Medifast Aktie Prognose Medifast am Abgrund

News: Aktuelle Analyse der Medifast Aktie

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Medifast
ISIN: US58470H1014
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Ticker: MED --- %

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Zur Medifast Aktie

Mit Medifast verbindet mich, und sicherlich auch einige Leser, eine bewegte Geschichte.
Die erste Analyse zur Aktie ist 2019 auf LYNX erschienen. Anschließend legte der Kurs von 103 auf 336 USD zu.
Was für ein Ritt.

Doch derzeit wird alles abverkauft, auf dem der Stempel „Wachstum“ prangt. Ohne jeglichen Unterschied.
Unter dem Strich kann ich die Rücksetzer und teilweise Crashs nachvollziehen, denn viele dieser Aktien waren durch die vorangegangene Rallye so teuer wie nie und teilweise maßlos überbewertet.

In vielen Fällen geht es auch darum, dass diese Wachstumsaktien ständig frisches Kapital benötigen. Steigen die Zinsen, wird das teurer.

Auf Medifast trifft beides nicht zu. Das Unternehmen ist hochprofitabel und die Aktie ist mit einer P/E von 13,9 (TTM) nicht gerade teuer. Zum Vergleich: Der S&P 500 kommt derzeit auf eine P/E von 23,5.
Das ist schon ein großer Unterschied.

So funktioniert‘s

Medifast hat mit seinem Ernährungssystem Optavia einen absoluten Hit gelandet.

Kern der Optavia -Diät sind täglich sechs kleine Mahlzeiten, die zum Teil selbst gekocht werden oder aus sogenannten “Fuelings” bestehen. “Fueling” sind zum Beispiels Shakes, Riegel oder auch Suppen, die man von Medifast kauft.

Sie ersetzen reguläre Mahlzeiten und sind kalorien- sowie kohlenhydratarm. Im Endeffekt basiert das System auf der Low-Carb-Idee.

In den USA ist das beliebteste Modell das „5&1 -Programm“, mit dem der eigentliche Gewichtsverlust erzielt werden soll.
In diesem System bestehen fünf Mahlzeiten aus Fuelings bestehen, die sechste wird selbst gekocht.

Das führt natürlich dazu, dass die Kunden ständig bei Medifast bestellen müssen. Das gilt aber nicht nur für die Abnehmphase.

Anschließend stellen viele Kunden auf das 3&3 -Programm um, in dem immerhin noch drei der sechs täglichen Mahlzeiten durch Optavia -Produkte ersetzt werden.

Das passt nicht zusammen

In Summe hat das dazu geführt, dass der Umsatz in den letzten fünf Geschäftsjahren von 275 auf 935 Mio. USD gestiegen ist.
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert und das Ergebnis legte von 1,89 auf 9,14 USD je Aktie zu.

Darüber hinaus konnte die Expansion komplett aus dem Cashflow finanziert werden, Kapitalerhöhungen waren nicht notwendig und Schulden hat man keine.

Inzwischen zahlt man sogar eine stattliche Dividende von 3,07%. Der stetige Cashflow durch die Bestandskunden, die einem Abo gleichen, machen es möglich.

Mit Blick auf diese Faktenlage, ist es kein Wunder, dass die Aktie durch die Decke gegangen ist.
Verwunderlich ist eher, dass Medifast in dieser Zeit mehrfach gecrasht ist.

Dass Kurse kurzfristig von Emotionen, Angst und Gier getrieben werden, weiß jeder erfahrene Investor.
Bei Medifast ist das Ausmaß allerdings außerordentlich.

Seit Mitte letzten Jahre geht es jedenfalls stetig bergab, insgesamt von 336 auf derzeit 185 USD, und die Aktie steht kurz davor das nächste Verkaufssignal auszulösen.

Einfach anders

Betrachtet man die Zahlen, kommt man in Erklärungsnot. Die Bären beschwören das Ende von Medifast herauf. Optavia sei ein Kartenhaus und Medifast ein One-Hit-Wonder.
Sobald der Erfolg von Optavia ende, seit auch Medifast am Ende.

Gerade im Bereich Nahrungsergänzung und Diäten fallen solche Aussagen auf fruchtbaren Boden. Die Branche hat nicht gerade den besten Ruf.

Das Management von Medifast ist allerdings keine Ansammlung von Hasardeuren, wie es bei einigen Konkurrenten der Fall ist.
Darüber hinaus lässt Medifast seine Produkte klinisch prüfen, auch das ist branchenunüblich.

Ferner sind die Produkte im Vergleich zur Konkurrenz günstig und die Provisionen für Verkäufer niedrig.

Es handelt sich auch nicht um ein Pyramidensystem, denn bei Medifast hat die Pyramide maximal 6 Stufen. Die Kommissionen sind gedeckelt, die Anwerbung neuer Coaches und die Beteiligung an deren Verkäufen sind ebenfalls niedrig.

Daher macht der Direktverkauf von Produkten an Endkunden auch den Großteil des Geschäfts aus.

Ausblick und Bewertung

Und eine Sache hat sich auch gezeigt. Das angebliche One-Hit-Wonder aus 2017 hat bis heute stetigen und wachsenden Erfolg. Bisher kein Ende in Sicht.

In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 71% auf 1,15 Mrd. USD gestiegen.
Der Gewinn legte um 73% auf 10,98 USD je Aktie zu.

In jedem einzelnen Quartal wurden die Erwartungen übertroffen und zuletzt die Prognose erhöht. Kursgeschehen und Geschäftsentwicklung klaffen also weit auseinander.

Für das Geschäftsjahr 2021 stellt Medifast einen Gewinn von 13,27 – 13,96 USD je Aktie in Aussicht. Das entspricht im Mittel einem Gewinnsprung um 49%. Nicht schlecht für ein Unternehmen mit einer P/E von 13,9.

Das ergibt natürlich nur Sinn, wenn man in Zukunft kein großartiges Wachstum mehr erwarten kann.
Und tatsächlich wird für 2022 und 2023 auch ein Rückgang der Wachstumsraten von 15-19% erwartet.

Aber auch das würde weitaus mehr als eine P/E von 13,9 rechtfertigen.

Mit System

Außerdem sollte man sich die Frage stellen, warum sich die Wachstumsdynamik plötzlich um zwei Drittel einbrechen sollte.

Eingangs hatte ich geschrieben, dass wir die Aktie bereits seit einigen Jahren auf dem Schirm haben, daher kann ich Sie an einer Beobachtung teilhaben lassen:
In dieser Zeit wurde immer ein Einbruch der Wachstumsdynamik erwartet, dazu gekommen ist es allerdings nicht.

Im Jahr 2019 wurde für 2020 und 2021 ein Einbruch prognostiziert.
Im Jahr 2020 wurde es für 2021 und 2022 vorhergesehen.
Jetzt wird es 2022 und 2023 erwartet.

Eventuell erkennen Sie ein System. Ich bin kein Freund davon, enormes Wachstum in die Zukunft zu extrapolieren. Es ergibt aber auch keinen Sinn, ständig ein Ende vorherzusagen, wenn es dafür keine Anzeichen gibt.

Am 23. Februar werden wir erfahren, wie das Schlussquartal 2021 ausgefallen ist und was man für 2022 in Aussicht stellt. Wenn ich einen Tipp abgeben müsste: Die Aktie wird nachgeben, auch wenn die Zahlen gut ausfallen. Aber das ist reine Spekulation

Chart vom 18.02.2022 Kurs: 185 Kürzel: MED - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 18.02.2022 Kurs: 185 Kürzel: MED – Wochenkerzen
Chart vom 18.02.2022 Kurs: 185 Kürzel: MED - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 18.02.2022 Kurs: 185 Kürzel: MED – Tageskerzen

Es wäre also gut möglich, dass die Unterstützung bei 184 USD jetzt durchbrochen wird. In diesem Szenario muss eine Ausdehnung der Korrektur in Richtung 170 und möglicherweise 158 USD eingeplant werden.

Vielleicht wäre das langfristig sogar besser, denn Medifast kauft in großem Umfang eigene Papiere zurück. In den letzten drei Monaten hat man mehr als ein Prozent aller eigenen Aktien eingezogen.
Mit dem laufenden Buyback-Programm könnte man die Zahl der ausstehenden Aktien von 11,7 auf unter 9,6 Millionen Stück reduzieren.
Selbst bei 0-Wachstum würde das zu einem erheblichen Anstieg des EPS führen.

Kann die Unterstützung bei 184 USD gehalten werden, ist ein erneuter Anstieg in Richtung 200 oder 207 USD jederzeit möglich.
Darüber wäre Platz bis 218-220 USD. Kann der Abwärtstrend überwunden werden, hellt sich das Chartbild sukzessive auf.

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