Mit einem ETF gezielt in FinTechs investieren

Durch den hier vorgestellten ETF können Anleger an der Entwicklung von Finanztechnologieunternehmen, den sogenannten FinTechs partizipieren. Diese Unternehmen setzten Technologien ein, um Finanzprodukte, Finanzdienstleistungen und mehr überwiegend vollelektronisch zu vertreiben. Dies können zum Beispiel Zahlungsdienste, Online-Bankdienste, Börsen- und Broker-Dienstleistungen, Finanzdatenaufbereitung, Software oder auch der Vertrieb von Krediten sein.

Information zum Referenzindex – KBW Nasdaq Financial Technology Total Return (Net) Index

Der Referenzindex KBW Nasdaq Financial Technology Total Retrun (Net) Index (Symbol: KFTXT) ist den Angaben von Invesco nach, ein Finanzindex, der eine Positionierung in Finanztechnologie-Unternehmen, den sogenannten FinTechs ermöglicht. Der Index liefert somit ein Index-Tracking und die Performancemessung aller im Index enthaltenen Wertpapiere. Diese FinTechs sind mit einem Anteil von über 95 Prozent in den USA börsennotiert. Zum Zeitpunkt dieser Analyse besteht der Referenzindex gemäß den Angaben des Indexanbieters Nasdaq aus 48 Einzeltiteln. Der Index hat eine Basis vom 18. Juni 2016 in Höhe von 1.000,00 Punkten.

Um in den Index aufgenommen zu werden, müssen die Unternehmen gewisse Voraussetzungen erfüllen. Die wohl wichtigsten Voraussetzungen sind die einer fortgeschrittenen Digitalisierung und Automatisierung der technischen Abläufe innerhalb des jeweiligen Unternehmens. Ob nun mit KI, der Verwendung von Algorithmen und mehr, die jeweilige Aktiengesellschaft sollte ein Geschäftsmodell aufweisen, das nahezu vollständig vollelektronisch Umsätze erzielt. Außerdem werden nur Stammaktien in den Index aufgenommen.

Vor allem aber müssen die Wertpapiere an der CBOE Exchange, der NASDAQ, der NYSE oder NYSE American gelistet sein, mindestens über eine Marktkapitalisierung von 500 Millionen US-Dollar verfügen, ein monatliches durchschnittliches Handelsvolumen von mehr als 150.000 Aktien aufweisen, in den letzten 30 Handelstagen einen Aktienkurs oberhalb von 2,00 US-Dollar gehabt haben und einen Streubesitz von mindestens 20 Prozent vorweisen. Mit diesen Kriterien sorgt man unter anderem für Liquidität und vermeidet vor allem die Aufnahme von Penny-Stocks.

Der Index selbst ist ein gleichgewichteter Index, was eine sehr breite Diversifikation zur Folge hat und ein Klumpenrisiko aufgrund einiger großer Einzeltitel vermeidet. In der hier verwendeten Version handelt es sich um einen Total Return (Net) Index. Der Index wird jährlich überprüft und quartalsweise wird die Gewichtung angepasst. Die Berechnung des Index erfolgt in der Handelszeit von 15:30 Uhr bis 23:16 Uhr auf Sekundenbasis. (Daten gemäß Invesco- Factsheet vom 30. September 2019 und Nasdaq-Facesheet zur Indexmethodik vom September 2018)

Sektor, Währungs- und Länderallokation des Referenzindex

Schon auf den ersten Blick fällt mit einem Länderanteil von 95,6 Prozent die Dominanz der USA auf. Auf den weiteren Plätzen finden sich nur noch Kanada mit 2,1 Prozent und Puerto Rico mit 2 Prozent.

Die Sektorenverteilung im Bereich Fintech ist nicht wirklich verwunderlich. Der Sektor Informationstechnologie liegt bei 50,5 Prozent, der Sektor Finanzen bei 39,7 Prozent und der Sektor Industrie bei 9,8 Prozent.

In Bezug auf die Währungsverteilung ist gemäß der Länderallokation der US-Dollar mit 97,9 Prozent vorherrschend. (Daten gemäß Invesco vom 11. November 2019)

Die Top-Positionen des Referenzindex

Die Top-10-Einzeltitel des Referenzindex sind On Deck Capital mit 2,73 Prozent, Cardtronics mit 2,69 Prozent, Western Union mit 2,49 Prozent, Bottomline Technologies mit 2,38 Prozent, SS and C Technologies mit 2,38 Prozent, Lendingtree mit 2,31 Prozent, Square mit 2,26 Prozent, Axos Financial mit 2,23 Prozent, MSCI mit 2,23 Prozent und Fair Isaac mit 2,21 Prozent.

Diese Top-10-Positionen haben gerade einmal eine Gewichtung von 23,91 Prozent. Diese recht geringe Gewichtung spricht für eine mehr als ausreichend vorhandene Diversifikation.  (Daten gemäß Invesco vom 11. November 2019)

Invesco KBW NASDAQ Fintech UCITS ETF im Detail

Der ETF kann über die London Stock Exchange in der Handelswährung USD erworben werden, die auch der Fondswährung entspricht. Aus diesem Grund addiert sich zum allgemeinen Kursrisiko auch noch das Währungsrisiko. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt 0,49 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist thesaurierend. Der ETF nutzt die indirekte, swap-basierte Replikationsmethode, wurde am 08. März 2017 aufgelegt und hat mit dem Stichtag des 11. November 2019 ein verwaltetes Vermögen in Höhe von 54,663 Mio. US-Dollar.

Die wichtigsten Einzeltitel des ETFs

Aufgrund der nicht-physischen, also synthetischen Replikationsmethode (swap-basiert) besteht zwischen der Zusammensetzung des Referenzindex und der des ETF-Portfolios keine Deckungsgleichheit. Der ETF weist demnach völlig andere Einzelwerte auf und besteht insgesamt aus 231 Positionen.

Die größten Einzelpositionen sind mit 8,38 Prozent Novartis, mit 7,01 Prozent Telenet, mit 5,70 Prozent Ahold Delhaize, mit 5,70 Prozent CNH Industrial, mit 4,65 Prozent Asbury Automotive, mit 4,45 Prozent Volkswagen Vz., mit 4,40 Prozent Audentes Therapeutics, mit 4,26 Prozent Roche Holding, mit 4,23 Prozent Münchener Rück und mit 4,12 Prozent BMC Stock Holdings. Die Gewichtung dieser Top10-Positionen liegt bei 52,9 Prozent. (Daten in Bezug auf den ETF stammen vom 08. November 2019 gemäß Invesco)

Sektor, Währungs- und Länderallokation des ETFs

Die Länder-, Währungs- und Sektorenallokation des ETF-Portfolios unterscheidet sich im Vergleich zu der des Referenzindex erheblich. Liegt der Anteil der USA im Referenzindex bei 95,6 Prozent, so liegt er beim ETF nur bei 32 Prozent. Auf den weiteren Plätzen finden sich mit 17 Prozent Deutschland, mit 13,3 Prozent die Schweiz, mit 7,1 Prozent Belgien und mit 7,1 Prozent Schweden. Ferner befinden sich noch die Niederlande, Großbritannien, Kanada, Israel und weitere Länder in der Auflistung.

Die Gewichtung des US-Dollars liegt demnach beim ETF nur bei 32 Prozent. Dafür besteht das ETF-Portfolio aus weiteren Währungsbausteinen, unter anderem dem Euro, dem Schweizer Franken, der schwedischen Krone, dem britischen Pfund, dem kanadischen Dollar oder dem israelischen Schekel.

Die Sektorenverteilung beim ETF ist sehr breit. Der Sektor Gesundheit/Pharma liegt bei 20,5 Prozent, der Sektor Industrie bei 19,0 Prozent, der Sektor Finanzen bei 14,7 Prozent, der Sektor Basiskonsumgüter bei 11,9 Prozent und der Sektor Nicht-Basiskonsumgüter bei 10,5 Prozent. (Daten gemäß Invesco vom 08. November 2019)

Referenzindex und ETF mit einer hervorragenden Performance

Der ETF konnte vom 30. September 2017 bis zum 30. September 2018 ein Plus von 29,51 Prozent erreichen, vom 30. September 2018 bis zum 30.September 2019 konnte ebenfalls ein Plus erzielt werden, das bei 7,53 Prozent liegt. Der Referenzindex wies für die beiden Vergleichszeiträume ein Plus von 30,11 Prozent und 8,04 Prozent auf. Die Abweichung entspricht in etwa der jährlichen Gebühr des ETFs und überrascht somit nicht. (Performancedaten in Bezug auf den Referenzindex gemäß Invesco-Factsheet vom 30. September 2019)

Expertenmeinung – der Bereich FinTech stellt vor allem die Bankenwelt auf den Kopf

Es kann als eine Revolution bezeichnet werden, denn die schiere Masse der FinTechs stellt die Bankenwelt auf den Kopf. Einige der Startups werden zwar höchstwahrscheinlich nie über diesen Status herauswachsen, denn entweder scheitern sie mit ihrem Geschäftsmodell, finden nicht ausreichend Kunden oder werden sogar von den großen Banken aufgekauft oder zumindest zum Teil. Letzteres ist auch für Investoren enorm lukrativ.

Auch in Deutschland zeigt dies das Beispiel Deposit Solutions, denn die Deutsche Bank sicherte sich einen Anteil von knapp 5 Prozent und soll dafür rund 50 Millionen Euro bezahlt haben, was das in diesem Fall deutsche FinTech-Unternehmen aus Hamburg zu einen Einhorn macht. Solche Vorgänge sind selbstverständlich ebenso global denkbar. Die hier im Referenzindex versammelten US-FinTechs könnten ähnliche Wege gehen.

In Zeiten niedriger bis nicht vorhandener Zinsen können die FinTechs aufgrund ihrer nahezu komplett durchdigitalisierten Geschäftsvorgänge und nicht vorhandener teurer Infrastruktur ihre Vorteile gegenüber den Filialbanken deutlich ausspielen. Alles in allem aber stehen sie für den Wandel in der gesamten Finanzindustrie, denn sie kreieren ein völlig neues Finanzsystem. Kunden drängt es schon lange nicht mehr in Massen in die Filialen der Banken. Letztere werden meist nur noch dafür genutzt, um am Bankautomat Bargeld zu ziehen und selbst dies wird aufgrund des vermehrten Einsatzes von Girokarten, Kreditkarten oder gar mobilen Bezahldiensten über das Smartphone schrittweise weniger genutzt. FinTechs tragen also mit ihren Angeboten sogar dazu bei, dass sich das individuelle Bezahlverhalten der Menschen ändert.

Dies bedeutet letztendlich nicht nur einen Eingriff in die Bankenwelt, sondern auch in die Gesellschaft. In Zeiten des Open Banking werden die FinTechs vermutlich sogar im direkten Vergleich zu den Filialbanken und Universalbanken die Gewinner sein, denn sie sind wendiger, können sich den Gegebenheiten viel schneller anpassen. Die herkömmlichen Bankinstitute kommen einem bei so einem Vergleich vor, wie einst die Dinosaurier.

Der vorliegende ETF eignet sich aufgrund seiner Beschaffenheit und Konzeption als Sektor-ETF im Bereich FinTechs nicht zum langfristigen Vermögensaufbau. Zwar balancieren rund 50 Einzeltitel das Risiko recht gut aus, jedoch bleibt das Klumpenrisiko im Bereich des Sektors Finanzen ja dennoch vorhanden. Für den langfristigen Vermögensaufbau geeignete ETFs wären Produkte, die quer über alle Sektoren hinweg eine hohe Streuung aufweisen.

Mögliches Setup

Wer den ETF über einen längeren Zeitpunkt von mindestens sechs Monaten bis zu über fünf Jahren halten möchte, für den wäre eine Akkumulationsstrategie in Schwächephasen denkbar. Wer den ETF jedoch als Einmalanlage erwirbt, der könnte eine mehrtägige bis sogar mehrwöchige Schwächephase abwarten. In letzterem Fall wäre zum Beispiel ein Kauf bei 33,00 USD zu lancieren. Das Kursziel könnte bei 35,00 USD liegen. Die Position könnte zur Verlustbegrenzung mit einem Stoploss bei 32,25 USD abgesichert werden. Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) liegt bei diesem beispielhaften Setup bei 2.66.

Über den Emittenten des ETFs – Invesco: Die Invesco Ltd. mit Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia ist ein Finanzdienstleistungskonzern und Asset-Manager. Die Aktien des Unternehmens sind an der NYSE gelistet und Mitglied im S&P500. Invesco ist mit über 7.000 Beschäftigten in 25 Ländern vertreten, verwaltet über 930,6 Mrd. US-Dollar an Anlagevermögen und hat Kunden in über 120 Ländern. Im Jahr 2006 erwarb Invesco den US-ETF-Anbieter Powershares und im Jahr 2010 das Privatkunden- und Vermögensverwaltungsgeschäft von Morgan Stanley. Invesco baute mit einer weiteren Übernahme von Source Mitte 2017 sein ETF-gGeschäft nochmals aus. Ende September 2017 kaufte man zusätzlich das ETF-Geschäft von Guggenheim Investments. In Europa bietet Invesco derzeit rund 80 ETFs an.

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Dirk Friczewsky

Dirk Friczewsky

Dirk Friczewsky ist ein professioneller Trader und technischer Analyst. Er erstellt Handelssignale in den Handelsklassen Aktien, Anleihen, Devisen, Indizes und Rohstoffe. Dabei nutzt er konventionelle Handelsansätze, sowie z.B. Fibonacci Retracements, Pivot-Points, aber auch noch weitere Indikatoren. Herr Friczewsky leitet Seminare, coacht individuell Trader und Trading-Neulinge. Er entwickelt nachhaltige Marktstrategien mit Hilfe der Technischen Analyse, fundamentalen Analyse, Sentiment-Analyse und mehr. Er verfolgt dabei hauptsächlich den Ansatz der interdisziplinären Analyse.

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