Benjamin Graham

Er gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, die als Basis für das Value Investing gilt.

Graham kam ursprünglich aus einer relativ wohlhabenden Familie. Das änderte sich jedoch, als er neun Jahre alt war. Sein Vater starb. Grahams Mutter hatte bedauerlicherweise nicht denselben Geschäftssinn wie ihr Ehemann und investierte ihr Vermögen an der Börse, kurz vor der Panik von 1907. Hierdurch geriet die Familie langfristig in finanzielle Probleme. Diese Erfahrung sorgte dafür, dass Graham in seiner späteren Laufbahn den Erhalt von Kapital als das wichtigste Investitionskriterium erachtete.

Nach seinem Studium begann Graham, damals 20 Jahre alt, bei Newburger, Henderson and Loeb an der Wall Street zu arbeiten. Er arbeitete sich hoch von jemandem, der die Kurse auf der Tafel mitschrieb, bis hin zum Händler. 1925 verdiente er angeblich $500.000, eine enorme Summe zu dieser Zeit. 1926 machte er sich dann mit seinem Partner Jerome Newman selbstständig. Unglückliches Timing, denn 1929 verlor die Firma während des Börsencrashs enorm viel Geld. Graham und Newman arbeiteten fünf Jahre ununterbrochen, um diesen Verlust wieder auszugleichen. Dies war deutlich schneller als der Markt im Allgemeinen; denn dieser brauchte 25 Jahre, um sich vom Crash zu erholen. Danach sollten Graham und Newman auf Jahresbasis nie wieder Geld für ihre Kunden verlieren.

Neben einer Karriere an der Wall Street wurde Graham auch Akademiker an der Columbia University, wo er einen äußerst erfolgreichen Kurs zum Thema „Anlegen“ gab. Er schrieb auch ein gefragtes Buch in diesem Bereich: „The Intelligent Investor“. Dieses Buch wurde 1949 herausgegeben und ist ein echter Klassiker, der noch heute in vielen Bücherregalen zu finden ist.

Grahams Buch „The Intelligent Investor“ bezieht sich mehr auf eine Charaktereigenschaft als auf reine Intelligenz. Man muss nicht hochbegabt sein, um ein erfolgreicher Investor zu werden. Was nötig ist, ist die Fähigkeit Gefühle auszuschalten, Disziplin, eine langfristige Vision und der Glaube an eine erfolgreiche Methode.

Graham ist der Mentor von Warren Buffett, dem weltweit berühmtesten Value-Investor. Der Einfluss von Graham auf Buffett kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Beide betrachten die Anschaffung einer Aktie nicht als ein Stück Papier, das hoffentlich an Wert zunimmt, sondern als die Anschaffung eines ganzen Unternehmens, einschließlich aller Gewinne, Schulden, Vermögensgegenstände und zukünftiger Umsätze.

Sowohl Graham als auch Buffett sind der Meinung, dass die Börse, kurzfristig gesehen, ineffizient ist. Der Kurs einer Aktie kann in kurzer Zeit stark von seinem „Wert“ abweichen, was jedoch vornehmlich „Rauschen“ oder relative Willkür ist, und womit Sie sich nicht weiter aufhalten müssen.

Langfristig folgt der Börsenkurs immer dem fairen Wert. Investieren wird so im Prinzip relativ einfach: gründliche Nachforschungen anstellen, um den Wert eines Unternehmens festzustellen. Je höher der Wert hinsichtlich des Börsenkurses ist (von Graham auch Sicherheitsmarge genannt), desto reizvoller ist es, diese Aktien zu kaufen. Danach müssen Sie sich nur noch in Geduld üben, denn der Wert wird früher oder später im Aktienkurs auftauchen. Sie müssen natürlich weiterhin überprüfen, ob sich inzwischen am inneren Wert des Unternehmens nichts geändert hat.

Laut Graham ergibt diese Herangehensweise eine Sicherheitsmarge und ist somit risikomeidend (er sprach sich zum Beispiel auch für Verteilung aus und vermied Technologieaktien). Wenn der Kurs einer Aktie bereits weit unter dem wirklichen Wert eines Unternehmens liegt, ist das Risiko gering, dass er noch weiter abfällt. Selbst wenn die Leistungen des Unternehmens hinter den Erwartungen zurückbleiben.

“To achieve satisfactory investment results is easier than most people realize; to achieve superior results is harder than it looks.“

Benjamin Graham (1894 – 1976) gilt als der Vater des Value-Investors: Investoren, die überwiegend Aktien auswählen, weil sie den inneren Wert für erheblich höher halten als das, was auf der Börse für die Aktie gezahlt wird. Man könnte es Sparsamkeit nennen, aber bei Graham ist es vor allem eine konservative Strategie, die seiner Lebensgeschichte entspricht.

Seine relativ simple und wenig glamouröse Systematik erweist sich als äußerst erfolgreich. Das zeigt sich nicht allein in Grahams eigenen Leistungen, sondern vor allem auch in den Leistungen seiner Schüler.

Hier eine kleine Übersicht:

 ZeitraumØ/JahrØ S&P/Jahr
Grahams Graham-Newman Corporation21 Jahre20,0%12,2%
Walter J. Schloss, WSJ Partnership28 Jahre21,3%8,4%
Tom Knapp & Ed Anderson16 Jahre20,0%7,0%
Warren Buffett (pre Bershire Hathaway), Buffett Partnership13 Jahre29,5%7,4
Bill Ruane, Sequoia Fund14 Jahre17,2%10,0%
Charles Munger’s, Overall Partnership14 Jahre19,8%5,0%
Rick Guerin, Pacific Partners Overall Partnership19 Jahre32,9%7,8%

16% durch die Strategie von Benjamin Graham

Anhand dieser Kriterien (ohne das Kriterium der Dividende) verbuchte ein Portfolio mit 20 Aktien, die diese Ansprüche erfüllten, in den vergangenen 10 Jahren eine Rendite von 16%, während der Benchmark S&P 500 nicht mehr als 4% jährlich erbrachte. Kurzum, Grahams Kriterien sind immer noch mehr als relevant!

Der echte Wert eines Unternehmens

Die Voraussetzung für diese Methode ist natürlich, dass der Investor in der Lage ist, den echten Wert eines Unternehmens mit einem vernünftigen Maß an Zuverlässigkeit zu ermitteln. Graham verwendet die folgenden einfachen Auswahlkriterien zur Bestimmung von Aktien, in die es sich zu investieren lohnt:

Liquidität 3. Grades (Current Ratio): 2 oder höher

Langfristige Verbindlichkeiten: Höher als Umlaufvermögen (current assets)

durchschnittlicher Gewinn pro Aktie der letzten 3 Jahre: 1,3 mal den durchschnittlichen 10-Jahres-Gewinn pro Aktie und höher

Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E Raio) der letzten 3 Jahre: 15 und niedriger

Kurs-Buchwert-Verhältnis (P/B Ratio) x Kurs-Gewinn-Verhältnis: 22 und höher

Zwei Jahrzehnte kontinuierliche Auszahlung von Dividenden

Auf dem heutigen Markt ist das zuletzt genannte Kriterium (kontinuierliche Auszahlung von Dividenden über zwei Jahrzehnte hinweg) nahezu unerreichbar, vor allem in Kombination mit den anderen Faktoren. Daher wird dieses Kriterium von den meisten Anhängern dieser Strategie nicht berücksichtigt.

Sie möchten diese Strategie selber anwenden und suchen nach geeigneten Kandidaten? Glücklicherweise müssen wir dank des Internets nicht tagelang in Jahresberichten stöbern und Bilanzen entwirren. Mithilfe eines Stock-Screeners können Sie Ihre Kriterien eingeben und bekommen so eine Auswahl an Aktien ermittelt. Die Financial Times geht sogar noch einen Schritt weiter und hat selbst eine Vorauswahl von Grahams Kriterien getroffen. Mit einem Knopfdruck bekommen Sie unmittelbar ein Ergebnis aus einer Datenbank von 38.000 Aktien.

Sollte man noch etwas über Warren Buffett wissen, das bisher noch nicht erwähnt wurde? Wenig. Sein Track-Record spricht für sich. Seine Holding, Berkshire Hathaway (ein ehemaliges Textilunternehmen) hat unter seiner konsequenten Führung eine jährliche Rendite von 24% erzielt, und das über eine Zeitspanne von 32 Jahren. Viele glauben, dass dies der beste Track-Record der Geschichte ist.

Disclaimer

Dieses Handbuch ist nach bestem Wissen und Gewissen formuliert. Eine exakte Korrektheit und Vollständigkeit kann nicht gewährleistet werden. Damit entbindet Sie dieses Handbuch nicht davon, in Zweifelsfragen, insbesondere wenn hierbei wirtschaftliche Einbußen drohen, beispielsweise bei einem Vermögensberater oder Börsenexperten nachzufragen. LYNX führt keine Wertpapierberatung durch. Keine der Formulierungen, Aussagen, Wörter oder Erläuterungen in diesem Handbuch stellt eine Handelsempfehlung seitens LYNX dar.

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