Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

Kering Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der Kering Aktie

11.02.2026 | 08:23 Uhr
In diesem Artikel
Kering
ISIN: FR0000121485
|
Ticker: KER --- %

--- EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Kering Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Der französische Luxusgüterkonzern Kering legte am Dienstag eine 2025er-Bilanz vor, die nur positiv sehen konnte, wer Schlimmeres erwartet hatte. Es war der Blick nach vorne, der Trader dazu bewog, nach fast vier Monaten Korrektur wieder zuzugreifen. Aber hält das vor?

Kering hat 2025 13 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahr. Die operative Gewinnmarge sank von 14,5 Prozent im Jahr 2024 auf 11,1 Prozent im Jahr 2025. Der Gewinn auf operativer Basis gab entsprechend überproportional zum Umsatzminus um 33 Prozent nach. Der Nettogewinn ohne Sonderfaktoren sank auf 532 Millionen Euro.

Rechnet man diese Sonderfaktoren mit ein, die vor allem durch Restrukturierungskosten gestellt werden, stand unter dem Strich sogar ein kleines Minus von 29 Millionen Euro zu Buche. Dabei blieb die Hauptmarke Gucci das Sorgenkind, hier ging der Umsatz um 22 Prozent in die Knie.

Ein Lichtblick war, dass der Umsatz im vierten Quartal nur um 9,1 Prozent zurückgegangen war und der Umsatz von Gucci in diesem wichtigen Quartal im Rahmen der Analystenprognose lag. Aber wenn man sich ansieht, wie immens die Aktie seit Beginn des zweiten Halbjahres 2025 aufgeholt hat, müsste man konstatieren:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Kering Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Lichtblicke waren da bereits vorweggenommen worden. Das alleine könnte also leicht zu wenig sein, um die Käufer nachhaltig wieder in Bewegung zu setzen. Indes, das war ja auch nicht der einzige Lichtblick. Und der andere wiegt schwerer, weil es da um den Blick nach vorne geht:

Luca de Meo, CEO des Konzerns, schrieb im Jahresbericht, dass 2025 nicht das wahre Potenzial des Kering-Konzerns widerspiegle. Man wolle und werde mit klaren Strategien zur Stärkung der Marken und zu höherer Kosteneffizienz auf den Wachstumspfad zurückkehren und die Margen steigern. Mitte April werde man auf einem Kapitalmarkttag dazu Konkretes liefern. Das klingt ermutigend, aber:

Kering und vor allem die Kernmarke Gucci haben bereits seit 2024 Probleme. Und seit damals werden Maßnahmen verkündet, die bislang aber noch nicht wirklich durchschlagen konnten. Daher ist dieser Ausblick des Chefs erst einmal nur eine Willenserklärung. Was am Ende dabei herauskommt, muss sich erst erweisen. Und dass Kering inklusive eines Euros als Sonderzahlung insgesamt nur vier Euro Dividende ausschütten will, der niedrigste Betrag seit zehn Jahren, zeigt, dass noch viel gelingen muss, aber bislang eben wenig gelungen ist.

Und dafür steht der Kurs der Aktie nicht gerade niedrig. Vom 2025er-Tief bei 149,80 bis zum im Herbst bei 354,30 Euro erreichten, jüngsten Hoch waren es 136 Prozent Kursanstieg. Und damit stieg auch die Bewertung. Derzeit käme man auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 32 … wobei dafür aber ein Anstieg von satten 42 Prozent beim Gewinn pro Aktie gelingen müsste.

Hier ist also verbale Zuversicht bislang das einzige Bein, auf dem diese Aufwärtswende der Aktie steht. Dass die im Licht der Bilanz bzw. des Ausblicks neu belebt wurde, zeigt, dass viele Akteure daran glauben wollen, dass Kering in diesem Jahr eine effektive Wende gelingt. Aber große Hoffnungen sind ein wackliges Standbein, daher würde es sich anbieten, hier mit Vorsicht zu agieren.

Klar positiv ist, dass es im Vorfeld gelungen war, die Aktie genau auf Höhe der 200-Tage-Linie nach oben zu drehen, die zusammen mit der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie im Bereich 238/248 Euro die entscheidende Supportzone stellt. Solange diese beiden Leitstrahlen der Bullen halten, gäbe es für Short-Seller nichts zu holen. Aber ob man diesen Kurssprung des Dienstags, der ja immerhin ein gutes Stück unterhalb des Tageshochs und noch unter der vom 2025er-Hoch ausgehenden Abwärtstrendlinie endete, bereits als solide Rückkehr des bullischen Lagers werten will, ist zumindest etwas, worüber man eher zweimal nachdenken sollte.

Kering Aktie: Chart vom 10.02.2026, Kurs 288,00 Euro, Kürzel: KER | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Kering Aktie: Chart vom 10.02.2026, Kurs 288,00 Euro, Kürzel: KER | Quelle: TWS

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.02.2026 um 19:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Margin Konto – Handeln mit höchster Flexibilität

Mit einem Margin Konto können Sie zum Beispiel mit Hebel handeln und Ihre Trading-Strategien durch Leerverkäufe oder den Einsatz von Optionen und Futures diversifizieren.

Entdecken Sie jetzt die umfangreichen Handelsmöglichkeiten, die Ihnen dieser Kontotyp bietet: Margin Konto

*“ zeigt erforderliche Felder an

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Wie hilfreich fanden Sie den Artikel?*
Wenig hilfreichSehr hilfreich
Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
Loading ...

Vorherige Analysen der Kering Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.11.2025 um 20:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Kerings Top-Marke Gucci hat Probleme … aber zuletzt tauchten erste Silberstreifen am Horizont auf. Die Kering-Aktie, die man zuvor deutlich zu weit gedrückt hatte, wurde auf einmal durch die Decke getrieben. Aber auch da übertrieb man wieder … und jetzt wackelt das Ganze.

Erst mochten viele nicht so recht glauben, dass es beim französischen Luxusgüterkonzern Kering so viel schlechter laufen könnte als bei Hermès oder LVMH. Als man indes realisieren musste, dass es doch so war und der Umsatz spürbar, der Gewinn aber gleich drastisch in die Knie ging, wurde die Kering-Aktie umgehend zu „Bärenfutter“.

Die Aktie wurde in Grund und Boden verkauft, bis dann im Frühjahr eine zaghafte Bodenbildung gelang. Mit den weniger schlimm als befürchtet ausgefallenen Ergebnissen des ersten Halbjahres wurde diese Bodenbildung im Juli vollendet. Zuerst ging es eher vorsichtig aufwärts, ab Ende August nahm die Sache aber richtig Fahrt auf. Auf einmal haussierte die Aktie. Es liefe wieder besser, zudem könnte die Pinault-Familie als Haupteigner des Konzerns womöglich verkaufen wollen und überhaupt sei der Luxus wieder zurück im Rampenlicht.

Aber genauso, wie man vorher auf der Unterseite überzogen hatte, war die Kaufwelle ohne Maß. Der Kurs legte vom am Zoll-Crash-Tag (7.4.) bei 149,80 Euro markierten Jahres-Verlaufstief binnen wenig mehr als sechs Monaten um in der Spitze 136 Prozent auf 354,30 Euro zu. Genauso, wie der Kering-Kurs zuvor unter fast alle Kursziele gerutscht war, war er zu diesem Zeitpunkt von gut einem Monat auf einmal fast beim höchsten, bei 370 Euro liegenden Kursziel angekommen. Das Problem, das sich jetzt im Chart zeigt, ist:

Kering Aktie: Chart vom 26.11.2025, Kurs 298,85 Euro, Kürzel: KER | Online Broker LYNX
Kering Aktie: Chart vom 26.11.2025, Kurs 298,85 Euro, Kürzel: KER | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Wie immer, wenn eine Aktie zu schnell zu weit steigt oder fällt, folgte eine Gegenbewegung auf dem Fuße. Nur präsentiert sich die momentan wie eine Korrektur, aus der leicht auch ein neuer Abwärtstrend werden könnte. Denn die Käuferseite wäre jetzt unbedingt gefordert, lässt sich aber bislang nicht überzeugend blicken. Was daran liegen dürfte, dass der Kering-Kurs mit dem ersten Versuch, nach einer Abwärtsbewegung auf Höhe einer mittelfristig wichtigen Unterstützungszone nach oben zu drehen, nicht weit gekommen ist. Dieser Rallye-Versuch scheiterte Mitte November … und dadurch ist die Aktie jetzt erneut in dieser Supportzone zwischen 283 und 299 Euro gelandet.

Da müsste sie also zügig weg. Nach oben natürlich, aus Sicht der Bullen. Und der Kurs müsste, um diesen Makel eines tieferen Zwischenhochs loszuwerden, dort vorbei, wo er am 13. November dieses zweite Zwischenhoch ausgebildet hatte: bei 325,56 Euro. Was indes wie Blei an den Hufen der Bullen hängt, ist der Umstand, dass die Rallye erst einmal nur auf großen Hoffnungen basierte, nicht aber bereits auf überzeugenden Fakten in Form wirklich dynamisch durchstartender Umsätze, Margen und Gewinne. Und wie dynamisch da etwas vorangehen wird, ist offen. Offen genug, um auch die Analysten eher vorsichtig zu stimmen. Nur 4 von 22 Experten haben hier eine aktive Kaufen-Einstufung. Und am durchschnittlichen Kursziel ist die Aktie selbst jetzt noch vorbeigelaufen, das liegt bei 293 Euro.

Daher wäre es keineswegs aus der Welt, dass dieses potenzielle Topp, das sich da im obigen Chartbild zeigt, zum Grabstein bullischer Hoffnungen würde. Große Hoffnungen können Kurse weit tragen, taugen aber als Fundament nicht viel, wenn wirklich Druck von oben kommt. Auf diese Supportzone 283 zu 299 Euro sollte man also ein Auge haben. Fiele sie, könnte der Kurs schnell in Richtung 243 Euro als nächstem Kursziel durchgereicht werden.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit April hatte die zuvor zwei Jahre drastisch gefallene Aktie des französischen Luxusgüter-Konzerns Kering massiv aufgeholt. So sehr, dass man fürchten könnte, dass die Übertreibung nach unten in eine nach oben übergeht. Ob das gutgeht, könnte sich genau jetzt herausstellen.

Es war keine erfreuliche Nachricht, die gestern in den Nachrichtentickern auftauchte: Die EU-Kommission hat Kering zu einer Strafzahlung von knapp 120 Millionen Euro verurteilt, weil der Konzern Einzelhändler bei Produkten der Hauptmarke Gucci genötigt hatte, die von Kering im eigenen Direktvertrieb aufgerufenen Preise zu verlangen. Das sei eine unzulässige Einschränkung gewesen, so die EU, jetzt kommt dafür die Quittung. Das dürfte mit entscheidend für die Abgaben am gestrigen Dienstag gewesen sein. Aber es ist keineswegs etwas, das die Lage auf den Kopf stellen würde.

Denn knapp 120 Millionen Euro sind zwar kein Pappenstiel, wenn man sich ansieht, dass der operative Gewinn im ersten Halbjahr bei 969 Millionen Euro lag, 39 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums, und netto dann nur noch 523 Millionen übrig blieben. Aber hier geht es um einen Fall, der bekannt war, dieses Preisdiktat ging auf die Zeit von 2023 zurück und wurde seither geprüft; es wurde eben erst jetzt über die Höhe der Strafzahlung entschieden. Das ist also nichts Neues, daher waren Kering und wohl auch viele Investoren darauf vorbereitet.

Wenn die Super-Rallye, die den Kurs zwischen dem 7. April und dem 10. Oktober in der Spitze um 115 Prozent nach oben katapultiert hatte, kippen sollte, dann nicht deswegen. Sondern weil die Hoffnung, dass die Nachfrage nach Luxus jetzt wieder gestiegen ist und Kerings Achillesferse, die Hauptmarke Gucci, wieder Fahrt aufnimmt, nicht so erfüllt werden, wie das mit dieser Kaufwelle im Voraus eingepreist wurde.

Expertenmeinung: Denn für den jetzt erreichten Kurslevel müssten die anstehenden Zahlen schon absolut überzeugen. Richtig ist zwar, dass einige Analysten zuletzt die Rallye mit hochgesetzten Kurszielen befeuert haben, hier ebenso wie beim Branchenkollegen LVMH. Aber auch sie können nur annehmen, dass Umsatz und Gewinn wieder deutlich besser laufen, Zahlen dazu gibt es noch nicht. Da kommt erst Ende des Monats der Zwischenbericht zum dritten Quartal. Der deswegen nur ein Zwischenbericht ist, weil Kering dann, wie alle französischen Unternehmen, nur die Umsatzentwicklung meldet. Vollständige Ergebnisse kommen erst im Januar zum kompletten zweiten Halbjahr.

Man ist also auf diesem Kurslevel auf einer schmalen Hoffnungs-Schiene unterwegs. Auf Basis der derzeitigen, durchschnittlichen 2025er-Gewinnschätzung der Analysten liegt das Kurs-/Gewinn-Verhältnis der Aktie bei 50 – das ist deutlich zu hoch. Nur 6 von 22 Analysten stufen Kering momentan mit „Kaufen“ ein. Und das durchschnittliche Kursziel liegt bei 252 Euro, weit unter dem aktuellen Kurs, obwohl der schon ein wenig vom Rallye-Hoch zurückgesetzt hat.

Da darf also für die Bullen jetzt nichts schiefgehen. Wobei es zwar möglich ist, dass die Quartalsergebnisse, die in Kürze kommen dürften, auch aus charttechnischer Sicht dann den Weg vorgeben, aber ob die Trader so lange die Füße stillhalten, ist zumindest offen. Denn die charttechnische Nagelprobe läuft bereits.

Wir sehen im Chart, dass die Kering-Aktie in eine zwischen 283 und 299 Euro liegende Unterstützungszone zurückgesetzt hat, die sich aus mehreren Wendemarken vom Sommer 2024 und dem ersten Quartal 2025 zusammensetzt. Sollte der Kurs da durchgehen, wäre eine wirklich markante Auffanglinie erst einmal nicht greifbar. Ein Risiko, das das bullische Lager natürlich gar nicht erst entstehen lassen will.

Kering Aktie: Chart vom 14.10.2025, Kurs 298,90 Euro, Kürzel: KER | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Kering Aktie: Chart vom 14.10.2025, Kurs 298,90 Euro, Kürzel: KER | Quelle: TWS

Sollte Kering in dieser Zone wieder dynamisch nach oben drehen, hätte man die Chance, den Schwung, der sich aus dem Momentum der Aufwärtsbewegung zusammen mit den wachsenden Hoffnungen auf eine Belebung des Geschäfts zusammensetzt, zu konservieren und neue Jahreshochs anzulaufen. Aber eben nur, wenn es nicht entweder schon vorher durch diese Unterstützungszone nach unten geht oder die Quartalszahlen nicht gut genug ausfallen. Das sind zwei Damoklesschwerter, die man, sofern man hier aktiv ist, in jedem Fall im Hinterkopf haben sollte. Interessant dazu:
LVMH hat seine Quartalsumsätze am Dienstag nach Handelsende gemeldet. Das Ergebnis war besser als erwartet, aber keineswegs grandios, trotzdem zog die Aktie im abendlichen, außerbörslichen Handel an. Das kann Kering mitziehen … falls LVMH die abendlichen Kursgewinne heute halten kann, dazu mehr morgen in einer Analyse zu LVMH.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Eine starke Trenddynamik zieht lange Zeit immer mehr Trader an. Aber irgendwann ist eine Aktie entweder zu stark gefallen oder zu heiß gelaufen. Bei Kering deutet sich Letzteres an. Doch dem eigentlich zu hohen Kurs steht ein neues, markantes Chartsignal gegenüber.

Dass das April-Crash-Tief bei 149,78 Euro für die Kering-Aktie ein überzogen niedriger Kurs war, hätte man bereits unterschreiben können, ohne zu wissen, wie das US-Zoll-Theater weitergehen würde. Aber am gestrigen Tageshoch notierte die Aktie knapp 110 Prozent über diesem April-Tief und auf dem höchsten Stand seit Juli 2024. Zugleich ist sie markttechnisch auf Tages- und auch auf Wochenbasis überkauft. Und damit nicht genug:

Kering Aktie: Chart vom 07.10.2025, Kurs 309,20 Euro, Kürzel: KER | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Kering Aktie: Chart vom 07.10.2025, Kurs 309,20 Euro, Kürzel: KER | Quelle: TWS

Zwar gehen Kursrallyes und Optimismus in Bezug auf wieder bessere Geschäfte des Unternehmens in der Regel Hand in Hand, d. h. je stärker eine Aktie steigt, desto größer der Optimismus bzw. desto eher sind die Bullen bereit, kritische Faktoren einfach zu ignorieren. Aber im Fall Kering liegen die Ansichten der Analysten und der Kurs der Aktie doch so weit auseinander, dass selbst bei überzeugten Bullen eine Augenbraue nach oben gehen müsste:

Expertenmeinung: Zwar kam Morgan Stanley am Dienstag mit einer Heraufstufung der Aktie auf „Übergewichten“ und hob das Kursziel gleich mal von 250 auf 370 Euro an. Aber es sollte auffallen, dass das Bankhaus damit bislang alleine dasteht. Erst am Montag hatte Goldman Sachs das Kursziel ebenfalls angehoben … nur ging es da von 160 auf 180 Euro und die Empfehlung blieb dieselbe: „Verkaufen“.

Das bullische Lager pickt sich also derzeit einfach die Rosinen heraus und ignoriert damit auch, dass das durchschnittliche Kursziel trotz Morgan-Stanley-Anhebung aktuell bei 240 Euro liegt. Ein Kurslevel, den die Kering-Aktie vor vier Wochen erreicht hatte … und jetzt fast 30 Prozent darüber hinausgeschossen ist. Und das vor den Umsatzzahlen, die die Gucci-Mutter für das dritte Quartal am 22. Oktober abliefern wird. Das ist nicht nur ein bisschen gewagt.

Allerdings haben die Trader rein vom Chartbild her bislang immer wieder Argumente, um weiterzumachen. Zuletzt gelang der Anstieg über das Tief vom Juni 2024, das nächste, charttechnisch basierte Kursziel wäre jetzt das Zwischenhoch vom 1. Juli 2024 bei 346,90 Euro. Doch es ist ja nicht nur die heiß gelaufene Markttechnik, die jetzt zur Vorsicht mahnt:

Als Kering im April auf 150 Euro krachte, war die Aktie selbst in dem ja immer noch schwierigen Umfeld günstig bewertet. Jetzt aber ist sie es eben nicht mehr. Auf Basis der durchschnittlichen 2025er-Gewinnschätzung der Analysten hat Kering ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 50 erreicht. Das ist eine vergleichbar teure Bewertung wie in der Phase, als man stetig steigende Gewinne einfach mit dem Lineal in die Zukunft verlängerte und dann 2023 damit dramatisch auf die Nase fiel.

Die Rückkehr dynamischen Wachstums, an die vor wenigen Monaten noch kaum jemand glauben wollte, wird jetzt einfach auf mehrere Jahre hinaus vorweggenommen, als habe man die Sache nie anders gesehen … aber das vor allem, weil die Aktie wirkt, als könne es ja gar nicht anders kommen, und nicht, weil man bessere Umsatzzahlen auf dem Tisch liegen hätte.

Da müsste Kering am 22. Oktober, wenn immerhin die Umsätze des dritten Quartals gemeldet werden (komplette Zahlen kommen bei französischen Unternehmen immer nur am Ende eines Halbjahres), schon beinahe mit Wundern aufwarten, um zu verhindern, dass aus dieser Kaufwelle die Luft entweicht. Wer hier dabei ist, sollte Gewinnmitnahmen zumindest ernsthaft in Erwägung ziehen … bevor es die anderen tun.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Halbjahreszahlen des Luxusgüterkonzerns Kering, die am Dienstag kurz nach Handelsende vorgelegt wurden, fielen ernüchternd aus. Ein Umsatzminus von 16 Prozent und ein noch höherer Gewinnrückgang stellen die Frage in den Raum: Kommen die Bären zurück?

Der Kering-Konzern umfasst eine ganze Reihe an Luxusmarken, z. B. Bottega oder Yves Saint Laurent, aber die mit Abstand wichtigste Marke unter diesem Konzerndach ist Gucci. Und genau da brennt es weiterhin. Guccis Umsätze sind bereits seit längerer Zeit auf dem absteigenden Ast. Kering hielt mit neuem Spitzenpersonal dagegen, bislang aber erfolglos: Auch im ersten Halbjahr 2025 ist es Gucci, das das gesamte Unternehmen in den Keller zieht.

So fiel der Umsatz des Konzerns um 16 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024, der von Gucci alleine um 26 Prozent. Der operative Gewinn sackte um ernüchternde 39 Prozent durch, der von Gucci um 52 Prozent. Der überproportionale Rückgang der Gewinne basierte dabei auf einer zu allem Ungemach noch deutlich gesunkenen operativen Gewinnmarge, die von 17,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 12,8 Prozent im ersten Halbjahr 2025 fiel.

Kering schrieb zwar in seiner Halbjahres-Meldung, dass man Maßnahmen in Gang setzen werde, um Attraktivität und Wachstum der Kering-Marken zu stärken und so die Wachstumsperspektive aufrechtzuerhalten. Aber das war nichts, bei dem man hätte aufhorchen und sagen können: „Das ist es jetzt, das bringt die Wende.“

Angesichts derart schwacher Ergebnisse kann die Aktie ja eigentlich heute nur deutlich in die Knie gehen und gerade erst zurückeroberte Unterstützungen wieder unterschreiten … oder?

Expertenmeinung: Im abendlichen, nachbörslichen Handel blieb der große Kursrutsch erst einmal aus, im Gegenteil, die Aktie legte sogar gegenüber dem offiziellen Schlusskurs leicht zu. Allerdings passierte das bei sehr geringen Umsätzen. Wie sich die Reaktion wirklich darstellt, werden wir erst heute im regulären Handel sehen. Dabei könnte man als Argument gegen Verkäufe einwenden, dass die Ergebnisse zwar miserabel waren, aber nicht unerwartet kamen, die Analysten hatten im Schnitt mit solchen Zahlen gerechnet. Die Frage ist aber, ob die Marktteilnehmer das ebenso getan haben.

Kering Aktie: Chart vom 29.07.2025, Kurs 212,45 Euro, Kürzel: KER | Online Broker LYNX
Kering Aktie: Chart vom 29.07.2025, Kurs 212,45 Euro, Kürzel: KER | Quelle: TWS

Denn die Aktie kommt von knapp 150 Euro, wo sie im Zuge des April-Crashs aufgesetzt hatte. Das Plus beträgt damit seither in der Spitze 50 Prozent. Und die Analysten sehen die Aktie keineswegs auf diesem Niveau. Zwar liegt das höchste aller derzeitigen Kursziele bei 360 Euro … aber diese Einschätzung ist alt, sie stammt aus dem Frühjahr 2024. Und nur zwei der 23 die Aktie regelmäßig beobachtenden Analysten stufen Kering momentan als kaufenswert ein, die überwiegende Zahl der Experten rät zu „Halten“, fünf sehen Kering als Verkaufsposition. Und das durchschnittliche Kursziel? Das liegt mit aktuell 188 Euro klar unter dem aktuellen Kursniveau.

Da ist die Chance, dass die Kering-Aktie ihren im April etablierten Aufwärtstrend mit der zuletzt gesteigerten Dynamik fortsetzt, nicht allzu groß … nicht nach diesen Ergebnissen, die genauso finster ausfielen, wie es zu befürchten war. Sollte die Aktie unter 200 Euro rutschen, wäre ein Test der April-Aufwärtstrendlinie bei derzeit 183 Euro das wahrscheinlichste Szenario. Aber nicht einmal diese Linie muss zwingend halten, daher: Dieses weiterhin heiße Eisen anzufassen, sollte man sich besser zweimal überlegen, denn ja, diese Aktie wäre für das bärische Lager allemal ein interessantes Ziel!

Quellen:
Halbjahresergebnis 2025, 29.07.2025: https://www.kering.com/api/download-file/?path=Kering_Press_Release_First_Half_2025_Results_29_07_2025_d43b3e562a.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.