Metro Aktie aktuell METRO: Lieber den Spatz in der Hand …?

News: Aktuelle Analyse der Metro Aktie

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Metro
ISIN: DE000BFB0019
Ticker: B4B
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Zur Metro Aktie

Dass sich die METRO-Anteilseigner jetzt sagen, dass man doch lieber den Spatz in der Hand nehmen als auf die Taube auf dem Dach warten sollte, darauf setzt der tschechische Großinvestor EP Global Commerce, indem er am Sonntagabend ein Übernahmeangebot für die Aktien des METRO-Konzerns avisierte. 30 Prozent hält EP Global Commerce bereits am Großhandelskonzern, jetzt würde man gerne auch den Rest übernehmen. Dabei würde man den gesetzlichen Mindestangebotspreis bieten, der, abhängig von dessen Berechnung durch die BaFin, in etwa bei 8,48 Euro für die im Chart abgebildete Stammaktie liegen dürfte. Das ist nicht gerade ein Aufschlag, den man von einem Übernahmeangebot erhoffen würde, denn diese 8,48 Euro lägen kaum über dem Schlusskurs des Freitags.

Trotzdem sprang die Aktie am Montag als Reaktion auf dieses avisierte Angebot an und über dieses Gebotsniveau hinaus. Warum? Weil allemal auch mehr drin sein könnte.

Expertenmeinung: Jetzt beginnt hier eine interessante Pokerpartie. Der METRO-Vorstand kommentierte diese 8,48 Euro, indem man erklärte, damit sei das Unternehmen mit insgesamt 3,08 Milliarden Euro bewertet, das sei erheblich zu wenig. Mag schon sein. Aber EP Global Commerce setzt bei diesem niedrigen Preis auch auf entnervte Anleger. Denn 2019 ist der Versuch von EP Global Commerce, die restlichen METRO-Aktien zu übernehmen, gescheitert. Da aber hatte man für die Stammaktie nicht 8,48 Euro, sondern noch satte 13,80 Euro geboten. Jetzt setzt man darauf, dass die Anleger durch den im vergangenen November begonnenen und durch die Corona-Krise noch beschleunigten Abstieg der Aktie und die entgangene Chance des Vorjahres hinreichend mürbe geworden sind, um zu einem weitaus niedrigeren Preis zu verkaufen.

Dabei ist zweifellos auch EP Global Commerce klar, dass die jetzt im Raum stehenden 8,48 Euro pro Stammaktie nicht das letzte Wort sind, deswegen setzten die Trader auch am Montag darauf, dass die Tschechen nachlegen werden. Aber wenn sie das tun, dann nur bis zu einem Punkt, der immer noch einen für sie günstigen Preis bedeuten würde. Doch wo der „letzte Preis“ liegen könnte, ist natürlich offen, da lässt sich EP Global Commerce natürlich nicht in die Karten schauen. Es wäre denkbar, dass man bis zu einem gewissen Grad nachlegt, wenn man dazu durch eine anziehende Aktie quasi gezwungen wird, so dass  es sein kann, dass Anleger, die genau darauf wetten, im Fall eines Ausbruchs über die obere Begrenzung der mittelfristigen Seitwärtsspanne bei 9,32 Euro weiter kaufen.

Aber wer da mit an den Pokertisch will, sollte realisieren, dass es allemal auch sein kann, dass der METRO-Vorstand und die Anleger auch bei etwas höheren Geboten ablehnend reagieren und am Ende wieder gar nichts bleibt, weder der Spatz in der Hand noch die Taube auf dem Dach. Würde EP Global Commerce diesen Versuch wieder einstampfen, weil eine Übernahme bei Kursen über einem gewissen Level unattraktiv wird, kann sich die Aktie über Nacht plötzlich auf wieder dem harten Boden wiederfinden, von dem aus sie jetzt versucht, durchzustarten.

Chart vom 14.09.2020, Kurs 8,96 Euro, Kürzel B4B | Online Broker LYNX

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Metro Aktie

Die Aktie des Handelskonzerns METRO startete mit einem Plus von über drei Prozent in den Dienstag. Beendet hat sie ihn allerdings mit einem Minus von 0,8 Prozent. Und da der Eröffnungskurs in etwa auch das Tageshoch war, darf man resümieren: Dieser Versuch, die Aktie aus ihrem zu Jahresbeginn wieder aufgenommenen Abwärtstrend zu befreien, ging daneben. Was vor allem daran lag, dass die Nachricht, die den Kurssprung zur Eröffnung auslöste, bei genauem Hinsehen doch nicht so umwerfend war.

METRO meldete, dass die real-Märkte an die SCP Group und X+Bricks verkauft würden. Doch das war keine wirkliche Neuigkeit. Dass real verkauft werden soll, wussten die Anleger, auch, dass METRO diese Transaktion bis Ende Januar abgeschlossen sehen wollte. Aktuell ist es zwar Mitte Februar, aber immerhin ist die Sache jetzt ausgestanden. Doch man kann vermuten, dass die Investoren angesichts der erlösten Summe nicht begeistert waren. Zusammen mit dem Verkauf der Aktivitäten in China bringt der Ausstieg dem Konzern einen Nettomittelzufluss von 1,5 Milliarden Euro. Was nach viel klingt, aber bei einem Umsatz von 27 Milliarden und einem Bruttoergebnis knapp über vier Milliarden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 (bis 30.9.2019) stellt sich die Frage, ob diese Summe ein „Game Changer“ sein kann, der entscheidend mithilft, die METRO wieder auf den Pfad dynamischer Gewinne zurück zu führen. Die Antwort am Dienstag lautete, wie der Chart zeigt: eher nicht.

Expertenmeinung: Diese Skepsis spiegelt sich auch in Kreisen der Analysten wider. Das Gros der Experten sieht die METRO als Halteposition. Daran änderte sich auch nichts, als die METRO im vergangenen Jahr die Absicht bekanntgab, sich von unprofitablen Bereichen zu trennen. Und die im Dezember mitgeteilte, unternehmenseigene Perspektive für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr 2019/2020, den Umsatz der nach den Verkäufen verbleibenden Bereiche organisch zwischen 1,5 und 3,0 Prozent steigern zu wollen, war keine, die imstande gewesen wäre, dieses Bild auf den Kopf zu stellen.

Rein fundamental betrachtet wäre die Meldung über den Erlös des real-Verkaufs zwar keine, die die Aktie zwingend tiefer drücken müsste. Aber dass es als Reaktion darauf zu einem Intraday-Turnaround nach unten kam und das Tageshoch ausgerechnet genau an der 20-Tage-Linie als nächstgelegenem Widerstand lag, zeigt, dass die bärischen Trader die Lage im Griff haben. Es ist daher fraglich, ob sich allzu viele Marktteilnehmer einem solchen Abwärtsschwenk entgegenstellen. Und es ist andererseits denkbar, dass so mancher Leerverkäufer dieses gestrige Minus als Einladung versteht, die nächsten, mittelfristigen Unterstützungen der METRO-Aktie anzupeilen. Diese potenziellen Supportmarken wären das Tief vom Dezember 2018 bei 11,50 Euro und das bisherige Allzeittief der Aktie vom Juli 2018 bei 10,02 Euro. Die Möglichkeit, dass der Kurs weiter in Richtung dieser Ankerpunkte abdriftet, ist mit dem gestrigen Handelstag zumindest gestiegen.

METRO Aktie Chart vom 11.02.2020, Kurs 12,21 Euro, Kürzel B4B | Online Broker LYNX

 

METRO will so schnell wie möglich zu einem Großhändler werden, der gezielt Gastronomen und kleinere Einzelhändler beliefert. Das normale Retail-Geschäft wie die Real-Supermärkte wird verkauft, die Aktivitäten in China sind bereits veräußert. Wenn man sich den Verlauf der Aktie so ansieht, sieht man die Anleger förmlich mit den Schultern zucken. Wird diese Metamorphose wirklich Zug in Umsatz- und Gewinnentwicklung bringen? METRO setzt darauf, aber mancher scheint zu zweifeln, denn die Aktie steht kurz vor der Vollendung einer Trendwendeformation nach unten.

Das Problem ist, dass es derzeit im Einzelhandel kaum möglich ist, große Umsatz- und Gewinnsprünge zu machen. Der Markt ist weltweit verteilt. Und wo noch großes Konsumwachstum möglich wäre, wird das derzeit durch die Verunsicherung bei Verbrauchern und Unternehmen hinsichtlich der Perspektiven gebremst. METRO hatte am Abend des 11. Dezember die Bilanz des am 30.9. endenden Geschäftsjahres 2018/2019 vorgelegt. Der Umsatz stieg minimal, der operative Gewinn kam ein wenig zurück. Und für das angelaufene Geschäftsjahr 2019/2020 soll alles in etwa in den bestehenden Dimensionen laufen, bevor 2021 dann wieder Schwung in die Entwicklung kommen soll. Es scheint, dass dieser Zeitrahmen für viele Marktteilnehmer zu weit gesteckt ist, so dass sie daraufhin aus- und nicht einsteigen. Und das birgt die Chance, dass die Bären hier zeitnah zum Zuge kommen könnten.

Expertenmeinung: Wenn man sich überlegt, dass METRO eine Dividende von 0,70 Euro auszahlen will und damit auf Basis des Schlusskurses des 19.12. mit einer beeindruckenden Dividendenrendite von fünf Prozent glänzt, wiegt es umso schwerer, dass die Investoren die Aktie derart stur links liegen lassen. Man sieht eben momentan keine Basis für nennenswerte Gewinnsteigerungen. Und das macht die METRO-Aktie für gezielte Short-Attacken verwundbar. Entscheidend ist da die Zone 13,55/13,90 Euro.

Sie stellt die Nackenlinien-Zone einer sich bereits über das gesamte Jahr hinweg ausbildenden Schulter-Kopf-Schulter-Formation dar. Am Mittwoch und Donnerstag war der Kurs bereits in diese Zone hineingerutscht und konnte sich zum Handelsende daraus lösen. Aber so, wie sich das Gesamtbild aktuell darstellt, wäre der Bruch dieser Zone nur eine Frage der Zeit. Denn während Leerverkäufer unterhalb dieses Supports erst wieder im Bereich um 11,50 Euro auf eine markante Unterstützung treffen würden, müssten sich die Käufer durch mehrere Charthürden über den Level des November-Hochs bei 15,28 Euro hinaus kämpfen, um ein taugliches, bullisches Signal zu generieren. Dass man eine solche Sisyphos-Arbeit ernsthaft angehen will, lässt sich in diesem Chart nicht erkennen. Das ist eine Aktie, die man mit Blick auf eine spekulative Trading-Chance Short im Auge behalten sollte.

Chart vom 19.12.2019, Kurs 14,00 Euro, Kürzel B4B | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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