Die 2025er-Bilanz ist da, der Ausblick auf 2026 auch. Die Analysten hoben daraufhin für die Airbus-Aktie den Daumen … aber die Aktie fiel dennoch – und das deutlich. Jetzt steht es aus charttechnischer Sicht Spitz auf Knopf: Die Bullen müssten umgehend dagegenhalten.
Die Bilanz des Luftfahrkonzerns war, zusammen mit dem Ausblick, ein einziges „einerseits, andererseits“. Einerseits lag der 2025er-Umsatz mit 73,4 Milliarden zwar ein gutes Stück über dem Vorjahreswert von 69,2 Milliarden Euro, andererseits hatten die Analysten im Schnitt mit 73,9 Milliarden etwas mehr erwartet.
Dafür aber gelang es Airbus andererseits, operativ mit 7,13 Milliarden Euro mehr zu verdienen als die im Durchschnitt von den Analysten prognostizierten 6,89 Milliarden Euro. Dass der Konzern mit 789 ausgelieferten Flugzeugen leicht unter dem eigenen Ziel von 800 blieb, war nicht neu, so dass das kein Problem war. Beim Ausblick aber tauchten die Probleme auf, denn:
Da wurde weniger in Aussicht gestellt als gedacht. Im Schnitt hatten die Experten vermutet, Airbus könnte die Zahl der Auslieferungen, auch durch den Rückenwind zeitlich verzögerter Lieferungen vom Vorjahr, auf über 900 steigern. Der Konzern selbst avisierte gestern aber „nur“ 870 Maschinen, die 2026 die Hallen verlassen sollen. Und beim operativen Gewinn peilt Airbus für 2026 7,5 nach den 7,13 Milliarden des beendeten Jahres an. Im Durchschnitt lag die Erwartung der Experten jedoch bei 8,2 Milliarden Euro.
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Airbus Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Natürlich stellt sich da die Frage, ob Airbus nicht einfach konservativ schätzt, um eventuell zu hoch gesteckte Ziele nicht „kassieren“ zu müssen, wenn es z.B. wieder Schwierigkeiten mit der Materialverfügbarkeit geben sollte. Aber das weiß man nicht. Dass man mit Anpassungen von Prognosen grundsätzlich immer und überall rechnen muss, ist zwar richtig. Aber hier bekam man eben direkt weniger als gedacht vorgesetzt. So gesehen konnten die Anleger das nicht so einfach ausblenden.
Bemerkenswert ist, dass der Kurs deutlich um 6,73 Prozent fiel, obwohl alle an diesem Tag unmittelbar angepassten oder bestätigten Kursziele über dem derzeitigen Kursniveau bzw. über dem Vortags-Schlusskurs lagen. Zwar passten einige Experten ihre Ziele aufgrund des unter den Erwartungen ausgefallenen Ausblicks leicht nach unten an. Aber die Spanne der aktualisierten Kursziele lag zwischen 210 und 240 Euro, mehrheitlich mit der Einstufung „Kaufen“. Es halt nichts. Und das macht die Sache jetzt kritisch.

Denn Sie sehen im Chart, dass der Kurs in die Supportzone zwischen 182 und 187 Euro zurückgesetzt hat. Dass er am Donnerstag wenigstens an deren oberem Ende schloss, ist insofern ein schwacher Trost, weil die Airbus-Aktie trotzdem die beiden mittelfristig immens bedeutsamen Unterstützungen in Form der April-Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie durchbrochen hat.
Hinzu kommt als psychologisch für die Bullen ungünstiger Faktor, dass im Vorfeld der Bilanz richtig „Zug“ in den Kurs gekommen war. Das deutet an, dass nicht wenige sicher waren, einen grandiosen Ausblick präsentiert zu bekommen und vorgekauft hatten. Da jetzt weder diese Erwartung aufgegangen noch der Ausblick grandios ausgefallen ist, ist das Risiko hoch, dass die Aktie in den kommenden Tagen sukzessiv weiter abrutscht. Erst wenn das Verlaufshoch direkt vor der Bilanz, erzielt bei 201,20 Euro, überboten würde, wäre die Kuh vom Eis. Und das hinzubekommen, dürfte für die Käuferseite nicht einfach werden.
Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, Ausblick auf 2026, 19.02.2026:
https://www.airbus.com/sites/g/files/jlcbta136/files/2026-02/press-release-airbus-fy2025-results_hm0612.pdf


