Peloton: Interne Kontrollen versagen, droht ein Totalabsturz?

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Peloton Interactive
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Peloton – was für eine tolle Geschichte. Das Unternehmen war wirklich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und konnte mit seinen Heimtraining-Lösungen während der Pandemie ein astronomisches Wachstum generieren.

Langsam werden die Wolken am Horizont aber immer dunkler.

Das Wachstum scheint vorerst zu Ende zu sein. Im gerade abgeschlossenen Quartal war der Umsatz rückläufig und im nächsten soll es noch weiter abwärts gehen. Darüber hinaus musste man die Preise senken. Statt in diesem Jahr will man jetzt 2023 „profitabel“ werden.

Droht ein Totalabsturz?

Daher hatte ich bereits im Januar die These aufgestellt, dass Peleoton ein ähnliches Schicksal wie Fitbit oder GoPro drohen könnte.
Peloton: The next big thing

Die beiden Unternehmen waren „early mover“ und konnten sich kurzzeitig hohe Marktanteile sichern, bis günstigere Alternativen ihnen das Geschäft ruiniert haben.

Inzwischen kämpft auch Peloton damit. Es gibt zahlreiche günstigere Anbieter und daher hat man gestern auch bekanntgegeben, dass man den Preis der Spinning-Bikes in allen Märkten um 400 USD senken wird.

Peloton muss die Preise senken

Das drückt nicht nur den Umsatz, sondern auch die Profitabilität. Bisher wollte man im laufenden Geschäftsjahr erstmals ein positives EBITDA erzielen. Jetzt spricht man von 2023.
Ein positives EBITDA bedeutet aber ohnehin nicht, dass man profitabel wäre.

Das Geschäft als solches ist darüber hinaus noch viel schwieriger als das von Fitbit oder GoPro. Wir sprechen schließlich über Fitness-Geräte und dann auch noch im Luxus-Segment.

Es liegt in der Natur des Menschen: Wir nehmen uns viel vor, wollen fit werden und mehr Sport treiben. Am Ende hält der Enthusiasmus nur eine kurze Zeit an und dann verschwindet die Tretmühle im Keller oder auf eBay Kleinanzeigen.

Eine kurze Suche auf eBay Kleinanzeigen liefert für den Begriff Peloton derzeit 237 Ergebnisse.
Darunter etliche Spinning-Bikes von Peloton, Zubehör und viele günstigere Konkurrenten.

Und was passiert eigentlich, wenn all die Fitnessstudios wieder öffnen?

Nachlassende Dynamik

Es ist bereits seit geraumer Zeit klar, dass das Wachstum von Peloton deutlich nachgelassen hat und nachlassen wird.
Das legt der gesunde Menschenverstand nahe.

Das Unternehmen hatte das aber auch selbst kommuniziert. Vor knapp sechs Monaten meldete man für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,06 Mrd. USD und prognostizierte für das Gesamtjahr 4,08 Mrd. USD.

Faktisch bedeutete das, dass Peloton damals schon keine steigenden Quartalsumsätze mehr erwartete.

Es kommt noch schlimmer

Die eigene Prognose hat man gestern allerdings eindrucksvoll unterboten.

Das Ergebnis lag mit -1,05 je Aktie weit über den Erwartungen von -0,45 USD. Der Umsatz lag mit 937 Mio. USD im Rahmen der Analystenschätzungen.

Im Vergleich zum letzten Quartal entspricht das einem Umsatzeinbruch um 26% und einer Vervielfachung der Verluste.

Dass Peloton darüber hinaus auch noch „schwächen in den internen Kontrollen identifiziert hat“ ist da fast untergegangen.

So schnell wie es aufwärts ging, scheint es jetzt wieder abwärtszugehen. Es sprechen auch viele Soft-Facts dafür. Zum Beispiel der Umstand, dass die durchschnittliche Zahl der monatlichen Workouts pro User auf Jahressicht um knapp 20% gesunken ist.
Die Kunden verlieren das Interesse. Der nächste Schritt dürfte für viele die Kündigung sein.

Der eigentliche Hammer folgt aber noch.

Bitter

Wie bereits angesprochen musste man die Preise senken. Unter anderem aus diesem Grund stellt Peloton für das kommende Quartal nur noch einen Umsatz von 0,80 Mrd. USD in Aussicht. Bisher war man von 1,02 Mrd. USD ausgegangen.

Der geschäftliche Abwärtstrend dürfte sich also fortsetzen. Treffen die neuen Prognosen zu, hätte Peloton in nur zwei Quartalen einen Umsatzrückgang von mehr als einem Drittel verzeichnet.

Peloton ist eine Wachstumsaktie mit dem Preis einer Wachstumsaktie, aber leider ohne Wachstum.

Chart vom 27.08.2021 Kurs: 114 Kürzel: PTON - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 27.08.2021 Kurs: 114 Kürzel: PTON – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Lage auch nicht gerade optimal. Der Aufwärtstrend ist durchbrochen und die Aktie ist zuletzt mehrfach am Widerstand bei 125 USD gescheitert.

Fällt die Aktie jetzt unter 110 USD, drohen weitere Verluste in Richtung 100 USD. Darunter kommt es zu einem prozyklischen Verkaufssignal mit einem Kursziel bei 80 USD.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits Anfang April hatten wir unsere Aussichten auf das US-amerikanische Unternehmen für Fitnessgeräte und Medien angehoben. Es schien, als ob die Peloton-Aktie bereits nach oben ausbrechen wollte, doch es ging noch eine Etage tiefer. Nachdem die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 nach unten durchbrochen wurden, waren die bärischen Tendenzen kaum noch zu übersehen. Es dauerte zwei weitere Monate, bis die Bullen endgültig die Trendwende schaffen konnten. Dieses Mal hielten sich die Kurse etwas länger über den besagten Indikatoren und verließen diese Woche eine markante Konsolidierung nach oben. Ein klares Kaufsignal, welches die Kurse noch ein gutes Stück weit nach oben tragen dürfte.   

Expertenmeinung: Die nächste Widerstandsebene findet sich im Bereich von 124 bis 126 USD. Hier könnte der Kursverlauf etwas ins Stocken geraten. Wer noch keine Positionen in dem Titel besitzt, könnte einen kleineren Pullback zurück zur Marke von 115 USD nutzen, um einen guten Einstieg zu finden. Häufig kommen Aktien nach solch markanten Ausbrüchen nochmals zurück zur Formation, um dann im zweiten Gang noch wesentlich höher zu gehen. Doch nicht immer bietet sich solch ein Rücklauf an. Blicken wir noch einmal nach vorne. Sollte der erste Widerstandsbereich gebrochen werden, könnte es durchaus mit Peloton auf bis zu 140 USD gehen. Vielleicht könnten wir dies sogar noch im Juni beobachten.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 25.06.2021 Kurs: 121.85 Kürzel: PTON | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der US-amerikanische Hersteller von Fitnessgeräten wurde in den letzten Monaten ordentlich abverkauft. So verlor die Peloton-Aktie Mitte Februar den Boden unter den Füßen, als der Supportbereich bei rund 140 USD nach unten gebrochen wurde. Das Verkaufssignal war im Chart deutlich zu sehen und der nächste wichtige Support ein gutes Stück weit entfernt. Das letzte entscheidende Tief bildete sich im November des vorigen Jahres. Hier wurden die Bullen um das Niveau von 95 USD wieder aktiv. Genau dieses Ziel steuerten nun die Bären an und so wundert es kaum, dass der Titel hier begann, etwas Halt zu finden. Die Kursstabilisierung setzte sich in den kommenden Wochen weiter fort. Es bildete sich ein höheres Tief, welches den erhöhten Kaufdruck andeutete. Jetzt konnten die Bullen einen weiteren wichtigen Schritt in die richtige Richtung machen. Der Widerstand bei ca. 119 USD wurde im gestrigen Handel gebrochen und somit der bislang intakte Abwärtstrend endlich beendet. 

Expertenmeinung: Der gestrige Ausbruch könnte nun den Impuls für eine neue Rallye geliefert haben. Zuletzt konnte sich das Wertpapier im Dezember des vorigen Jahres aus den Fängen der Bären befreien. Damals stieg die Aktie mehr als 40 Prozent innerhalb weniger Wochen. Gut möglich, dass sich dieses Szenario nun wiederholen könnte. Natürlich muss hier auch die Wall Street mitspielen. Solange die Aufwärtstendenzen anhalten, sollte Peloton hiervon profitieren. Das erste Kursziel nach oben ist der jüngst gebrochene Support bei 140 USD.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 08.04.2021 Kurs: 123.62 Kürzel: PTON | Online Broker LYNX

Die Corona-Krise hat Peloton zu einem echten Überflieger gemacht. Die Aktie hat sich binnen weniger Monate verzehnfacht.
Der Börsenwert wurde von 5 auf über 50 Mrd. USD katapultiert.

Doch plötzlich ist die Luft raus. Die Aktie ist von 170 auf 94 USD eingebrochen.
Wer hier am Hoch eingestiegen ist, sitzt inzwischen auf schmerzlichen Verlusten.

Wie sieht die Prognose für die Aktie jetzt aus? Sollte man jetzt einsteigen, oder gar die Reißleine ziehen?

Der richtige Zeitpunkt

Ich hatte es in der letzten Analyse bereits geschrieben:
Man kann Peloton nur beglückwünschen. Das Unternehmen hatte zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Produkte.

Durch die Pandemie mussten Fitness-Studios schließen, der geneigte Sportenthusiast suchte nach Alternativen.

Bei Peloton lief das Geschäft auch zuvor schon erfreulich, durch die Pandemie erlebte das Unternehmen einen wahren Ansturm.

Ende der Fahnenstange?

Man sollte sich aber dringend die Frage stellen, ob das in dieser Form weitergehen kann und wird.

Ich war in der letzten Analyse zu einem negativen Fazit gekommen. Aus meiner Sicht bestanden und bestehen für Peloton perspektivisch enorme Risiken.

Was mich zu diesem Schluss brachte? Finden Sie es hier heraus: Peloton: The next big thing

Unter dem Strich hätte das Timing kaum besser sein können. Die Warnung zu Peloton erfolgte nur einen Tag nachdem das Allzeithoch markiert wurde und seitdem ist die Aktie von 157 im Tief auf 94 USD abgestürzt.

Double up

In den letzten drei Geschäftsjahren hat sich der Umsatz jeweils ungefähr verdoppelt. Das ist wirklich beeindruckend.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, welches bis Ende Juni 2020 lief, lag der Umsatz bereits bei 1,83 Mrd. USD.
Man gibt allerdings auch mit enormer Geschwindigkeit neue Aktien aus, um die Expansion zu finanzieren.

Durch die Corona-Krise hat sich die Wachstumsdynamik maßgeblich beschleunigt.
Ich halte es aber für äußerst fraglich, ob sich das auch nur annähernd so fortsetzen wird.

Nachlassende Dynamik

Im letzten Quartal lag der Umsatz bei 1,06 Mrd. USD, was auf Jahressicht etwas mehr als einer Verdopplung entspricht.
Perspektivisch stellt Peloton aber kein großartiges Wachstum mehr in Aussicht.

Im laufenden Q3 erwartet man einen Umsatz von 1,10 Mrd. USD und für das Gesamtjahr 4,08 Mrd. USD

Das Wachstum würde demnach zum Erliegen kommen.
Dementsprechend ist es fraglich, ob eine Bewertung mit einem P/EBITDA von mehr als 100 und einem P/S von über 11 auch nur annähernd zu rechtfertigen ist.

Das Unternehmen ist trotz der hohen Kursverluste der letzten Wochen, die einer Einbuße von 20 Mrd. USD an Börsenwert entsprechen, noch außerordentlich hoch bewertet.

Fallstricke

Peloton hat durch die Krise mit einem Schlag eine enorme Marktpenetration erreicht.

Doch wie viele der neu gewonnenen Kunden werden, wie es der menschlichen Natur entspricht, in recht kurzer Zeit ihre guten Vorsätze wieder vergessen?

Darüber hinaus ist das Geschäftsmodell auch leicht kopierbar und dementsprechend drängen eine ganze Reihe günstigerer Anbieter in den Markt.

Darunter Bowflex, Echelon, Myx Fitness, NordicTrack, ProForm oder Nautilus.

Nautilus zum Beispiel hat den Umsatz im letzten Jahr von 309 auf 553 Mio. USD gesteigert und wird derzeit mit einem P/S von 1 und einer P/E von 10 bewertet.

Zum Vergleich: Peloton kommt auf ein P/S von 11 und eine P/E von über 100.

(Zuzüglich der anhaltenden und kommenden Verwässerung. Erst kürzlich hat das Unternehmen eine Wandelanleihe mit einem Volumen von sagenhaften 875 Mio. USD platziert.)

Bei Nautilus und anderen Anbietern stellt sich zwar auch die Frage, wie nachhaltig das ist, aber wenigstens ist die Bewertung eine ganz andere.

Chart

Aus technischer Sicht ist die Aktie ebenfalls angeschlagen. Der Aufwärtstrend wurde durchbrochen.

Über 120 USD könnte ein retest der Trendlinie nahe 130 USD eingeleitet werden. Den Bullen hilft allerdings nur eine Rückkehr über die Trendlinie.
Das dürfte nur gelingen, wenn Peloton die bisherigen Erwartungen maßgeblich übertreffen kann.

Unter 110 USD wäre hingegen der Weg in Richtung 100 USD frei. Fällt Peloton unter 100 USD, kommt es zu einem prozyklischen Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 80 und 70 USD.

Chart vom 15.03.2021 Kurs: 111,55 Kürzel: PTON - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.03.2021 Kurs: 111,55 Kürzel: PTON – Tageskerzen

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Peloton, das US-amerikanische Unternehmen für Fitnessgeräte und Medien, rückt erneut in den Fokus unserer Analysen. Zuletzt war es in Bezug auf Nachrichten rund um die Peloton-Aktie etwas ruhiger, doch der Titel hat sich eine wohlverdiente Verschnaufpause gegönnt. Der letzte heftige Kaufimpuls bildete sich im Dezember und führte zu einem großen Kursanstieg. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir der Aktie positive Aussichten mit auf den Weg gegeben, welche vollends erfüllt wurden. Nachdem die Kurse das bisherige Allzeithoch bei rund 140 USD brechen konnten, wurde die Entwicklung allerdings leicht parabolisch und eine Zwischenkorrektur musste her. Diese hält mittlerweile seit Jahresbeginn an. Der erste Test des neu gebildeten Bodens wurde bereitwillig von den Bullen aufgekauft, doch der zweite scheint sich nun etwas schwieriger zu gestalten, doch woran liegt das?

Expertenmeinung: Der Grund hierfür dürfte wohl die bevorstehenden Quartalsergebnisse des Konzerns sein, die am Donnertag nach Börsenschluss präsentiert werden. Mit Spannung warten Börsianer auf die Ergebnisse, welche zuletzt immer äußerst positiv ausfielen. Analysten erwarten sich einen Gewinn je Aktie von 10 Cent, während die Flüsterschätzungen bereits bei 21 Cent liegen. Der Umsatz soll die 1 Milliarden-Schwelle brechen. Die Tatsache, dass weltweit Fitnessstudios quasi auf Eis liegen, spielt dem Konzern weiter in die Hände. Nun bleibt abzuwarten, ob die Zahlen die Erwartungen erfüllen können. Wenn ja, dann könnte es diese Woche noch eine mögliche Kaufchance geben. Solange die Aktie oberhalb der Marke von 140 USD bleibt, halten wir an unserer bullischen Haltung fest.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 02.02.2021 Kurs: 147.73 Kürzel: PTON | Online Broker LYNX

Peloton ist womöglich der größte Corona-Profiteur überhaupt. Geschäft wie Aktie sind explodiert. Ist das erst der Anfang? Wie sieht die Prognose für die Aktie aus?

Sehr beeindruckend

Man kann Peloton nur beglückwünschen. Das Unternehmen hatte zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Produkte.
Durch die Pandemie mussten Fitness-Studios schließen, der geneigte Sportenthusiast suchte nach Alternativen.

Eine Möglichkeit wäre es natürlich gewesen, einfach mit dem Fahrrad vor die Türe zu gehen. Viele scheinen es jedoch zu bevorzugen, in den eigenen vier Wänden zu radeln und kaufen die nicht ganz günstigen Bikes von Peloton.

Zusätzlich kann man auch noch ein Abo für Kurse buchen. Die Bikes beginnen bei etwas über 2.000 Euro, die Mitgliedschaft kostet 12,99 Euro pro Monat.

Explodiert

Peloton konnte zwar schon vor der Pandemie ordentlich wachsen, im letzten Geschäftsjahr erzielte man allerdings mehr Umsatz als in der gesamten vorherigen Unternehmensgeschichte.

Der Umsatz verdoppelte sich von 0,92 auf 1,83 Mrd. USD. Profitabel war man trotzdem nicht.
Darüber hinaus gibt man ständig neue Aktien aus und verweist auf die Kosten der Expansion. Es sei ihnen gegönnt.

Bei Milliardenumsätzen muss man allerdings die Frage stellen, wann das Unternehmen denn gedenkt profitabel zu werden. Kein Markt ist unendlich groß.

Perspektive

Erste Schritte in diese Richtung hat man im laufenden Geschäftsjahr unternommen. Im ersten Quartal lag der Umsatz bei 1,0 Mrd. USD. Das EBITDA lag bei 70 Mio. USD.

Für das Gesamtjahr erwartet man einen Umsatz von 3,9 Mrd. USD – also stagnierende Einnahmen auf dem Niveau von Q1.
Im Gegenzug stellt man ein EBITDA von 300 Mio. USD oder mehr in Aussicht.

Das Problem ist, dass das einem P/EBITDA von 161 und einer P/E von über 200 entspricht.
Ohne weiteres Wachstum ist das keinesfalls zu rechtfertigen.

Crash and Burn

Es besteht aber sogar die Gefahr, dass Peloton die nächste Fitbit oder GoPro werden könnte.
Beide Aktien notieren heute mehr als 90% unter ihren Höchstständen.

Fitbit und GoPro waren früh in einem Markt aktiv und konnten sich kurzzeitig hohe Marktanteile sichern, bis günstigere Alternativen ihnen das Geschäft ruiniert haben.

Peloton droht genau dasselbe. Darüber hinaus ist der adressierbare Markt für teure Spinning-Bikes und Tretmühlen sehr viel kleiner als der Markt für Kameras oder Smartwatches.

Im Endeffekt ist das Geschäft aus einer Vielzahl von Gründen auch deutlich schwieriger: Es handelt sich schließlich um Fitness-Geräte im Luxus-Segment.

Es liegt in der Natur des Menschen: Wir nehmen uns viel vor, wollen fit werden und mehr Sport treiben.
Am Ende hält der Enthusiasmus eine eher kurze Zeit an und dann verschwindet die Tretmühle im Keller.

Was wäre wenn?

Für Peloton würde das bedeuten, dass die Kunden ihre monatlichen Abos kündigen und der Markt mit gebrauchten Geräten überschwemmt wird.
Auf ebay Kleinenzeigen findet man jedenfalls zahlreiche Geräte, „kaum benutzt“.

Es muss nicht zu diesem Szenario kommen, es handelt sich aber auch nicht um Schwarzmalerei.
Nachdem die erste Nachfrage bei GoPro und Fitbit gedeckt war, ging der Umsatz nach extremen Wachstumsraten sogar zurück.

Im Falle von Peloton könnte sich das alles in größerer Geschwindigkeit abspielen, da Corona wie ein Brandbeschleuniger wirkte.

Denken Sie immer daran: Fitness-Studios leben von ihren Karteileichen, nicht von den motivierten Pumpern.
Peloton hat ein Geschäftsmodell im Fitness-Sektor, dass keine Karteileichen produziert.

Technische Aspekte

Das bedeutet aber nicht, dass man die Aktie jetzt blind leerverkaufen sollte.

Der Aufwärtstrend ist voll intakt und die Geschäftszahlen werden voraussichtlich auch in den kommenden Quartalen stark ausfallen, solange die Pandemie anhält.

Dann nehmen kurstechnischen Risiken erheblich zu und purzeln die Kurse erst, ist noch genug Luft zur Unterseite.

Kurzfristig droht aktuell ein Doppeltop. Unter 155 und 140 USD würde es jeweils zu prozyklischen Verkaufssignalen kommen. Ein mögliches Kursziel liegt bei 140 USD.

Chart vom 19.01.2022 Kurs: 157,81 Kürzel: PTON - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 19.01.2022 Kurs: 157,81 Kürzel: PTON – Tageskerzen