Gold stand kurz davor, bei den Tradern in Vergessenheit zu geraten, doch dann kamen Anfang August auf einmal kräftige Käufe auf. Gold schob sich binnen weniger Tage an einen wichtigen Widerstandsbereich … und blieb dort erst einmal hängen. Jetzt läuft der Ausbruchsversuch.
Die Rahmenbedingungen, mit denen es die Anleger zu tun haben, sind nie zwingende Auslöser für Auf- oder Abwärtsimpulse. Die Motive der Akteure, die einen Kurs in Fahrt bringen, können unterschiedlichster Natur sein. Aber bei Gold, dem Edelmetall, das von Anlegern häufig mit dem Aspekt „Sicherheit“ verbunden wird (auch wenn die natürlich bei diesen stark schwankenden Kursen nur eine subjektive Empfindung sein kann), kann ein Umfeld erhöhter Unsicherheit bei einzelnen Marktteilnehmern das Interesse stärken, einen Teil ihres Kapitals in einen vermeintlich „sicheren Hafen“ umzuschichten. Und das könnte jetzt ein relevanter Faktor sein.
Der Ölpreis ist wieder auf dem aufsteigenden Ast unterwegs, befeuert von einer immer undurchsichtiger werdenden Lage in Nahost. Das Risiko, dass sich die Lage dort so verhärtet oder sogar erneut eskaliert, dass die Weltwirtschaft nicht mit einem blauen Auge davonkommt und die Aktienmärkte doch noch kippen, nimmt zu. Wenn man dann ausgerechnet Gold dynamisch steigen sieht, wäre die Neigung, da auf den Zug aufzuspringen, tendenziell natürlich größer. Und dieses Kalkül dürfte das bullische Lager dazu bewogen haben, jetzt zur Attacke zu blasen und einen mittelfristig relevanten Befreiungsschlag zu versuchen.

Expertenmeinung: Wir sehen im Chart, dass die Käufe zu Monatsbeginn den Goldpreis in den Bereich der markanten Widerstandszone 4.382/4.405 US-Dollar und der diese Widerstandszone in einen Kreuzwiderstand verwandelnden, übergeordneten Abwärtstrendlinie getragen haben. An diese Zone, aber tagelang nicht entscheidend darüber. Das Risiko, dass die ersten Trader aufgeben, wenn der Kurs zu lange an dieser Zone festhängt und Gold dadurch nach unten abdreht, stieg mit jedem Tag. Ein entschiedener Impuls war nötig … und der kam am Mittwoch.
Mit dem stattlichen Plus von gut vier Prozent wurde der Goldpreis nach oben aus dieser Chartzone herausgetragen. Doch in diesem Fall ist nach dem Widerstand vor dem Widerstand: Eine Hürde muss noch genommen werden, bevor man diesen Ausbruchsversuch als gelungen einstufen könnte: die 200-Tage-Linie.
Die 200-Tage-Linie ist ein gleitender Durchschnitt, der von kurzfristigen Tradern genauso als relevant wahrgenommen wird wie von langfristig agierenden Investoren. Diese gestern bei 4.510 US-Dollar verlaufende Linie wurde erreicht, aber noch nicht überboten. Sollte das gelingen, wäre das ein markant bullisches Signal, das dem Goldpreis aus rein charttechnischer Sicht Spielraum bis in die Region um knapp 4.900 US-Dollar eröffnen könnte.
Doch dieser Sprung über die 200-Tage-Linie sollte besser zeitnah gelingen, um zu vermeiden, dass zu viele Trader ungeduldig aus ihren Long-Positionen aussteigen und so den Boden dafür bereiten, dass Gold wieder in und womöglich dann auch unter diese kurzfristige Seitwärtsspanne zurückfällt, von der aus die Attacke der Bullen gestartet wurde. Sollte der Goldpreis unter 4.300 US-Dollar schließen, könnte dieser Ausbruchsversuch als Bullenfalle enden.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.08.2026 um 22:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Vermögensaufbau ist mehr als reines Sparen und stellt einen strategischen Prozess dar, bei dem es darum geht, das vorhandene Kapital aktiv zu vermehren. Dabei kommt es vor allem auf die Strategie an, die von Anleger zu Anleger sehr unterschiedlich sein kann.
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