter Druck. Und damit wäre zumindest für den Moment die Chance, dass die Aixtron-Aktie auf Basis starker Bilanzdaten potenzieller Käufer ihrer Anlagen drehen könnte, vom Tisch.
Wichtiger wären dahingehend ohnehin die eigenen Zahlen. Wie lief das zweite Quartal, wie sieht Aixtron im Licht neuer Ergebnisse die Perspektive für das Gesamtjahr und darüber hinaus? Doch dafür muss man bis zum 30. Juli warten, erst dann stehen diese Ergebnisse an. Und ob diese dann gut genug ausfallen, um der Aktie eine Aufwärtswende zu ermöglichen, wird man erst einmal sehen müssen. Aber eigentlich eilt es ja auch nicht, denn:
Bei Chartbildern wie diesem und dem Wissen, dass die Hausse des gesamten Sektors zuletzt heiß gelaufen war, ist es nicht sinnvoll, zu versuchen, mit egal welchen dafür letztlich doch nicht tauglichen Methoden herausfinden zu wollen, wo denn vielleicht das Tief der Korrektur liegen könnte, um die Aktie daraufhin in einen intakten, kurzfristigen Abwärtstrend hinein einsammeln zu wollen. Hier sind derart viele Emotionen im Spiel, zugleich stehen noch so viele auch Aixtron beeinflussende Bilanzdaten bevor, dass diese „Methode“ in keiner Weise ratsam wäre.
Besser wäre es, abzuwarten, bis das Chartbild anzeigt, dass die Bullen hier wieder etwas bewegen können, idealerweise natürlich als Reaktion auf gute Zahlen vom Unternehmen selbst. Dazu müsste Aixtron über der Nackenlinien-Zone des markanten Doppeltopps schließen, das Anfang des Monats vollendet wurde. Diese in Kürze auch die 20-Tage-Linie einschießende Widerstandszone wartet bei 49,23/50,98 Euro. Natürlich würde man, wenn man ein bullisches Signal abwartet, nicht am Tief einsteigen. Aber da man, nüchtern betrachtet, immer erst im Nachhinein weiß, wo dieses Tief dann am Ende gelegen hat, ist die Hoffnung, „ganz unten“ einsteigen zu wollen, letzten Endes ja müßig. Solange die Abgaben weitergehen – und das tun sie bislang –, wäre Abwarten und im Auge behalten die bessere Lösung.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AIXA.DE/analyst-insights/

