AF Gruppen: Über 5% Dividende und dazu noch ordentlich Wachstum

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AF Gruppen
ISIN: NO0003078107
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Ticker: AFG
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Währung: EUR
Zur AF Gruppen Aktie

In Deutschland dürften die wenigsten Anleger jemals von AF Gruppen gehört haben. Das Unternehmen ist vornehmlich in Norwegen und Schweden aktiv, ist aber auch im europäischen Kontext eines der größten Bauunternehmen.

AF Gruppen bietet eine Vielzahl von Services im Bausektor ab, diese umfassen den Bau von Straßen, Eisenbahnstrecken, Häfen, Flughäfen, Tunnel und Anlagen für die Energieerzeugung.
Dabei deckt man in vielen Bereichen die komplette Wertschöpfungskette ab, von der Planung, über den Bau, Instandhaltung, Renovierung bis hin zum Abriss.

Tatsächlich ist der Rückbau von Großanlagen ein wichtiger Geschäftsbereich. Man ist also auch im Bereich Abriss und Recycling tätig.

Weitere wichtige Segmente sind Ingenieurstätigkeiten sowie das Offshore-Segment. AF Gruppen gehört zu den wenigen Unternehmen, die ganze Ölplattformen abbauen und fachgerecht entsorgen können.

In der Regel wären das keine Sektoren, die mich übermäßig interessieren würden. Schwierig zu skalieren, kapitalintensiv und margenschwach.
AF Gruppen scheint allerdings etwas besonderes zu sein.

Das Unternehmen hat einen phänomenalen Trackrecord. Seit dem Börsengang 1997 ist der Aktienkurs durchschnittlich um mehr als 20% per annum gestiegen. Wie ist das in diesen Branchen gelungen?

Simpel aber nicht einfach

Die Antwort ist relativ einfach, aber wenn es jeder könnte, würde es jeder machen. Bei AF Gruppen hat man eine besondere Unternehmenskultur und ein Händchen für Zukäufe.
Nahezu die Hälfte der Mitarbeiter hält Anteile an AF Gruppen. Die Interessen sind also auf Linie.

In der Unternehmensgruppe wird ein besonderer Fokus auf eine gemeinsame Kultur gelegt. AF hat es sich auf die Fahne geschrieben, einen Mehrwert für alle zu schaffen. Für Kunden wie auch Mitarbeiter, die Gesellschaft und die Aktionäre.

Bei Übernahmen greift man auf ein etabliertes (Bewertungs-) System, welches sich nunmehr seit Jahrzehnten bewährt hat und zahlreiche Faktoren, auch abseits von harten Zahlen, berücksichtigt.

Gleichzeitig ist der Konzern dezentral aufgestellt. Die Entscheidungsbefugnisse, aber auch die Verantwortung, liegt bei den Managern vor Ort.
Hier wären wir gleich beim nächsten Thema. Ich war seit jeher ein Freund davon, leitende Positionen intern zu besetzen. Bei AF trifft das in 80% der Fälle zu.

Offene Posten werden vor allem intern besetzt. Das trifft selbst auf Vorstände wie den derzeitigen CEO und den CFO zu.
CEO Tøftum ist bereits seit 2006 im Unternehmen und hat es in dieser Zeit vom Production Manager bis zum Konzernchef gebracht.

Genug der schönen Worte

In Summe hat das dazu geführt, dass man den Umsatz in der zurückliegenden Dekade von 7,27 auf 26,94 Mrd. NOK steigern konnte.

Wie bereits angesprochen, ist ein bedeutender Teil des Wachstums auf Übernahmen zurückzuführen. Daher ist die Zahl der Aktien in diesem Zeitraum von 76 auf 106 Millionen Stück gestiegen.

Da das Ergebnis gleichzeitig von 3,85 auf 9,27 NOK je Aktie gesteigert werden konnte, ist offensichtlich, dass damit ein echter Mehrwert geschaffen wurde.

Ferner hat sich das Geschäft im Zuge der Analysetätigkeit als weitaus weniger kapitalintensiv herausgestellt, als man annehmen möchte.
Die jährlichen Investitionen (CapEx) ist erstaunlich niedrig und lag in der jüngeren Vergangenheit nur bei 20-30% des operativen Cashflows.

Den Großteil des restlichen Kapitals schüttet AF Gruppen als Dividende aus. Dem Unternehmen ist also die Quadratur des Kreises gelungen.
Hohes Wachstums, im Branchenvergleich hohe Margen, ein starker Cashflow und eine Dividendenrendite von 5,5%.

Ausblick und Bewertung

Derzeit kommt AF Gruppen auf ein KGVe von 21,0. Im neuen Jahr könnte der Wert bereits auf 18,5 sinken.
Bei den vorliegenden Charakteristiken ist das attraktiv.
In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 20,1.

Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass das Unternehmen rückblickend den Gewinn um 10% p.a. steigern konnte und gleichzeitig noch üppige Dividenden ausgeschüttet hat.
Das man mit die besten Margen der Branche hat, versteht sich da fast von selbst.

Aber Sie werden mit Fug und Recht fragen, was die Vergangenheit hilft, wenn die Zukunft nicht auch aussichtsreich ist.

Glücklicherweise gibt uns der Vorstand einen sehr klaren Ausblick. 2020 hat man angekündigt, dass der Umsatz bis 2024 auf über 40 Mrd. NOK gesteigert werden soll.
Die EBIT-Marge soll von 5,8% auf 7,0% steigen und es soll mindestens die Hälfte des Gewinns als Dividende ausgeschüttet werden.
Beim Return on Invested Capital werden 20% anvisiert.

Das sind beeindruckende Ziele, stellt sich nur die Frage, ob man sie auch erreichen kann.

Da steht wie immer in den Sternen. Beim ROIC ist man auf Zielkurs und die Steigerung der EBIT-Marge ist nicht hoch gegriffen.
Das Wachstum soll weitgehend gehalten werden. Der Vorstand erwartet im Endeffekt also „nur“ eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Entwicklung.

Darüber hinaus muss man ganz klar sagen, dass strategische Ziele in der Vergangenheit sehr zuverlässig erreicht oder übertroffen wurden.

Wenn man dem Vorstand und dem Unternehmen sein Vertrauen schenkt, ist der Rest einfache Mathematik.
Eine EBIT-Marge von 7% und 40 Mrd. NOK Umsatz entsprächen einem EBIT von 2,8 Mrd. NOK.

Das würde nahezu einer Verdopplung des EBIT von 1,48 Mrd. NOK im Geschäftsjahr 2020 bis 2024 bedeuten, also Wachstumsraten von knapp über 17% pro Jahr. Selbst wenn man kein steigendes KGV erwartet, entspräche das der realistischen Renditeerwartung.

Chart vom 30.11.2021 Kurs: 193 Kürzel: AFG - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 30.11.2021 Kurs: 193 NOK Kürzel: AFG – Wochenkerzen

Für Investoren ist die Gesamtsituation also durchaus interessant. Aus technischer Sicht reihen sich die Unterstützungen ab 190 NOK in 5er -Schritten auf. Die markantesten liegen bei 185 sowie 170 und 165 NOK.
Tiefere Kurs sind aus heutigen Sicht unrealistisch.

Kursziele auf der Oberseite liegen bei 205 sowie 215 NOK (extrapoliert).

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