Byghemma! …Gesundheit?

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BHG Group
ISIN: SE0010948588
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Ticker: BHG --- %

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Zur BHG Group Aktie

Die Namen Home24 und Westwing haben Sie sicher schon gehört. Die beiden Unternehmen sind die führenden Online-Möbelhäuser in Europa. BHG Group, ehemals Byghemma, wird in diesem Kontext gerne vergessen, da man vor allem in Skandinavien tätig ist.

BHG bekommt womöglich nicht die Aufmerksamkeit, die es verdienen würde. Das zeigt bereits die unterschiedliche Performance der drei Aktien nach dem Corona-Crash.
Selbstverständlich wurden Online-Möbelhäuser recht schnell als Krisengewinner identifiziert. Bei Home24 hat das nahezu zu einer Verzehnfachung der Aktie geführt. Westwing verzwanzigfachte sich sogar.

BHG war es „nur“ ein wenig mehr als eine Verfünffachung.

Ist das Gerechtfertigt?

Daher stellt sich natürlich die Frage, warum die Diskrepanz so enorm ist. Ist BHG wirklich so viel schlechter, oder haben wir es hier mit einer handfesten Gelegenheit zu tun?

Home24 konnte in den letzten fünf Jahren durchschnittlich um 16% p.a. wachsen, bei Westwing waren es 14%.
BHG kommt allerdings auf 36%. Daran kann es also nicht liegen.

Im letzten Geschäftsjahr konnte Home24 den Umsatz um 32% steigern, Westwing um 62% und BHG um 44%.
Dadurch lässt sich womöglich erklären, dass sich der Kurs von Westwing zuletzt deutlich besser entwickelt hat. Aus dieser Warte müsste BHG performance-technisch aber zwischen den beiden liegen und nicht weit abgeschlagen.

Betrachtet man die letzten Monate, steht BHG noch besser da. Vergleicht man die letzten 4 Quartale mit dem Geschäftsjahr 2020 kommt BHG auf ein Umsatzplus von 28%, Home24 auf 25% und Westwing auf 22%.
Die bump durch Corona scheint in Skandinavien also nachhaltiger zu sein.

Oder eine Gelegenheit?

Die Profitabilitätskennzahlen sprechen unterdessen auch für BHG. Die Schweden haben die höchste Cashflow-Marge sowie operative Marge.
Gleichzeitig hat man die niedrigste Bruttomarge.

Letzteres scheint auf den ersten Blick ein Nachteil zu sein. Ich würde behaupten das Gegenteil ist der Fall.
Wenn man mit den niedrigsten Bruttomargen die höchste operative Marge erzielt, ist man schlanker und effizienter als die Konkurrenz aufgestellt.
Darüber hinaus hat man noch Spielraum, um die Preise erhöhen und wäre trotzdem noch wettbewerbsfähig.

Was die Verwässerung der Aktienbasis angeht, schneiden die Schweden ebenfalls am besten ab.

Bewertung

In Summe kann man also zu dem Schluss kommen, dass BHG wahrscheinlich das beste Unternehmen in diesem Trio ist.

Die Bewertung ist unterdessen sehr ähnlich. Home24 kommt auf ein KUV von 0,66, ist allerdings auch noch nicht profitabel.
Westwing und BHG kommen auf ein KUV von 1,0 und 1,1.

Doch BHG hat, wie bereits erwähnt, die besten Margen. Daher liegt das KGVe mit 25,4 unter dem von Westwing mit 38,0
Ferner erwarten die Schweden im laufenden und kommenden Geschäftsjahr jeweils steigende Gewinne, Westwing hingegen sinkende.

Darüber hinaus sollte das größte Unternehmen eigentlich auf eine höhere Bewertung kommen, da Größe bei derartigen Geschäftsmodellen von entscheidender Bedeutung ist.
Home24 hat in den vergangenen 12 Monaten einen Umsatz von 616 Mio. Euro erzielt, Westwing kommt auf 529 Mio. Euro und BHG auf 1,13 Mrd. Euro.

Wie man es dreht und wendet: Entweder ist BHG im Branchenvergleich zu günstig oder die anderen beiden zu teuer. Womöglich trifft beides zu.

Eins dürfte aber sicher sein: Ein KUV von 1,1 und ein KGVe von 25,4 ist für ein Unternehmen mit Wachstumsraten von 25% (vor Corona) sicherlich nicht viel.
Im nächsten Jahr könnte das KGV bereits unter 20 sinken.

Chart vom 30.11.2021 Kurs: 100,50 Kürzel: BHG - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 30.11.2021 Kurs: 100,50 Kürzel: BHG – Tageskerzen

Der Chart sieht allerdings mittelprächtig aus, daran gibt es wenig zu rütteln.

BHG ist allerdings zu der ersten von drei relevanten Aufwärtstrendlinien zurückgekommen und scheint dort auf Interesse zu stoßen. Womöglich ist die Aktie gerade dabei, den Boden auszubilden.
Aus meiner Sicht ist es allerdings ratsam, positive Signale abzuwarten. Das wäre beispielsweise bei einem nachhaltigen Ausbruch über 110 SEK der Fall.

Fällt die Aktie hingegen unter 98 SEK, muss eine Ausdehnung der Korrektur in Richtung 80-85 SEK eingeplant werden.

Beide Varianten wären interessant.

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