Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

Brent Crude Oil Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der Brent Crude Oil Aktie

24.03.2026 | 08:28 Uhr
In diesem Artikel
Brent Crude Oil
|
Ticker: COIL
|
Währung: USD
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Ein deutlicher Abwärtsimpuls bei Brent Crude Oil lässt manche hoffen, dass der „Spuk“ haussierender Ölpreise ein Ende gefunden hat. Doch der Auslöser für den Sell-off wirft Fragen auf – zumal wir Ähnliches vor zwei Wochen erlebt haben und die Wende da ausgeblieben war.

Vor zwei Wochen hatte US-Präsident Trump verkündet, dass der Iran-Krieg sehr bald vorüber sein würde, weil man fast alle militärischen Ziele erreicht habe. Wir wissen: Das war nicht der Fall. Und diese Aussagen brachten den Ölpreis nur kurzzeitig nach unten, den Aktienmarkt nur flüchtig auf höhere Levels, weil man sah: Im Gegenteil, die USA schienen sich in Sachen Iran völlig zu verzetteln. Und von einem Einknicken des Gegners war nichts zu sehen. Bis heute nicht.

Am gestrigen Montag begann der Präsident seinen Tag mit der Aussage, dass man mit einer „Top-Person“ des Irans gesprochen habe, und erklärte, dass der Iran auf Atomwaffen verzichten werde, ernsthaft zu verhandeln bereit sei und man deswegen die Umsetzung der am Wochenende ausgesprochenen Drohung, die iranische Energieversorgung zu zerstören, für fünf Tage aussetzen werde. Da weder der Präsident noch seine Verhandler offenbar mit dem neuen Oberhaupt des Irans noch mit den Führern der momentan die Entscheidungen treffenden Revolutionsgarden gesprochen haben, werfen diese Aussagen mindestens ebenso viele Fragen auf wie die vor zwei Wochen, die sich letztlich als substanzlos entpuppt hatten. Trotzdem reagierte Brent Crude Oil rasch und fiel wie vom Blitz getroffen. Wieso?

LYNX Premium
Exklusiv für Börsenblick-Leser

Um den Artikel vollständig lesen zu können, müssen Sie Abonnent unseres Newsletters LYNX Börsenblick sein.
Noch kein Abonnent? Melden Sie sich jetzt kostenfrei mit Ihrer E-Mail-Adresse an.
Sie erhalten den Freischaltungslink sofort per E-Mail!
Wenn Sie schon Abonnent sind, geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein.
Wichtig: Bitte beachten Sie, dass die Bestätigung über das gleiche Gerät erfolgen muss, auf welchem Sie soeben Ihre E-Mail eingetragen haben und dass die Zustellung der E-Mail einige Minuten dauern kann.

Loading...

Expertenmeinung: Zum einen, weil man solchen vermeintlich extrem positiven Aussagen am Markt großenteils nur gerne glauben möchte. Zum anderen, weil dieser immense Anstieg nach dem ersten Selloff vor zwei Wochen zwar stetig, aber zugleich hoch volatil und schnell ablief, was die prozentualen Steigerungen angeht. Damit haben wir hier einen „heißen“ Markt, der viele hochspekulative Trader anzieht. Die aber, weil es hier ja um einen hebelstarken Future geht, mit sehr engen Stop Loss arbeiten müssen. Was bedeutet:

Ein starker Kursimpuls kann sich rasend schnell intensivieren, indem eine Stop-Loss-Lawine ausgelöst wird: Stop-Loss-Orders lösen aus, drücken den Kurs, der rutscht damit in die Zone weiterer Stop Loss, dadurch entstehen erneut Verkäufe und so geht es weiter. Das ist ein typischer „Mechanismus“ bei hochspekulativen Märkten, der aber nicht bedeutet, dass Brent Crude auch dann auf den per Montagabend erreichten Level gefallen wäre, wenn der Auslöser nicht völlig überraschend aufgetaucht wäre und nicht derart viele Stop-Loss-Absicherungen unter dem Kurs gelegen hätten.

Es kann also durchaus sein, dass das hier nicht das Ende des Aufwärtstrends war. Zumal wir im Chart sehen, dass dadurch gerade einmal der „schnellste“ gleitende Durchschnitt der letzten zehn Handelstage leicht unterboten wurde, die 20-Tage-Linie als nächstfolgender Leitstrahl aber nicht. Nüchtern betrachtet wäre Brent Crude Oil tatsächlich erst dann nicht mehr bullisch, wenn der hier gezeigte, aktuellste Futures-Kontrakt mit Liefertermin Juni unter das Zwischenhoch vom Juni 2025 bei 72,60 US-Dollar fallen würde.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 20.03.2026, Kurs 95,90 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 20.03.2026, Kurs 95,90 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Für Trader, die auf deutlich höheren Levels Long-Positionen aufgebaut haben, wäre dieses Szenario zwar ein Albtraum und würde dazu führen, dass sie gnadenlos aus ihren Positionen geworfen würden. Aber erst unter dieser markanten Supportlinie bei 72,60 US-Dollar könnte man hier auch mal wieder über die Short-Seite nachdenken. Und bedenkt man, wie wenig Substanz der gestrige Auslöser für den Abverkauf bis jetzt zu bieten hat, sollte man das Thema Short erst recht erst einmal vergessen. Brent Crude Oil bleibt weiter ein hochvolatiler Markt, der sein Potenzial nach oben zumindest am gestrigen Montag noch nicht eingebüßt hat. Und spätestens, wenn Ende der Woche Mr. Trumps neue Fünf-Tage-Frist gegenüber dem Iran endet, könnte es hier wieder extrem spannend werden.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.03.2026 um 21:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Jetzt LYNX mit einem kostenlosen Demokonto testen

 

Loading ...

Vorherige Analysen der Brent Crude Oil Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.03.2026 um 21:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Weltweit werden strategische Ölreserven freigegeben und es wird versucht, die Ölkonzerne davon abzuhalten, die Situation auszunutzen. Zugleich heißt es in Sachen Ölreserve: Wenn nötig, ist mehr da. Doch die Reaktion von Brent Crude Oil und anderen Ölsorten ist auffallend gering.

Es scheint, dass die Trader am Rohölmarkt bezweifeln, dass die Angebots-Engpässe in absehbarer Zeit behoben sind. Dabei wäre es möglich, den Ölbedarf über die weltweit verteilten strategischen Reserven allemal für zwei, drei Wochen alleine zu bestreiten. Und große Förderländer wie die USA oder Norwegen produzieren ungehindert weiter, zugleich muss ja nicht das gesamte Rohöl des Nahen Ostens durch die Straße von Hormus.

Daher hätte man sich eigentlich nicht wundern müssen, wäre der Ölpreis nach dieser „Freigabe-Stafette“ der Ölreserven und den Ankündigungen der USA, die Sache mit der Straße von Hormus zeitnah im Griff zu bekommen, massiven eingebrochen. Doch das passierte nicht, wie der Chart zeigt:

Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.03.2026, Kurs 96,54 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 16.03.2026, Kurs 96,54 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Zwar zeigt der jetzt als „Frontmonat“ dienende Brent Crude Oil-Future mit Liefertermin Juni ein „bearish engulfing pattern“, was auf kurzfristiger Ebene ein potenziell bärisches Signal wäre. D.h. wir sehen hier eine rote Kerze, deren Kerzenkörper den Körper der Vortages-Kerze komplett einhüllt: Im Plus begonnen, im Minus geschlossen, aber:

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.03.2026 um 21:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Montag geriet der Ölpreis außer Kontrolle, in der Spitze lief Brent Crude bis 120 US-Dollar. Dann kamen Statements von Mr. Trump, die den Kurs drückten – aber der Effekt war nicht nachhaltig. Und dass Brent nicht auf die gestrige IEA-Entscheidung reagierte, war auffällig.

Zu behaupten, der Ölmarkt sei unruhig, wäre wohl die Untertreibung des Monats. Brent Crude Oil und die anderen Ölsorten reagieren auf die kleinsten Nachrichten extrem … und da wird, wie z.B. bei der Falschmeldung des US-Energieministers, der behauptete, die US-Marine habe einen Öltanker durch die Straße von Hormus eskortiert, nicht abgewartet, ob an den Nachrichten etwas dran ist. Zugleich kommt es zu drastischen Kurssprüngen wie am Montagmorgen, als der Ölpreis weit über 100 US-Dollar startete, dann aber förmlich wegbrach, als Donald Trump auf einmal bisherigen Aussagen zum Trotz verkündete, der Krieg mit dem Iran sei quasi abgeschlossen.

Die unmittelbaren Reaktionen sind für Trader nicht zu greifen, man müsste nonstop und hochkonzentriert in Bereitschaft bleiben, um solche Impulse effektiv zu traden. Und das auch in der Nacht, denn Aussagen aus den USA kommen der Zeitverschiebung wegen eben oft weit nach der normalen Handelszeit in Europa. Aber auch Marktteilnehmer, die keine Ambitionen haben, in diesem Hexenkessel mitzumischen, sind davon betroffen, denn die Aktienindizes reagieren wie Spiegel auf die Bewegungen der Ölpreise. Wobei indes eines auffällt:

Expertenmeinung: Der übergeordnete Aufwärtstrend bei Brent Crude Oil wurde durch das „Herunterreden“ der Kurse durch US-Offizielle bislang nicht gebrochen. So erratisch die Sprünge auch sind, wie man in unserem ganz kurzfristigen Chart sehen kann, der Brent Crude Oil seit Montagfrüh auf 15-Minuten-Basis zeigt:

Brent Crude Oil Future: 15-Minuten-Chart vom 11.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: 15-Minuten-Chart vom 11.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Die Tendenz an sich bleibt aufwärts gerichtet. Aktuell ist es die im Chart auf Tagesbasis gelb markierte 10-Tage-Linie, die die Hausse zu führen scheint, vergleichbar mit dem extremen Peak beim Silberpreis unlängst.

Brent Crude Oil Future: Tageschart vom 11.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Tageschart vom 11.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Das alleine deutet an, dass sich die Beschwichtigungen sukzessiv abnutzen. Zumal man seitens Israel hört, dass man dort Mr. Trumps Ansicht über ein sehr baldiges Ende eines bereits klar gewonnenen Konflikts nicht teilt. Aber was gestern besonders auffiel, war die Reaktion auf die Entscheidung der Internationalen Energieagentur (IEA), strategische Reserven in Höhe von 400 Millionen Barrel freizugeben. So viel wie noch nie, das entspricht knapp dem weltweiten Bedarf für vier Tage. Eigentlich hätte man sich nicht wundern müssen, wenn die Ölpreise daraufhin deutlich nachgegeben hätten, weil man schlussfolgert, dass ein Angebotsengpass damit kompensiert wäre. Aber das blieb aus, Brent zuckte nur kurz nach unten, holte diesen Rücksetzer aber binnen weniger Minuten wieder auf – wieso?

Vermutlich, weil man diese Maßnahme auch anders herum sehen kann: Die IEA scheint nicht daran zu glauben, dass die Passage durch die Straße von Hormus bald wieder frei sein wird, denn ansonsten wäre eine derart gewaltige Menge an aus strategischer Reserve freigegebenen Rohöls nicht erforderlich. Und es scheint, dass man am Ölmarkt momentan eher diesen Experten als den stetig wechselnden Aussagen aus Washington vertraut. Und damit bleibt auch der Aufwärtstrend bei Brent Crude Oil bis jetzt grundsätzlich erhalten.

Wir sehen zwar, dass der Kurs auf der 15-Minuten-Ebene (siehe oben) zwei Charthürden bei 95 und 99 US-Dollar vor sich hätte, bevor es erneut zu einer extremen Rallye kommen könnte. Aber dass Brent bislang Tuchfühlung zu diesem Bereich hält und sich sehr deutlich vom bisherigen Wochen-Verlaufstief bei 81 US-Dollar absetzen konnte, zeigt: Das Risiko, dass diese Hausse trotz des abverkauften Exzesses vom Montag die „zweite Luft“ kriegen könnte, bleibt erhalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.03.2026 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Brent Crude Oil war am Freitagabend 50 Prozent teurer als zu Jahresbeginn. Man könnte auf ein baldiges Ende der Kaufwelle hoffen, indem man darauf verweist, dass das Chartbild eine glasklare Fahnenstange ist … die brechen am Ende immer. Die Frage ist nur: wann und wo?

Eine wilde Spekulationswelle in einer Aktie, bei der extrem viele Akteure in kurzer Zeit glauben, zu egal welchem Preis dabei sein zu müssen, und dadurch eine markttechnisch massiv überkaufte Situation auslösen, die mit einer Überbewertung der Aktie einhergeht, das ist ein klassisches Beispiel für eine sogenannte „Fahnenstange“. Die Kurse steigen immer schneller… Und erfahrene Beobachter erkennen: Das wird am Ende dramatisch schiefgehen. Der Kuranstieg wird in dem Moment, in dem die Käufer nur kurzzeitig zu gering an Zahl sind und zu viele im selben Augenblick Kasse machen wollen, noch schneller in sich zusammenfallen, als es zuvor aufwärts ging.

Genauso sieht auch der Chart von Brent Crude Oil – und allen anderen Rohöl-Sorten – derzeit aus. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied:

Expertenmeinung: Wir können im Fall dieser Rohöl-Hausse nicht abschätzen, wie groß der Anteil wilder Zockerei einerseits und der unmittelbaren Notwendigkeit andererseits ist. Wenn Letzteres überwiegt, weil viele große Abnehmer momentan Engpässe erwarten (oder schon real haben) und deswegen höchst unfreiwillig die immer höher laufenden Preise bezahlen, um sicherzustellen, dass sie in ausreichender Menge an den Rohstoff kommen, dann wäre die „Fallhöhe“ für Brent Crude entscheidend davon abhängig, ob die Lieferketten halten oder nicht.

Um das abschätzen zu können, müsste man wissen, ob eine sichere Passage durch die Straße von Hormus bald wieder möglich wäre oder das große Volumen, das normalerweise in Sachen Öl und Gas dort durch muss, längere Zeit über die längeren und damit zugleich teureren Ausweichrouten transportiert werden muss. Was man aber nicht weiß. Ebenso wichtig wären Antworten auf die Frage, ob andere Ölförderländer mit in den Konflikt hineingezogen werden und deren Förderung und/oder der Export von Rohöl dadurch beeinträchtigt würden. Und, natürlich, ob große Förderländer außerhalb der Region, wie die USA oder Norwegen, Ausfälle ihrerseits ausgleichen können bzw. wollen und welche Rolle jetzt russisches Öl spielen könnte.

Antworten gibt es bislang auf keine dieser Fragen, auch nicht für diejenigen, die zu diesen dramatisch gestiegenen Preisen tatsächlich ihren Rohölbedarf mit dem hier gezeigten Futures-Liefertermin Mai sichern müssen. Also?

Brent Crude Oil Future: Chart vom 06.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 06.03.2026, Kurs 92,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Also haben wir hier zwar eine charttechnische „Fahnenstange“, die jederzeit brechen und dann in einen Selloff übergehen könnte. Aber es ist definitiv nicht abschätzbar, wie nahe wir jetzt bereits am Hochpunkt dran sind. Dies in Verbindung mit dem üblichen „Fahnenstangen-Problem“, dass die nächstgelegene Unterstützung, die ihren Namen wert ist, mittlerweile weit entfernt ist (in unserem Fall das Hoch vom vergangenen Juni bei 74,74 US-Dollar pro Barrel), kann hier nur in ein Fazit münden: Wer nicht Nerven wie Drahtseile hat, wirklich erfahren ist und auch intraday traden kann und will, sollte sich von diesem Bereich derzeit auf jeden Fall fernhalten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.03.2026 um 18:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass der Preis für Rohöl zum Wochenstart deutlich höher liegen würde als am Freitag, war klar. Was indes in keiner Weise klar ist: Wo wäre jetzt ein „korrekter“ Preis anzusiedeln? Denn niemand kann abschätzen, wie deutlich und wie lange sich die Angebotssituation verändert.

Brent Crude Oil als die für Europa wichtigste Rohöl-Sorte, startete mit über 80 US-Dollar pro Barrel in die Woche, kam dann erst einmal in die Region um 76 US-Dollar zurück, stieg dann aber wieder an und ging in ein hektisches Auf und Ab über. Ausgelöst wurde dieser Veitstanz der Kurse durch die erneuten militärischen Aktionen Israels, der USA und des Irans, soweit besteht Klarheit. Aber damit erschöpft sich der Bereich dessen, den man einschätzen kann, bereits.

Was sich auch daran erkennen lässt, dass einige Großbanken zwar schon am Wochenende mit Einschätzungen aufwarteten, dabei aber mehrere Szenarien präsentierten. Die Frage ist, ob die Straße von Hormus als immens wichtige Transportroute für Rohöl nur kurzfristig nicht zu nutzen ist oder ob sie durch den Iran blockiert wird und längere Zeit als Route ausfällt. Die Frage ist zudem, wie schnell ein dadurch ausgelöstes, zu geringes Angebot an Rohöl durch andere Förderländer ausgeglichen werden kann bzw. ob diese das auch wollen. Denn eines sollte man natürlich im Hinterkopf haben:

Expertenmeinung: Deutlich höhere Ölpreise bedeuten für die Förderländer deutlich höhere Gewinnmargen. Und die Nachfrage sinkt ja nicht. Warum also sollten z. B. die OPEC-Länder allzu sehr darauf bedacht sein, den Preis schnell zu drücken, indem sie den Hahn massiv aufdrehen? Dass man seitens der OPEC am Wochenende mitteilte, man werde die Fördermenge ab April um 206.000 Barrel pro Tag anheben, macht das schon deutlich. Denn angesichts einer derzeitigen, weltweiten Fördermenge von um die 100 Millionen Barrel pro Tag ist diese Größenordnung nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Hinzu kommt, dass man einen solchen höheren Output ja auch erst einmal zu den Abnehmern bringen müsste, wodurch die Straße von Hormus als aktuell brandgefährliches Nadelöhr erneut ins Spiel kommt.

Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass es in Bezug auf die Veränderung der Angebot-/Nachfrage-Relation vorerst keine klaren Fakten geben wird. Die weitere Entwicklung dieses Konflikts ist offen, der Ölpreis damit unberechenbar … und sollte mit immenser Vorsicht oder, wenn man nicht explizit ein erfahrener Trader mit hoher Risikobereitschaft ist, sogar gar nicht angegangen werden, denn:

Der (Stand am frühen Montagabend) gelungene Sprung über die beiden markantesten Hochs des Vorjahres bei 72,73 und 74,74 US-Dollar, bezogen auf den hier abgebildeten, aktuellsten Futures-Liefertermin Mai, ist zwar aus charttechnischer Sicht ein eindeutig bullisches Signal. Aber je nachdem, welche Nachrichten in den kommenden Tagen und Wochen kommen, kann die Charttechnik da ganz schnell ins zweite Glied zurücktreten und eine im Normalfall solide Unterstützung wie dieser Bereich 72,73 bis 74,74 US-Dollar problemlos brechen. Man kann es nicht vorhersagen, daher ist hier derzeit größte Vorsicht geboten!

Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.03.2026, Kurs 77,05 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.03.2026, Kurs 77,05 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.02.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Brent Crude Oil hat die Handelsspanne der letzten Wochen noch nicht nach oben verlassen, schloss aber genau an deren oberem Ende – was so noch nicht gelungen war. Das bullische Lager steht bereit für den Ausbruch – und alles steht und fällt dabei mit der Iran-Thematik.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.