Der Ölpreis ist seit Jahresbeginn über 60 Prozent nach oben geschossen. Seit November hat der Kurs des schwarzen Goldes sich sogar mehr als verdoppelt. Gefährden ein OPEC-Streit und schwache Konjunkturdaten aus China jetzt die heiß gelaufene Öl-Rallye? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser Öl-Analyse.

Rückblick: 7,85 Prozent Kursrutsch nach Jahreshoch

Zunächst Glückwunsch an alle entschlossenen Leser, die sich von meiner letzten Trade-Idee im Öl-Future haben inspirieren lassen. Diese hatte ich Ihnen in der Öl-Analyse vom 16. April vorgestellt. Die Kaufchance hat sich ausgezahlt. Denn nach dem Einstieg am 22. April bei 60,80 USD wurde am 1. Juni das Gewinnziel bei 68,00 USD erreicht. Und das bei gefühlt fast keinem Risiko, denn mit dem Einstieg bei 60,80 USD wurde der Umkehrpunkt im Chart bei 60,61 USD fast punktgenau getroffen.

Mit dem Einsatz eines Öl-Futures (Symbol CLM1 bzw. CLN1) hätte theoretisch ein Gewinn von ca. 7.200 USD erzielt werden können. Selbst mit dem kleineren Mini Öl-Future (QMM1 bzw. QMN1), hätten immer noch ca. 3.600 USD Gewinn verbucht werden können.

Bei dem starken Aufwärtstrend der letzten Wochen hätte man die Gewinne auch weiterlaufen lassen können. Denn am Dienstag kletterte der Preis eines Terminkontraktes der Sorte WTI Crude Oil mit Laufzeit September 2021 (Kürzel: CLU1) auf ein mehrjähriges Hoch bei über 76 USD (vgl. Chart unten). Insgesamt konnte der Ölpreis damit seit Jahresbeginn um über 60 Prozent zulegen.

Chart vom 08.07.2021 Kurs 70,83 Kürzel: CLU1 Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Das bei solchen Preisanstiegen die Luft für die Bullen immer dünner wird, verdeutlicht der Kursverlauf der aktuellen Handelswoche. Denn plötzlich rutschte der Kurs im Crude-Oil-Future auf fast 70 USD bzw. um 7,85 Prozent in die Tiefe.

Jetzt fragt man sich…

Ist der Kursrutsch, angesichts der Kursverdoppelung in den letzten Monaten, der Startschuss für eine größere Korrektur, oder eine attraktive Kaufchance?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, zoomen wir erst ein wenig heraus und schauen, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Aufwärtstrend intakt, aber…

Chart vom 08.07.2021 Kurs: 71,25 Kürzel: CL∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Übergeordneter Aufwärtstrend prallt an Widerstand ab

Mit dem neuen Jahreshoch bei knapp unter 77 USD, hat WTI Crude Oil den seit April letzten Jahres laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart oben). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse. Andererseits notiert der aktuelle Kurs derzeit über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 50 und 200 Handelstage. Wobei sowohl der 50er SMA (blaue Linie im Chart oben), wie auch der 200er SMA (rote Linie im Chart oben) ansteigen. Das schaut erstmal noch alles bullisch aus, aber…

Nach dem enormen Kursanstieg in den letzten Monaten ist der Kurs in Höhen gelangt, die schon 2018 für eine Änderung der Kräfteverhältnisse gesorgt haben. Damals gewannen die Verkäufer bei Preisen zwischen 76 und 77 USD die Überhand. Ein größeres Angebot sorgte damals für eine Trendumkehr. Ob das wieder passiert, bleibt abzuwarten. Jedoch liefert uns der aktuelle Kursrutsch von 7,85 Prozent ein erstes Warnsignal.

Jetzt stellt sich die Frage: Passt das technische Bild auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Ist der Wachstumsgipfel bereits erreicht?

Die OECD hat erst vor kurzem bestätigt, dass sich die Weltwirtschaft weiter auf Erholungskurs befindet. Die Konjunkturprognosen wurden um 0,2 Prozent auf 5,8 Prozent angehoben. Jedoch zeigen die jüngsten Wirtschaftsdaten eine Verlangsamung des US- und des globalen Wachstums. So fiel der Caixin, der chinesische Einkaufsmanagerindex für allgemeine Dienstleistungen, im Juni von 55,1 auf 50,3 Punkte. Damit wurden die vom Markt erwarteten 55 Punkte deutlich verfehlt. Auch in den USA zeigen die am Donnerstag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten, dass die Erholung am Arbeitsmarkt noch lange nicht abgeschlossen ist. Mit 373.000 Erstanträge auf Arbeitslosengeld lag man deutlich über den erwarteten 350.000 Anträgen.

Sollte der chinesische und der amerikanische Konjunkturmotor ins Stocken geraten, würde sich das negativ auf die Öl-Nachfrage und damit auf den Ölpreis auswirken.

Der starke US-Dollar drückt den Ölpreis

Mit dem Anstieg von 3,71 Prozent seit Mitte Mai, hat die US-Leitwährung den Abwärtstrend gebrochen (vgl. Chart unten). Darüber hinaus befindet sich der Dollar Index (DX) mit 92,33 USD derzeit über dem 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitt. In Summe macht das eine weitere Aufwertung des US-Dollars wahrscheinlicher.

Chart vom 08.07.2021 Kurs: 92,33 Kürzel: DX∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Erklärung DX: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst.

Da WTI Crude Oil in USD gehandelt wird, verteuert ein stärkerer US-Dollar den Rohstoff für Anleger außerhalb des Dollarraums. Das dürfte sich tendenziell negativ auf die Ölnachfrage und damit auch auf den Ölpreis auswirken.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Short-Trade?

Ausblick: Kommt es zu einem weiteren Kursrutsch?

Wenn wir anhand eines 4-Stundencharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 70,96 USD notiert. Also deutlich unter dem mehrjährigen Hoch (vgl. Chart unten).

Chart vom 07.08.2021 Kurs: 70,96 Kürzel: CLU1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Untergeordneter Trendbruch signalisiert weitere Korrekturwelle

Verantwortlich hierfür war der Kursrutsch der letzten Handelstage in Höhe von 7,85 Prozent. Dieser deutliche Preisverfall führte mit einem tieferen Verlaufstief zu einem Trendbruch in einem untergeordneten Aufwärtstrend. Jetzt gilt es mögliche Buchgewinne an die kurze Leine zu nehmen. Denn mit dem Trendbruch wird eine zweite Korrekturwelle immer wahrscheinlicher.

Sollte es vom aktuellen Preisniveau aus zu einer Gegenreaktion der Bullen kommen, könnten die Verkäufer im Bereich des letzten Verlaufshochs und damit mit Rückenwind des übergeordneten Widerstands erneut zuschlagen. Die Folge…

Eine weitere Korrekturwelle könnte dann die Long-Positionierten veranlassen einen Teil ihrer Positionen zu schließen und Gewinne mitzunehmen. Das könnte den Ölpreis dann erneut in Richtung der 70 USD-Marke drücken.

Erst mit Kursen über 77 USD ist die Korrektur vom Tisch. Dann könnte der Ölpreis schnell in Richtung 80 USD marschieren.

Neben einem technischen Widerstand und einem untergeordneten Trendbruch, liefern auch die saisonalen Daten einen Hinweis für eine Ausdehnung der Korrektur.

Das Saisonale Muster im Crude Oil

Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Chart vom 08.07.2021 Saisonaler Verlauf WTI Crude Oil | Online Broker LYNX

Trotz des Kursrutsches in dieser Woche ist eine technische Gegenreaktion in den kommenden Tagen erstmal gar nicht so unwahrscheinlich. Denn in den letzten 15 Jahren konnte der Ölpreis in den ersten beiden Juli-Wochen tendenziell zulegen.

Ab Mitte Juli könnte es dann wieder abwärts gehen. Das zeigt uns der durchschnittlichen Kursverlauf der letzten anderthalb Jahrzehnte in der Grafik oben. Statistisch gesehen kann dann bis Mitte August eher mit fallenden Kursen im Öl-Future gerechnet werden. In den letzten 15 Jahren hat der Preis für einen WTI-Future in diesem Zeitraum durchschnittlich 3,5 Prozent verloren.

Aktive Händler, die für ihren ÖL-Einstieg ein gutes Timing suche, sollten das im Hinterkopf behalten.

Diese technische Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Der 50-Tage-Durchschnitt (68,65 USD) und der 200-Tage-Durschnitt (55,49 USD) steigen weiter an. Das ist prinzipiell bullisch. Jedoch hat sich der Kurs entsprechend weit von den Durchschnittswerten entfernt. Eine Korrektur wird dadurch immer wahrscheinlicher.

Zweitens befindet sich im Bereich 76 bis 77 USD eine übergeordnete Widerstandszone. Nach der enormen Preisrallye und den satten Buchgewinnen, können hier schon mal Gewinne mitgenommen werden. Das höhere Angebot könnte zu fallenden Preisen führen.

Drittens signalisiert uns der oben aufgezeigte Trendbruch eines untergeordneten Aufwärtstrends eine weitere Korrekturwelle. Start der zweiten Abwärtsbewegung könnte die Vervollständigung eines Harmonischen Musters sein.

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 2,03 für einen Short-Einstieg in den Öl-Future

Ein möglicher Test der oben aufgezeigten Widerstandszone im Bereich 76 USD, könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Abwärtsbewegung im Öl-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 08.07.2021 Kurs: 70,44 Kürzel: CLU1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,03 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 74,79 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 76,60 USD, also über dem letzten Verlaufshoch absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im ÖL-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 71,10 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,03. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre der 50-Tage-Durchschnitt, der sich aktuell im Bereich von 68 USD befindet.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 73,01 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der WTI Crude Oil-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Öl-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung der aktuell laufenden Konsolidierung eröffnet eine attraktive Chance für einen Short-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 74,79 USD liegen.

Falls es im WTI Crude Oil Future zu einer weiteren Korrekturwelle kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,03 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den CL-Future (Symbol: CLU1) oder den kleineren QM-Future (Symbol: QMU1) mit Laufzeit September 2021 dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit ein ausreichend großes Handelsvolumen und steht nicht kurz vor der Fälligkeit. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

Alternativ können Sie auch in Öl-Aktien investieren, um von einem steigenden Ölpreis zu profitieren. Hier finden Sie eine spannende Auswahl: Die besten Öl Aktien

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