Welche Daten liefert der Commitments of Traders (CoT) Report?

Viele Privatanleger wünschen sich häufig den Markt ähnlich gut zu kennen, wie die großen institutionellen Anleger, welche Fonds verwalten und Millionen- bzw. Milliardenbeträge bewegen.

Dabei hoffen die meisten Privatanleger insbesondere darauf, mit Hilfe der gleichen Informationen und Markterwartungen handeln zu können, wie Berufs-Trader. Zunächst einmal klingt dieser Wunsch nach sehr viel Arbeit, Recherche, Auswertung und Lektüre. Dennoch ist es nicht wirklich kompliziert, sich informationstechnisch mit den meisten Vollzeit-Tradern auf eine Stufe zu stellen. Wichtig ist es in diesem Zusammenhang nur, zu wissen, wo man wann welche Informationen abrufen kann.

Getreu unserem Anspruch „Anlegen mit Vorsprung“ möchte LYNX Ihnen im Folgenden einige Informationen und Handwerkzeuge von Berufstradern für Ihr persönliches Trading zur Verfügung stellen.

Der CoT Report

Eines der meist genutzten Werkzeuge von professionellen Tradern ist heutzutage der Commitments of Traders Report (CoT Report). Hierbei handelt es sich um einen regelmäßig veröffentlichten Bericht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), welche als Regulierungsstelle der amerikanischen Terminbörsen dient. Das CoT enthält dabei Angaben über die Handelspositionen der anzeigepflichtigen Marktteilnehmer in Form einer Auflistung des Open Interest (Summe aller offenen Positionen in einem Termin- oder Optionskontrakt).

Differenzierung

Dieser wöchentlich veröffentlichte Bericht stellt somit die aktuelle Positionierung der Trader dar und innerhalb des Berichtes erfolgt eine Unterteilung der Marktteilnehmer in folgende Gruppen:

  • Commercials bzw. Geschäftsfirmen
  • Non Commercials – auch als Large Speculators/Große Spekulanten bezeichnet
  • Non Reportable – auch als Small Speculators bzw. Nicht Berichtspflichtig bezeichnet

Im Folgenden wollen wir daher auf diese Gruppen etwas näher eingehen.

Commercials

Die Gruppe Commercials, auch „Kommerzielle“ genannt, fasst diejenigen Händler zusammen, welche an den Terminmärkten vorrangig aus Gründen von Absicherungsgeschäften auftreten. Ein „Commercial“ baut laut Definition demnach Absicherungen, sogenannte „Hedges“ auf.

Seitens der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) ist klar definiert, welche Händler der Gruppe Commercials zuzuordnen sind. Zum einen muss eine vorgegebene Anzahl von Kontrakten überschritten werden und gleichzeitig muss der Händler sich als „Hedger“ deklarieren.

In erster Linie sind Commercials erzeugende oder verarbeitende Unternehmen, die sich aufgrund ihrer Abhängigkeit von Rohstoffpreisen mittels Termingeschäften absichern. Die Grundintension dieser Unternehmen ist nicht die Spekulation und daher werden diese häufig Positionen aufbauen, die entgegen ihrer eigenen Markterwartung sind.

Non-Commercials

Die Gruppe der Non-Commercials vereint die Marktteilnehmer, deren Engagement einen spekulativen Hintergrund besitzt. Das Interesse dieser Marktteilnehmer besteht somit insbesondere in der Gewinnerzielung durch Partizipation an Preisbewegungen des Marktes.

In der Gruppe der Non-Commercials finden sich häufig institutionelle Marktteilnehmer, aber auch solvente Privatanleger, welche die meldepflichtigen Mindestkriterien zum Beispiel beim Handelsvolumen erfüllen.

Non-Reportables

Die Gruppe der Non Reportables fast alle weiteren Marktteilnehmer zusammen. Hierbei handelt es sich überwiegend um kleine Händler, welche die meldepflichtigen Positionsgrößen nicht erreichen. Da Positionsgrößen dieser Händler nicht meldepflichtig sind, erfolgt die Ermittlung der Positionsgrößen innerhalb des CoT als Differenz der Commercial und Non Commercial Positionen (anzeigepflichtige Positionen) im Verhältnis zum gesamten Open Interest.

Was liefert der CoT Bericht?

Wie in den Gruppenerläuterungen beschrieben, liefert der CoT Bericht Einblicke, wie die verschiedenen Marktteilnehmer positioniert sind. Saldiert man alle Positionen auf, muss dies rein rechnerisch immer null ergeben, denn schließlich steht jedem „Long-“ ein „Short-Kontrakt“ gegenüber.

Es stellt sich daher die Frage, welcher der vorgestellten Gruppen man „folgen“ bzw. welche Gruppe man genauer betrachten sollte.

Ein weit verbreiteter Ansatz besteht darin, dem „Smart Money“ zu folgen bzw. Positionen zu vermeiden, die gegen das „Smart Money“ gerichtet sind. Als „Smart Money“ wird in diesem Zusammenhang die Gruppe der Commercials bezeichnet, denn man geht davon aus, dass es sich hierbei um Profis der jeweiligen Anlageklasse handelt.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise große Mengen an Baumwolle für die Weiterverarbeitung benötigt und sich auffallend stark gegen steigende Kurse absichert, kann man als Privatanleger davon ausgehen, dass das Unternehmen von steigenden Weltmarktpreisen für Baumwolle ausgeht. Der CoT-Bericht kann somit zum Handeln von Trends genutzt werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht jedoch auch in die Berücksichtigung von Nettopositionen der Commercials. Diese sind im folgenden Crude Oil Beispielchart unterhalb des eigentlichen Charts durch die blaue Linie dargestellt.

Crude Oil CoT Report

Hier ist deutlich ersichtlich, dass die drei Linien aufsummiert null ergeben. Wie bereits erwähnt, muss dies der Fall sein, da jedem „Long-“ ein entsprechender „Short-Kontrakt“ gegenübersteht. Die Kurven verlaufen somit entgegengesetzt.

In den meisten Fällen nehmen die Non-Commercials (grün) sowie die Non-Reportables (rot) die Gegenpositionen zu den Commercials (blau) ein. Wie in den markierten Rahmen ersichtlich ist, lassen sich aus den Nettopositionen aus dem CoT-Bericht Trendumkehrungen ableiten und somit traden. Das „Wissen“ um die Positionierungen der Berufstrader kann jedem Anleger für die persönlichen Handelserfolge somit weiterhelfen.

Dennoch muss auch auf die „Nachteile“ des CoT Berichtes verwiesen werden. Zwar ist der CoT Bericht sehr ausführlich, jedoch bezieht er sich ausschließlich auf Termingeschäfte. Eine Ableitung der veröffentlichten Informationen auf einzelne Aktien ist nur sehr eingeschränkt möglich. Für die Bereiche Rohstoffe, Währungen, aber auch für Indizes ist der CoT Bericht jedoch eine hilfreiche Informationsquelle.

Als weiteren Kritikpunkt muss man zudem anführen, dass der Bericht sich ausschließlich auf US-Terminkontrakte bezieht und deshalb nicht alle Märkte vollständig abdeckt. Allerdings kann der CoT Bericht aufgrund der Größe des US-Marktes dennoch als Indikator herangezogen werden.

Wesentlich entscheidender als Kritikpunkt ist hingegen die Tatsache, dass der CoT Bericht jeden Freitag (außer an Feiertagen) veröffentlicht wird und die gehaltenen Kontrakte vom vergangenen Dienstag ausweist. Durch diese „Verzögerung“ ist der CoT-Bericht primär nur für mittel- und langfristige Anleger bzw. Investoren geeignet, weil Daytrader CoT Bericht tendenziell nur nutzen können, um die aktuelle institutionelle Grundstimmung zu erkennen.

Anleger, welche den Bericht zukünftig für den eigenen Handel nutzen möchten, können die jeweiligen Veröffentlichungen immer am Freitag um 21:30 Uhr (MEZ) kostenlos und in englischer Sprache auf der Seite der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) abrufen. Die grafisch aufbereiteten Daten bekommen Anleger auf der Seite Commitments of Traders Report von LYNX tagesaktuell zur Verfügung gestellt.

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