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Zum Wochenstart war der TecDAX anfangs noch „nachgerutscht“, das spiegelte den Umstand wider, dass der „große Bruder“ Nasdaq 100 nach dem europäischen Handelsende am Freitag weiter nachgegeben hatte. Aber da, wo es darauf ankam, waren die Käufer gestern wieder da.
Wir sehen in den Charts auf Tages- und Wochenbasis, dass der TecDAX am Montag sein Tagestief bei 4.003,18 Punkten sah. Bei 4.010 Punkten liegt das markante Hoch des Jahres 2021. Diese Supportmarke wird verstärkt durch die beiden Zwischenhochs aus dem Sommer 2025 bei 3.973 und 3.995 Zählern und durch die im Tageschart dick schwarz hervorgehobene 20-Tage-Linie, die gestern bei 4.016 Punkten verlief.

Diese Zone wurde aktiv verteidigt, so erfolgreich, dass das zeitweise bis zu 1,74 Prozent ausmachende Minus am Ende des Tages nur noch bei 0,16 Prozent lag. Doch darf man daraus schließen, dass nicht nur bislang noch nichts angebrannt ist, sondern dies eine so überzeugende Gegenwehr der Käuferseite an entscheidenden Chartmarken war, dass auch weiterhin nichts anbrennen wird?
Expertenmeinung: Dieser optimistische Gedanke könnte einem aus zwei Gründen kommen. Zum einen bewegen sich die Aktien des Halbleitersektors, die für das Gros des Kursrutsches vom Freitag verantwortlich zeichneten, in einem Wachstumsmarkt. Zwar ist kaum realistisch eingrenzbar, ab welchem Kurslevel eine Zukunft eingepreist wird, die in der Realität nie und nimmer erreichbar wäre. Aber solange der Trend aufwärts weist, heißt es ja normalerweise „im Zweifel für die Bullen“. Zumal ein starker Trend meist deutlich mehr Beachtung findet als eine mögliche Überbewertung.
Zum anderen war es beeindruckend, wie schnell man eine harsch negative Reaktion – beim Ölpreis ebenso wie am Aktienmarkt – auf die jüngsten Attacken des Irans gegenüber Israel wegsteckte. Denn auch wenn man am Montagnachmittag lesen konnte, dass der Iran diese Angriffe bereits für beendet erklärt habe, wird damit deutlich: Dieses Thema und mit ihm die hohen Ölpreise könnten uns noch längere Zeit begleiten und tun dem Wirtschaftswachstum rund um den Globus keineswegs gut.
Aber das bedeutet nicht, dass der TecDAX mit dieser Gegenbewegung des Montags bereits sicher um eine größere Korrektur herumgekommen wäre. Um das abschätzen zu können, müsste man in die Köpfe aller beteiligten Marktteilnehmer schauen können, um zu erkennen, ob nicht womöglich viele diese Gegenreaktion als eine Chance sehen, doch noch zu besseren Kursen als befürchtet aus Positionen auszusteigen, mit denen sie in kurzer Zeit ungewöhnlich starke Gewinne erzielt haben.
Blickt man in die Zeit des Platzens der Internetblase im Jahr 2000 zurück, sieht man, dass die Abwärtsbewegung, die sich im März 2000 etablierte und hier bis Ende 2002 anhielt, von Anfang an von scharfen Gegenbewegungen nach oben durchzogen war. Die gestrigen Käufe haben also, zumindest noch, wenig zu bedeuten. Ob die Mehrheit derjenigen, die in den kommenden wirklich aktiv werden, diese aktuelle Situation als Chance zum Einstieg oder zum Ausstieg einordnet und ob sich eine solche Tendenz dann auch verfestigt, ist also noch offen. Worauf gälte es zu achten?
Erstens sollten die gestrigen Käufe weitergehen – idealerweise umgehend. Zweitens müsste der TecDAX das in der Vorwoche erreichte Jahreshoch bei 4.284 Punkten zügig erreichen und überwinden. Denn sollte sich ein zweites Zwischenhoch unterhalb dieses letztwöchigen Peaks ausbilden, wäre das bereits ein Grund für eine hochgezogene Augenbraue. Ein bärisches Signal würde indes erst entstehen, wenn der Index das gestrige Tagestief und mit ihm diese gesamte, bis 3.973 Punkte reichende Supportzone unterbieten sollte. Aber:
Auch das wäre zunächst nur ein bärisches Signal auf kurzfristiger Ebene. Erst, wenn der TecDAX mit Schlusskursen unter 3.796 Punkten alle markanteren Zwischenhochs seit Anfang 2025 unterboten hätte, die bis zu diesem Level eine recht robust wirkende Unterstützungszone bilden, wie wir im Wochenchart sehen, hätten wir hier ein auch mittelfristig relevantes Signal. Bei allem, was sich darüber abspielen würde, könnte es in Bezug auf das bullische Lager heißen: „we’ll be back!“

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.06.2026 um 23:24 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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