Das schwarze Gold steigt und steig. Seit November ist der Ölpreis um 88 Prozent geradezu explodiert. Aktuell notiert er bei 64 USD. So hoch wie zuletzt Anfang 2020. Kann die Öl-Rallye trotz Impfstoff-Stopp und steigenden Inzidenz-Werten weiterlaufen? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser ÖL-Analyse.

Rückblick: Konsolidierung nach Rallye-Schub

Der Monat März startete, wie der Januar und Februar, mit einem Rallye-Schub. Das Ergebnis: Der Preis eines Terminkontrakts mit Laufzeit Mai 2021 (Kürzel: CLK1) schoss innerhalb von drei Tagen in der Spitze um fast 15 Prozent nach oben (vgl. Chart unten).

Am 08. März markierte der Ölpreis bei 67,79 USD ein neues Jahreshoch. Seitdem wird der Kursanstieg der letzten Monate verdaut. Daran konnte auch der drei US-Dollar Preisschub von letzter Woche nichts ändern. Denn im Verlauf dieser Handelswoche hat das schwarze Gold vom Hoch weg schon wieder über zwei USD verloren und steht derzeit bei 64,28 USD über fünf Prozent unter dem Jahreshoch.

Jetzt fragt man sich, ist das eine Konsolidierung auf hohem Niveau, bevor die Rallye weiterläuft, oder sind das die ersten Anzeichen für eine größere Korrektur?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, zoomen wir erst ein wenig heraus und schauen, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Aufwärtstrends signalisieren steigende Kurse

Mit dem neuen Jahreshoch bei 67,79 USD hat WTI Crude Oil den seit Anfang November laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart unten). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse. Andererseits notiert der aktuelle Kurs derzeit deutlich über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 50 und 200 Handelstage. Wobei sowohl der 50er SMA (blaue Linie im Chart unten), wie auch der 200er SMA (rote Linie im Chart unten) ansteigen.

Darüber hinaus ist in einer höheren Zeitebene ein übergeordneter Aufwärtstrend intakt. Dies zeigen die mit grünen Kreisen markierten höheren Hoch- und Tiefpunkte im Chart.

Die technische Großwetterlage ist somit eindeutig „bullisch“.

Jetzt stellt sich die Frage: Passt das technische Bild auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Die Konjunktur zieht an

Die jüngsten OECD-Zahlen gehen von einem weltweiten Wirtschaftswachstum 2021 von 5,6 Prozent aus. Hauptwachstumstreiber sind China mit erwarteten 12,6 Prozent gefolgt von den USA mit 7,8 Prozent Wirtschaftswachstum für das Jahr 2021. Die Prognose für die Eurozone wird, nach einem Rückgang von 6,8 Prozent im letzten Jahr, auf 4,3 Prozent für 2021 angehoben. Von dem antizipierten Wirtschaftsaufschwung könnten zyklische Rohstoffe wie Öl und Kupfer weiter profitieren.

Saudi-Arabien überrascht die Ölmärkte

Entgegen der Erwartungen, dass die Opec plus die Ölfördermengen aufgrund des Preisanstiegs steigern könnte, hat die Allianz der Ölförderstaaten Anfang März entschieden die derzeit reduzierten Ölförderquoten um einen Monat zu verlängern.

Spekulanten, die darauf gesetzt haben, dass das Kartell das Öl-Angebot ausweiten wird, lagen falsch. Die Folge: Der Ölpreis schoss auf ein neues Jahreshoch nach oben. Der aktuell herrschende Nachfrageüberhang wird dadurch wohl weniger schnell als erwartet schrumpfen. Das sollte den Bullen auch für die kommenden Tage und Wochen Rückenwind geben.

Terminkurve zeigt die große Öl-Nachfrage

Dieser Nachfrageüberhang wird deutlich, wenn wir einen Blick auf die aktuelle Terminkurve im Öl-Future werfen.

Terminkontrakte im Öl werden mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Öllagerkosten, die monatlich bei ca. 25 bis 30 Cent pro Fass liegen, kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Sind diese Preisaufschläge gar nicht vorhanden, dann befindet sich die Terminkurve in einer Backwardation“. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden. Genau das ist die aktuelle Situation im Öl-Future und verdeutlicht die starke Nachfrage nach dem schwarzen Gold. (vgl. Grafik unten).

Damit ist klar…

Solange der Aufwärtstrend intakt ist und die Förderquoten nicht erhöht werden, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlicher. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoll Kursschwäche zu kaufen.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Wo sind attraktive Kaufkurse?

Wenn wir weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir im Chart oben, dass der Ölpreis derzeit auf ein mögliches Unterstützungsniveau bei 63 USD zusteuert. Sollte diese Kreuzunterstützung halten, ist ein Preisanstieg in Richtung des letzten Verlaufshochs bei 67,79 USD wahrscheinlich. Sollte dieses Level überwunden werden können, wäre die runde Marke von 70 USD das nächste Ziel.

Wird jedoch die Unterstützung bei 63 USD durchbrochen, dann könnte der Preis des „Frontmonats“ Mai im Crude Oil-Future (Kürzel: CLK1) schnell in Richtung 60 USD rutschen.

Das Saisonale Muster im Crude Oil

Darüber hinaus signalisieren uns die saisonalen Daten kurzfristig eine mögliche Korrektur im Ölpreis. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse im WTI Crude Oil ist die nächsten Tage noch höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass statistisch gesehen in den nächsten Handelstagen eher mit fallenden Kursen im Öl-Future gerechnet werden kann. Ab nächster Woche bläst der statistische Rückenwind der Saisonalität dann wieder in Richtung des intakten Aufwärtstrends – also nach oben. Bis Anfang Juni hat der Preis des Crude Oil-Futures in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um ca. 10 Prozent zugelegt.

Sollte der Kurs unter die Marke von 63,10 USD rutschen, wäre im Bereich 60 USD das nächste Auffangbecken. Dafür sprechen folgende technischen Signale:

Diese technische Kaufsignale sollten Sie nicht ignorieren

Erstens notiert der Ölpreis über dem einfachen 50- und auch 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben). Beide gleitenden Durchschnitte steigen an. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullisch interpretiert.

Zweitens befindet sich im Bereich 60 USD ein mögliche Unterstützungszone. Diesen Preisbereich nutzten die Öl-Bullen im Februar und März bereits mehrmals für den Kauf (vgl. Chart oben).

Sollte im Zuge eines Kursrutsches in den nächsten Tagen der Kurs an diese Unterstützungszone heranlaufen, könnte zudem ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 2,81 für einen Long-Einstieg in den Öl-Future

Ein möglicher Test der psychologisch wichtigen Marke von 60 USD im Ölpreis, könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Öl-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig, bis sich Trading-Chancen am Markt ergeben, die mir einen geprüften statistischen Vorteil liefern. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,81 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Wie oben erläutert, befindet sich die Preis-Zone im Chart Öl-Futures mit Laufzeit Mai 2021 für eine mögliche Unterstützung im Bereich von 60 USD. Sollte es zu einer Korrektur kommen, könnte von dort erneut eine Bewegung im Aufwärtstrend starten.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, könnten Sie bei 60,10 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 57,95 USD absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Öl-Future berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziels könnte bei 66,15 USD liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen. Weitere Kursziele wären das letzte Verlaufshoch bei 67,30 USD und danach 70 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 63,15 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der WTI Crude Oil-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Öl-Futures zeigt: Eine mögliche Korrektur in dem aktuellen Aufwärtstrend könnte zu einer attraktiven Chance für einen Long-Trade führen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte bei 60 USD liegen.

Falls es im WTI Crude Oil Future zu einer Fortsetzung des Aufwärtstrends kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,81 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den CL-Future (Symbol: CLK1) oder den kleineren QM-Future (Symbol: QMK1) mit Laufzeit Mai 2021 dafür einsetzen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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