Die Aktie des Kupferproduzenten Aurubis hat im Verlauf der Vorwoche an einer wichtigen charttechnischen Kreuzunterstützung nach oben gedreht. Das könnte die Basis eines neuen Hausse-Schubes werden … aber noch ist die Sache für die Bullen nicht in trockenen Tüchern.
Der Kupferpreis hatte in der vergangenen Woche ein neues Rekordhoch erzielt, was auf eine immense Nachfrage hindeutet. Und das heißt grundsätzlich für Aurubis als Kupfer-Recycler und -Produzent nicht nur steigende Umsätze, sondern auch steigende Gewinnmargen. Dass die Aktie die vergangene Handelswoche mit einem kräftigen Zugewinn beendete, wirkt also nur folgerichtig. Aber es geht letzten Endes nicht um den Augenblick, wenn es um die Frage geht, ob sich eine Aufwärtsbewegung etablieren kann oder nicht.
Die charttechnische Basis wäre jetzt da, keine Frage. Wir sehen im Chart, dass der Kurs vergangene Woche genau da dynamisch nach oben gedreht hatte, wo es aus Sicht der Trader um die Wurst ging: knapp über der Kreuzunterstützung aus dem bisherigen Tief der im Juni begonnenen Korrektur bei 163,20 und der 200-Tage-Linie bei aktuell 163,70 Euro. Damit ist das bärische Lager erst einmal aus dem Rennen. Aber ob diese Käufe zum Grundstein eines neuen, größeren Hausse-Schubes werden, der die Aktie an und, aus Sicht der Bullen, idealerweise über das bisherige Rekordhoch bei 225,20 Euro trägt, ist noch offen.

Denn dazu müsste der Aurubis-Kurs das letzte Zwischenhoch bei 193,70 Euro überwinden und aus diesem Aufwärtsschwenk ein vollendetes Doppeltief machen. Was möglich wäre, aber noch keineswegs sicher ist. Denn ein haussierender Kupferpreis ist ein Zugpferd, das ziemlich ungezähmt daherkommt.
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Aurubis Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Unternehmen, die im Rohstoffsektor agieren, sind extremen Schwankungen in Bezug auf Nachfrage, Angebot, Preisentwicklung und Herstellungskosten unterworfen. Dass der Kupferpreis aktuell Rekorde markiert, ist für den Moment ein Vorteil. Aber wer könnte abschätzen, ob Kupfer in einem halben Jahr zehn, zwanzig Prozent höher notiert … oder deutlich eingebrochen ist? Wer bei Aurubis auf Hausse oder Baisse setzt, hat zwar eine Meinung dazu … aber niemand weiß, ob man damit richtig liegt. Was sich auch bei den Einschätzungen der Analysten zeigt:
Denn die Einschätzungen der Experten haben den Charme eines rotierenden Wegweisers: Zwei Analysten stufen mit „Kaufen“ ein, vier mit „Halten“, zwei mit „Verkaufen“. Die Kursziel-Spanne liegt zwischen 113 und 211 Euro. Damit kommt man, wollte man aufgrund dieser Daten entscheiden, ob man einsteigt, neutral bleibt oder womöglich einen Short-Trade erwägt, nicht weiter.
Das Grübeln über die kommende Tendenz des Kupfers hilft also eher nicht weiter, der Blick zu den Analysten ebenso wenig. Was bleibt, ist, wie immer, wenn man ansonsten keine taugliche Wegweisung vorfindet, die Charttechnik.
Wie oben geschrieben, würde die aktuell geschaffene Basis für eine Aufwärtswende erst zu einer tatsächlichen Trendwende, wenn der Kurs über dem vorherigen Zwischenhoch bei 193,70 Euro schließt. Dem vorzugreifen, wäre nicht weniger verwegen, als sich auf die Gegenseite zu stellen und damit die riskante Wette einzugehen, dass dieser Aufwärtsschwenk scheitert und die Kreuzunterstützung 162,30/163,90 Euro doch noch fällt. Wenn es tatsächlich dazu käme, wäre das ein klar bärisches Signal … aber bis dahin kommt auch diese Variante der kommenden Tendenz über ein „vielleicht“ nicht hinaus. Daher: Bis hier charttechnische Fakten vorliegen, wäre man in der Beobachterrolle zweifellos am besten aufgehoben.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NDA.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.08.2026 um 21:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Investoren, Anleger und Trader genießen mit einem Depot über LYNX den direkten Zugang zu nationalen und internationalen Börsenplätzen in Deutschland, Europa, den USA und Asien. Handeln Sie an 150 Märkten, in 33 Ländern und 24 Währungen. Jetzt informieren: Alle Märkte

