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Aus der Abbildung des historischen Kursverlaufs ziehen beispielsweise Experten der Chartanalyse Schlüsse für die zukünftige Kursrichtung. Trends, Muster, Linien und markante Kursbewegungen werden auf Zeichen von Stärke und Schwäche hin analysiert. Daraus leiten die Charttechniker dann ab, ob entweder einen Anstieg oder ein Rücksetzer wahrscheinlicher ist. Die Haupthypothese der Charttechniker ist, dass alle öffentlich zugänglichen kursrelevanten Informationen zur Aktie (die Fundamentaldaten) bereits im Aktienpreis enthalten seien, so dass deren Interpretation keinen Mehrwert biete. Aus dem vergangenen Kursverhalten hingegen, das alle Erwartungen, Hoffnungen und Handlungen der Aktionäre widerspiegelt, würden sich Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung ziehen lassen.

Chartunterstützungen und Widerstände

Eine wichtige Rolle spielen dabei (massen)psychologische Effekte, die Angebot und Nachfrage beeinflussen, man spricht vom sogenannten „Herdentrieb“. So orientieren sich viele Anleger beispielsweise an runden Kursmarken z.B. 100 Euro oder an Kursniveaus, bei denen es bereits in der Vergangenheit zu „Wendepunkten“ kam. Charttechniker sprechen beispielsweise von Chartunterstützungen (Unterstützungslinien oder -zonen), wenn sich der Kurs über einem in der Vergangenheit relevanten Kurslevel befindet und von Chartwiderständen (Widerstandslinien oder -zonen), wenn sich der Kurs aktuell unter einer entsprechend markanten Marke befindet. Als sehr bedeutend für die zukünftige Kursentwicklung gilt es, wenn ein maßgebliches Level unter- oder überschritten wird. Ein Unterschreiten wird negativ gewertet, ein Überschreiten als „Chartausbruch“ entsprechend positiv.

Indikatoren ergänzen die Chartanalyse

Oft werden im Rahmen der charttechnischen Analyse auch noch sogenannte Indikatoren als „Kursbarometer“ eingesetzt. Indikatoren sind aus der Kursentwicklung bzw. dem Chart abgeleitete Kennziffern aus denen Chartanalysten Kauf- und Verkaufssignale generieren. Dabei wird nach unterschiedlichsten Philosophien ein Kurslevel definiert, bei dem sich der Erwerb oder Verkauf einer Aktie basierend auf historischen Daten gelohnt hätte. Ein Signal kann beispielsweise das Über- oder Unterschreiten einer charttechnisch wichtigen Marke (z.B. Unterstützung oder Widerstand) sein. Aber auch der Kreuzungspunkt verschiedener Indikatoren kann ein Kaufsignal generieren. Beispiele für Indikatoren sind gleitende Durchschnittslinien, das Momentum, die Relative Stärke, der MACD-Indikator oder.

Gleitender Durchschnitt oder Moving Average

Der Gleitende Durchschnitt oder Moving Average glättet beispielsweise die Kursdaten eines Charts. Dazu werden die Werte einer bestimmten Periode addiert und durch die Anzahl der Kurse dividiert. Ein Moving Average bildet Trendsituationen ab, indem kleinere Kursschwankungen ausgeblendet werden. Für den GD 50 beispielsweise werden die letzten 50 zurückliegenden Schlusskurse aufaddiert und das Ergebnis dann durch 50 geteilt. Aus charttechnischer Sicht gilt als Kauf- bzw. Verkaufssignal, wenn ein kurzfristiger GD einen längerfristigen schneidet. Dabei wird das Kreuzen von unten nach oben als Kaufsignal und der umgekehrte Fall als Verkaufssignal gewertet.

Der Momentum Indikator

Der Momentum Indikator misst die Geschwindigkeit und Dynamik von Trendbewegungen. Das Momentum soll beispielsweise anzeigen, wenn innerhalb eines Trends eine „Überhitzung“ vorliegt. Divergenzen warnen oft frühzeitig vor einer Trendwende oder Abschwächung des betrachteten Werts oder Markts. Zur Berechnung wird vom aktuellen Kurs der Kurs von vor n Perioden abgezogen. Wird der Indikator beispielsweise für einen Tageschart ermittelt, so lautet die Formel für das 10-Tage-Momentum Schlusskurs t – Schlusskurs t-10. Der Indikator schwankt (oszilliert) um eine Nulllinie. Je nachdem ob der aktuelle Kurs höher oder niedriger als vor 10 Tagen liegt er entweder im positiven Bereich oder im negativen Bereich. Das Momentum reagiert sehr schnell auf Veränderungen in der Trendstärke und liefert Handelssignale vor allem dann, wenn sich eine mögliche Trendwende andeutet.

Die Relative Stärke

Die Relative Stärke gibt Aufschluss darüber, ob sich eine Aktie stärker oder schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt. Der Relative-Stärke-Indikator (RS) setzt die Kursentwicklung einer Aktie in Relation zum Kursverhalten eines Vergleichsindex (z.B. DAX). Die prozentuale Kursveränderung der Aktie wird hierzu durch die Veränderung des Aktienindex im selben Zeitraum geteilt. Je größer der RS, desto stärker ist die Aktie im Vergleich zum Index gestiegen. Ist der RS sehr klein, dann hat sich die Aktie im Betrachtungszeitraum entsprechend schwächer entwickelt als der Markt.

Der Relative Strength Index oder RSI

Der Relative Strength Index oder Relative-Stärke-Index (kurz: RSI) ist ein im Bereich von 0 % bis 100 % oszillierender Indikator, der von Welles Wilder zur Messung des Momentums von Aktien entwickelt wurde. Dabei werden für jede Aktie für einen Zeitraum von meist 14 Tagen Relativwerte berechnet, so dass verschiedene Aktien miteinander vergleichbar werden. Gemäß Wilders Theorie zeigt ein Überschreiten der 70 % Marke ein mögliches Ende eines Aufwärtstrends an und ein Unterschreiten der 30 % Marke die mögliche Trendwende eines Abwärtstrends.

Der MACD-Indikator

Der MACD (Abkürzung für Movering Average Convergence Divergence) ist einer der am häufigsten verwendeten charttechnischen Indikatoren. Er wird aus drei exponentiell geglätteten gleitenden Durchschnitten ermittelt und mit zwei ozillierenden Linien dargestellt. Die erste Linie stellt die Differenz des exponentiell geglätteten 12-Tage GD und des exponentiell geglätteten 26-Tage GD dar. Von dieser ersten (meist schwarzen) Linie wird der 9-Tage GD gebildet und als sogenannte Signallinie (meist rot) abgebildet. Die Schnittpunkte der beiden Linien gelten unter Charttechnikern als Kauf- bzw. Verkaufssignale. Kreuzt beispielsweise die schwarze Linie die Signallinie von oben nach unten, so liegt ein Verkaufssignal vor. Im umgekehrten Fall wird ein Kaufsignal erzeugt. Besonders aussagekräftige Signale werden in Aufwärts- und Abwärtstrends generiert, in Seitwärtsphasen kommt es dagegen häufig zu Fehlsignalen.

Kritik: Selbsterfüllende Prophezeiung und ungeklärter Nutzen

Kritiker stellen die statistische Relevanz der Chartanalyse in Frage und bemängeln, dass diese oft zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird, sobald sich die Mehrheit der Marktteilnehmer entsprechend der Prognose verhält. Für einige Marktteilnehmer gleichen die charttechnischen Methoden der Astrologie oder dem „Kaffeesatz Lesen“.

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