Der Monat der Wahrheit steht bevor: Am 3. November 2020 finden die US-Präsidentschaftswahlen statt. Wie die Börsen auf das (vielleicht angefochtene) Ergebnis reagieren werden, ist ungewiss. Bei solchen Unsicherheiten hilft nur eins: Mit System und statistischem Vorteil handeln.

In diesem Artikel fokussieren wir uns auf Strategien, die zwar von einer Aufwärtsbewegung profitieren würden, die aber auch Kursrückgänge abfedern könnten. Mit den richtigen Optionskombinationen lassen sich dafür passende Lösungen finden.

Für den Monat November werden wir Kandidaten vorstellen, die historisch gesehen im November eine robuste Wertentwicklung bewiesen haben und nur in den seltensten Fällen eine überschaubare negative Performance verzeichneten.

Aktien und ETFs, die im November eine sehr gute Wertentwicklung aufweisen

In dieser Analyse haben wir für Sie die amerikanischen Aktien und ETFs herausgefiltert und auf Herz und Nieren geprüft, die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • In den letzten 10 Jahren konnten sie in mindestens 90% der Fälle zwischen dem 1. November und dem 30. November eine positive Wertentwicklung aufweisen.
  • Die durchschnittliche Wertentwicklung sollte mindestens +3% betragen.
  • Die schlechteste Wertentwicklung durfte nicht mehr als 10% Wertverlust aufweisen.
  • Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der Optionen auf diese Basiswerte sollte mindestens 10.000 Kontrakte betragen.

Wir ziehen in dieser Analyse ausschließlich Basiswerte in Betracht, die an US-amerikanischen Börsen gehandelt werden, da diese Werte die beste Handelbarkeit im Optionshandel aufweisen.

Nach Anwendung der Kriterien wie oben geschrieben stechen 5 Basiswerte heraus:

US TickerNameAnzahl der November Monate mit positiver WertentwicklungDurchschnittliche Rendite im NovemberBester November-MonatSchlechtester November-Monat
XLIIndustrial Select Sector SPDR Fund103.40%9.10%0.90%
COSTCostco Wholesale Corporation104.90%14.50%0.90%
DISThe Walt Disney Company94.00%16.70%-0.20%
FDXFedEx Corporation93.80%10.00%-2.70%
MATMattel, Inc.95.10%29.20%-2.00%

Die durchschnittliche Rendite dieser Basiswerte lag im November zwischen 3,40% und 5,10%.

Die schlechtesten Kursentwicklungen beliefen sich je nach Basiswert auf -2,70% bis +0,90%. Das heißt aber nicht, dass diese Verluste zukünftig nicht höher ausfallen könnten. Dies sollte auf jeden Fall im Hinterkopf behalten werden, wenn auf Basis dieser Analyse Trades eingegangen werden.

Wir ziehen heute den ETF mit der Bezeichnung Industrial Select Sector SPDR Fund (US Ticker: XLI) in Betracht. Dieser ETF umfasst Unternehmen aus den folgenden Branchen: Luft- und Raumfahrt und Verteidigung, Industrie, Verkehrsinfrastruktur, Maschinen, Luftfracht und Logistik, elektrische Ausrüstung, Bau und Technik.

Die durchschnittliche Rendite des ETFs XLI in Höhe von 3,40% im November ist attraktiv und der schlechteste Monat wies immerhin noch einen Gewinn von 0,90% auf. Zwar weisen die anderen Basiswerte eine bessere durchschnittliche Rendite auf, der XLI ist aber breiter diversifiziert als eine einzelne Aktie und seine Trefferquote beträgt unschlagbare 100%. Eine Trefferquote von 100% bedeutet, dass der ETF in den letzten 10 Jahren den jeweiligen November immer mit einer positiven Kursentwicklung abgeschlossen hat.

Verlauf des XLI über 1 Jahr:

Der XLI konnte in den letzten drei Monaten nur vorübergehend Kursgewinne verzeichnen und notiert aktuell ungefähr auf demselben Stand wie Anfang August. Dadurch, dass beide US-Präsidentschaftskandidaten vorhaben, die Infrastruktur des Landes zu erneuern, dürfte der ETF, der Unternehmen aus dem Infrastruktur-Bereich beinhaltet, profitieren, egal wie die Wahl ausgeht.

Der vorgestellte Bull Call Spread würde von einer Aufwärtsbewegung profitieren. Der vorgestellte Bull Put Spread würde von einer Seitwärts- oder Aufwärtsbewegung profitieren. Doch auch eine Abwärtsbewegung bis zum Basispreis der verkauften Put Option würde den maximalen Gewinn liefern.

Mit einem Bull Call Spread auf den XLI die mögliche Rendite vervielfachen

Als Strategie eignen sich Bull Call Spreads für Positionen, für die Sie ein klares Kursziel im Visier haben. Bull Call Spreads sind auch insofern attraktiv, dass sie ein begrenztes Verlust-Risiko aufweisen.

In unserem Artikel „Der Bull Call Spread: Bei minimalem Einsatz mit steigenden Kursen überproportional verdienen“ erklären wir Ihnen alle Mechanismen zum Bull Call Spread. Der Begriff „Bull“ steht in diesem Zusammenhang für eine Strategie, die auf einen steigenden Basiswert setzt.

Zuerst brauchen wir einen Zieltermin für die Laufzeit der Optionen. Der 27. November 2020 ist als Verfallsdatum gut geeignet, da damit fast der ganze Monat November abdeckt wird.

Dann brauchen wir einen Zielkurs. Wir treffen an dieser Stelle die Annahme, dass der XLI um 2% bis zum 27. November 2020 steigen wird. Theoretisch sollte die Position am Ende des Monats, also am 30. November 2020, geschlossen werden. Bei dieser Tradeidee wird der Trade am 27. November geschlossen, entweder durch eine aktive Glattstellung oder durch den automatischen Verfall der Optionen. Der Basispreis des verkauften Calls sollte entsprechend in der Nähe von dem gewählten Zielkurs sein, zu dem der Bull Call Spread den maximalen Gewinn liefert. Der Basispreis des gekauften Calls wird unter dem aktuellen Kurs gewählt.

Der XLI notierte zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Artikels um die 75,87$. Der verkaufte Call wird mit einem Basispreis von 77$ gewählt. Der Basispreis des gekauften Calls liegt bei 74$. Sollte der XLI bei Eingang des Trades bereits höher oder niedriger notieren, können die nächsthöheren oder niedrigeren Basispreise in Betracht gezogen werden.

Der Trade wird am 2. November 2020 zum Zeitpunkt der Eröffnung der US-amerikanischen Börsen um 15:30 Uhr eröffnet.

Der Bull Call Spread als Optionskombination wird zu schätzungsweise 1,80$ gehandelt (mittlerer Kurs zwischen Geld- und Briefkurs) und kostet dementsprechend 180$ je Kontrakt (Kontraktgröße: 100). Dieser Kurs kann sich aber je nach Kursschwankungen des XLI im Minutentakt sehr stark verändern. Die Kombination ist auf jeden Fall viel billiger als wenn Sie nur den Call mit Basispreis 77$ zu ca. 3,05$ (Briefkurs) bzw. 305$ je Kontrakt kaufen würden. Der Kaufpreis des Bull Call Spreads ist das maximale Verlust-Risiko für diesen Trade.

Wenn Sie einen Kaufauftrag für eine Optionskombination platzieren, sollten Sie ihn unbedingt als Limit-Auftrag platzieren und versuchen, zu einem günstigen Kurs zwischen Geldkurs und Briefkurs einzusteigen.

Der maximale Gewinn entspricht der Differenz zwischen den Basispreisen abzgl. des bezahlten Betrags für die Optionskombination: (77$ – 74$) – 1,80$ = 1,20$ beziehungsweise 120$ je Kontrakt. Dieser maximale Gewinn wird erzielt, wenn der XLI zum Verfallsdatum über 77$ notiert.

Die maximale Rendite des Bull Call Spreads wäre demnach: 120$ / 180$ = 66,67%.

Ein vorzeitiger Ausstieg, wenn ein Teil dieser Rendite zu Buche steht (zum Beispiel 50%), kann in Betracht gezogen werden.

Aber bitte beachten Sie, dass es sich hier nur um theoretische Werte handelt. Sollte sich der XLI nicht wie prognostiziert entwickeln, droht auch jederzeit ein Verlust. Wie bereits angesprochen, können Sie den gesamten Betrag verlieren, den Sie für den Kauf der Kombination einsetzen. Das ist der Fall, wenn der XLI am Ende der Laufzeit unter 74$ bzw. unter dem Basispreis des gewählten gekauften Calls am Tag der Trade-Eröffnung notiert.

Die Gewinnschwelle würde sich bei 75,80$ befinden. Notiert der XLI am Ende der Laufzeit darüber, liefert der Bull Call Spread einen Gewinn.

Vergleichen Sie diesen Bull Call Spread mit dem Kauf eines einfachen Calls mit Basispreis 77$. Die Gewinnschwelle würde bei ca. 80,05$ liegen. Auf diesen Kurs muss der XLI mindestens steigen, um die Kosten des Calls wettzumachen. Bei einem Kurs von 77$, dem anvisierten Kursziel, wäre der einfache Call nichts mehr wert.

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Mit einem Bull Put Spread auf den XLI auf Sicherheit setzen und trotzdem profitieren

Wenn Sie Ihre Prioritäten eher auf Sicherheit setzen und einen Kursrückgang des XLI abfedern möchten, ohne dabei auf eine gute Rendite zu verzichten, bietet sich ein Bull Put Spread an.

Als Beispiel wird ein Bull Put Spread auf den XLI mit Basispreisen 65$ und 70$, mit einer Prämie von ca. 67$ je Kontrakt und einer Laufzeit bis zum 27. November 2020 in Betracht gezogen. Die Kontraktgröße der XLI Optionen beträgt 100. Dies bedeutet, dass Sie die Bull Put Spread Optionskombination (Long Put und Short Put) zu mindestens 0,67$ handeln müssten, um die Prämie von 67$ zu vereinnahmen. Die Prämie selbst bietet eine Rendite von umgerechnet 15% (bezogen auf die Margin). Die Rendite ist zwar geringer als mit dem Bull Call Spread, sie ist aber immer noch deutlich höher als die durchschnittliche Rendite von +3,40% des ETFs selbst. Dazu kommt, dass Sie mit dem Bull Put Spread eine eventuelle Abwärtsbewegung des ETFs zum Teil abfedern würden.

Notiert der ETF am Ende der Laufzeit über 70$, kassiert der Anleger die Prämie zu 100% als Gewinn ab.

Wie beim Bull Call Spread kann sich die Ausgangssituation für diese beispielhafte Tradeidee schnell radikal ändern, so dass sowohl Basispreise als auch Prämie auf die aktuelle Situation angepasst werden sollten.

Prinzip des Bull Put Spreads

Ein Bull Put Spread ist eine Alternative zum einfachen Short Put, in der das Verlust-Risiko und das eingesetzte Kapital klar begrenzt sind. Zusätzlich zum Verkauf einer Put Option mit Basispreis 70$ kaufen Sie eine billigere Put Option mit Basispreis 65$, um Ihr Risiko zu begrenzen, wenn der ETF fällt. Aufgrund des Preisunterschieds zwischen den beiden Optionen erhalten Sie bei der Eröffnung dieser Position immer eine Prämie (ein Credit). Die gekaufte Put Option schützt Sie gegen höhere Verluste im Falle einer starken Abwärtsbewegung.

Der Plan geht auf, wenn der XLI am Ende der Laufzeit über dem Basispreis (Strike) von 70$ schließt. In diesem Fall ist der Trade beendet und Sie kassieren die Prämie von 67$ als Gewinn ab. Bei einem aktuellen Kurs von ca. 75,87$ verfügen Sie über ein Sicherheitspolster von 7,74% bis zum Basispreis von 70$. Der ETF darf also bis zum Verfallsdatum um bis zu 7,74% fallen, ohne dass der maximale Gewinn (die Prämie) geschmälert wird. Dieses Sicherheitspolster würde die schlechteste Kursentwicklung der letzten 10 Jahre in einem November-Monat sowieso komplett abdecken. Der XLI gewann in den letzten 10 Jahren im November jedes Mal mindestens 0,90% an Wert.

Vorzeitige Gewinnmitnahmen sind jederzeit möglich. Dazu stellen Sie einfach die ganze Optionskombination glatt.

Alles weitere rund um das Thema Bull Put Spread erfahren Sie in unserem Artikel „Optionsstrategie Bull Put Spread: Einnahme-Strategie mit eingebautem Sicherheitsnetz“.

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Eric Ludwig, Optionshändler | LYNX Börsenexperten
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