Der Versuch, sich nach oben zu lösen, wurde bei Silber Anfang letzter Woche jäh beendet. Dass ein vermeintlich „sicherer Hafen“ mit Abschlägen auf eine geopolitische Eskalation reagierte, mag manche irritiert haben – aber eine neue Ausgangslage entsteht dadurch nicht.
Als heute vor einer Woche die erste Gelegenheit entstand, auf den Angriff auf den Iran und die daraufhin umgehend deutlich steigenden Ölpreise zu reagieren, startete der Silberpreis zwar mit einem immensen Satz nach oben, traf dann aber schnell auf Abgabedruck. Die Folge: Silber schloss nach einem zeitweiligen Anstieg von bis zu 13,5 Prozent am Ende des Montagshandels 4,8 Prozent in der Verlustzone und gab am Dienstag weiter Boden preis.

Dadurch rutschte das Edelmetall wieder in die die Hausse seit Monaten führende Zone der gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20, 50 und 100 Handelstage, die sich am Freitag zwischen 73 und 87 US-Dollar bewegte. Aber der Kurs fiel nicht darunter. Am Freitag startete Silber nach zwei Tagen, in denen man eine Stabilisierung versuchte, zwar mit einer Abwärts-Kurslücke, zum Wochenschluss gelang es aber, die Tendenz zu drehen. Damit bleibt der Kurs am oberen Ende dieser Supportzone. Was nicht automatisch bedeutet, dass jetzt die nächste Kaufwelle folgen muss. Aber der Weg dahin bleibt erst einmal weiter gangbar, zumal:
Expertenmeinung: Dass der Silberpreis durch diese Eskalation im Nahen Osten nicht rasant stieg, sondern initiale Gewinne abverkauft wurden, ist kein Beleg dafür, dass man die Edelmetalle auf einmal nicht mehr als potenzielles „Ausweich-Asset“ im Fall wankender Aktienmärkte und einer kritischer werdenden geopolitischen Lage ansehen würde. In Phasen negativer Überraschungen und steigender Volatilität neigen große Adressen dazu, ihre Barreserve sicherheitshalber in allen Bereichen hochzufahren und dann, wenn sich die Lage klarer einordnen lässt, zu entscheiden, wo man wieder zurückkauft oder seine Kapitalexposition womöglich sogar erhöht.
Was die Unterseite angeht, sind zwei Linien entscheidend: Zum einen die bislang noch nicht getestete 100-Tage-Linie bei 73 US-Dollar. Sollte Silber diese Linie brechen, wäre die Long-Seite umgehend ein unkalkulierbares Risiko. Zum anderen das Anfang Februar ausgebildete Tief bei 64 US-Dollar. Ein Schlusskurs unterhalb dieses Supports würde sogar ein aktiv bärisches Signal aussenden. Aber solange sich der Kurs im Bereich der kürzeren, gleitenden Durchschnitte der letzten 10, 20 und 50 Tage halten kann, wie es bislang der Fall ist, wäre die Oberseite der unverändert leichtere Weg, nur:
Durch dieses kurzfristige Hoch des vergangenen Montags bei 106,54 US-Dollar liegt dort jetzt ein potenzieller Widerstand. Die gesamte „Selloff-Zone“ des vergangenen Montags bis hinunter in die Region um 89 US-Dollar ist damit schwieriges Terrain. Ein Bereich, in dem die Neigung, erneut in steigende Kurse hinein zu verkaufen, je nach Entwicklung der Nachrichtenlage vorerst erhöht bleiben könnte, daher:
Die Leiter für den Weg nach oben ist noch vorhanden, aber ihre Sprossen sind, zumindest im Moment, ein wenig brüchig. Da bleibt also Vorsicht geboten!
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