Börsenlexikon

CAN SLIM

CAN SLIM Definition

CAN SLIM (oder CANSLIM) ist eine Aktienstrategie, die von der US-Börsenlegende William J. O’Neil entwickelt wurde. O`Neil untersuchte in den 1950er und 60er Jahren unzählige Gewinneraktien seit dem Jahr 1880 bis ins kleinste Detail. Er fokussierte sich dabei auf Gemeinsamkeiten der Werte vor starken Kursanstiegen. Dabei kam O’Neil nach etlichen Jahren der Recherche auf sieben markante Charakteristika, die so gut wie alle großen Gewinneraktien zu Beginn ihres Anstiegs aufwiesen. Die Anfangsbuchstaben dieser Faktoren bilden dabei das Akronym „CAN SLIM“. Die sieben Kriterien, die möglichst positiv ausfallen sollten, sind:

Current Sales & Earnings (Umsatz- und Gewinnwachstum in den letzten Quartalen)

Das Wachstum bei Umsatz und Gewinn sollte in den vergangenen drei Quartalen möglichst über +25% liegen: Je höher desto besser. Eine Beschleunigung wird ebenfalls positiv betrachtet.

Annual Revenue & Earning Increases (Jährliche Umsatz und Gewinnsteigerungen)

Ähnlich wie bei der Quartalsbetrachtung kommen nur Unternehmen in Frage, die bereits in den letzten Jahren auf stetiges Wachstum zurückblicken. Bei Umsatz und Gewinn werden Zuwachsraten vorausgesetzt, die im Durchschnitt mindestens im Bereich von +20 % liegen. Beschleunigungen wünschenswert aber keine Voraussetzung.

New („Neu-Faktor“)

Ein neues oder innovatives Element setzt O`Neil bei seinen Investments ebenfalls voraus. Um eine Erfolgsgeschichte zu schreiben, muss eine Firma etwas besser machen als die Konkurrenz. Eine Produktinnovation oder eine neue, gefragte Dienstleistung bedeuten oft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Supply and Demand (Aktienangebot und -nachfrage)

Damit sich eine Aktie für ein CANSLIM Investment qualifiziert, muss es einen liquiden Börsenhandel geben, der gute An- und Verkaufspreise ohne große Kursdifferenzen (Spread) garantiert. Außerdem sollte das Handelsvolumen der Aktie an Plustagen möglichst höher sein als an Minustagen, was laut O`Neil auf eine starke Nachfrageseite hindeutet.

Leader or Laggard (Marktführer oder Mitläufer)

Die betrachtete Firma nimmt am besten eine führende Rolle innerhalb der Branche ein, darf also kein Mitläufer sein. Am besten handelt es sich um den unangefochtenen Marktführer oder eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen einer Branche. Marktführer haben meist die beste Kostenstruktur und die höchsten Gewinnspannen.

Institutional Sponsorship (Institutionelles Anlegerinteresse)

Auch etliche Fonds und Investmentgesellschaften sollten die Aktie bereits entdeckt und im Portfolio haben. Am besten ist es, wenn die von Fonds gehaltenen Anteile seit einigen Quartalen stetig ansteigen. Wenn die stets gut informierten Fondsmanager und Großanleger in großem Stil in einen Wachstumswert investieren, dann stünden laut CAN SLIM-Strategie die Chancen für steigende Kurse besonders gut.

Market (Freundliches Börsenumfeld)

Der Aktienmarkt sollte sich für Neuinvestments in einem intakten Aufwärtstrend befinden. Denn selbst die besten Aktien fallen, wenn der Gesamtmarkt unter starken Verkaufsdruck oder gar in einen Bärenmarkt gerät. 

In seinem Börsen-Bestseller „Wie man mit Aktien Geld verdient“ erklärt William O` Neil die CAN SLIM-Methode im Detail mit zahlreichen Beispielen. Die Ein- und Ausstiege nach der CAN SLIM-Methode erfolgen nach einfachen charttechnischen Aspekten. So werden Chartausbrüche aus definierten Korrektur-Mustern als Kaufsignale betrachtet und bestimmte Schwäche-Anzeichen als Verkaufssignale. Damit vereint die CANSLIM-Strategie sowohl die Technische Analyse als auch die Fundamentalanalyse. CAN SLIM-Begründer O`Neil ist außerdem der Herausgeber der US-Börsenpublikation Investors Business Daily (IBD).

Einen detaillierten überblick über die CAN SLIM Strategie erhalten Sie in unser Artikelserie:

  1. Die sieben Gemeinsamkeiten der größten Gewinneraktien vor ihren sagenhaften Kursanstiegen
  2. Wie Sie an der Börse systematisch profitabel traden
  3. Drei CANSLIM-Aktien im Portrait
  4. Rückblick – So entwickelten sich unsere CANSLIM-Aktien
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