Ist Walgreens ein Übernahmekandidat?

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Walgreens Boots Alliance
ISIN: US9314271084
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Zur Walgreens Boots Alliance Aktie

Walgreens ist ein einstiger Anlegerliebling, der inzwischen vollkommen in Ungnade gefallen ist.
Nach der Jahrtausendwende wurde die Aktie zeitweise mit einer P/E von 60 gehandelt.

Die Folge davon ist, dass der Kurs, trotz der starken geschäftlichen Entwicklung, heute noch auf demselben Niveau wie damals notiert.

Könnte die Situation heute umgekehrt sein? Das große Wachstum liegt womöglich hinter uns. Im Gegenzug ist Walgreens hochprofitabel und die Aktie ist außerordentlich günstig.

Das würde man nicht erwarten

Walgreens ist mit mehr als 21.000 Niederlassungen eine der weltweit führenden Apotheken-Ketten.

Auf den ersten Blick ein einfaches Geschäft, dass auch nicht unter der Pandemie leiden sollte.

Tatsächlich war der Wettbewerbsdruck in den USA, dem wichtigsten Markt des Unternehmens, in den letzten Jahren aber außerordentlich hoch.
Eine ganze Reihe von Fusionen und Übernahmen haben den Sektor nachhaltig verändert.

Inzwischen ist die Branche allerdings konsolidiert und die allermeisten Apotheken gehören wenigen Akteuren. Es dürfte die Zeit gekommen sein, in der die großen Apotheken-Betreiber den Fokus in Richtung Profitabilität verschieben.
Für Walgreens ist das eine erfreuliche Situation.

Zum Thema Pandemie kann man sagen, dass das Geschäft sehr viel stärker darunter gelitten hat, als man annehmen möchte. Der Umsatz stagnierte nahezu und das Ergebnis brach sogar von 5,99 auf 4,74 USD je Aktie ein.

Aktuelle Lage und Ausblick

In den letzten Monaten hat sich das geschäftliche Umfeld allerdings wieder deutlich aufgehellt. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres verzeichnete man wieder Wachstumsraten von 4,6% und 5,2%, hatte allerdings noch Probleme beim Ergebnis.

In der zweiten Jahreshälfte kam man auf zweistellige Wachstumsraten. Am Vortag wurden die Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt und die sahen wie folgt aus:

Der Gewinn lag mit 1,17 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,02 USD. Der Umsatz übertraf mit 34,3 Mrd. die Analystenschätzungen von 33,5 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 12,8% und einem Gewinnsprung um 28,1%.
Inzwischen hat man fünf Quartale in Folge die Erwartungen übertroffen.

Ferner kann sich auch der Ausblick sehen lassen. Walgreens erwartet, wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren.
Langfristig stellt man jährliche EPS-Steigerungen von 11-13% p.a. in Aussicht.  

Ob das erreicht werden kann, werden wir sehen. Selbst wenn man unter diesen Erwartungen zurückbleibt, ist die Bewertung von Walgreens keine große Herausforderung.
Aktuell kommt die Aktie auf eine forward P/E von 10,2. Um das zu rechtfertigen, muss nicht viel an Wachstum stattfinden. Falls es aber über 10% werden, wäre Walgreens ein echtes Schnäppchen.

Übernahmekandidat

Da man inzwischen auch den allergrößten Teil der Schulden, die durch die Übernahme eine Reihe von Zukäufen entstanden sind, getilgt.

Allein in den letzten 12 Monaten hat man die langfristigen Schulden von 12,20 auf 7,67 Mrd. USD reduziert.
Das zeigt, wie profitabel Walgreens unter der Oberfläche wirklich ist.

Denn der gemeldete Gewinn ist ein deutliches Understatement. Der freie Cashflow lag im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr bei 4,18 Mrd. USD.

Daher kann sich der Aristokrat neben einer Dividendenrendite von 3,68% auch stetige Buybacks leisten. In den letzten fünf Geschäftsjahren hat man die Zahl der ausstehenden Aktien von 1,08 Milliarden auf 864 Millionen reduziert.

All das spricht dafür, dass die wahre Profitabilität von Walgreens deutlich höher ist, als man mit einem Blick auf das KGV erahnen kann.
Sonst wäre man nicht dazu in der Lage, eine Dividende in dieser Höhe zu zahlen und gleichzeitig auch noch Schulden zu tilgen und Aktien zurückzukaufen.

Walgreens kommt inklusive Schulden nur auf einen EV/FCF von 12,1. Das macht das Unternehmen zu einem Übernahmekandidaten und dementsprechend kursierten auch immer wieder Gerüchte in dieser Richtung.

Chart vom 15.10.2021 Kurs: 50,77 Kürzel: WBA - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.10.2021 Kurs: 50,77 Kürzel: WBA – Tageskerzen

Walgreens hat den langfristigen Abwärtstrend überwunden und sendet zunehmend positive Signale.
Gelingt jetzt ein Ausbruch über 52,00 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit einem möglichen Kursziel bei 55,00 – 56,00 USD.
Über 57,00 USD würde sich das Chartbild spürbar aufhellen.

Für antizyklischen Anleger wäre der Bereich zwischen 49,00 und 46,50 USD interessant.

Fällt die Aktie hingegen nachhaltig unter 45,00 USD, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

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Walgreens ist eine der weltweit führenden Apotheken-Ketten. Das Geschäft spült jährlich Milliarden in die Kassen. Ist Walgreens ein Übernahmekandidat? Vielleicht. Bis dahin kann man 3,61% Dividende kassieren.

Entspannung

Mit mehr als 21.000 Niederlassungen ist Walgreens eine der weltweit führenden Apotheken-Ketten.

Man möchte meinen, dass das ein einfaches und einträgliches Geschäft ist. Bis zu einem gewissen Grad stimmt das auch.
In den USA, dem wichtigsten Markt von Walgreens, ist der Wettkampf allerdings sehr hart und die Erstattungen durch Versicherer werden ständig gesenkt.

Das hat dazu geführt, dass der Umsatz von Walgreens zwar stetig gestiegen ist, die Margen allerdings unter Druck kamen.

Inzwischen ist der Markt in den USA weitgehend konsolidiert und wenige große Ketten beherrschen den Sektor. Daher sollte der Wettbewerbsintensität nachlassen.

Darüber hinaus führen die Lockerungen zu einer deutlichen Verbesserung des geschäftlichen Umfelds.

Übernahmekandidat?

Eine Sache scheint im US-Gesundheitswesen sicher zu sein: Eine stetige Konsolidierung, vertikal wie auch horizontal.
Pharmakonzerne, Versicherer, Apotheken und Großhändler kaufen sich gegenseitig und sammeln gleichzeitig noch Krankenhäuser und Arztpraxen ein, als wäre es Spielzeug.

Gigantische Übernahmen sind in dieser Branche keine Seltenheit. Vor einigen Jahren wurde für 30,5 Mrd. USD St Jude Medical übernommen, CVS schluckte für 69 Mrd. USD Aetna, Celgene ging für mindestens 74 Mrd. USD über den Tisch, Allergan für 63 Mrd. und Express Scripts für 67 Mrd. USD.

Walgreens stand ebenfalls schon in Fokus. Berichten zufolge verhandelte man zeitweise mit KKR und das Management selbst schien auch interessiert.

Seitdem sind schon knapp zwei Jahre vergangen, doch unter dem Strich wäre ein Deal heute womöglich interessanter als jemals zuvor.
Der Kurs von Walgreens ist heute auf demselben Niveau.

So profitabel ist Walgreens wirklich

Allerdings hat man zwischenzeitlich die Zahl der ausstehenden Aktien von 995 auf 866 Millionen Stück reduziert.
Darüber hinaus hat man massiv Schulden abgebaut und die langfristigen Verbindlichkeiten von 12,4 auf 7,7 Mrd. USD gesenkt.

Die Unternehmensbewertung inklusive Schulden ist heute 11,4 Mrd. niedriger als vor zwei Jahren.

Das ist wirklich erstaunlich und zeigt gleichzeitig, wie profitabel das Unternehmen ist. Das Kapital für derartige Buybacks und eine gleichzeitige Schuldenreduzierung entsteht schließlich nicht aus heißer Luft.

Hinzu kommen noch mehr als 3,0 Mrd. USD, die man als Dividende ausgeschüttet hat.
All das wurde in etwas mehr als zweieinhalb Jahren bewerkstelligt.

Nun werden Sie sich bestimmt die Frage stellen, wie hoch der Börsenwert von Walgreens heute ist. Es sind „nur“ 44,20 Mrd. USD.

Das entspricht einem P/FCF von 8,9. Man könnte also durchaus argumentieren, dass sich eine Übernahme von selbst finanzieren würde.

Kommt mir bekannt vor

Die Situation erinnert mich stark an Allergan. Der Botox-Hersteller konnte ebenfalls über Jahre hinweg Fortschritte erzielen und der Aktienkurs stagnierte trotzdem.

Am Ende wurde Allergan von AbbVie für einen P/FCF von 11,1 übernommen.
(Mega-Deal: Jetzt AbbVie oder Allergan kaufen? 9% Dividende?)

Vergleiche hinken zwar, denn Walgreens ist nicht Allergan. Aber Cashflow ist Cashflow.

Daher würde es mich nicht wundern, wenn früher oder später ein Interessent anklopft und Walgreens übernimmt.
Womöglich einer der großen Versicherer, der eine stärkere vertikale Integration anstrebt. Die meisten Deals der letzten Jahre in dieser Branche haben genau darauf abgezielt.

Oder eben nicht

Bis dahin kann man sich die Wartezeit mit einer Dividendenrendite von 3,61% entlohnen lassen.

Operativ scheint es auch immer besser zu laufen. In den letzten drei Quartalen hat man jeweils die Erwartungen übertroffen und die Prognose erhöht.

Trotz alledem ist das Sentiment extrem bärisch, man traut dem Unternehmen nicht viel zu.
Anders sind die aktuellen Konsensschätzungen für das Gesamtjahr nicht zu erklären.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte Walgreens das Ergebnis um 10,7% steigern und für das Gesamtjahr stellt man ein Plus von 10% in Aussicht.
Trotzdem erwartet der Markt nur einen Anstieg des Gewinns um 6% auf 5,05 USD je Aktie.

Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass man auch in Q4 wieder die Erwartungen übertreffen wird.

Chart vom 03.09.2021 Kurs: 51,72 Kürzel: WBA - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 03.09.2021 Kurs: 51,72 Kürzel: WBA – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Lage ebenfalls interessant. Der starke Newsflow könnte Walgreens weiteren Auftrieb verleihen.
Das nächste Kursziel liegt bei 52,50 USD. Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 55-57 USD.

Für antizyklische Anleger wäre der Bereich zwischen 49 und 50 USD interessant.

Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie jedoch nicht unter 46,50 USD fallen.

Die Walgreens-Aktie hat einen Boden ausgebildet und den mehrjährigen Abwärtstrend überwunden. Könnte die Aktie sogar ein Übernahmekandidat sein?

Dividenden-Aristokrat

Walgreens ist der größte US-Betreiber von Apotheken und einer der weltweit führenden Pharmagroßhändler.
Zwei Drittel des Umsatzes entfallen auf verschreibungspflichtige Medikamente.

Das ist ein krisensicheres Geschäft und das dürfte auch einer der Gründe sein, warum es Walgreens zum Dividenden-Aristokraten geschafft hat.
Inzwischen hat das Unternehmen die Ausschüttung 44 Jahre infolge erhöht.

Man darf also erwarten, dass das in dieser Weise fortgesetzt wird und die ohnehin schon stattliche Dividendenrendite von 4,52% weiter steigen wird.

Leisten kann man sich die Ausschüttung jedenfalls, der Cashflow würde auch das Doppelte hergeben. Daher kauft man gleichzeitig auch noch in erheblichem Umfang eigene Aktien zurück.

Das Uhrwerk

Walgreens bewegt sich trotz all dieser Punkte meist unter dem Radar. Das Geschäft ist langweilig und es gibt kaum Überraschungen.
Es gibt also wenig zu berichten – scheinbar.

Denn langfristig summieren sich die vermeintlich unspektakulären Fortschritte. In den letzten zehn Jahren stieg der Umsatz von 72,18 auf 139,6 Mrd. USD.

Gewinn und Cashflow haben sich ebenfalls verdoppelt. Die Dividende wurde im selben Zeitraum von 0,75 auf 1,84 USD je Aktie erhöht.

Der Kurs macht das Gegenteil

Seit der Übernahme des Alliance Boots im Jahr 2014 geht es mit dem Kurs dennoch stetig abwärts.

Dabei war der Kaufpreis vollkommen in Ordnung und ergab auch strategisch Sinn. Schließlich konnte Walgreens sein Portfolio durch den Chemie- und Gesundheitskonzern sinnvoll erweitern, geografisch diversifizieren und auch in Europa zu einem der größten Pharmagroßhändler aufsteigen.

Zuvor war man ohnehin schon mit 45% an Alliance Boots beteiligt und kaufte dann für 5,29 Mrd. USD die restlichen Anteile.

Im Jahr 2017 übernahm man dann noch 2.200 Apotheken vom Mitbewerber Rite Aid. Der Kaufpreis war mit 4,4 Mrd. USD ebenfalls in Ordnung und eine sinnvolle Erweiterung des eigenen Apotheken-Netzes.

Die Zahlen sprechen auch eine klare Sprache. Der Umsatz ist seit dem Kauf von Alliance Boots von 76,4 auf 139,5 Mrd. USD gestiegen.
Das Ergebnis kletterte von 2,00 auf 4,74 USD je Aktie.

Der freie Cashflow legte von 2,78 auf 4,11 Mrd. USD zu.
Die Zahl der Aktien wurde von 965 auf 880 Millionen Stück reduziert und die langfristigen Schulden von 18,7 auf 12,2 Mrd. USD gesenkt.

Amazon oder Übernahme?

Bei den Anlegern scheint es aber nicht anzukommen, der Kurs spricht eine klare Sprache. Die Aktie hat mehr als die Hälfte an Wert verloren.

Was drückt, ist die Angst vor Amazon als Versandapotheke. Sicherlich wird sich der Online-Gigant einen gewissen Teil des Marktes schnappen, ihn aber sicherlich nicht disruptiv zerstören.
Amazon kann nicht die ganze Welt und jede Branche beherrschen.

Das zeigt auch die gestrige Meldung, dass Amazon das Healthcare-Joint-Venture mit Berkshire und JP Morgan aufgelöst hat. Man sei gescheitert.

Wer könnte zuschlagen?

Dass Walgreens attraktiv sein könnte scheinen auch einige Investoren erkannt zu haben. In den letzten Monaten kursierten immer wieder Übernahmegerüchte.
KKR war wohl am Unternehmen interessiert und angeblich bereit 70 Mrd. USD auf den Tisch zu legen.

Der Milliardär und ehemalige CEO Pessina, der rund 17% der Anteile am Unternehmen hält, scheint wohl auch Interesse zu haben.

Weit hergeholt sind diese Überlegungen nicht.
Inklusive Schulden kommt Walgreens derzeit auf ein EV (Enterprise Value) von 47 Mrd. USD, erwirtschaftet zuletzt aber einen freien Cashflow von 4,1 Mrd. USD.

Gelingt das laufende Sparprogramm würde der FCF bis Ende 2022 auf über 6,0 Mrd. USD steigen.
Für einen Investor ist das eine einfache Rechnung. Eine Übernahem würde sich von selbst finanzieren.

Daher ist es auch nur folgerichtig, dass Walgreens alle frei verfügbaren Mittel in Buybacks steckt. Im gerade erst abgelaufenen Geschäftsjahr hat man nahezu jede zwanzigste Aktie eingezogen.

Chart

Aus technischer Sicht ist die Lage ebenfalls interessant. Walgreens hat über Wochen hinweg einen Boden ausgebildet und den mehrjährigen Abwärtstrend überwunden.

Mögliche Kursziele liegen bei 43 und 45 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung 50 USD frei.

Chart vom 05.01.2021 Kurs: 41,40 Kürzel: WBA – Tageskerzen | LYNX Online Broker
Chart vom 05.01.2021 Kurs: 41,40 Kürzel: WBA – Tageskerzen