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Die Ausgabe neuer und die Auflösung bestehender ETF-Anteile werden „Creation“ bzw. „Redemption“ genannt.

Creation: Schaffung von ETF-Anteilen

Beim Creation-Prozess werden große Blöcke von beispielsweise 50.000 Anteilen (Creation Units) geschaffen. Dabei liefert ein dafür qualifiziertes Finanzinstitut, ein sogenannter Authorized Participant oder AP (Englisch für „Autorisierter Teilnehmer“) Barmittel in entsprechender Höhe (Englisch: Cash Creation = Schaffung durch Bargeld) oder ein Wertpapierportfolio im Wert der zu schaffenden Anteile (Englisch: Creation in Kind = Schaffung in Sachleistung) an den Emittenten des ETFs. Die Fondsgesellschaft liefert dafür nun die entsprechende Anzahl an Fondsanteilen, die der AP dann über die Börse an Investoren oder an eigene Kunden veräußert.

Redemption: Auflösung von ETF-Anteilen

Analog zur Creation werden größere Stückzahlen an ETF-Anteilen über den sog. Redemption-Prozess von der emittierenden Investmentgesellschaft aufgelöst. Der Authorized Participant, beispielsweise eine Bank, Versicherung oder eine Pensionskasse, kann Pakete von ETF-Anteilen, die zuvor an der Börse gekauft oder durch Creation geschaffen wurden zurückgeben. Dafür erhält der AP wie bei der Creation entweder Bargeld (Englisch: Cash Redemption) oder einen Wertpapierkorb (Englisch: Redemption in Kind).

Arbitrage-Mechanismus sichert Liquidität

Durch die Platzierung der geschaffenen Fondsanteile bzw. den Rückkauf von aufzulösenden ETF-Anteilen stellen APs einen großen Teil der Liquidität auf dem ETF-Markt bereit. Der ETF-Anbieter verfügt so über einen Arbitrage-Mechanismus, der die potenzielle Abweichung zwischen dem Marktpreis und dem Nettoinventarwert der ETF-Anteile geringhält. Auch die Anzahl der ausstehenden Anteile ändert sich so gemäß Angebot und Nachfrage. Bei hoher Nachfrage oder geringem Angebot schaffen die APs mehr Anteile, da der Preis tendenziell dann mit leichtem Aufschlag etwas über dem Nettoinventarwert gehandelt wird. Bei schwacher Nachfrage oder hohem Angebot werden die Anteile reduziert, da die Preise dann mit einem kleinen Abschlag unterhalb des NAVs liegen.

Win-Win für ETF-Anbieter und Authorized Participant

Für die Schaffung und Auflösung von Anteilen bekommen die APs keine Vergütung, sondern stellen beispielsweise ihren eigenen Kunden Service-Gebühren in Rechnung oder verkaufen die Anteile mit kleinen Aufschlägen d.h. leicht über dem iNAV über die Börse. So profitieren beide Seiten: Der Emittent erhält Unterstützung beim Aufbau des ETFs, der Sicherstellung der Liquidität und der Regelung von Angebot und Nachfrage im Bereich des Nettoinventarwerts. Der AP hingegen bekommt entweder einen Block ETF-Anteile, den er mit Gewinn oder Gebühren über die Börse oder an Kunden weiterverkaufen kann oder er gibt bei der Redemption einen zuvor erworbenen Block zurück und profitiert ebenfalls durch Gebühren oder niedrigere Einkaufskosten.

Institutionelle Investoren, die große Mengen an ETF-Anteilen handeln, können ihre Transaktionen statt über die Börse auch mittels Creation oder Redemption direkt und kostengünstig mit der Fondsgesellschaft abwickeln. Auch eine Abwicklung über ein Wertpapierportfolio kann für den AP steuerliche Vorteile aufweisen.

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Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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