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Das Chartbild der RWE-Aktie präsentiert sich beeindruckend bullisch, ein Ausbruch auf neue 16-Jahres-Hochs wäre jederzeit denkbar. Aber es fällt auf, dass der Kurs im Vorfeld des jüngsten Mini-Rücksetzers lange auf der Stelle trat. Ist da womöglich doch ein Deckel drauf?
Am Dienstag dürfte es vor allem eine deutliche Anhebung des Kursziels von 55 auf 65 Euro durch die UBS gewesen sein, die der Aktie des Energieversorgers zum zweiten Platz unter den DAX-Gewinnern verhalf. Dabei lobt die Schweizer Großbank mit ihren 65 Euro nicht mal das höchste Ziel aus. Die Kurszielspanne erstreckt sich von 49 bis 67 Euro, der Schnitt findet sich derzeit um 60,40 Euro. Hinzu kommt, dass dieses durchschnittliche Kursziel zwar fast erreicht ist, derzeit aber trotzdem noch 15 der 19 die Aktie aktuell einstufenden Experten mit „Kaufen“ werten, der Rest mit „Halten“.
Würde es nach den Analysten gehen, wäre also in Sachen Kurspotenzial noch Luft und das Risiko nach unten begrenzt. Nur geht es keineswegs immer nach den Experten. Zumal deren Argumentation für oder wider eine Aktie bisweilen nicht mit den Beweggründen der Anleger übereinstimmt. So verweist nicht nur die UBS auf mittelfristig starkes Wachstumspotenzial als Grund für eine optimistische Einschätzung, während den Tradern meist das Hemd näher ist als die Hose, sprich die aktuelle Lage oft mehr zählt, zumal viele im Hinterkopf haben: Mittelfristige Erwartungen können sich nicht nur deutlich verändern, sie tun es auch oft.
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Expertenmeinung: Um auszuloten, was sich für den Moment mit der Aktie anfangen ließe, wäre ein Blick auf die aktuelle Bewertung sowie das aktuelle Chartbild daher sinnvoller als ein Blick auf im Ungewissen liegende, kommende Jahre. Und wie präsentieren sich diese beiden Aspekte derzeit?
Was die Bewertung angeht, ist die zwar noch nicht exorbitant hoch, aber keinesfalls mehr „billig“. Auf Basis des im Schnitt für 2026 geschätzten Gewinns pro Aktie kommt RWE auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 21. Für einen Energieversorger eher teuer, für die Wachstumserwartung der Analysten für die kommenden Jahre aber akzeptabel … falls die denn so auch eintreffen sollte.

Was das Chartbild angeht, hat die Aktie zwar mit dem präzise auf dem Leitstrahl der Bullen in Form der 50-Tage-Linie (im Chart blau) gelungenen, aktuellen Aufwärtsschwenk ihre bullische Grundausrichtung bestätigt, so dass Short-Trades hier vorerst kein Thema wären. Aber es fällt auf, dass der Kurs nach dem vorherigen, erfolgreichen Test der 50-Tage-Linie das vorher markierte Zwischenhoch zwar marginal überbot, sich dort aber auffällig deutlich festgefahren hatte. Die Anschlusskäufe blieben bei dieser Ausbruchschance also aus – und damit steht die Frage im Raum, warum in Kürze Käufe einen neuen Aufwärtsimpuls generieren sollten, wenn die Akteure in den letzten Wochen dafür keinen Anlass sahen.
Ein möglicher Auslöser, um neuen Schwung zu bringen, wären die Ergebnisse des ersten Quartals, falls da positive Überraschungen kämen. Aber sofern RWE keine Vorab-Zahlen liefern sollte, kämen die erst am 13. Mai auf den Tisch. Bis dahin wäre RWE eine Halteposition, aber eher keine Aktie, um jetzt zukaufen zu wollen. Dazu wirkt das Bild derzeit zu „toppish“. Und sollten die 50-Tage-Linie und die September 2025-Aufwärtstrendlinie fallen, wäre RWE sogar kurzfristig bärisch. Aggressiv auf der Long-Seite agierende Trader könnten sich daher für den Fall der Fälle einen Stop Loss knapp unterhalb dieser beiden bei aktuell 55,30 bzw. 54,00 Euro verlaufenden Supportlinien überlegen.
Quellenangaben:
Meldung über die Kursziel-Anhebung für RWE durch die UBS, 21.04.2026: https://live.deutsche-boerse.com/nachrichten/ANALYSE-FLASH-UBS-hebt-Ziel-fuer-RWE-auf-65-Euro—Buy-966d5e7b-2b1d-44e6-be83-9bbd9a522dba
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RWE.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.04.2026 um 22:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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