Zwei Profiteure der Glasfaser-Revolution: Charter und Frontier

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Charter Communication - A
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Zur Charter Communication - A Aktie

Charter Communications ist ein Investoren-Liebling und Outperformer, Frontier Communications könnte bisher vollkommen unterschätzt werden. Beide haben ihre Vorzüge, welche passt besser zu Ihnen?

Investorenliebling

Charter Communications ist mit über 31,9 Millionen Kunden einer der größten US-Kabelnetzbetreiber. Das Angebot umfasst ein weites Spektrum, dazu gehören auch Video on Demand sowie Pay-per-View und zahlreiche werbebasierte Onlineservices.

Die Aktie ist ein langfristiger Outperformer, womöglich das beste Unternehmen der Branche und ein Liebling der Großinvestoren.
Trotzdem kommt es auch hier immer wieder zu größeren Korrekturen. Vor dem aktuellen Fall war das zuletzt im Corona-Crash der Fall und davor 2018.

Damals hatte ich mich bereits positiv zur Aktie geäußert. (Link – Es sind nur noch einleitenden Worte online) Anschließend legte die Aktie von 300 auf 820 USD zu.

Häufig sind größere Rücksetzer also nicht. Grund genug, um die aktuelle Lage zu sondieren.

Klare Sache

Charter hatte in der Vergangenheit ein echtes Verständnisproblem. Vor allem Kleinanleger konnten sich auf die Aktie keinen Reim machen.
Das Wachstum war zwar hoch, doch Charter erzielte keinen Gewinn.

Es wäre ein leichtes gewesen, die Gründe dafür zu finden, zumindest wenn man sich die Mühe macht und Geschäftszahlen auch interpretieren kann.

Operativ war man zu jedem Zeitpunkt profitabel, man investierte nur ständig, zum Beispiel in den Ausbau des Kabelnetzes. Dadurch konnte man Millionen an neuen Kunden gewinnen.
Man meldete zwar kaum oder keinen Gewinn, erwirtschaftete aber bereits Milliarden an operativem und freiem Cashflow.

Bis heute verdient man unter der Oberfläche wesentlich mehr, als die meisten Anleger mit einem Blick auf das KGV vermuten würden.

Lassen wir die Zahlen sprechen

Doch auch beim KGV sieht es immer besser aus. Charter Communications erwirtschaftet inzwischen mehr als man noch reinvestieren könnte. Daher steigt der gemeldete Gewinn in großen Schritten und jedem wird plötzlich bewusst, was hier los ist.

Betrachtet man die Zahlen, wird klar, warum Charter ein langfristiger Outperformer ist. Der Umsatz konnte in den letzten zehn Jahren von 7,20 auf 48,10 Mrd. USD gesteigert werden.
Die operative Marge verbesserte sich in diesem Zeitraum von 14,5% auf 17,6%.

Der gemeldete Gewinn legte von -3,75 auf 15,40 USD je Aktie zu.

Hier hätten wir bereits einen klaren Hinweis gehabt, dass Charter den Gewinn „kleinrechnet“.
Nehmen wir exemplarisch das Geschäftsjahr 2011: Wie kann es sein, dass man eine operative Marge von 14,5% hat, aber einen Verlust von -369 Mio. USD (=-3,75 USD je Aktie) meldet?
Die Lösung ist simpel: Charter meldet absichtlich so wenig Gewinn wie möglich, oder in diesem Fall sogar einen Verlust.

Dieser Eindruck bestätigt sich mit einem Blick auf den Cashflow noch weiter. Bereits damals hat man einen operativen Cashflow von 1,74 Mrd. USD erzielt, also im laufenden Geschäft 1,74 Mrd. USD mehr eingenommen als ausgegeben.

Ausblick und Bewertung

Das setzt sich bis heute fort, wenngleich die Diskrepanz zwischen den Zahlen immer geringer wird.
Das Zahlenwerk ähnlich in seiner Struktur, also nicht den absoluten Zahlen oder Wachstumsraten, aber in seiner Struktur, denen von Amazon.

Im letzten Geschäftsjahr hat man beispielsweise einen Gewinn von 3,22 Mrd. USD gemeldet, was 15,40 USD je Aktie entspricht.
Der freie Cashflow lag allerdings bei 6,61 Mrd. USD, was 30,80 USD je Aktie entspricht.

Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Gewinn um 46% auf 22,52 USD je Aktie steigen und für 2022 und 2023 werden Wachstumsraten von 25-38% erwartet.
Die forward P/E im nahezu abgeschlossenen Geschäftsjahr liegt bei 29,9. Darf man den Prognosen Glauben schenken, wird die P/E im neuen Jahr dann auf 21,7 sinken.

Bei den enormen Wachstumsraten ist das eine vollkommen vertretbare Bewertung. Vor allem mit Blick auf die Tatsache (Cashflow), dass die realwirtschaftlichen Gewinne noch höher sein dürften.

Je nachdem welche Kennzahl und welches Multiple man anlegt, kommt man auf Sicht von 24 Monaten auf Kursziele zwischen und 900 und 1.200 USD.

Chart vom 25.11.2021 Kurs: 673 Kürzel: CHTR - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 25.11.2021 Kurs: 673 Kürzel: CHTR – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Aktie zum Ausbruchsniveau der letzten Rallye zurückgekommen. Es wäre gut möglich, dass Charter bei 670 USD einen Boden ausbilden wird.
Prozyklische Kaufsignale ergeben sich über 710 USD. Dann wäre der Weg in Richtung 740 – 750 USD frei. Darüber rückten Kursziele bei 800 und 825 USD in den Fokus.

Fällt die Aktie hingegen nachhaltig unter 670 USD, wäre eine Ausdehnung der Korrektur in den Bereich zwischen 600 und 625 USD denkbar.
Für antizyklische Investoren wäre das ein interessantes Niveau.

Veraltetes Netz?

Im Zuge der Recherche bin ich auch auf Frontier Communications (FYBR) gestoßen. Das Unternehmen gehört ebenfalls zu den größten Kabelbetreibern in den USA.
Das Netz ist allerdings größtenteils veraltet.

Was auf den ersten Blick abschreckend wirkt, könnte sich noch als gutes Geschäft herausstellen.
Denn 6,8 der 11,8 Millionen in Besitz befindlichen Kupfer-Leitungen lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand in Glasfaser-Anbindungen umwandeln.

Um das umzusetzen, hat man von AT&T ein Team von Spezialisten abgeworben, die dort schon die Erneuerung von rund 10 Millionen Leitungen begleitet haben.

Je nach Region wären diese Leitungen anschließend 2.500 – 4.000 USD mehr Wert. Der Umbau kostet unterdessen deutlich weniger und kann zu einem bedeutenden Teil aus dem laufenden Cashflow finanziert werden.
Dadurch dürfte mit der Zeit ein erheblicher Mehrwert geschaffen werden.

… mit erheblichem Potenzial?

Darüber hinaus besitzt man bereits mehr als drei Millionen Glasfaser-Leitungen.
Man könnte durchaus die Rechnung aufmachen, dass dieser Bereich für sich genommen schon den ganzen Unternehmenswert von Frontier rechtfertigt.

Cable One, ein reiner Glasfaser-Betreiber, kommt beispielsweise auf eine Bewertung von 15,1 Mrd. USD. Das Unternehmen besitzt 2,7 Mio. Leitungen mit 1,02 Mio. Kunden.

Frontier hat 3,2 Mio. Glasfaser-Leitungen und 1,36 Mio. Kunden und kommt auf eine Bewertung von 14,3 Mrd. USD.
Ende 2022 dürfte die Zahl der Glasfaser-Anschlüsse bereits bei 5,0 Mio. liegen. Der Rest ist einfache Mathematik.

Chart vom 25.11.2021 Kurs: 34,88 Kürzel: FYBR - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 25.11.2021 Kurs: 34,88 Kürzel: FYBR – Tageskerzen

Bei Frontier könnte sich die Rallye also unvermindert fortsetzen. Antizyklische Einstiegsmarken liegen bei 33 sowie 30 und 27-28 USD.

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