Was ein Zinssprung! Im Rahmen der US-Senatswahl im Bundesstaat Georgia schoss die Rendite 10-jährger US-Staatsanleihen um über 17 Prozent nach oben. Bei 1,064 Prozent notiert die Rendite auf dem höchsten Stand seit Corona. Ist damit die Trendwende geschafft? Wenn ja, wie könnten Sie von weiter steigenden Zinsen profitieren? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser Analyse des T-Bond Futures.

Rückblick: US-Senatswahl treibt Renditen nach oben

Neben der Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zogen auch die Renditen für die länger laufenden 30-jährigen US-Bonds an: von 1,638 Prozent auf im Hoch bei 1,856 Prozent. Damit fiel der Zinssprung mit 13,26 Prozent nicht ganz so hoch aus wie bei den 10-jährigen US-Bonds, sorgte aber trotzdem für einen deutlichen Kurseinbruch bei den T-Bonds (vgl. Chart unten).

Der oben dargestellte Kursverlauf im Terminkontrakt des Futures der 30-jährigen T-Bonds mit Laufzeit März 2021 zeigt, dass die Marktteilnehmer schon vor einem endgültigen Wahlergebnis auf einen Sieg der beiden demokratischen Kandidaten setzen.

Bei der Wahl in Georgia geht es um zwei Sitze im US-Senat. Gewinnen die Demokraten beide Sitze, würden sie auch die Kontrolle im Senat übernehmen. Damit würden die Demokraten deutlich leichter regieren können. Denn neben dem US-Präsident Biden und der Mehrheit im Senat wäre man, durch die Stimme der demokratischen Vizepräsidentin, auch im Kongress in der Überzahl.

Mit einem Wahlsieg der Demokraten in Georgia könnte Biden noch größere Konjunkturpakete durchsetzen. Das würde die Staatsverschuldung und damit die Inflationserwartungen weiter ansteigen lassen. Was wiederum, nach den Reaktionen der Marktteilnehmer, die Renditen der Staatsanleihen nach oben treiben würde.

Dazu kommt das Wahlkampfversprechen von Biden den Mindestlohn von 7,25 USD auf 15 USD zu erhöhen. Eine Verdopplung des Mindestlohns könnte, durch das höhere Einkommen, ebenfalls preissteigernd wirken.

So ist es nicht verwunderlich, wenn der Kurs des T-Bond Futures mit der Laufzeit März 2021 (Kürzel: ZB) in den letzten vier Handelstagen deutlich in die Knie ging.

Wurden für einen Kontrakt zu Wochenbeginn noch 173´11 USD gezahlt, stand der Kurs am Donnerstagmorgen nur noch bei 169´02 USD. Ein sattes Minus von über vier USD pro Kontrakt oder 2,47 Prozent (vgl. Chart oben).

Die Rendite der 30-jährigen US-Bonds schoss im Umkehrschluss steil nach oben. Je niedriger der Kurs einer umlaufenden Anleihe ist, desto höher wird die Zinsrendite.

Aktuell kann sich der Kurs im Bereich 169 USD bis 170 USD stabilisieren.

Jetzt fragt man sich, setzt sich der Abverkauf bei den T-Bonds fort und sehen wir damit weiter steigende Zinsen, oder war das nur ein „Wahlkampf-Strohfeuer“?

Um ein genaueres Bild von der aktuellen Situation zu gewinnen, zoomen wir ein wenig heraus und schauen, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Abwärtstrend vor Beschleunigung?

Mit dem neuen Verlaufstief bei 169´02, hat der T-Bond Future, den seit August laufenden Abwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart unten). Verdeutlicht wird das durch eine Abfolge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs auf der Kurs-Achse.

Darüber hinaus ist die Unterstützung bei 170 USD deutlich nach unten durchbrochen worden. Gewannen hier die Bullen im Juni und November noch die Überhand, scheinen sie in dieser Woche kapituliert zu haben. Dies könnte weiter Verkäufe nach sich ziehen und den Abwärtstrend mit einer dynamischen Bewegung noch einmal beschleunigen. Denn die nächste Unterstützung ist erst im Bereich von 165´20 USD, also vier USD tiefer, auszumachen (vgl. grüne Markierung im Chart oben).

Erst mit Kursen über 175 USD würde sich das charttechnische Bild für die Bullen wieder aufhellen. Damit hätte man nicht nur die 50-Tage-Linie wieder zurückerobert, sondern auch einen wichtigen Widerstand übersprungen. Nächstes Ziel wäre dann der Bereich bei 181 USD.

Damit ist klar…

Neben den oben aufgeführten fundamentalen Argumenten, macht ein übergeordneter Abwärtstrend in den 30-jährigen US-Staatsanleihen eine weitere Bewegungswelle nach unten wahrscheinlicher. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es somit sinnvoller Kursstärke zu verkaufen.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Short-Trade?

Ausblick: Test des Ausbruchniveaus?

Wenn wir weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir im Chart oben, dass sich der T-Bond Future derzeit unter dem ehemaligen Unterstützungsniveaus bei 170 USD befindet. Der intakte Abwärtstrend könnte sich mit diesem Durchbruch nochmal beschleunigen. Doch zuvor besteht auf alle Fälle auch die Möglichkeit, dass das Ausbruchsniveau noch einmal von unten getestet wird.

Darüber hinaus gibt es weitere Anzeichen für mögliche Kursverluste…

Das Saisonale Muster bei den US-Staatsanleihen

Wie an den Aktienmärkten gibt es auch bei den US-Staatsanleihen eine Saisonalität. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse im T-Bond Future ist von Mitte Januar bis Mitte Februar deutlich höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass statistisch gesehen in den nächsten Wochen eher mit fallenden Kursen im T-Bonds Future gerechnet werden kann. So hat der Preis des T-Bond Futures in den letzten 20 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich um gut 1,2 Prozent verloren. Trotz eines möglichen kurzfristigen Preisanstiegs in den nächsten Tagen, bläst der statistische Rückenwind bis Mitte Februar noch für die T-Bond Bären.

Diese technischen Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

In einer kleineren Trendgröße hat sich ein dynamischer Abwärtstrend etabliert. Kurzfristig sind daher erstmal weitere Kursverluste wahrscheinlicher.

Außerdem notiert der T-Bond Future sowohl unter dem einfachen 50-, als auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Tageschart oben). Beide gleitende Durchschnitte fallen. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als „bärisch“ interpretiert.

Einblick: Trade-Idee im T-Bond Future mit einem CRV von 2,03

Ein möglicher Test der letzten Unterstützung von unten, könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Abwärtsbewegung im T-Bond Future profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Wie oben erläutert, befindet sich im Chart des T-Bond Futures mit Laufzeit März 2021 im Bereich von 171 USD ein möglicher Widerstand. Sollte es hier zu einer Fortsetzung des Abwärtstrends kommen, könnte von dort erneut ein Abverkauf starten.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 171 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 173´20 USD absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im T-Bond Future berücksichtigt werden.

Ein mögliches Gewinnziel könnte bei 165´20 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) von 2,03.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 168´24 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der T-Bond Future-Analyse:

Die aktuelle Analyse des T-Bond Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends, könnte zu einer attraktiven Chance für einen Short-Trade führen.

Falls es im Future der 30-jährigen US-Staatsanleihen dann zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,03 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den T-Bond Future (Symbol: ZB) mit Laufzeit März 2021 dafür einsetzen. Dieser Kontrakt hat derzeit das höchste Handelsvolumen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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