Der Silberpreis konnte seit Mitte Dezember um fast 10 Prozent zulegen. Ist das der Startschuss für die lang erwartete Silber-Rallye? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Silber-Analyse.

Rückblick: Silber-Bullen schöpfen Hoffnung

2021 war für Silber-Anleger kein gutes Jahr. Erst vor zwei Wochen wurde das Jahrestief bei 21,41 USD getestet. Das bedeutete eine Jahresperformance von -21,76 Prozent. Und das im Umfeld von Rekordinflation und einer steigenden Silbernachfrage. Mehr dazu weiter unten.

Einen Hoffnungsschimmer für die Silber-Anleger gibt es aber jetzt doch. Denn der Kursabschlag im Bereich des Jahrestiefs war für viele Marktteilnehmer zu groß. Die „günstigen“ Kurse wurden für einen Einstieg genutzt. Immer mehr Kauforders kamen in den Markt und sorgten für einen Preisanstieg, der es in sich hat.

Seit dem Verlaufstief bei 21,41 USD am 15. Dezember, haben die Bullen wieder das Ruder übernommen. Der Silberkurs stieg daraufhin um 2,07 USD. Am 28. Dezember wurden für einen Silber-Kontrakt mit Laufzeit März 2022 (Kürzel: SIH2) 23,48 USD gezahlt. Also 9,67 Prozent mehr als noch am Verlaufstief (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.12.2021 Kurs: 23,15 Kürzel: SIH2 Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Jetzt fragt man sich als Anleger: Ist das jetzt der Startschuss zur großen Silber-Rallye 2022?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Verkaufssignal erneut abgewendet

Chart vom 29.12.2021 Kurs: 22,92 Kürzel: XAGUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Langjähriger Abwärtstrend ist gebrochen

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffs Silber (Kürzel XAGUSD) oben zeigt: Nachdem der hartnäckige Widerstand im Bereich 19 USD letztes Jahr durchbrochen wurde, explodierte der Silberpreis. Der Kurs schoss in kurzer Zeit von 20 USD auf 30 USD. Die Bilanz: Eine Kursexplosion in Silber von 156 Prozent innerhalb von nur 20 Wochen. Das verdeutlicht den impulsiven Charakter des Trendbruchs.

Ein übergeordneter Aufwärtstrend konnte bislang aber noch nicht bestätigt werden. Denn dazu muss erst noch ein höheres Verlaufshoch mit einem Schlusskurs auf Monatsbasis über 30 USD erzielt werden. Dort war der Silberpreis bereits Anfang Februar, als ein neues Jahreshoch bei 30,08 USD markiert wurde. Die Silber-Bullen konnten diese wichtige Marke aber nicht halten. Trotzdem hat der Silberpreis mit dem Ausbruch aus der großen Konsolidierung, die von 2016 bis 2020 dauerte, einen Boden ausgebildet. Dieser wird aktuell von der Oberseite im Rahmen einer Seitwärts-Range getestet.

Silber prallt am unteren Rand der Trading-Range ab

So befindet sich Silber in einer nunmehr 15-monatigen Trading-Range, die durch den Widerstand bei 30 USD und der Unterstützung bei knapp unter 22 USD begrenzt wird. In einer seitwärts gerichteten Range stellt sich die Frage, ob der Markt sich in einer Reakkumulation (bullish) oder in einer Distribution (bearish) befindet.

Letzterer Fall würde durch einen nachhaltigen Ausbruch auf der Unterseite bestätigt werden. Ein Schlusskurs auf Monatsbasis unter 21,80 USD würde die Hoffnung der Bullen auf einen Test der 30 USD-Marke erstmal begraben. Im Gegenteil… das nächste Kursziel wäre dann bei 20 USD. Nach einem Verlaufstief bei 21,41 USD sah es genau danach aus. Jedoch konnten die Bullen Mitte Dezember, wie auch schon im September, dieses Verkaufssignal mit einem voraussichtlichen Monats-Schlusskurs über 22 USD nochmal abwenden.

Für Range-Trader ist es aus Chance-Risiko Gesichtspunkten derzeit sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen. Trend-Trader sind da, wie sie weiter unten sehen werden, anderer Ansicht.

Passt die technische Großwetterlage aber auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Nachfrageüberhang in Silber für 2021 erwartet

Die Experten von Metals Focus gehen davon aus, dass in diesem Jahr das Silberangebot um 5 Prozent ausgeweitet wurde. Verantwortlich sind hierfür eine höhere Minenproduktion und eine größere Menge an recyceltem Silber. Dem gegenüber steht aber eine deutlich höhere Nachfrage.

Trotz der vorherrschenden Engpässe in den weltweiten Lieferketten wird von den Experten erwartet, dass die Nachfrage nach Silber im Jahr 2021 um 15 Prozent ansteigt. Absolut gesehen hat der Industrie-Sektor mit 524 Millionen Unzen den größten Bedarf an Silber. Hier unterstreichen Segmente wie Photovoltaik (+13 Prozent) und Elektroautos (+10 Prozent) die Schlüsselrolle der „Grünen Energie“.

Neben der Industrie haben Investoren einen großen Einfluss auf die Silbernachfrage und damit auf den Silberpreis. Generell gibt es zwei Arten von Investoren. Die einen kaufen physisches Silber in Form von Barren oder Münzen. Die anderen handeln sogenannte Exchange Traded Products (ETPs). Damit sind u.a. Exchange Traded Funds (ETFs), Exchange Traded Commodities (ETCs) oder auch Terminkontrakte gemeint. Also börsengehandelte Finanzprodukte. Hier wird im Jahr 2021 ein Wandel der Investoren erwartet. Weg vom „Papier-Silber“ hin zu physischem Silber. Denn während die Nachfrage nach ETPs im Jahresvergleich wohl um 55 Prozent einbricht, wird erwartet, dass die Nachfrage nach physischem Silber um 32 Prozent zulegt.

Inflation auf Rekordniveau

Ein Kaufargument der Investoren ist die Rekordinflation. In den USA ist die jährliche Inflationsrate im November auf 6,8 Prozent angestiegen und liegt damit so hoch wie zuletzt im Juni 1982. Gleichzeitig liegt die Inflation den neunten Monat in Folge über dem von der Fed anvisierten Ziel von 2 Prozent.

Auch in Europa haben wir mit massiven Preissteigerungen zu kämpfen. Im November lag die jährliche Inflationsrate bei 4,9 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Juli 1991. In Deutschland lag die Inflationsrate im November bei 5,2 Prozent. Beide Werte liegen auch hier über dem Inflationsziel der EZB von 2 Prozent.

Realzins spielt die entscheidende Rolle

Die Inflation ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Neben der Inflation spielen die Renditen für US-Staatsanleihen eine wichtige Rolle. Denn daraus kann die Entwicklung der Realrenditen abgelesen werden. Gemeint ist hier die Rendite kurzlaufender US-Bonds abzüglich der Inflation.

Je tiefer der Realzins, desto weniger attraktiv sind Zinspapiere und umso interessanter ist ein Edelmetall-Investment als Inflationsschutz, welches ja keine Zinsen abwirft. Eine negative Realrendite von derzeit ca. -6,15 Prozent sollte entsprechend dem Silberpreis unter die Arme greifen. Warum notiert Silber dann in der Nähe des Jahrestiefs?

Eine Erklärung könnte sein, dass im Sommer mit Kursen über 28,00 USD die Rekordinflation schon eingepreist war. An der Börse wird immer die Zukunft gehandelt und hier gehen wohl viele Markteilnehmer davon aus, dass die Inflationszahlen in Q1 2022 wieder sinken werden. Entsprechend wird auch mit einer steigenden Realrendite gerechnet. Das könnte den Silberpreis weiter unter Druck setzten.

Technisch sind wir gerade so an einem großen Verkaufssignal vorbei geschrammt. Fundamental könnte ein möglicher Rückgang der Inflation auf den Silberpreis drücken. Wie könnte es also konkret weiter gehen?

Ausblick: Widerstand zum Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 22,91 USD notiert. Also einerseits sieben Prozent über dem Jahrestief bei 21,41 USD. Andererseits befindet sich der Kurs jedoch sehr deutlich unter dem letzten Verlaufshoch bei 25,49 USD (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.12.2021 Kurs: 22,91 Kürzel: SI∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Abwärtstrend signalisiert weitere Kursverluste

Der seit Ende Januar laufende übergeordnete Abwärtstrend (vgl. Trendkanal in Chart oben) ist weiter intakt. Die Kursrallye mit einem Anstieg von 19 Prozent von Oktober bis Mitte November war nicht mehr als eine Korrektur in diesem Abwärtstrend. Der im Chart oben markierte Trendbruch hat die nächste Bewegungswelle nach unten eingeleitet. Daran ändert auch die 10-prozentige Rallye der letzten Tage nichts. Diese stellt aktuell nur eine Korrektur der dynamischen Abwärtsbewegung dar.

Solange der Abwärtstrend intakt ist, sind weitere Kursverluste wahrscheinlicher. Erstes Ziel auf der Unterseite wäre ein erneuter Test des Jahrestiefs im Bereich von 21,50 USD. Schließt Silber per Tagesschlusskurs unter dieser Marke, könnte sich der Abwärtstrend nochmal beschleunigen. Anschlussverkäufe könnten den Silberpreis schnell ich Richtung 20,00 USD befördern. Darunter wäre Raum bis 19,00 USD.

Aufgrund des intakten Abwärtstrends sind weitere Kursverluste zu erwarten. Zudem gibt es weitere Verkaufssignale.

Sentiment der Privatanleger als Kontraindikator

Wirft man einen Blick auf die aktuelle Stimmung der Privatanleger bei myfxbook, dann sind diese Netto-Long positioniert (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.12.2021 Silber Sentiment Analyse | Online Broker LYNX

Jedoch zeigt die Historie des laufenden Jahres, dass dann, wenn die Privatanleger überwiegend bullish positioniert waren, der Kurs weiter gefallen ist. Die Privatanleger als Kontraindikator könnten somit einen weiteren Kursrutsch signalisieren. Denn sollte der Kurs weiter fallen, könnte ein Ausstieg aus den Long-Positionen für zusätzliches Angebot sorgen und den Verkaufsdruck erhöhen.

Diese technischen Verkaufssignale sollten Sie auf dem Radar haben

Erstens notiert der Silberpreis trotz der Kursrallye in den letzten Tagen wieder unter dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt (vgl. blaue und rote Linie im Chart oben).

Zweitens befindet sich im Bereich 23,50 USD eine Widerstandszone. Denn genau bei 23,50 USD verläuft aktuell der 50-Tage-Durchschnitt im Silber. In Abwärtstrends wirkt dieser oft als Widerstand. Knapp darunter bei 23,45 USD befindet sich zudem das 50%-Retracement der letzten dynamischen Abwärtsbewegung. Diese hatte ihr Verlaufshoch bei 25,49 USD und ihr Verlaufstief bei 21,41 USD.

Genau in dieser Zone wurde auch ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt. Diese Muster signalisieren mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick Trade-Idee mit einem CRV von 2,75 für einen Short-Einstieg in den Silber-Future

Ein Test der oben beschriebenen Widerstandszone im Bereich von 23,50 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Short-Trade in Silber liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Abwärtsbewegung im Silber profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 29.12.2021 Kurs: 22,88 Kürzel: SIH2 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,75 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Sollten Sie sich für einen Short-Trade entscheiden, können Sie bei 23,45 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 24,03 USD, also über dem letzten Verlaufshoch, absichern. Gleichzeitig wird damit auch die aktuelle Volatilität im Silber-Future berücksichtigt.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 21,85 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,75. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre bei 20,00 USD zu finden.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 22,68 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Silber-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Rohstoffes Silber zeigt: Eine Korrektur im Abwärtstrend, eröffnet uns eine attraktive Chance für einen Short-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 23,45 USD liegen.

Falls es im Silber-Future von dort weg zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,75 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die Inflation entgegen den Erwartungen weiter ansteigt.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den März 2022 Kontrakt des Silber-Futures (Symbol: SIH2), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: SILH2) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat ein ausreichend großes Handelsvolumen und steht nicht kurz vor dem First Notice Day.

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