Seit dem Corona-Tief 2020 ist der Kupferpreis um 121 Prozent explodiert! Mit über 4 USD pro Pfund ist Kupfer so teuer wie zuletzt vor zehn Jahren. Ist das angesichts weiterer Lockdowns völlig übertrieben, oder geht der Kaufrausch weiter? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Kupfer-Analyse.

Rückblick: War das der Rallye-Startschuss?

Seit Ende Februar befindet sich der Kupferpreis in einer Konsolidierung. Und das ist gut so. Schließlich müssen die enormen Kursgewinne auch mal verdaut werden. Die Folge: Ein Kursrutsch von 4,37 USD auf 3,85 USD Anfang März.

Der schnelle Kursrutsch von über zehn Prozent wurde von Käufern wieder zum Einstieg genutzt. Seitdem pendelt der Preis für einen Kupfer-Terminkontrakt mit Laufzeit Juli 2021 (Kürzel: HGN1) zwischen 3,95 USD und 4,16 USD. Nach dem rasanten Anstieg in den Vormonaten, wäre auch eine größere Korrektur denkbar gewesen. Doch die blieb bisher aus. Im Gegenteil…

Seit dem Verlaufstief der Vorwoche bei 3,9490 USD konnte der Kupferpreis um über fünf Prozent zulegen (vgl. Chart unten).

Jetzt fragt man sich, war das bereits der Startschuss für die nächste Rallye-Stufe?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Impulsiver Aufwärtstrend intakt

Impulsiver Aufwärtstrend signalisiert weitere Kursanstiege

Mit dem neuen Jahreshoch bei 4,37 USD, hat Kupfer den seit März 2020 laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart oben). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse (im Chart grün markiert). Andererseits notiert der Kurs derzeit deutlich über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 50 und 200 Handelstage. Wobei sowohl der 50er SMA (blaue Linie im Chart oben), wie auch der 200er SMA (rote Linie im Chart oben) ansteigen.

Die technische Großwetterlage ist somit sehr „bullisch“.

Durch den impulsiven Anstieg von über 121 Prozent, ist eine Trendfortführung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlich. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb langfristig sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Nachfrageüberhang bringt Kupferpreis zum Explodieren

Trotz der Gespräche über einen Bundes-Lockdown und der Mutations-Risiken rund um Covid-19, ist die Nachfrage nach Kupfer derzeit immer noch hoch. Wichtigster Preistreiber ist wohl der erwartete Konjunktur-Boom nach Corona. Obwohl es noch Monate dauern wird, bis sich die weltweiten Impfungen in sinkenden Coronavirus-Fallzahlen niederschlagen, erwartet der Markt einen deutlichen Wirtschafsaufschwung. Davon profitieren zyklische Rohstoffe wie Öl und Kupfer.

Der Internationale Währungsfonds hebt Wachstumsprognose an

Das belegen auch die aktuellen Prognosen vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Im Vergleich zum Januar hat der IWF seine Einschätzung zur Weltwirtschaft deutlich angehoben. So erwartet der IWF 2021 ein Wachstum für die Weltwirtschaft von 6,0 Prozent (vgl. Grafik unten). Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr, als noch im Januar prognostiziert wurden.

Gründe für die angehobenen Prognosen sind die schnelle Erholung Chinas, das US-Investitionsprogramm und die Tatsache, dass sich die Industrie inzwischen relativ gut auf die Pandemie eingestellt hat.

Für China, dem weltweit größten Nachfrager nach Kupfer, erwartet der IWF im laufenden Jahr ein Wachstum von 8,4 Prozent. Damit hat China bereits wieder das Wachstumsniveau aus Vor-Corona-Zeiten erreicht. Hier läuft der Konjunkturmotor auf Hochtouren. Die chinesische Kupfernachfrage treibt den Preis nach oben.

US-Impffortschritt und US-Konjunkturprogramme als Preistreiber

Hinter China folgt die USA mit einem prognostizierten Wachstum im laufenden Jahr von 6,4 Prozent. Vor drei Monaten lag die Prognose noch bei 5,1 Prozent, also 1,3 Prozent niedriger. Die US-Konjunktur profitiert einerseits von den gigantischen Konjunkturprogrammen von US-Präsident Joe Biden. Andererseits von der relativ schnellen Impfkampagne und der einhergehenden Aussicht auf eine baldige Normalisierung.

Der preistreibende Faktor für Kupfer ist neben dem generellen Konjunkturaufschwung in erster Linie der weltweite Trend zur nachhaltigen Energieerzeugung. In vielen Ländern steht das Thema „Grüne Energie“ ganz weit oben auf der politischen Agenda. So plant US-Präsident Biden Investitionen in Höhe von 400 Milliarden USD für Projekte im Bereich Klimaschutz.

Kupfer wird in allen Bereichen benötigt wird, die etwas mit Strom zu tun haben. Von der Stromerzeugung über die Stromübertragung bis hin zur Energiespeicherung. Überall braucht man Kupfer. Im Gegensatz zu traditionellen Infrastrukturen, die mehr fossile Energierohstoffe einsetzen, hat die „Grüne Energie“ eine deutlich größeren Kupferbedarf.

Terminkurve verdeutlicht die derzeitige Kupfer-Nachfrage

Kupfer-Kontrakte werden an der Terminbörse mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Lagerkosten kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Sind diese Preisaufschläge gar nicht vorhanden, dann befindet sich die Terminkurve in einer „Backwardation“. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden. Genau das ist die aktuelle Situation im Kupfer-Future und verdeutlicht die starke Nachfrage nach dem roten Metall. (vgl. Grafik unten).

Wie schaut es mit dem Kupfer-Angebot aus?

Die Corona-Pandemie lastet schwer auf den Liefer- und Logistikketten. Das hat Auswirkungen auf die Kupferversorgung. Speziell Chile und Peru haben Schwierigkeiten mit dem Kupfer-Nachschub. Denn auch diese Länder haben mit der Verbreitung von Covid-19-Mutationen zu kämpfen. Das führt zu Lockdowns und behindert die Kupferproduktion.

Mit dem rasanten Anstieg des Kupferpreises in den letzten Monaten wird die Produktion sowie die Erschließung neuer Kupfer-Ressourcen wieder attraktiver. So erwarten Experten zwar eine Ankurbelung des Kupferbergbaus und Zuwächse aus anderen Quellen wie Recycling und Metallschrott, jedoch wird das wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Kupfernachfrage in dem Tempo zu bedienen. Entsprechend kann auch in den nächsten Wochen mit einem Nachfrageüberhang gerechnet werden. Was wiederum zu weiteren Preisanstiegen im Kupfer führen dürfte.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Stehen wir kurz vor einem Preisanstieg?

Wenn wir anhand eines 4-Stundencharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 4,0840 USD notiert. Also mitten in einer durch die Unterstützung bei 3,95 USD und dem Widerstand bei 4,15 USD begrenzten Seitwärts-Konsolidierung. (vgl. graue Zone im Chart unten).

Bevor neue Hochs im Kupferpreis erreicht werden können, müssen zunächst die technischen Widerstände im Bereich von 4,15 USD, 4,22 USD und danach bei 4,37 USD aus dem Weg geräumt werden (vgl. rote Markierungen im Chart oben).

Dafür ist es wichtig, dass die seit Wochen laufende Kurskorrektur gestoppt werden kann. Ein erstes Anzeichen hierfür ist die Tatsache, dass die Verlaufstiefs von Anfang März im Bereich von 3,90 USD und darunter nicht mehr erreicht worden sind. Darüber hinaus gibt es weitere Indizien, die kurzfristig auf weitere Kursanstiege hindeuten.

Untergeordneter Aufwärtstrend signalisiert weiteren Preisanstieg

Ein Hoffnungsschimmer für die Bullen ist ein in den letzten zwei Wochen ausgebildeter Aufwärtstrend. Wenn Sie einen genaueren Blick auf den Chart oben werfen, erkennen Sie dies an den grün gekennzeichneten höheren Hochs und höheren Tiefs. Kurzfristig sind daher weitere Kursgewinne möglich. Sogar ein Ausbruch aus der Seitwärts-Konsolidierung ist denkbar.

Das Saisonale Muster im Kupfer

Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Kupferpreis ist bis Ende April höher als für fallende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 15 Jahre in der Grafik oben näher anschauen, dann sehen wir, dass im roten Metall statistisch gesehen bis Ende April eher mit steigenden Kursen gerechnet werden kann. So konnte der Kupferpreis in den letzten 15 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich um ca. 2,2 Prozent zulegen.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Erstens notiert der Kupferpreis über dem einfachen 50- und auch 200-Tage-Durchschnitt. Beide gleitenden Durchschnitte steigen an. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullisch interpretiert. Auch wenn der Preis in den kommenden Tagen noch etwas nachgeben sollte, könnte der 50-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 3,9530 USD verläuft, neue Käufer auf den Plan rufen.

Zweitens befindet sich der Volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP) aller seit dem Verlaufstief von Anfang Februar gehandelten Futures-Kontrakte derzeit bei 3,97 USD. Da institutionelle Händler oft am VWAP gemessen werden, fungiert dieser volumenbasierte Preis oft als Unterstützung bzw. Widerstand im Preischart.

Darüber hinaus könnte in der Nähe des VWAPs ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,84 für einen Long-Einstieg im Kupfer

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützung im Bereich 3,97 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Kupfer liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Kupfer profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,84 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir einen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 3,9730 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 3,9210 USD, also unter dem letzten Verlaufstief absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im Kupfer-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 4,1210 USD zu finden. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,84. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Nächstes Ziel wäre dann das Verlaufshoch aus dem März bei 4,20 USD. Darüber wäre Platz bis 4,22 USD und 4,36 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 4,0450 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Kupfer-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Kupfer-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 3,97 USD liegen.

Falls es im Kupfer-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,84 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die Kupfernachfrage aufgrund wieder härterer Lockdowns geringer wird und gleichzeitig das Kupferangebot erhöht wird. Das würde den Kupferpreis in eine größere Korrektur führen.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Juli 2021 Kontrakt des Kupfer-Futures (Symbol: HGN1) oder den kleineren „Mini-Copper“ Future (Symbol: QCN1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit ein ausreichend großes Handelsvolumen und steht nicht kurz vor der Fälligkeit. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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