Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

XAGUSD Prognose Silber: Der Weg nach oben ist jetzt steiniger … aber weiter gangbar

News: Aktuelle Silber Analyse des London Silber Spot

von | |

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des London Silber Spot

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.02.2026 um 22:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

In den vergangenen Tagen hat die Volatilität im Silberpreis etwas abgenommen. Für Optimisten mag das der Beweis für eine Stabilisierung sein, der im Idealfall in Kürze ein neuer, großer Hausse-Impuls folgt. Aber ist das wirklich die wahrscheinlichste Variante?

Momentan wäre sie das nicht. Dass sich der Silberpreis in kurzer Zeit nahezu halbiert hat, wirkt zwar, als würde man jetzt „billig“ einsteigen können. Aber sieht man sich das längerfristige Bild auf Wochenbasis an, wird schnell deutlich: Alleine bis zur 200-Tage-Linie, die keineswegs ein ungewöhnliches Ziel einer größeren Korrektur nach einer Überhitzungsphase wäre, wäre der Weg noch weit, die verläuft momentan bei knapp 58 US-Dollar. Und die mittelfristige Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Frühjahr 2020 hat, würde sogar erst bei 26 US-Dollar erreicht.

Silberpreis: Wochenchart vom 17.02.2026, Kurs 73,45 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silberpreis: Wochenchart vom 17.02.2026, Kurs 73,45 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Dass das Edelmetall derart weit abrutscht, ist zwar unwahrscheinlich. Aber es einfach auszuschließen, wäre unklug, immerhin hat auch die vorherige Kaufwelle jeden Rahmen des Erwartbaren locker gesprengt. Silber könnte sich jederzeit fangen, keine Frage. Aber da kann man weder mit Bewertungsmodellen noch mit den Rahmenbedingungen argumentieren, nichts davon hat bei einem Edelmetall entscheidendes Gewicht. Entscheidend ist nur eines:

Expertenmeinung: Überwiegen die Bären oder die Bullen an den Punkten, auf die es für Trader ankommt? Und da ist von einer sich etablierenden Dominanz des bullischen Lagers noch nichts zu sehen. Was alleine deswegen nicht wirklich überrascht, weil die Extrem-Hausse zuvor sehr viele kurzfristige Trader in den Silber-Markt gezogen hat, die nicht nur konsequent anhand chart- und markttechnischer Aspekte vorgehen, sondern auch keinerlei Problem damit haben, ihre Trading-Richtung von Long auf Short zu drehen, wenn das Chartbild das zulässt. Und das tut es.

Wir sehen, dass Silber die beiden gleitenden Durchschnitte der letzten 10 und 20 Handelstage, die der Hausse als Leitschnur dienten, widerstandslos durchschlagen hatte, auf Höhe der 50-Tage-Linie kurz verharrte, dann aber bis auf die 100-Tage-Linie durchgereicht wurde, die am vorvergangenen Freitag mit Ach und Krach zum Handelsende verteidigt wurde. An diesem Tag bildete sich das bisherige Korrektur-Tief bei 64,07 US-Dollar aus. Danach zog der Kurs zwar wieder an. Aber dabei gelang nichts, das man bereits als bullisch werten könnte, im Gegenteil:

Silberpreis: Tageschart vom 17.02.2026, Kurs 73,45 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silberpreis: Tageschart vom 17.02.2026, Kurs 73,45 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Silber scheiterte kurz vor und dann auch kurz nach dem bisherigen Korrektur-Tief am Versuch, die 10- und 20-Tage-Linien zurückzuerobern und rutscht seither, wenngleich mit einem geringeren Abgabedruck als zuvor, erneut auf diese 100-Tage-Linie zu. Das deutet an, dass die Bären hier derzeit sehr klar dominieren. Solange es nicht gelingt, alle vier im Tageschart gezeigten gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20, 50 und 100 Tage klar unter sich zu lassen, ist hier keinerlei Entwarnung angebracht. Silber könnte bis dahin jederzeit das bisherige Verlaufstief testen und unterbieten, daher: Vorsicht mit der Idee, man könnte hier gerade ein „Schnäppchen“ vor sich haben.

Aussicht: neutral

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.02.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass ein extremer Kursanstieg auch eine nicht minder extreme Korrektur nach sich ziehen könnte, ist kein Geheimnis. Aber meist gelingt es dann, den Kurs zeitnah zu stabilisieren und einen Boden auszubilden. Genau das aber droht bei Silber gerade zu scheitern.

Gold und Silber sind nicht mit Kategorien einzuordnen wie beispielsweise Aktien, wo man anhand von Messgrößen wie KGV, KUV oder KCV einen Bereich ermitteln kann, in dem eine Aktie in etwa fair bewertet wäre. Es gibt bei Silber kein objektives „zu teuer“. Das half, diese Hausse immer extremer werden zu lassen, denn die Trader wussten: Silber ist immer genau das wert, was der letzte Käufer gerade dafür zu bezahlen bereit war. Die Sache hat allerdings einen Haken:

Das gilt auch andersherum. Es gibt kein objektives „zu billig“, kein Kursniveau, auf dem man sich sagen könnte, dass der Silberpreis vielleicht eine Zeitlang darunter rutschen, aber eher über kurz als über lang dorthin zurückkehren und weiter zulegen müsste. Und wenn man sich im Chartbild ansieht, dass der Kurs trotz der extremen Schärfe der Korrektur am bisherigen Tief gerade einmal auf den Level vom Jahresanfang zurückgefallen ist, könnte man ohnehin konstatieren:

Silber: Chart vom 05.02.2026, Kurs 73,62 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silber: Chart vom 05.02.2026, Kurs 73,62 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Eigentlich könnte es auch noch tiefer gehen, ohne dass der Kurs zwingend aufgefangen werden müsste. Vor allem nicht, wenn es gelingt, die Angst unter den Bullen am Kochen zu halten. Und es scheint, dass einige Trader genau das im Sinn haben.

Expertenmeinung: Das Chartbild deutet an, dass das bullische Lager die Kontrolle zu verlieren beginnt. Ein weiterer schwacher Tag heute könnte eine erneute, wilde Flucht aus dem Silberpreis auslösen. Die Frage ist, ob die mit dem Rücken zur Wand stehenden Bullen das verhindern können. Denn dass die Short-Seller genau das gerade provozieren, ist nicht zu übersehen.

Sie sehen, dass Silber zwar innerhalb der die Hausse wie Leitstrahlen führenden Zone der gleitenden Durchschnittslinien der letzten 10, 20, 50 und 100 Handelstage am vergangenen Freitag sowie am Montag aufgefangen werden konnte. Aber der Gegenangriff der Käuferseite wurde abgefangen, bevor Silber aus der Zone dieser gleitenden Durchschnitte hätte nach oben hinauslaufen und damit wieder Wasser unter den Kiel bekommen können. Dabei fällt auf, dass das Abdrehen des Kurses nach unten genau auf Höhe der 20-Tage-Linie geschah, an der die Gegenbewegung am Tag zuvor hängengeblieben war. Das deutet gezielte Verkäufe an, kein reines Ermüden der Bullen. Und jetzt kommt es zum Schwur:

Der Silberpreis hat mit dem gestrigen Minus von um die 16 Prozent fast das bisherige Korrektur-Verlaufstief bei 71,35 US-Dollar erreicht … und die unterste der vier gleitenden Durchschnittslinien, die 100-Tage-Linie, bei aktuell 67,75 US-Dollar. Auffällig ist, dass die in blau gehaltene 50-Tage-Linie dabei gestern, im Gegensatz zum Abwärtsruck zuvor, auch auf Schlusskursbasis unterboten wurde: kein allzu gutes Omen. Sollte Silber unter diesen beiden jetzt im Feuer stehenden Supportlinien schließen, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht erst einmal frei. Das versuchen die Bären offenbar zu erreichen. Und ich würde hier und jetzt lieber keine Wette darauf riskieren, dass sie scheitern.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.01.2026 um 22:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Gold fehlten am Freitag nur zehn US-Dollar zur „magischen Marke“ von 5.000 US-Dollar … aber Silber hat seine runde Marke jetzt erreicht und überboten: Mit über 100 US-Dollar ging das Edelmetall zu einem Preis ins Wochenende, der unglaublich wirkt … und hochriskant ist.

An eine steigende Trendintensität gewöhnt man sich als Anleger schnell. Vor allem, wenn der Trend in die für einen selbst richtige Richtung weist. Aber je extremer sich Kurse bewegen, desto höher ist die Gefahr, dass dieses hohe Momentum auch mal in die Gegenrichtung wirkt, indem der Aufwärtstrend schlagartig und unverhofft in einen markanten Kurseinbruch übergeht, sich also ein sogenannter „Sudden Death“ ereignet. Und bei Silber ist dieses Risiko ganz außergewöhnlich hoch.

Ein Argument für diese immer mehr an Dynamik gewinnende Super-Hausse, die den Kurs binnen fünf Monaten um über 150 Prozent nach oben katapultiert hat, ist die Vermutung, dass die Unmenge an Derivaten, die für Silber auf der Long-Seite existiert, womöglich gar nicht mehr komplett durch körperliches Silber abgedeckt sein könnte. Was hieße, dass in dem Moment, in dem zu viele ihre Derivate in echtes Silber eintauschen wollen, ein derartiger Engpass entstehen könnte, dass der Kurs nach oben keine Limits hat. Aber:

Expertenmeinung: Zum einen weiß man nicht sicher, wie sich die Relation von Derivaten zu verfügbarem Silber wirklich darstellt. Zum anderen spielt man mit dieser Kursexplosion ja bereits dieses Szenario, ohne dass es – zumindest vermutlich – bereits greift.

Silber: Monats-Chart vom 23.01.2026, Kurs 102,70 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silber: Monats-Chart vom 23.01.2026, Kurs 102,70 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Und wenn man sich im Chart auf Monatsbasis ansieht, wie extrem überkauft der Silberpreis sogar auf dieser langfristigen Zeitebene ist (einen RSI-Indikator bei 94,2 – bei einer Range von 0 bis 100 – gab es bei Silber noch nie), muss man einfach einkalkulieren, dass das, was den Kurs jetzt so extrem treibt, auch jederzeit in die Gegenrichtung eintreten kann: ein extremes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am Rohstoffmarkt.

Denn Silber ist seit dem letzten Kurs an Silvester bereits 43 Prozent gestiegen … und der Januar ist ja noch nicht einmal zu Ende. Noch scheint die Nachfrage nach Long-Positionen extrem zu sein, sicherlich auch, weil die bärische Seite ein ums andere Mal überrollt wird, eindecken muss und den Kurs dadurch noch höher treibt. Außerdem könnte diese Faszination der runden Marke von 100 US-Dollar den Preis zusätzlich befeuert haben, aber:

Silber ist nicht nur markttechnisch dramatisch heiß gelaufen, sondern bewegt sich zudem, wie bei solchen Exzessen zu erwarten, fernab von tauglichen Supportlinien, an denen man eine Stop Loss-Absicherung festmachen könnte. Das damalige Rekordhoch von Ende Dezember liegt bei 84,10 US-Dollar, das ist eine von oben gerechnete Distanz von 18 Prozent. Die schnellste der die Hausse führenden, gleitenden Durchschnittslinien, die 10-Tage-Linie, lag am Freitagabend bei knapp 93 US-Dollar und damit 9,4 Prozent entfernt. Die deutlich solidere 20-Tage-Linie ist gerade erst bei knapp 86 US-Dollar angekommen, eine Distanz von 16,3 Prozent zum Freitags-Schlusskurs.

Das ist eine Gemengelage, in der bereits eine nur kurzfristige Phase, in der die Kauforders zurückgehen und eine große Adresse zugleich eine größere Position anbietet, für einen „Sudden Death“ ausreichen könnte … weil ja so ziemlich jeder weiß, wie riskant das Spiel jetzt geworden ist, und daher auf jede Irritation eher hektisch als besonnen reagiert. Vorsicht also, hier sollte man, wenn, dann nur bestehende Positionen halten, lieber zu eng als zu weit absichern, die Kapitalexposition ggf. zurückfahren und vor allem nicht in einen solchen Exzess hinein glauben, dass jetzt ein guter Moment wäre, um erst noch neu Long zu gehen!

Silber: Tages-Chart vom 23.01.2026, Kurs 102,70 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silber: Tages-Chart vom 23.01.2026, Kurs 102,70 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.01.2026 um 22:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Montag markierte der Silberpreis schon wieder einen neuen Verlaufsrekord. Gegenüber dem Schlusskurs 2025 hat das Edelmetall in diesen wenigen Tagen des neuen Jahres in der Spitze schon wieder fast 20 Prozent zugelegt. Trotzdem ist das keine Blase … oder doch?

Eigentlich verbindet man mit einer „Blase“ eine Übertreibung, die beinhaltet, dass eine Aktie, ein Index, eine Währung oder auch ein Rohstoff weit teurer gehandelt wird, als der realistische Wert das erwarten ließe. Und da es für Gold und Silber keinen klar errechenbaren „fairen“ Wert geben kann, weil hier keine Messgrößen wie KGV, KUV oder KCV anwendbar sind, könnte man einfach sagen: Wir sehen hier keine Blase, weil Silber nie „zu teuer“ sein kann.

Aus dieser Warte heraus hätte man damit zwar recht. Aber „Blase“ kann sich durchaus auch auf das Kursverhalten an sich beziehen. Und ja, dann hätten wir hier eine Spekulationsblase, die, rein vom Chartbild, sehr an die Endphase der Internet-Blase im Jahr 2000 erinnert:

Silber: Chart vom 12.01.2026, Kurs 85,03 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Online Broker LYNX
Silber: Chart vom 12.01.2026, Kurs 85,03 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Schon nach dem Ausbruch über das bei 54,49 US-Dollar gelegene Oktober-Hoch Ende November waren die täglichen Handelsspannen des Silberpreises sukzessiv größer geworden. Aber seit Weihnachten sehen wir hier mehrheitlich Tages-Spannen von fünf bis zehn Prozent. Zugleich ist aus dem „straighten“ Anstieg bis Weihnachten ein immens hektisches Auf und Ab geworden, wobei auffällt, dass es seit Ende November nur ein einziges Mal den Fall gab, dass zwei Tage nacheinander auf Schlusskursbasis ein Minus aufwiesen.

Das deutet an, dass hier immer mehr kurzfristige Trader aktiv werden, die von der immensen Dynamik dieser Kursbewegung angelockt werden. Hier, so scheint es, kann man in kürzester Zeit immens viel verdienen, vor allem, wenn man nicht im Silber selbst tradet, sondern mit Derivaten. Und man darf befürchten, dass der Umkehrschluss, dass man in einem solchen Hexenkessel auch in kürzester Zeit immens viel verlieren könnte, nicht vollzogen wird. Zumindest war das in allen „Blasen-Phasen“ früherer Jahre und in egal welchem Asset so.

Und damit wird die Sache für „normale“ Anleger, die nicht zocken, sondern vernünftig einem lukrativen Trend folgen wollen, problematisch. Das Risiko plötzlicher, sehr weitreichender Kursimpulse in beide Richtungen, bei denen es sich unmöglich abschätzen lässt, wie lange sie dauern und wie weit sie reichen, ist in einem Umfeld wie diesem hoch. Dass die Rohstoff-Terminbörse COMEX Ende Dezember zweimal die Höhe der Sicherheitsleistungen für Silber-Derivate (Margin) nach oben genommen hat und die Volatilität seither keinen Deut geringer wurde, zeigt dabei: Hier geht es gerade extrem zu.

Wer hier mit dabei sein will, sollte daher nicht nur gute Nerven mitbringen, sondern auch die nötige Ruhe, die man nur durch Erfahrung gewinnt. Zudem müsste man absolut konsequent in Bezug auf Money-Management und Absicherungen sein. Aber heißt das, dass die Luft nach oben dünn ist und der große Knall unmittelbar bevorsteht?

Das kann so sein, muss es aber nie. Das ist eben die Crux bei Spekulationsblasen: Die Sichtweite beträgt, nüchtern betrachtet, glattweg null. Wir sehen im obigen Chart, dass sich der Silberpreis derzeit an der 10-Tage-Linie und damit an einem ungewöhnlich kurzfristigen gleitenden Durchschnitt nach oben hangelt. Den könnte man daher als „Leitstrahl“ sehen, die darunter verlaufende 20-Tage-Linie als „Sprungtuch“. Aber darauf verlassen kann man sich in einem solch hochkochenden Markt nicht, daher:

Silber ist, wenngleich sicherlich nicht auf alle Zeit, derzeit kein „sicherer Hafen“ für eher konservative Investoren, sondern eine Spielwiese kurzfristiger Trader, die, so muss man annehmen, nicht alle das nötige Rüstzeug eines guten Traders mitbringen. Hier ist Vorsicht geboten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.12.2025 um 22:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Freitag, als große Teile der Anleger noch den 2. Weihnachtsfeiertag feierten, stieg der Silberpreis um sagenhafte 8,8 Prozent auf ein neues Allzeithoch. Am Montag startete der Kurs erneut höher … aber dann begannen Verkäufe, die zu einer Lawine wurden. Was nun?

Silberpreis: Chart vom 29.12.2025, Kurs 72,55 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Silberpreis: Chart vom 29.12.2025, Kurs 72,55 US-Dollar, Kürzel: XAGUSD | Quelle: TWS

Schon der Heiligabend endete bei eher ruhigem Handel mit einem neuen Rekord-Schlusskurs (72,21 US-Dollar). Am 2. Weihnachtsfeiertag schloss Silber dann bereits bei 79,63 US-Dollar. Und in diese Woche ging es dann mit einem neuen Verlaufsrekord von, je nach Marktplatz, 83,61 bis 84,10 US-Dollar pro Feinunze los. Was war da los … haben die Zocker einfach die Kontrolle über ihr Tun verloren, mussten die letzten Bären panisch eindecken … oder kam da etwas von außerhalb?

Es dürfte von allem etwas gewesen sein. Ein immer weiter steigendes Momentum der Hausse hat meist zur Folge, dass immer mehr Trader immer waghalsiger agieren. Solche Fälle hat die Börsengeschichte in rauen Mengen vorzuweisen … und in so ziemlich allen Assets. Und natürlich stehen den Bullen Verkäufer gegenüber, die keineswegs nur bestehende Long-Positionen an andere weiterreichen oder körperliches Silber direkt oder über Derivate losschlagen, sondern, z. B. im Future, auch Trader, die auf einen „sudden death“ der Hausse wetten. Der Haken dabei ist:

Man weiß bei solchen Rallyes nie, wann sie vorbei sind. Und wenn die Kurse immer schneller zulegen, müssen solche bärischen Trader einfach ihre Positionen schließen, um nicht alles zu verlieren. Was sie mit einem Gegengeschäft tun müssen, sprich: Sie müssen einen Long-Trade eingehen, um ihre bestehende Short-Position dadurch zu neutralisieren. Und das treibt einen Kurs nur noch schneller nach oben.

Denkbar ist auch, dass das Auslaufen der Silber-Optionen am 23. Dezember (mit Liefertermin Januar) für mehr Akteure als sonst damit einherging, dass Anleger für erworbene Long-Futures und/oder Call-Optionen eine tatsächliche Lieferung verlangten, die die Verkäuferseite aber so nicht umsetzen konnte und deshalb eilig Silber am Markt beschaffen musste.

Aber die Sache zum Überkochen dürfte die Meldung gebracht haben, dass China ab 1. Januar neue Exportregeln für Silber einführt. Da China ein äußerst großer Silber-Lieferant ist und man schon zuvor davon ausging, dass die Nachfrage 2026 größer sein dürfte als das Angebot, kann auch das panische und spekulative Käufe ausgelöst haben. Und dann, am Montagmorgen, ging etwas schief.

Expertenmeinung: Etwas, mit dem man eigentlich jederzeit rechnen muss, wenn ein Chartbild wie eine Parabel daherkommt: Irgendwann hat gekauft, wer kaufen wollte oder musste. Und das bei einem Kurs, der so hoch ist, dass selbst absolut überzeugte Bullen sich sagen: Es wird Zeit, Gewinne mitzunehmen, an die ich vor ein paar Wochen nicht einmal im Traum gedacht hätte. Kurz: Auf einmal kippt das Verhältnis der Käufer zu den Verkäufern. Und wenn das nicht blitzschnell aufgefangen wird, sehen das andere Trader und sagen sich: Lieber jetzt verkaufen, solange der Gewinn noch groß ist. Während sich das Käufer-Lager sagt: Wenn ich mir diesen Chart so ansehe, würde ich jetzt in ein fallendes Messer greifen, also: Lieber mal abwarten, was da passiert. Das Ergebnis für den Montag:

Ein dramatischer Kurseinbruch um 8,33 Prozent. Und ein „bearish engulfing pattern“ (eine lange, rote Kerze, die den grünen Kerzenkörper des Vortags komplett umhüllt) nach einer schwindelerregenden Rallye bei massiv überkauften markttechnischen Indikatoren. Was anders könnte das sein als das Ende der Fahnenstange?

Richtig ist: Es ist möglich, dass wir jetzt für längere Zeit das Hoch gesehen haben. Falsch wäre zu behaupten, dass das zwingend der Fall sein muss. Denn die die Hausse unterfütternde Problematik eines Nachfrage-Überhangs bleibt ja bestehen. So gesehen ist es durchaus denkbar, dass die Käufer diesen Absturz auffangen. Ob das dann zu neuen Hochs führt oder sich Silber „nur“ stabilisiert, ist nicht vorhersagbar. Aber zumindest eine Stabilisierung wäre machbar, so dass man hier mit der Short-Seite besser vorsichtig sein sollte. Aber wo genau sich diese Stabilisierung abspielen könnte, ist genauso wenig vorab bestimmbar, das Chartbild zeigt, weshalb:

Silber hätte zwar gleich eine ganze Handvoll an potenziellen Unterstützungen zu bieten, an denen der Kurs drehen oder zumindest die Verkaufslawine stoppen könnte. Aber Sie sehen: Die reichen von der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei derzeit 45 US-Dollar bis zum nächstgelegenen Support in Form der 20-Tage-Linie bei 65 US-Dollar. Bei einer solchen charttechnischen Vorlage kann man eigentlich nur eines raten: Besser kurzfristig noch raushalten, denn in Situationen, in denen nichts unmöglich ist, hat sich schon mancher die Finger ganz erheblich verbrannt!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.