Beyond Meat: Reißleine ziehen, aussitzen oder aufstocken?

von |
In diesem Artikel

Beyond Meat
ISIN: US08862E1091
|
Ticker: BYND --- %

---
USD
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Beyond Meat Aktie

Beyond Meat hat waschechte Katastrophen-Zahlen vorgelegt. Der Ausblick ist nicht besser. Sollte man jetzt kaufen, wo die Kanonen donnern? Oder ist das erst der Anfang vom Ende?

Börse kann so einfach sein

Börse kann so einfach sein. Man kann sich das Börsenleben aber auch zur Hölle machen.
Ersteres ist der Fall, wenn man beispielsweise stetig in marktbreite und ungehebelte ETFs investiert oder nur grundsolide Unternehmen kauft. Man muss nicht zocken.

Wer nur gut aufgestellte, wachsende und gesunde Unternehmen kauft, wird niemals Schiffbruch erleiden.
Nehmen wir als Beispiel das Musterdepot 2 auf Guidants. Nicht jede der zehn darin enthaltenen Aktien hat seit der Aufnahme hat den Markt geschlagen. Man erreicht eben nie eine Trefferquote von 100% (und wenn, dann war es nur ein glücklicher Zufall, der sich wahrscheinlich nicht wiederholen wird).

Das muss man aber auch gar nicht. Es ist mindestens genauso wichtig, dass uns keine der Aktien im Musterdepot um die Ohren geflogen ist.

Und genau da wären wir bei dem am Anfang angesprochenen Thema: Man kann sich das Börsenleben aber auch zur Hölle machen.

…oder die Hölle

Am einfachsten gelingt das, wenn man zockt und Trends/Hypes hinterherrennt. Wenn man hoch verschuldete Unternehmen kauft, Branchenverlierer oder optisch günstige Aktien, die seit Jahren tendenziell nur fallen.
Wenn man extreme Bewertungen kauft, also Aktien bei denen eine allzu ferne Zukunft eingepreist wird, oder die nicht mal ein Produkt auf dem Markt haben.
Im schlimmsten Fall ist es eine Kombination aus mehreren dieser Faktoren.

Anleger unterschätzen den Schaden, den es anrichtet, wenn durch solche Engagements dauerhaft Kapital vernichtet wird.
Leider spielt die Mathematik hier gegen den risikofreudigen Anleger. Denn um einen Verlust von 50% auszugleichen, reicht eben kein Plus von 50%, es müssen schon +100% werden.

Deshalb halte ich mich weitgehend von all diesen hochspekulativen Aktien wie Beyond Meat fern. Selbstverständlich kann ein Trade oder Investment in solche Papiere aufgehen, oft genug ist aber das Gegenteil der Fall.

Ich würde jedem Anleger davon abraten hochspekulative Werte zu kaufen. Um eine Top-Performance zu erzielen ist das gar nicht notwendig. Warum sollte man das Risiko dann eingehen?

Besser schlafen werden sie ohne all die Kurskapriolen sicherlich auch.

Beyond Meat: Pro und Contra

Der Absturz der Aktie hat nichts damit zu tun, dass es sich um ein schlechtes Unternehmen handeln würde.

Es gibt zahlreiche Argumente, die für Beyond Meat sprechen. Aber auch sehr viele, die gegen die Aktie sprechen. Hier finden Sie die wichtigsten Punkte (Link).

Allen voran war das die enorme Bewertung. Als ich die letzte Analyse zu BYND veröffentlicht habe, lag das KUV bei über 20. Das ist für sich genommen bereits problematisch.
In der Lebensmittelbranche gilt das umso mehr, da die Margen eher gering und der Wettbewerbsdruck hoch sind.

Jetzt ist guter Rat teuer

Was die meisten Leser aber wirklich interessieren wird, ist, wie man mit der jetzigen Situation umgehen sollte.
Reißleine ziehen, aussitzen oder aufstocken?

Eine Sache ist sicher: Beyond Meat ist auch jetzt nicht günstig. Ein KUV von 11 ist nicht wenig und ist nur dann gerechtfertigt, wenn enormes Wachstum erwartet wird.

Und genau das ist der Haken. Bisher war das Wachstum enorm. Die jüngsten Quartalszahlen und der Ausblick sind jedoch eine Katastrophe. Anders kann man es schlichtweg nicht ausdrücken.

Der Umsatz legte in Q3 auf Jahressicht zwar um 12,7% auf 106,4 Mio. USD zu, doch das ist bei dieser Bewertung viel zu wenig.
Die Erwartungen von 112 Mio. USD wurden verfehlt.
Der Verlust war mit -0,87 USD je Aktie mehr als doppelt so hoch wie erwartet.

Das ist aber beileibe nicht das größte Problem. Viel schwerer wiegt der Umstand, dass der Umsatz im Vergleich seit dem vorangegangenen Quartal von 149,4 auf 106,4 Mio. USD massiv eingebrochen ist.

Betrachtet man die ersten drei Quartale, ist das Wachstum in den USA sogar zum Erliegen gekommen.

Nur ein Ausrutscher?

Wenn das ein einmaliger Ausrutscher wäre, der beispielsweise durch Probleme in der Lieferkette ausgelöst worden und bestenfalls nicht hausgemacht wäre, wäre das noch verkraftbar.
Das scheint aber nur zum Teil der Fall zu sein.

Beyond Meat benennt die Probleme wie folgt: Die Nachfrageseite, Verfügbarkeit von Mitarbeitern sowie Unterbrechungen der Lieferketten („demand levels, labor availability and supply chain disruptions“).

Vor allem der erste Punkt sollte Anlegern Sorgen bereiten. Die Verbraucher sind ein launisches Völkchen, daher kann man nur mutmaßen, warum die Nachfrage derart eingebrochen ist.
Womöglich wollten viele die medial gehypte Fleischalternative nur testen, haben aber kein weitergehendes Interesse.

Beyond Meat stellt jedenfalls weiter sinkende Umsätze in Aussicht. In Q4 sollen es nur noch 85 – 110 Mio. USD werden.
Es dürfte also weiter bergab gehen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass Beyond Meat zu dem Zeitpunkt, als diese Prognose abgegeben wurde, schon sehr genau wusste, wie das vierte Quartal verläuft.
Immerhin ist Q4 bereits zur Hälfte durch.

Letzte Worte?

Das hört sich natürlich alles nicht gut an, ist aber, wie immer, nur eine Momentaufnahme.
Für 2022 zeigt sich der Vorstand weiterhin positiv. Was bleibt ihnen auch anderes übrig?

Beyond Meat muss dringend auf den Wachstumspfad zurückkehren. Neue Produkte und die Expansion außerhalb der USA bergen eine gewisse Hoffnung.
Gelingt das, wird auch der Kurs wieder steigen.

Und ganz pragmatisch betrachtet: Es ist/wäre nicht das erste Mal, dass die Stimmung der Anleger bei Beyond Meat komplett dreht.
Der Kurs ist nach dem Börsengang von 40 auf 240 USD geschossen, nur um dann auf 48 abzustürzen, gefolgt von einer Rallye bis 220 und dem derzeitigen Einbruch.
Aktuell stehen wir bei 82 USD und somit eher am unteren Ende der Spanne.

Wir werden sehen, ob die nächste Haltestation eher 40 oder 200 sein wird, doch eins ist klar: Auf dem aktuellen Niveau bei 82 USD ist das Chance-Risiko-Verhältnis sehr viel besser als bei einem Kurs von 200.

Chart vom 12.11.2021 Kurs: 81,93 Kürzel: BYND - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 12.11.2021 Kurs: 81,93 Kürzel: BYND – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist das aktuelle Niveau nicht uninteressant. Bei 74 USD liegt eine wichtige Unterstützung und dort verläuft auch der langfristige Aufwärtstrend.

Als Trader könnte man an dieser Stelle durchaus auf eine Gegenbewegung spekulieren. Ein mögliches Kursziel liegt bei 87,75 USD.
Darüber wären sogar 100 USD denkbar.

Der Trade ginge allerdings auch mit einem entsprechenden Risiko einher. Fällt die Aktie unter 74 USD, droht ein Abverkauf in Richtung 50 USD.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Ausgezeichnete Preise. Ausgezeichneter Service. Mein Broker ist LYNX.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Als Beyond Meat 2019 an der US-Börse debütierte, zog die Aktie wie eine Rakete an. Viele waren sich sicher, dass Fleischersatzprodukte einer der großen Zukunftsmärkte sein werden. Doch mittlerweile ist der Lack ab … die Aktie ringt mit dem bisherigen Jahrestief. Fällt es?

Zu meiner Studienzeit die, zugegeben, schon über 30 Jahre zurückliegt, nannte man Frikadellen, die nicht aus Hackfleisch bestanden, „Gemüse-Bratlinge“. Und es ist eine sehr subjektive Beurteilung, aber die schmeckten besser als das, was heute wie Fleisch aussehen soll und doch keines ist. Als Beyond Meat im Mai 2019 an die Börse kam, zog die Aktie trotzdem sofort davon. Der erste Kurs an der Nasdaq lag bei 46 US-Dollar, nur drei Monate später wurden knapp 240 US-Dollar erzielt – und seither nicht wieder erreicht. Als Ende Januar 2021 gemeldet wurde, dass Beyond Meat ein Joint Venture mit Pepsico eingehen werde, kam es zwar zu einer gewaltigen Kursexplosion von 140 auf 220 US-Dollar binnen zwei Handelstagen. Aber Sie sehen es im Chart: Das war die letzte große Attacke der Bullen.

Die Aktie gab die gesamte Rallye ab … und fiel noch deutlich unter den Level, der zuvor galt, weil viele Analysten von den Perspektiven des Unternehmens keineswegs überzeugt sind und Beyond Meat ein Quartal ums andere die Gewinnprognosen der Analysten verfehlte. Derzeit sehen die meisten Experten die Beyond Meat-Aktie nur als Halteposition, das durchschnittliche Kursziel liegt mit 117 US-Dollar auf Höhe der mittelfristigen Abwärtstrendlinie und unweit des derzeitigen Kurses. Was bedeutet:

Expertenmeinung: Der erneute Test der 100 US-Dollar-Marke, die im Mai gehalten werden konnte – was immerhin in eine 60 Prozent-Rallye mündete – kann zwar durchaus zu Gunsten der Bullen ausgehen, aber das wird ganz sicher kein Selbstläufer. Die große Hoffnung, dass die Fleischersatzprodukte von Beyond Meat den Markt überfluten, die Konkurrenz wie „Impossible Foods“ ausstechen und dadurch zügig kräftige Gewinne eingefahren werden, hat sich nicht erfüllt. Aktuell hoffen einige Analysten, dass die „schwarze null“ in der Bilanz wenigstens 2023 erreicht wird. Da ist doch deutlich mehr Geduld gefordert als viele ursprünglich dachten, als sie die Aktie 2019 durch die Decke kauften.

Von den heute deutlich kleineren Brötchen, die Beyond Meat und das bullische Lager backen müssen abgesehen, ist mit der reinen Verteidigung der 100 US-Dollar-Marke, an der man sich am Donnerstag versuchte, noch nichts gewonnen. Dazu müsste es gelingen, die Aktie über die kurz- und mittelfristigen Abwärtstrendlinien sowie die wichtige 100-Tage-Linie zu ziehen, was erst bei Schlusskursen über 120 US-Dollar der Fall wäre. Solange das nicht gelungen ist, kann es jederzeit zum Bruch der 100 US-Dollar-Linie kommen, zumal die Bären nicht nur die abwärts gerichtete Trendrichtung als Rückendeckung haben, sondern unterhalb dieser Unterstützung aus rein charttechnischer Sicht erst einmal freie Bahn nach unten wäre.

Beyond Meat-Aktie: Chart vom 07.10.2021, Kurs 104,41 US-Dollar, Kürzel BYND | Online Broker LYNX

An Volatilität mangelt es bei Beyond Meat nicht. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um zuzuschlagen? Wie sieht die Prognose aus?

Hier wird heftig gezockt

Ich finde es immer wieder amüsant, wie Bullen und Bären bei Aktien wie Beyond Meat argumentieren.
An manchen Unternehmen scheiden sich die Geister wohl stärker als bei anderen.

Für die einen ist die Aktie maßlos überteuert, für die anderen birgt sie enormes Potenzial.
Im Endeffekt sind es zwei Seiten derselben Medaille.

Diese Erwägungen würden aber ohnehin nur eine Rolle spielen, wenn man langfristig investieren würde.
Bei Beyond Meat wechseln aber selbst in volumenschwachen Wochen drei Viertel aller ausstehenden Aktien den Besitzer.

Hier wird also vor allem gezockt und nicht investiert.

Da spielen wir mit

Dafür könnte sich jetzt die nächste Gelegenheit ergeben. Nach einem Kurssprung Ende Januar, der durch eine Kooperation mit Pepsi ausgelöst wurde, ist die Aktie deutlich zurückgekommen.

Seit einigen Tagen zeichnet sich an der Supportzone bei 120-130 USD Interesse ab. Über 145 USD käme es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 160 und 170 USD.

Fällt die Aktie allerdings unter 130 USD, könnte es zu einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 115-120 USD kommen.
Darunter trübt sich das Chartbild zunehmend ein.

(Nach dem Chart geht es weiter)

Chart vom 22.03.2021 Kurs: 139,39 Kürzel: BYND - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 22.03.2021 Kurs: 139,39 Kürzel: BYND – Tageskerzen

Es drängt sich aber unweigerlich die Frage auf, ob die Aktie auch ein gutes Investment sein könnte.

Auch für Investoren interessant?

Mit einem KUV von über 20 ist die Bewertung auf jeden Fall eine Herausforderung.

Beyond Meat bewegt sich schließlich im Nahrungsmittel-Segment. In diesem Sektor sind die Margen tendenziell niedrig und der Wettbewerbsdruck hoch.

Darüber hinaus ist das Geschäft auch nicht ohne weiteres skalierbar, wie beispielsweise bei Software der Fall ist.

Man muss Fabriken bauen, um Burger Patties & Co. produzieren. Das nimmt Zeit in Anspruch und man benötigt sehr viel Kapital.

Die Konkurrenz schläft nicht

Darüber hinaus ist man nicht der einzige Anbieter von Fleischersatz, in welcher Form auch immer. Egal ob man damit Flexitarier, Vegetarier oder wen auch immer ansprechen möchte.

Der Markt ist zwar gigantisch, man hat aber auch etliche Konkurrenten. Der geneigte Veganer findet auch heute schon in jedem Supermarkt eine Vielzahl an entsprechenden Produkten.

Was ist da denn alles drin?

In den Tests, die ich online gefunden habe, sind die Burger Patties von Beyond Meat auch eher schlecht abgeschnitten.

Und ganz ehrlich, wenn man sich die Liste der Inhaltsstoffe ansieht, dürfte es manch einem potenziellen Käufer vergehen.

Zutaten: Wasser, Erbsenproteinisolat (18 %), Rapsöl, raffiniertes Kokosöl, Aroma, Raucharoma

Stabilisatoren: Cellulose, Methylcellulose, Gummi Arabicum, Kartoffelstärke, Maltodextrin, Hefeextrakt, Salz, Sonnenblumenöl, Trockenhefe

Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure, Essigsäure, Farbstoff: Beetenrot, modifizierte Stärke, Apfelextrakt, Zitronensaftkonzentrat

Realistisch betrachtet ist der Burger also weder gesund noch nachhaltig.

Jetzt kommen die Bullen

Die Bären haben also durchaus stichhaltige Argumente, die gegen Beyond Meat sprechen.
Bei der hohen Bewertung sollte man diese Punkte immer im Hinterkopf behalten.

Die Befürworter des Unternehmens stehen aber auch nicht leer da. Beyond Meat wird als Early-Mover in diesem Segment betrachtet und könnte es sein.

Bleibt man größentechnisch ein zwei Schritte vor der Konkurrenz kann sich das auszahlen.

Dafür benötigt man umso mehr Kapital, doch das scheint bisher kein Problem zu sein. Erst kürzlich hat man sich 1,0 Mrd. USD über die Ausgabe einer Wandelanleihe beschafft.
Die Nachfrage überstieg sogar das geplante Angebot von 0,75 Mrd. USD und das, obwohl Beyond keinen Zinskupon anbietet.

Expansion und Kooperation

Im ersten Jahr an der Börse (2019) hat sich der Umsatz von 88 auf 298 Mio. USD mehr als verdreifacht.
Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr waren es bereits 407 Mio. USD.

Das Unternehmen wächst also mit einem enormen Tempo und hat ausreichen Kapital, um die nächsten Schritte zu finanzieren.

Darüber hinaus hat man einen enormen Bekanntheitsgrad erreicht. Das dürfte auch einer der Gründe sein, warum man einen Kooperationspartner nach dem anderen überzeugen kann.
Darunter McDonalds, Pizza Hut, KFC, Starbucks, Yum und Pepsi.

Das stellt Beyond Meat auf eine zunehmend große Basis für langfristig anhaltendes Wachstum.
Dadurch würde sich die hohe Bewertung über die Zeit relativieren.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bislang waren wir auf die Aktie des Herstellers von Fleischersatzprodukten eher bullisch mit unseren Erwartungen, doch die technische Gesamtlage hat sich in der Zwischenzeit deutlich geändert. Wie kam es dazu? Zum einen wurde der bislang recht starke Aufwärtstrend bereits Ende Juli mit dem Bruch des Tiefs von Ende Juni beendet. Dies war bereits das erste Anzeichen dafür, dass sich der Verlauf ändern würde. Dann kam der Ausbruchsversuch zu Beginn des Monats. Alles wirkte wie immer. Die Kurse brachen aus, konnten die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 wieder zurückerobern und die Bullen hatten ihre Chance. Doch für mehr als eine 2-Tages-Rallye reichte es dieses Mal nicht. Anleger nutzten den schnellen Anstieg, um Kasse zu machen und die Kurse näherten sich erneut dem Unterstützungsbereich bei 120 USD.  

Expertenmeinung: Genau hier liegt das Problem. Denn anstatt sich wieder vom Unterstützungsbereich nach oben zu entfernen, konsolidieren die Kurse schon eine ganze Weile und kleben geradezu in diesem Bereich fest. Ein Anzeichen dafür, dass das Kaufinteresse deutlich schwächer geworden ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Boden bei 120 USD sogar nach unten durchbrechen, steigt. Ein Verkaufssignal würde die Aktie erstmals seit März wieder in einen Abwärtstrend überführen. Daher senken wir vorerst unsere Prognosen von bullisch auf neutral.   

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 19.08.2020 Kurs: 125.35 Kürzel: BYND | Online Broker LYNX

Für 25 US-Dollar bei der Neuemission an die glücklichen Erstzeichner, die Aktien bekamen, ausgegeben … mit 45 US-Dollar in den US-Handel gestartet … und dann binnen weniger Wochen auf knapp 240 US-Dollar explodiert: Beyond Meat schien eine der großen Erfolgsgeschichten der Wall Street zu werden. Zumindest anfänglich. Mittlerweile hat sich der Hype um diese Aktie ein wenig beruhigt. Und am Tief des Corona-Crashs im März war der Kurs des Veggie-Burger-Herstellers schon fast wieder am Ausgangspunkt seiner Karriere, der 45 US-Dollar-Marke, angekommen.

Zwar zögerten die US-Trader nicht, auch bei Beyond Meat umgehend und massiv zuzugreifen, als Mitte März das bisherige Tief der Corona-Krise erreicht wurde. Aber seit Mitte Juni liegen die Zwischenhochs unter dem jeweils vorherigen. Das sieht langsam nach Toppbildung aus. Und wirklich überraschend wäre es nicht, wenn die Aktie die Nackenlinien-Zone dieses bislang noch potenziellen Topps im Bereich 116/120 US-Dollar durchbrechen würde. Denn auch, wenn die Bilanz des zweiten Quartals im Vergleich zu den Analystenschätzungen keine Enttäuschung war, machten die Zahlen doch deutlich: Diese Aktie ist immer noch hanebüchen hoch bewertet.

Expertenmeinung: Beyond Meat verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust von zwei Cents pro Aktie nach einem Gewinn von drei Cents im ersten Quartal. Für das Gesamtjahr schätzen die Experten, dass das Unternehmen etwa zehn Cents pro Aktie verdienen könnte. 2021 sollen es, vorausgesetzt, die Hoffnung einer schnellen und umfassenden Wiederbelebung des allgemeinen Wachstums würde sich erfüllen, 60 Cents pro Aktie werden. Käme es so, würde Beyond Meat auf Basis der Gewinne des nächsten Jahres und auf aktuellem Kursniveau ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp über 200 aufweisen. Würde die Aktie bis Ende 2021 weiter stiegen, würde sich dieses Kurs/Gewinn-Verhältnis natürlich entsprechend erhöhen.

So etwas gab es bei amazon.com auch, jahrelang. Aber ist Beyond Meat eine Amazon? Die Nachfrage nach veganem Fleischersatz müsste immens weiter zulegen, auch weit über 2021 hinaus. Und Beyond Meat müsste imstande sein, die nicht gerade kleine Konkurrenz wie z.B. Impossible Foods aus dem Feld zu schlagen. Viele „Wenns“ und eine Aktie, bei der ein schwacher Tag schon reichen könnte, um eine Toppbildung zu vollenden, die aus charttechnischer Sicht erst einmal freie Bahn für die Short-Seller bedeuten würde: Diese Aktie sollte man im Auge behalten, das könnte sich zu einer Short-Trading-Chance entwickeln.

Chart vom 18.08.2020, Kurs 124,31 US-Dollar, Kürzel BYND | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der US-amerikanische Nahrungsmittelhersteller war zuletzt Anfang Juni auf unserer Beobachtungsliste. Zu diesem Zeitpunkt war die Aktie gerade ausgebrochen und konnte innerhalb eines Handelstages mehr als 10 Prozent an Wert zu und entzückte die Anleger. Ein neues Jahreshoch war geschaffen und der Aufwärtstrend wurde ein weiteres Mal bestätigt. Im Laufe der vorigen Woche war eine kräftige Korrekturbewegung erkennbar, wobei die 50-Tage-Linie als Unterstützung diente. Die Kurse erholen sich seit einigen Tagen und bilden eine attraktive Zwischenkonsolidierung. Expertenmeinung: Exakt diese Zwischenkonsolidierung müsste nun nach oben verlassen werden. Ein kleinerer Widerstand hat sich hier bei rund 147 USD gebildet. Sollte die Aktie darüber schließen, wäre mit einer weiteren starken Folgebewegung nach oben zu rechnen. Wenn wir den bisherigen Trendkanal der Aktie verlängern, wäre sogar ein Kursziel im Bereich von 190 USD möglich. Was natürlich nicht passieren darf, sind Schlusskurse unter der 50-Tage-Linie. Dies könnte die gesamte Aufwärtsbewegung gefährden und das Momentum würde deutlich abflachen. Vorerst belassen wir unsere Aussichten auf der bullischen Seite. Aussicht: BULLISCH Beyond Meat Aktie Chart vom 09.07.2020 Kurs: 141.22 Kürzel: BYND | Online Broker LYNX