Euronext: Kann man jetzt zuschlagen?

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Euronext
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Es gibt wenig legale Geschäfte, die so profitabel sind, wie der Betrieb von Börsenplätzen. Sollte man da nicht dabei sein und die jüngste Korrektur zum Einstieg bei der Euronext nutzen?

Monopole

Börsenbetreiber. Ich kann nicht zählen, wie viele Analysen ich über die Jahre hinweg zu Börsenbetreibern aller Herren Länder geschrieben habe. Ganz überwiegend fiel das Fazit positiv aus.

Das Wachstum ist zwar nicht unendlich groß, im Gegenzug handelt es sich aber in aller Regel um monopolartige Strukturen.
Nehmen wir als Beispiel Deutschland. Der allergrößte Teil des Börsenhandels findet über Xetra statt, Punkt.

In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. In sehr großen Märkten wie den USA gibt es zwar mehrere Börsenbetreiber, die aber meist unterschiedliche Schwerpunkte, getrennt nach Assetklassen, haben. Faktisch handelt es sich auch dort um Duo- sowie Monopole.

Dasselbe gilt für Euronext, die die wichtigsten Börsenplätze in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo und Paris betreibt.

Auf Einkaufstour

In Summe konnte man den Umsatz in den letzten fünf Geschäftsjahren von 496 auf 884 Mio. Euro steigern. Die operative Marge ist mit über 50% außerordentlich hoch.

Derartige Margen sind nur möglich, wenn man enorme Preissetzungsmacht hat, und das haben in der Regel nur Monopole.

Das Ergebnis legte im selben Zeitraum von 2,57 auf 4,12 Euro je Aktie zu, wobei ein Großteil der Gewinnsteigerungen im letzten Jahr stattgefunden hat.
Dem Börsenboom sei Dank.

In der Branche werden aber auch ständig Übernahmen durchgeführt. Seit Jahr und Tag kauft ein Börsenplatz den anderen – und immer so weiter.
Im Falle von Euronext wurde der letzte Zukauf in diesem Jahr vollzogen. Man schluckte für 4,444 Mrd. Euro die Mailänder Börse (Borsa Italiana).

Finanziert wurde die Transaktion wie folgt: 1,8 Mrd. Euro über Schulden, 1,8 Mrd. Euro über die Ausgabe neuer Aktien, 0,6 Mrd. über den Verkauf von Beteiligungen und 0,3 Mrd. Euro Cash.
Ohne zu sehr auf die Details einzugehen, der Kaufpreis war aus meiner Sicht sehr hoch, aber vertretbar.
Immerhin hat man das 16x des EBITDA auf den Tisch gelegt.

Perspektivisch zahlt sich der Kauf solcher Assets aber nahezu immer aus. An der Börse hat das Thema auch keine Kursverwerfungen ausgelöst, man scheint mit der Übernahme also tendenziell d’accord zu sein.

Ausblick und Bewertung

Durch den jüngsten Rücksetzer ist die Aktie wieder auf ein technisch interessantes Niveau zurückgekommen.
Ab 85 Euro reihen sich die Supports regelrecht auf. Derzeit zeichnet sich eine Bodenbildung ab.
Ausgehend von dieser Basis könnten die Kurse wieder anziehen. Über 90 und 95 Euro käme es jeweils zu Kaufsignalen.
Solange die Aktie nicht per Wochenschluss unter 82 Euro fällt, sitzen die Bullen fest im Sattel.

Chart vom 20.12.2021 Kurs: 85,40 Kürzel: ENX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 20.12.2021 Kurs: 85,40 Kürzel: ENX – Wochenkerzen

Rutscht die Aktie allerdings unter 82 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 75 und 69-70 Euro gerechnet werden.

Auf diesem Niveau wäre die Aktie für antizyklische Investoren zunehmend interessant. Bei 70 Euro läge das KGVe beispielsweise bei 16,1.
Das ist für die gegebenen Eigenschaften der Euronext vertretbar. In den letzten fünf Jahren wurde durchschnittlich ein KGV von 18,4 gezahlt.

Das bedeutet allerdings auch, dass wir uns aktuell mit einem KGVe von 20,0 auf einem leicht erhöhten Bewertungsniveau befinden.

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