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Dieses Szenario haben wir bei der Beiersdorf-Aktie in den letzten Jahren mehrfach gesehen: Der Konzern legt seinen Ausblick für das angelaufene Jahr vor und die Aktie fällt wie vom Blitz getroffen. Auch diesmal lief es so. Die Frage ist: Könnte das eine Kaufgelegenheit werden?
2025 war in Sachen Wachstum bei Beiersdorf nichts geboten. Der starke Euro drückte beim Auslandsgeschäft auf die Marge, das Konsumumfeld war unerfreulich, die US-Zölle kamen noch hinzu. So gesehen war ein nominal gegenüber 2024 unveränderter und organisch um 2,4 Prozent höherer Jahresumsatz eher respektabel als enttäuschend. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte leicht gesteigert werden, basierend auf einer etwas höheren EBIT-Gewinnmarge. Beim Gewinn pro Aktie summierte sich das dann unter dem Strich auf 4,25 Euro pro Anteilsschein nach 4,05 Euro im Jahr 2024.
Das war nicht inspirierend, aber in diesem für Konsumgüter nicht guten Umfeld dennoch eine solide Leistung. Aber die war es auch nicht, die den Anlegern gestern quer im Magen lag, der Ausblick war es, der die Abgaben auf die am Montagabend vorgelegten Ergebnisse auslöste.
Denn Beiersdorf sieht da schlicht kein Wachstum. Beim Umsatz peilt man ein unverändertes bis leicht höheres Ergebnis in einem betont schwierigen Marktumfeld an. Zugleich sieht man die EBIT-Gewinnmarge aber leicht unter dem Niveau von 2025, was hieße: Selbst bei einem leicht anziehenden organischen Umsatz würde eine niedrigere Marge einen Anstieg des Gewinns ausbremsen. Aber musste die Aktie deswegen derart massiv fallen?
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Expertenmeinung: Das ist eine Frage, die man sich durchaus stellen kann. Einerseits ist dieser Ausblick eine Enttäuschung, was die bisherigen Analystenerwartungen angeht, denn da hatte man mit einem Anstieg beim Gewinn pro Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich kalkuliert. Außerdem lag die durchschnittliche Prognose für den jetzt mit 4,25 Euro pro Aktie gemeldeten Gewinn seitens der Experten etwas höher. Andererseits könnte man in dem derzeitigen Umfeld eigentlich, nüchtern betrachtet, froh sein, dass Beiersdorf 2025 den Gewinn etwas steigern konnte und ihn 2026 wenigstens in etwa halten will.
So gesehen wirkt dieser Selloff von gut 20 Prozent eher überzogen, zumal die in früheren Jahren mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis in der Region 30 bis 40 zu hohe Bewertung auf Basis eines angenommenen 2026er-Gewinns von 4,20 Euro und dem aktuellen Kursniveau nur noch bei 20 läge. Und die früher lächerlich magere Dividendenrendite läge jetzt, bei einem Euro Ausschüttung, nur noch im Bereich „mager“, das „lächerlich“ ließe sich streichen.
Allerdings sollte man auch die charttechnische Seite im Blick haben. Dieser Kurseinbruch hat die durch die Tiefs 2025 definierte Supportzone bei 87/88 Euro durchschlagen – das ist ein markant bärisches Signal. Zwar würde die breite, potenzielle Unterstützungszone aus den Tiefs der Jahre 2019 bis 2022 zwischen 77,62 bis 81,86 Euro jetzt nahe liegen, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt, die könnte den Kurs auffangen. Aber sie muss es nicht. Daher wäre man besser beraten, nicht allzu forsch ins fallende Messer zu greifen und zumindest abzuwarten, ob es gelingt, die Beiersdorf-Aktie mit Schlusskursen über 88 Euro wieder in die Handelsspanne des Jahres 2025 zurückzuziehen.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 02.03.2026:
https://www.beiersdorf.de/presse/presse-informationen/alle-pressemitteilungen/2026/03/02-jahresergebnis-2025-beiersdorf-waechst-trotz-marktabschwaechung-derma-entwickelt-sich-ueberdurchschnittlich
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