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Bis Mitte vergangener Woche sah es so aus, als würde sich der alte Spruch „Sell in May and go away“ bewahrheiten. Aber dann gelang den Bullen am Donnerstag ein wichtiger Konter … jetzt scheint es, als sei der Aufwärtstrend des Dow Jones gerettet, aber: Bleibt das auch so?
Rein von der Charttechnik her war dieser kräftige Kursanstieg mit den Anschlusskäufen zum Wochenschluss immens wichtig. Wir sehen im Chart auf Tagesbasis, dass das US-Index-Flaggschiff zum Mittwochs-Closing nicht nur unter das vormalige Rekordhoch vom Februar bei 50.513 Punkten gerutscht war, sondern auch noch leicht unterhalb der „magischen“ Marke von 50.000 Punkten schloss.

Es hätte viele Akteure erheblich nervös machen können, wenn es dabei geblieben wäre. Und von „nervös werden“ bis zum Ausstieg ist es meist kein weiter Weg. Daher kam die Kaufwelle am Donnerstag zum genau richtigen Moment. Dadurch lief der Dow Jones umgehend wieder über 50.000 Punkte und das Februar-Hoch und hat sich dem bisherigen Verlaufshoch, das am 5. Juni bei 51.660 Punkten markiert wurde, schon so angenähert, dass ein fester Tag reichen würde, um das Risiko einer Abwärtswende zumindest aus charttechnischer Sicht erst einmal vom Tisch zu bekommen. Das Problem ist:
Derzeit kann etwas charttechnisch noch so solide zementiert wirken, sicher ist trotzdem nichts, dazu spielt die Nachrichtenlage eine zu große Rolle. Und die ist dieser Tage ebenso bedeutsam wie unberechenbar.
Expertenmeinung: Diese Analyse wurde am späten Samstagabend beendet. Da war der Stand der Nachrichten wie folgt: Mr. Trump verkündete, dass ein Abkommen mit dem Iran am Sonntag unterzeichnet würde. Der Iran dementierte das. Aber selbst, wenn man zum Zeitpunkt dieses Artikels wüsste, ob dieses Abkommen denn nun wirklich zum Start in die Handelswoche unterschrieben wurde: Wäre man dann wirklich so viel schlauer, dass die kommenden Tage und Wochen für den Aktienmarkt im Allgemeinen und den Dow Jones im Besonderen berechenbar würden?
Das wäre man nicht. Dass ein solches Abkommen kommen muss, weiß man. Aber es wäre ja nur die Vereinbarung darüber, worüber man in den kommenden Wochen und Monaten verhandeln will. Was heißt, dass die Sache jederzeit wieder hochkochen kann und die Fortschritte auf Null gesetzt werden könnten. Unberechenbar wäre all das, was sich im Nahen Osten abspielt und den Ölpreis beeinflusst, also weiterhin. Das Problem der Bullen ist dabei:
Seit Ende März, als man sich entschieden hatte, das Prinzip Hoffnung gelten zu lassen und die vorherige Korrektur in eine Aufwärtsbewegung drehte, hat der Dow Jones nicht nur den Level vor der Attacke auf den Iran erreicht, sondern auch noch das vorherige Rekordhoch überboten. Man ist hier also, mit Blick auf einen immer noch höheren Ölpreis, eine höhere Inflation und wacklige Konjunkturdaten, in „Vorleistung“ gegangen. Und das hieße: Da muss jetzt seitens des Weißen Hauses wirklich zeitnah etwas kommen, das solide genug daherkommt, um den Marktteilnehmer den Eindruck zu vermitteln, dass dieser Vorgriff des Index auch gerechtfertigt wnar … und bleibt. Denn jetzt gilt eben: Der Dow Jones ist bullisch, die Rahmenbedingungen sind es nicht. Fazit:

Für den Moment mag der Dow Jones aus Sicht der Bullen gerettet sein, aber das muss nicht von Dauer sein. Es kommt darauf an, wie es im Nahen Osten weitergeht … und in den kommenden vier bis sechs Wochen werden dann auch noch die Halbjahresergebnisse nebst aktualisierten Ausblicken der Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Solange der Trend aufwärts weist, muss man über die Short-Seite erst einmal nicht nachdenken. Sollte das Vorwochentief bei 49.909 Punkten auf Schlusskursbasis doch noch fallen, wäre das jedoch ein Signal dafür, dass für das bullische Lager etwas erheblich schiefzugehen beginnt. Achten Sie auf diese Marke!
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.06.2026 um 23:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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