Medifast schlägt wie eine Bombe ein

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Medifast
ISIN: US58470H1014
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Zur Medifast Aktie

Es gibt nicht viele Wachstumsstories auf dem Niveau von Medifast. Mit der Optavia -Diät ist dem Unternehmen ein echter Kassenschlager gelungen.

In den USA ist Optavia zu einem regelrechten Massenphänomen geworden. Dadurch konnte Medifast den Umsatz seit 2016 von 275 auf 935 Mio. USD steigern.
Der Gewinn explodierte von 1,49 auf 4,52 USD je Aktie.

Der Gewinn geht durch die Decke

Doch das sind nur die Zahlen des letzten Geschäftsjahres. Im laufenden Geschäftsjahr konnte man noch eine gehörige Schippe oben drauflegen.

Eine ausführliche Analyse zu Medifast finden Sie hier:
Medifast: Die Zahlen gehen durch die Decke

Damals stand die Aktie bei 103 USD. Anschließend legte die Aktie bis auf 336 USD zu.
Der Kurs hatte sich in weniger als zwei Jahren verdreifacht.

Inzwischen steht Medifast wieder eine ganze Ecke tiefer. Grund genug, um die Lage neu zu sondieren.
Denn das Geschäft brummt.  

In der Analyse erfahren Sie auch, was Medifast von vielen Unternehmen in der Branche unterscheidet. Optavia ist nicht einfach die nächste „Abnehm-Pille“, die viel verspricht und wenig hält.

Optavia

Um eine Pille handelt es sich ohnehin nicht, sondern um ein Ernährungssystem. Und das scheint Anklang zu finden.

Kern der Optavia -Diät sind täglich sechs kleine Mahlzeiten, die zum Teil selbst gekocht werden oder aus sogenannten “Fuelings” bestehen.
“Fueling” sind zum Beispiels Shakes, Riegel oder auch Suppen, die man von Medifast kauft.

Sie ersetzen reguläre Mahlzeiten und sind kalorien- sowie kohlenhydratarm. Im Endeffekt basiert das System auf der Low-Carb-Idee.

Das beliebteste Modell

In den USA ist das beliebteste Modell das „5&1 -Programm“, mit dem der eigentliche Gewichtsverlust erzielt werden soll.
In diesem System bestehen fünf Mahlzeiten aus Fuelings bestehen, die sechste wird selbst gekocht.

Das führt natürlich dazu, dass die Kunden ständig bei Medifast bestellen müssen. Das gilt aber nicht nur für die Abnehmphase.

Anschließend stellen viele Kunden auf das 3&3 -Programm um, in dem immerhin noch drei der sechs täglichen Mahlzeiten durch Optavia -Produkte ersetzt werden.

Ob man daran glaubt, oder nicht, ist die eine Sache. Der (wirtschaftliche) Erfolg gibt dem Unternehmen allerdings recht.

Aktuelle Lage und Ausblick

Im ersten Quartal lag der Gewinn mit 3,46 je Aktie weit über den Erwartungen von 2,80 USD. Der Umsatz übertraf mit 340,7 Mio. die Analystenschätzungen von 290 Mio. USD ebenfalls.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 90,9% und einem Gewinnsprung 121,8%.

Im zweiten Quartal lag der Gewinn mit 3,96 je Aktie ebenfalls weit über den Erwartungen von 3,30 USD. Der Umsatz übertraf mit 394,2 Mio. die Analystenschätzungen von 365 Mio. USD.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 79,2% und einem Gewinnsprung 112,9%.

Da gibt es wenig zu meckern. Ernstzunehmende Gründe für den derzeitigen Abverkauf konnte ich nicht finden.

Für das laufende Geschäftsjahr stellt Medifast einen Umsatzsprung von 0,94 auf 1,47 Mrd. USD in Aussicht.
Das Ergebnis soll von 8,68 auf 12,70 – 14,17 USD je Aktie steigen.

Im Mittel entspräche das einem Anstieg des Gewinns um 54%. Es dürfte zwar sicher sein, dass man nicht ewig in dieser Geschwindigkeit wachsen kann, das muss man aber auch nicht.

Medifast kommt derzeit auf eine forward P/E zwischen 16,3 und 14,7. Es dürfte wenige Unternehmen geben, die auch nur annähernd solche Geschäftszahlen vorweisen können und auf eine ähnliche Bewertung kommen.

Interessanterweise lag die forward P/E zum Zeitpunkt der ersten Analyse bei 15,6 und somit auf demselben Niveau wie derzeit.

Chart vom 23.09.2021 Kurs: 208,21 Kürzel: MED - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.09.2021 Kurs: 208,21 Kürzel: MED – Tageskerzen

Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass Trends regelmäßig weit über jede Rationalität hinausgehen.

Daher wäre es gut möglich, dass sich die Korrektur von Medifast fortsetzt. Fällt die Aktie unter 209 USD, wären weitere Kursverluste in Richtung 200 und 183 USD möglich.

Viele Anleger starren eben nur auf Charts. Ich selbst war, lange ist es her, einer von ihnen. Doch eine Sache habe ich gelernt:
Aktien sehen am Hoch immer extrem bullisch und am Tief extrem bärisch aus. Wer die Fundamentaldaten ignoriert, bewegt sich daher im luftleeren Raum und hat keinen Bezugspunkt in der realen Wirtschaft, um das Kursgeschehen in einen Kontext zu setzen.

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Medifast ist einer der führenden Anbieter von Nahrungsergänzung.

Hier lohnt sich ein zweiter Blick

Medifast entwickelt, produziert und vertreibt Nahrungsergänzung und Abnehm-Mittel. An diesem Punkt wäre ich bei der Aktie fast wieder ausgestiegen. Ich bin kein großer Freund der Branche. In vielen Fällen wird nur ein Traum verkauft und der Vertrieb ähnelt einem Pyramidensystem. Ein besonders krasser Fall ist meines Erachtens Herbalife. Dort wird das Geld nicht mit dem Verkauf des Produkts verdient, sondern mit dem Verkauf von Lizenzen. Der Preis der Pülverchen & Co haben liegt überwiegend beim mehrfachen des branchenüblichen. 1% der Verkäufer kassieren 80-90% aller Kommissionen ein. Schlichtweg, weil sie zu den ersten Verkäufern gehörten und jetzt ganz oben in der endlosen Pyramide stehen. Im Gegensatz dazu schreiben 80-90% der Coaches rote Zahlen, da enorme Vorabzahlungen an Herbalife notwendig sind. Die Daten können den Veröffentlichungen von Herbalife selbst entnommen werden. Medifast agiert auf eine vollkommen andere Art setzt sich in dieser Branche positiv ab. Die Pyramide hat maximal 6 Stufen. Die Kommissionen sind gedeckelt, die Anwerbung neuer Coaches und die Beteiligung an deren Verkäufen sind eher niedrig. Der Gewinn liegt also vor allem im Verkauf, nicht im Bau einer endlosen Pyramide. Die Produkte sind im Branchenvergleich eher günstig und klinisch geprüft. In dieser Branche ist das alles keine Selbstverständlichkeit. Langfristig könnte und sollte es sich aber auszahlen. Medifast plant konservativ, das zeigt auch das Zahlenwerk.

Kein Risiko

Der Vorstand von Medifast geht keine großen Risiken ein. Im Endeffekt ist man erzkonservativ. Auch das ist nicht gerade branchentypisch. In den letzten zehn Jahren hat man keine aggressive Expansionspolitik verfolgt. Daher waren keine Kapitalerhöhungen notwendig. Ganz im Gegenteil, man kauft stetig eigene Papiere zurück. Nennenswerte Schulden hat man nicht, sie wurden komplett getilgt.

Zahlen gehen durch die Decke

Dennoch konnte der Umsatz in diesem Zeitraum von 166 auf 501 Mio. USD gesteigert werden. Der Gewinn kletterte von 0,81 auf 4,62 USD je Aktie. Medifast erwirtschaftet erhebliche freie Mittel und hat die Dividende in der kurzen Zeit seit 2015 von 0,25 auf 3,00 USD je Aktie angehoben. Inzwischen liegt die Dividendenrendite bei 2,94%. Zuletzt hat sich das Wachstum dank neuer Produkte massiv beschleunigt. In den letzten sieben Quartalen lagen Umsatz und Gewinn regelmäßig 50-100% über dem jeweiligen Vorjahreswert. Im laufenden Jahr wird ein Gewinnsprung um 48% auf 6,85 USD je Aktie erwartet. Das erscheint realistisch, da das Ergebnis in den ersten beiden Quartalen um 59% auf 3,45 USD je Aktie zulegen konnte. Warum ist die Aktie also von 260 auf derzeit 103 USD gefallen? Im Vorjahr verdoppelte sich der Gewinn. Wie immer nährt das vollkommen unrealistische Erwartungen. Die Prognosen waren absurd hoch, da reichte auch ein Gewinnsprung von 59% nicht. Gleiches gilt für die Bewertung. Zwischenzeitlich kam es zu parabolischen Kursgewinnen. Die P/E kletterte in kürzester Zeit von 20 auf über 60. Jetzt kommt Medifast nur noch auf eine forward P/E von 15,6. Die Aktie war seit Jahren nicht günstiger, dabei läuft das Geschäft blendend. Bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 24-48% erscheint die Bewertung attraktiv. Mehr als 6.200 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Charttechnik

Medifast hat eine massive Abwärtsbewegung hinter sich. Doch seit Monaten zeichnet sich zunehmend ein Boden ab. Darüber hinaus wurden die maßgeblichen Abwärtstrends durchbrochen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese Gesamtkonstellation zu handeln. Nahe 100 USD bieten sich antizyklische Käufe mit einem Stopp unter 95 USD an. Prozyklische Händler sollten hingegen auf einen Ausbruch über 108 USD setzten. Bestenfalls gelingt ein Tagesschluss über 110 USD. In diesem Fall wäre der Weg in Richtung 120-125 USD frei. Darüber ergibt sich weiteres Potenzial bis 135 und 140 USD. Ihre Ordergebühren sind zu hoch? Mein Broker ist LYNX. Chart vom 17.10.2019 Kurs: 103 Kürzel: MED - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 17.10.2019 Kurs: 103 Kürzel: MED - Tageskerzen | LYNX Online Broker