Bitcoin-Future geplant: Entsteht eine neue Anlageklasse?

Bitcoin-Rallye geht ungebremst weiter

In den vergangenen Tagen setzte sich die Kursrallye des Bitcoins ungebremst fort und in der Spitze kletterte die Notierung bis auf 7.600 USD. Innerhalb eines Jahres hat sich der Bitcoin-Wert damit mehr als verzehnfacht und allein seit Anfang Oktober um rund +80 % zugelegt. Vor allem die Ankündigung der renommierten Börse Chicago Mercantile Exchange Group (CME) zum Jahresende Terminkontrakte (Futures) auf die Krypto-Währung zu planen, beflügelte den Kurs. Qualifiziert sich der Bitcoin damit endgültig als neue Anlageklasse?

Steigendes Investoreninteresse

Der weltgrößte Börsenplatz für Terminkontrakte CME möchte mit dem Schritt möglicherweise dem ebenfalls in Chicago ansässigen Börsenbetreiber Cboe Global Markets zuvorkommen. Denn der kleinere Konkurrent gab bereits vor Monaten bekannt, ebenfalls an der Auflage eines Bitcoin Futures zu arbeiten.

Die CME begründet die Auflage des Futures mit dem enormen Kundeninteresse. Denn über Futures können auch institutionelle Anleger, denen ein direktes Investment in Bitcoin, zum Beispiel aus regulatorischen Gründen, nicht gestattet ist, in das Krypto-Geld investieren.

Wetten auf steigende und fallende Kurse möglich

Bei dem geplanten Future soll es lediglich ein Cash-Abwicklung geben, d.h. eine tatsächliche Lieferung von Bitcoins ist nicht vorgesehen. Der Referenzkurs soll von der CME täglich ermittelt und aus den Bitcoin-Kursen der wichtigsten Handelsplätze gebildet werden. Bis es soweit ist, sind jedoch noch einige Hürden zu nehmen. So steht beispielsweise die Genehmigung durch die Zulassungsbehörden noch aus.

Der große Vorteil eines Futures würde darin liegen, dass Investoren an regulierten Börsen mit niedrigen Gebühren an den Preisentwicklungen des Bitcoins partizipieren könnten -und zwar in beide Richtungen. Wie bei allen Terminkontrakten kann die Motivation für einen Handel sowohl in der Absicherung von realen Bitcoin-Geschäften als auch in der Spekulation auf steigende oder fallende Kurse liegen.

Der Bitcoin Future als Türöffner für einen ETF

Der Bitcoin Future könnte darüber hinaus auch den Weg für einen Bitcoin-ETF ebnen. Denn der Emittent müsste nicht mehr direkt in Bitcoins investieren, um sich gegen Kursschwankungen abzusichern, sondern könnte dieses Risiko über Terminkontrakte absichern. Über Exchange Traded Funds hätten dann auch Privatanleger die Möglichkeit unkompliziert in Bitcoins zu investieren, ohne dabei ein riskantes Termingeschäft abschließen zu müssen. Allerdings sind die Zulassungsprozesse für einen ETF deutlich langwieriger, so dass es nach dem Start eines Bitcoin Futures durchaus noch einige Monate dauern könnte, bis es auch einen handelbaren ETF gibt.

In erster Linie Spekulationsobjekt

Das Krypto-Geld wird mittlerweile fast ausschließlich als spekulatives Investment erworben und kaum als Zahlungsmittel. Die Möglichkeit zum Bezahlen ist für die meisten Bitcoin-Käufer eher eine Option, von der jedoch die wenigsten tatsächlich Gebrauch machen. Daneben gibt es auch praktische Gründe, die im Digitalzeitalter geradezu paradox klingen: Die lange Transaktionsdauer, hohe Gebühren, sowie teils heftige Kursschwankungen machen Bitcoins aus Kunden- und Händlersicht in der Realität zu einer eher umständlichen Zahlungsoption.

Das dürfte sich auch nicht ändern, wenn sich Gerüchte bewahrheiten sollten, wonach Amazon zukünftig auch Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren will. Eine solche Meldung könnte eher auf den damit verbundenen PR- und Marketingeffekt abzielen.

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Gold vs. Bitcoin

Mittlerweile ähnelt der Bitcoin in seiner Funktion also eher Gold, als einer richtigen Währung: Anleger möchten sich gegen die Geldschwemme der Zentralbanken, Inflation sowie politische und wirtschaftliche Krisen absichern und gegebenenfalls auch damit bezahlen können. Investoren sollten jedoch beachten, dass Gold in der Industrie und zur Schmuckherstellung Verwendung findet und somit im Unterschied zu Bitcoin einen intrinsischen Wert besitzt. Der Bitcoin eignet sich allenfalls für kurzfristige Spekulationen, denn der Preis wird ausschließlich durch psychologische Faktoren bestimmt. Zur langfristigen Vermögensabsicherung ist der Bitcoin deshalb keine ernstzunehmende Option.

Kritische Stimmen und erste Regulierungsversuche

Bezüglich Bitcoin-Investments gibt es zahlreiche kritische Stimmen. Allerdings finden diese bislang wenig Beachtung. So warnen beispielsweise Wirtschaftsexperten wie der ehemalige Fed-Chef Ben Bernanke oder der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller vor Bitcoin-Investments. Der Chef der US-Großbank JP Morgan Jamie Dimon geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnete den Bitcoin als „Betrug“.

Auch Regulierungsversuche verpuffen wirkungslos. Die chinesischen Behörden verboten beispielsweise die Neuauflage von Krypto-Währungen, sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs) und schlossen auch einige Bitcoin-Börsen. Gebracht hat das bislang jedoch nicht viel. Der Bitcoin-Kurs setzte seinen kometenhaften Aufstieg weiter fort. Und da digitale Währungen keine Ländergrenzen kennen, erblicken neue Digital-„Währungen“ das Licht der Welt nun eben nicht mehr in China, sondern tagtäglich in anderen Ländern.

Kenneth Rogoff erwartet Bitcoin-Verbot

US-Ökonom Kenneth Rogoff bezeichnet die Vorstellung, der Bitcoin könnte irgendwann die von den Notenbanken kontrollierten Währungen ablösen als „aberwitzig“. Gegenüber dem Portal project-syndicate.org sagte er, dass Regierungen kleine anonyme Transaktionen noch tolerieren würden. Sobald der Handel jedoch in großem Umfang stattfinden würde, sähe die Sache ganz anders aus.

Dann würde es für den Staatsapparat extrem schwierig Steuern einzuziehen oder Geldwäsche und andere kriminelle Machenschaften zu unterbinden. Deshalb würden die Regierungen dann eingreifen und sämtliche Bitcoin-Transaktionen verbieten. Damit würde der Bitcoin schlagartig auch seinen Wert als Spekulationsobjekt verlieren. Denn ohne die grundsätzliche Möglichkeit zur Zahlung ist der Bitcoin nichts anderes als ein kompliziert errechneter, aber dennoch wertloser virtueller Quellcode.

Das private Anlegerpublikum zahlt am Ende den Preis

Egal ob Future, ETF oder CFD, eines ist klar: Je mehr Anlagemöglichkeiten es gibt, mit denen Investoren auf die Kursentwicklung des Bitcoin setzen können, desto mehr Anleger werden auch dazu verleitet Geld zu investieren und damit zu riskieren. Waren es zunächst nur Computerfreaks, die sich mit Bitcoins beschäftigt haben, so dominieren mittlerweile chinesische Mining-Unternehmen und größere Investoren-Gruppen den Markt. Kein Wunder also, dass nun auch für ein breiteres Publikum immer mehr Möglichkeiten geschaffen werden in Bitcoins zu investieren. Denn je höher die Nachfrage, desto leichter lassen sich Kursgewinne erzielen und versilbern.

Doch nicht alle Anleger werden mit dem Bitcoin Gewinne einfahren. Früher oder später ist das Ende der Fahnenstange erreicht und auf die Party folgt dann der Kater. Je später und teurer der Einstieg, desto höher die potenziellen Verluste. Deshalb dürften vor allem die Privatanleger, die traditionell recht spät zu Partys an den Finanzmärkten geladen werden, am Ende in die Röhre schauen. Denn einen inneren Wert als „Sicherheitsnetz“ gibt es nicht. Eine ernstzunehmende Anlageklasse stellen Bitcoin-Investments eindeutig nicht dar.

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