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Daimler: Ärger, wohin man schaut – was ist da nach unten drin?

Dass die Jahre dynamischen Wachstums vorbei sind, das wusste man auch schon im vergangenen Herbst, als die Daimler-Aktie auf den höchsten Stand seit Anfang 2016 kletterte. Aber die Anleger hofften darauf, dass neben dem wichtigen Wachstumsmarkt China auch die USA für eine Belebung bei Umsatz und Gewinn des Daimler-Konzerns sorgen würden, weil dort das Wachstum anziehen würde, die Steuerreform ihre positive Wirkung entfalten würde. Was sie nicht tat. Und nicht nur deswegen bläst Daimler der Wind jetzt gewaltig ins Gesicht.

Aus der Hoffnung, dass der US-Absatz anziehen könnte, wurde berechtigte Sorge vor US-Strafzöllen speziell gegen europäische Automobilimporte, die immens negative Folgen hätten. Der Abstieg des Euro, der die Exportperspektiven insgesamt aufhellen würde, wenn sich die europäische Gemeinschaftswährung auf einem niedrigeren Level einpendeln würde, ist zunächst einmal gestoppt. Wie es da weitergeht, ist offen. Und jetzt erlebt auch noch die Abgasproblematik eine Neuauflage. Mit dem erzwungenen Rückruf hunderttausender Fahrzeuge steht Daimler auf einmal in den Schlagzeilen – im negativen Sinne.

Ende Mai war die Aktie auf dem Sprung, die Kurve nach oben zu kriegen, war schon an die 200-Tage-Linie gelaufen. Ein starker Handelstag, und eine Bodenbildung wäre vollendet worden, die die bullischen Trader hätte zurückholen können. Aber das war der Moment, an dem der US-Präsident sein Handelsministerium anwies zu prüfen, ob europäische Autoimporte die nationale Sicherheit der USA gefährden. Eine Posse, könne man meinen, aber das ist insofern ernst, als man zum einen damit rechnen muss, dass sich die Behörden dem Präsidenten beugen werden und dieser zum anderen im Fall der Bedrohung der nationalen Sicherheit auch ohne Zustimmung des Kongresses handeln könnte.

Die Aktie wurde daraufhin förmlich „abgeschossen“, fiel durch dem im Chart auf Wochenbasis eingezeichneten, aus dem Sommer 2016 stammenden mittelfristigen Aufwärtstrend und steuert jetzt auf das Tief von Ende Juli/Anfang August 2017 bei 59 Euro zu. Aufgrund der in einem Atemzug mit der Rücknahme der Zustimmung zur G7-Erklärung erwähnten Zielsetzung, sich jetzt umgehend darum zu kümmern, dass europäische Autos nicht mehr die Straßen der USA überfluten, dürfte Donald Trump in Bezug auf die Strafzölle wohl bald ernst machen. Natürlich darf man immer hoffen, dass das Ganze glimpflich ausgeht. Aber solche Hoffnungen verlieren mehr und mehr an Fundament.Chart vom 11.06.2018, Kurs 61,42 Euro, Kürzel DAI

Und sollte Daimler diese wichtige Unterstützung bei 59 Euro brechen, wäre das eine markante Intensivierung des ohnehin abwärts weisenden Trends. Der Wochenchart zeigt, wo die Aktie dann aus charttechnischer Sicht landen könnte, nämlich dort, wo der gerade gebrochene mittelfristige Aufwärtstrend im Sommer 2016 begann: bei 50,83 Euro. Hier stehen die Bären derzeit unangefochten am Ruder.

Chart vom 11.06.2018, Kurs 61,42 Euro, Kürzel DAI

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