Der Euro Stoxx 50 – Alles über den wichtigsten europäischen Aktienindex

Euro Stoxx 50 Index: Alles über Entwicklung, Historie, Zusammensetzung, Chart und mehr

Der Euro Stoxx 50 (Symbol ESTX50, ISIN EU0009658145) ist der „DAX der Eurozone“: Die Messlatte für die Entwicklung des europäischen Aktienmarkts und das Aushängeschild der Eurozone für internationale Investoren.

Als Benchmark (Vergleichsindex) für in Europa investierende Fonds ist er immens wichtig. Zudem dient er als Basis für Derivate aller Art, vom klassischen Optionsschein bis hin zum ETF. Trotzdem weiß man oft nicht so genau, was dieser Euro Stoxx 50 eigentlich darstellt. Das ändern wir mit diesem Beitrag: Hier erfahren Sie komprimiert alles zum Euro Stoxx 50, was man als Investor wissen sollte.

Euro Stoxx 50 Entwicklung: Noch jung und doch immens erfolgreich

Der Euro Stoxx 50 gehört nicht zu den altehrwürdigen Index-Urgesteinen wie der DAX oder der Londoner FT-SE 100. Er wurde erst Anfang 1998 ins Leben gerufen und wurde einige Jahre lang, selbst von größeren Investoren, als „völlig überflüssig“ angesehen: Man hatte doch in jedem Land schon genug Indizes, was brauchte es da noch einen Index, der darauf einen Deckel setzt und ein Gemisch von Unternehmen quer durch Europa abbildet?

Das änderte sich indes relativ schnell. Spätestens mit der Einführung des Euro im Jahr 2002 erkannten vor allem außerhalb Europas sitzende Investoren die Vorteile des Euro Stoxx 50: Man bekam „Europa en bloc“, indem man einfach diesen Index kaufte. Praktisch und, da alle dort gelisteten Aktien aus der Eurozone stammen, auch vom Währungsaspekt her ideal.

Der Euro Stoxx 50 wurde zur Erfolgsstory und bekam rasend schnell „Geschwister“. Der Betreiber bzw. Eigentümer des Euro Stoxx 50 hatte ursprünglich erst einmal diesen Index und den STOXX 50 Europe eingeführt. Letzterer umfasst auch europäische Aktien aus Ländern wie der Schweiz, die nicht Teil der Eurozone sind. Mittlerweile existieren jedoch Tausende (!) von Stoxx-Indizes. Mit dabei Subindizes zu europäischen Branchen, aber ähnlich wie beim MSCI gibt es auch Stoxx-Indizes für so ziemlich jeden Teil der Welt. Was indes, im Gegensatz zum Euro Stoxx 50, für „normale“ Investoren weniger bedeutsam ist.

Der Euro Stoxx 50 ist eigentlich „made in Germany“

Der Betreiber des STOXX-Universums ist die STOXX Ltd. Mit Sitz in der Schweiz. Aber STOXX Ltd. ist ein Unternehmen der Deutschen Börse AG – eigentlich „stammen“ die Indizes also aus Deutschland.

Erstmals notiert wurde der Euro Stoxx 50 am 26. Februar 1998. Die Berechnungsbasis liegt bei 1.000 Punkten zum Stichtag des 31. Dezember 1991. Damit wurde eine „Historie“ mitgeliefert, wobei die Rückrechnung des Index bis Ende 1986 durchgeführt wurde, was zugleich den Vorteil hatte, dass er komplett mit der Rückrechnung des DAX vergleichbar ist. Der folgende Chart zeigt den Euro Stoxx 50 auf Monatsbasis über diese gesamte Kurshistorie hinweg:

Allzu gut scheint der Euro Stoxx 50 über diese 30 Jahre hinweg nicht gelaufen zu sein, da hat der DAX weitaus mehr zu bieten … könnte man denken. Aber da kommen wir zu einem weiteren sehr wichtigen, aber wenig bekannten Aspekt:

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Der Euro Stoxx 50 ist ein Kursindex – Kein Performanceindex wie der DAX!

Wenn man auf einen viel besser gelaufenen DAX verweist, wie das oft in den Medien der Fall ist, vergleicht man Äpfel mit Birnen. Denn es gibt vom Euro Stoxx 50 ebenso wie vom DAX zwei grundlegende Varianten:

Einen Performanceindex, der von den Unternehmen ausgeschüttete Dividenden wie Kursgewinne zählt und berechnet wird, als würde man diese Dividenden komplett und ohne Zeitverzug wieder investieren.

Einen Kursindex, in dem ausschließlich die faktischen Kursveränderungen der im Index enthaltenen Aktien berücksichtigt werden.

Das Problem ist, dass man den DAX gemeinhin als Performanceindex zeigt und veröffentlicht, den Euro Stoxx 50 aber als Kursindex. Das sieht dann so aus:

Der Performance-Unterschied ist in der Tat extrem. Und man könnte denken, dass allein dieser „kleine Unterschied“ von beim DAX eingerechneten und beim Euro Stoxx 50 nicht berücksichtigten Dividenden nicht für eine solche Differenz verantwortlich sein kann. Nicht ganz, das ist richtig, aber es spielt eine erhebliche Rolle. Auch, wenn die Dividendenrendite im DAX „nur“ um drei Prozent liegt: Hier geht es immerhin um eine Zeitspanne von 1987 bis heute, also um 32 Jahre. Und man darf den Zinseszins-Effekt nicht vergessen. Wie sehr dieser so oft genutzte Vergleich neben der Realität liegt, zeigt der folgende Chart:

In diesem Chart haben wir den DAX zusätzlich als Kursindex abgebildet. Den gibt es ebenfalls in dieser Variante. Nur sehen Sie auch gleich, warum er in den Medien so gut wie nie auf diese Weise gezeigt wird: Ohne die Dividenden macht die Performance des DAX wahrlich nicht mehr so viel her!

Trotzdem ist der DAX besser gelaufen. Aber das ist nur über die gesamte Lebensdauer der Indizes so ausgeprägt. Wenn man den Euro Stoxx 50 mit dem DAX Kursindex über genau fünf Jahre (Stand Anfang April 2019) vergleicht, sieht man: Der Euro Stoxx 50 ist durchaus besser als sein Ruf!

Euro Stoxx 50 Zusammensetzung

Man hört oft, DAX und Euro Stoxx 50 seien wie zwei Seiten derselben Münze, weil die Bindung der beiden Indizes durch den dominanten Anteil deutscher Aktien so eng ist. Das ist so nicht ganz richtig. Richtig ist:

14 der 30 DAX-Aktien sind zugleich Euro Stoxx 50 Werte. Konkret sind das per Anfang April 2019:  adidas, Allianz, BASF, Bayer, BMW, Daimler, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Fresenius, Linde, Münchener Rück, SAP, Siemens und Volkswagen Vz.

Die Zusammensetzung des Index wird jährlich überprüft und ggf. angepasst. In den Euro Stoxx 50 kommen diejenigen 50 Aktien der Eurozone, die die höchste Marktkapitalisierung, gemessen am Streubesitz, aufweisen.

Die anderen 36 Aktien verteilen sich über den „Rest“ der Eurozone, aber keineswegs gleichmäßig. Die dominanteste Rolle im Index spielt der französische Aktienmarkt. Die anderen Aktien verteilen sich nach Ländern wie folgt:

18 Aktien aus Frankreich, 6 aus den Niederlanden, 6 aus Spanien, 3 aus Italien, dazu je eine aus Belgien, Finnland und Irland.

Die Gewichtung unserer 14 DAX-Aktien liegt in etwa in der Dimension ihres zahlenmäßigen Anteils um die 30 Prozent. Der Euro Stoxx 50 und der DAX sind also eng, aber nicht so eng miteinander verwoben, dass der „eine nicht ohne den anderen kann“.

Der Euro Stoxx 50 im Frühjahr 2019: Eine extrem spannende Konstellation!

Nach dem sehr schwachen Jahr 2018 war das erste Quartal 2019 endlich mal wieder eines mit kräftigen Kursgewinnen für den Euro Stoxx 50. Bleibt das so, geht die Rallye im Euro Stoxx 50 weiter? Oder war diese drei Monate währende Kaufwelle doch nur eine Gegenreaktion im übergeordneten Abwärtstrend? Diese Frage stellen sich in diesem Frühjahr 2019 alle Investoren. Und der folgende Chart des Index zeigt: Lange werden sie auf die Antwort nicht warten müssen, denn der Euro Stoxx 50 präsentiert sich in einer extrem spannenden Konstellation:

Einerseits ist es gelungen, die im Chart blau markierte, mittelfristig sehr wichtige 200-Tage-Linie zurück zu erobern. Andererseits jedoch ist der Euro Stoxx 50 noch nicht eindeutig über die Anfang 2018 etablierte, mittelfristige Abwärtstrendlinie hinausgekommen. In welche Richtung erfolgt der Ausbruch? Es ist noch nicht klar vorherzusagen und wird sehr spannend.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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